Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Meiler Aeisblatt.
Gratisbeilagen: „Jllnstrirtes Sonntagsblatt" und „Jllnstrirte Landwirtschaftliche Beilage".
SS" N-rnspr-ch-r Nr. 8. ^F
Nr. U. Imtrstag i« 28. W M.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe II. Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidierten BVa- vormals 4%igen Staatsanleihe von 1894 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Juli 1904 bis 30. Juni 1914 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 7. Juni 1904 ab von der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94, werktäglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags, mit Ausnahme der drei letzten Geschäftslage jeden Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine stnd entweder bei der Kontrolle der Staatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen oder durch die Regierung» Haupikaffen, sowie in Frankfurt a. M. durch die Kreiskafle zu beziehen.
Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat ihr persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Er- neuerungsscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamt« Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerierte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichnis einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist eS doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.
Durch die Post stnd die Erneuerungsscheine an die Kontrolle der Staatspapiere nicht einzusenden, da diese sich in Bezug auf die Zinsscheinausreichung mit den Inhabern der Scheine nicht in Schriftwechsel ein- lassen kann.
Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassen beziehen will, hat dieser Kasse die Er. neuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichnis einzu- reichen. Das eine Verzeichnis wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine, der genannten
Wer weife es?
Historischer Roman von F r. F e r d. C a m b o r i n i. (Fortsetzung.)
Der Graf beugte sich nun über die mehrfach begonnene chronologische Arbeit und reihte, aufmerksam sichtend, Zeile an Zeile. Nur einmal noch hielt er inne und murmelte: „1799 fand in Milau ihre Vermählung statt, ganz recht I Vier Jahre nach ihrer Freigabe au« dem Gefängnis."
Knirrschend flog der Gänsekiel über da» Papier. Stunde an Stunde verran, ohne daß der Gras seine eifrige Beschäftigung unterbrach.--
Da krachten plötzlich ring» um da» Schloß herum, an allen Ecken und Enden Schüsse lor.
Der Graf sprang von seinem Sitze auf: »Diese verfluchte Unsitte de» Schießen» in der Woche vor Neujahr!"
Er schellte. —
»Johann!’ rief er dem eintretenden Diener ent» fle0«n, „Hat der Pfarrer Kuhnert meine letzte Lorrespondenz nicht ,»gestellt erhalten V
»Doch, gnädigster Herr!"
„Das verdammte Schießen beginnt ja schon wieder!" »Der Herr Pfarrer hat gemeint, daß mit Gewalt in
Provinzialkassen mittelst besonderer Eingabe einzu- reichen.
Berlin, den 20. Mai 1904.
Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez,: v.Hoffman n.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen RegierungS-Haupt- kaffe und den Kreiskassen unseres Bezirks verabreicht werden. Cassel, den 27. Mai 1904.
__________Königliche Regierung, Schenk.__________
Hersseld, den 18. Juli 1904.
Den Herren Bürgermeistern und Gutrvorstehern des
Saatenstand um die Mitte des Monates Juli 1904 im Kreise Hersfeld.
Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 = gering, 5 = sehr gering. (Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirtschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901. — I B c 9476 M. f. L. — I K 3646 M. d. I. —)
Fruchtarten
Durchschnittsnoten für den
Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten
Staat
Regierungsbezirk Gaffel
1
2
3
4
5
1—2
2-3
3—4
4—5
Winlerweizen ....
2,6
2,5
3
1
1
1
Sommerweizen . . .
2,9
2,8
1
Winterspelz ....
2,2
—
Winterroggen....
2,6
2,4
3
2
1
Sommerroggen . . .
3,2
2,8
1
1
Sommergerste....
2,9
2,6
1
1
1
Hafer......
3,1
2,7
3
2
1
Kartoffeln.....
2,8
2,3
2
2
1
Klee.......
3,5
3,2
2
1
2
1
Luzerne......
3,3
3,1
M-s-n 1 SS!"“"“8' ( Andere . .
2,8
3,5
2,4
3,4
1 1
2
3
1
1
1
Königliches statistisches Bureau.
Blenk.
Wird veröffentlicht.
Hersseld, den 25. Juli 1904. Der Königliche Landrat Freiherrvon Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Nichtamtlicher Teil.
Der Krieg zwischen Japan und Nutzland.
Die Armee de» General» Oku hat die Offensive gegen die russische Südfront mit Energie wieder ausgenommen. Nach einem langwierigen, verlustreichen
Kampfe sahen sich die Russen veranlaßt, den wichtigen | russischen Batterieen zeigten eine vorzügliche Haltung,
dieser Sache nicht» auszurichten sei. Im vergangenen Jahre sind ja zehn Burschen verhaftet und bestraft worden — * „Man muß Wachtposten ausstellen!"
„Hannibal Fischer von Hildburghausen mit zwei Landjägern und zwölf Mann ist auch aufgezogen, ich habe es gesehen . .
Wahre Salven erschütterten jetzt die Lust, sodaß Johann nur schreiend seinen Satz beenden konnte: „ . . . aber es nützt nichts!'
Daß dem so war, davon konnte sich der Graf gerade jetzt überzeugen.
Er winkte dem Diener, daß er gehen könne.
Einen Moment lauschte er, da aber der Lärm eher zu denn abzunehmen schien, verlies er da« Zimmer und betrat das jenseit de» Corridors liegende Gemach, aus welchem ihm Hundegekläff und das Miauen von Katzen entgegen drang ....
5. Kapitel.
Das Jahr 1811 hatte sich in recht unwirtlicher Weise eingeführt. Regen mit Schnee vermischt, Wind, jagende Wolken — die Signaturen des echten Schlackerwetter» — hatten sich eingestellt. Grundlos waren die Wege; tiefe Furchen zogen die auf der Landstraße sich mühsam fortbewegenden Fuhrwerke. Aber mochte er noch
hiesigen Kreises teile ich im Anschuß an meine Verfügung vom 16. Januar 1901 J. A. Nr. 3423, im Kreisblatt Nr. 9, hierdurch mit, daß der Kreis auf eine Weiter- Verpachtung der Glasereien an den Landwegen (die Pachtzeit geht mit dem laufenden Jahre zu Ende) seiner, feils verzichtet, eine derartige Weiterverpachtung oder Beschlußfassung über anderweite Verwertung vielmehr künftighin den Gemeinden und Gutsbezirken überlassen wird, so daß das dieserhalb Erforderliche veranlaßt werden kann.
J. A. Nr. 2870. Der Vorsitzende des Kreisansschusies. Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Eisenbahnknotenpunkt Taschitschiau, südlich von Haitscheng, a u f z u g e b e n. Dem Spezial - Bericht, erstatter de» »B. L.-A." war er möglich, dem Treffen auf russischer Seite persönlich beizuwohnen, seine auf unmittelbarem Augenschein beruhende Schilderung be« Kampfes wird in Folgendem mitgeteilt:
Liaujang, 26. Juli. Die Japaner eröffneten am Sonnabend unerwartet Artilleriefeuer aus die russischen Stellungen südlich von Taschitschiau. Am Sonntag fand ein vierzehnstündiger Artilleriekampf statt. Die
so unwirsch seine grauen Locken schütteln, der alte Winter, der jugendliche Knabe Frühling mußte doch kommen. Und er kam in» Land mit seltener Pracht; — der Winter, der mürrische Geselle mußte weichen.
Ueberall grünte und duftete e» in der Natur und statt eisiger Schneeflocken wirbelten die Blütenblätter der Bäume auf dem saftigen Rasen hernieder, daß die Grashalme sich wie fröhliche Kinder schüttelten und sich leise im sanften FrühlingShauche beugten, als wollten sie die Blüten mit komischen Knixen begrüßen. Die Vögel oben in dem Gezweig sangen um die Wette und die Amseln und Lerchen gönnten sich nicht einmal während be« Fluge» Rast, sondern sangen und jubelten in die Lenzespcacht hinein.
E» war Mai, ein wirklicher wonniger Mai, kein solcher verdrießlicher Patron, der launenhaft nicht sicher weiß, ob er den Frühling oder den Winter de» regieren- den Herrn anerkennen soll.
Die lebend« Welt tummelte und sonnte sich im warmen Scheine der segenspendenden Tagesgestirn», das seine Strahlen mit gleicher Liebe auf die im braut« lieben Schmucke prangende Natur, auf glückliche frohe, wie auf geheimnisvolle, traurige Menschen herabsandte.
Vor dem einfachen einstöckigen Pfarrhaus« von EiS- Hausen zog sich ein kleiner Garten hin, der, seitlich ba«