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Gratisbeilagen:Jllnstrirtes Sonntagsblatt" undJllustrirte Landwirtschaftliche Beilage"

" Fernsprecher Nr. 8. -53g

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Sr. 71.Sonnabtiiii iti 11 Juni M.

Amtlicher Teil.

HerSfeld, den 15. Juni 1904.

i^j Den Herrn Ortsvorständen des Kreises werden in Kürze je zwei Exemplare der für die diesjährige Ermittelung der Grundlagen zur Berechnung der Ernte.

ertrage vorgeschriebenen Anbau-Erhebungskarte zugehen Die Karte ist unter genauer Beachtung der weiter r, beiliegenden kurzen Anleitung des Königlich statistischen Büreau« zu Berlin gewissenhaft auszusüllen und mir sodann in einem Exemplar bi» spätesten» zum 1. Juli d. I «. einzureichen.

I. 1. Nr. 3799. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

HerSfeld, den 15. Juni 1904.

Die OrtSpollzeibehörden des Kreise« setze ich davon in Kenntnis, daß in aller Kürze eine Nachprüfung der in den Betrieben der Gast- und Schankwirte Verwendung

findenden Bier-Druckapparate rc. durch den für den hie­sigen Kreis bestellten Sachverständigen stattfinden wird. Die in Betracht kommenden Betriebsinhaber sind mit dem Bemerken auf gedachte Revision aufmerksam zu machen, daß sich vorfindende Anstände rc. entsprechende

rci Ahndung nach sich ziehen werden.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

Tham er.

HerSfeld, den 15. Juni 1904.

Die vom Vorstand der Landwirtschaftskammer zu Cassel nach bewirkter Prüfung hierher übersandten Hebe­listen über die LandwirtschaftSkammerbeiträge werden den Herren Orlsvorständen in den nächsten Tagen von hieraus zurückgesandt werden.

Es sind nunmehr ungesäumt die Beiträge für I da» Jahr 1904 (Va % de Grundsteuer-Reinerträge») festzustellen und einzutragen. Der Sollbetrag ist mir I bt» spätestens zum 30. d. M t ». berichtlich an- ' »uzeigen.

I Die Ablieferung der Beiträge an die Königl. Kreis , fasse hat b t» zum 1. August d. I». zu geschehen.

1 Die Hebeliste ist mit dem Geldbetrag an die letztere * abzuliesern, auf die Einreichung der L i st e hierher ' wird verzichtet.

In denjenigen Fällen, in welchen sich der Grund- > steuer-Reinertrag gegen da» Vorjahr verringert hat, ist j die Ursache de« Rückgänge« in der Listt ersichtlich zu

machen.

1. 3848.

Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

HerSfeld, den 14. Juni 1904.

Die bei dem Metzgermeister Peter Wolf hierselbst (Breitenstrabe) ausgebrochene Schweinerotlaufseuche ist

n r«reuenn > erloschen.

Sl. I M»

I I. Nr. 3819.

Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung«.Rat.

Nichtamtlicher Teil

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icibe haben das ge^

Politischer Wochenbericht. mn_^ bJ^e",^n0en sind in Berlin zwei Kongresse abgehalten haben: die Versammlung der nn^/?'n8 = ®e'e 1 [^D und der inter* mSntnm LV n- L en-Kongreß. Beide haben das ge erstr/k-n'^ ^ «Utes und wünschenswertes erstreben, aber beiden haftet der Manael an daü ihre ^vr- werden"'künn!n ^^Es^^^^°/. Kongresses niemals erreicht

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handeln. Auch ist von den Führerinnen der Frauenbewegung manches Wort gefallen, das den im allgemeinen guten Ein­druck stört, den dieser internationale Frauen-Kongreß durch seine Besonnenheit gemacht hat und durch seine Abneigung, mit den Sozialdemokraten an einem Strange zu ziehen. Man kann den Verhandlungen nur mit gemischten Gefühlen folgen.

Dasselbe gilt von der Versammlung der deutschen Friede ns-Gesellschaft. Wer wollte nicht an der Lösung der schönen Aufgabe mitarbeiten, den Völkern den Frieden zu sichern? Aber durch Abhaspelung von Gemein­plätzen kommt man ihrer Lösung nicht näher. Im Gegenteil, die an sich berechtigte Bewegung verfällt dadurch gar zu leicht dem Spott. Wer den Völkern den Frieden wahren will, der muß, wie die Dinge nun einmal liegen, streben, daß ihre Rüstung zu Lande und zu Wasser auf der Höhe ist und daß die Staatskunst etwa aufsteigende Wolken zu ver­scheuchen vermag.

Das weiß keiner besser als unser Kaiser. Seine Sorge für Heer und Flotte ist mustergültig für die ganze Welt; und wie unser Herrscher dahin wirkt, daß sich die Beziehungen zu fremden Mächten möglichst gut gestalten, dafür ist der Besuch des Königs von England in Kiel ein be­merkenswertes Zeichen. Lange bevor das Schiff die Anker lichtet, das König Eduard nach der deutschen Küste tragen soll, hatte diese Reise der Presse im In- und Auslande Stoff für Leitartikel gegeben. Dabei sind allerdings häufig An­schauungen zutage gefördert worden, die jedem nüchtern denkenden Politiker unverständlich sind. Der Besuch König Eduards trägt einen rein verwandtschaftlichen und freund­schaftlichen Charakter, dem politische Nebenabsichten durchaus fern liegen. Diese einfache und natürliche Erklärung der Be­deutung der Fahrt kann nicht genug wiederholt werden. Sie hat lediglich mit dem persönlichen Verhältnis der beiden Herrscher zueinander zu tun und muß als eine liebenswürdige Höflichkeit unter Verwandten gelten. Selbstverständlich ist es durchaus verfehlt, der Zusammenkunft der beiden Monarchen im voraus jede Bedeutung abzusprechen. Es wäre schon viel erreicht, wenn die Presse beider Länder aus diesem Anlaß lernen würde, sich unbefangen zu behandeln.

Auf dem Kriegsschauplatze in Ostasien hat sich die Lage der Russen weiter verschlechtert. Die von Kuro- parkin nach Süden zum Entsatz von Port Arthur vorge­schobene Abteilung des Generals Stackelberg hat von den Japanern eine schwere Niederlage erlitten, die um so ver- hängnisvoller sein würde, wenn es sich bewahrheitete, daß die Russen wieder ihre Artillerie eingebüßt haben. Auch zur See ist es zum Kampfe gekommen, und zwar zwischen den eine Bereinigung mit dem Port Arthur-Geschwader suchenden aus Wladiwostok ausgelaufenen Kreuzern und japanischen Kriegs­schiffen. Ueber den Ausgang dieses Treffens liegen, während wir dies schreiben, noch keine zuverlässigen Nachrichten vor.

Inzwischen ist der Generalleutnant v. Trotha in Süd - w e st a f r i k a eingetroffen und hat den Oberbefehl über unsere Truppen übernommen. Nachdem die Herero am Waterberge durch die stetig anwachsende Schutztruppe in langsam vor­sichtigem Vorrücken beinahe eingekreist sind, wird ihre Unter­werfung und Zerstreuung nur noch eine Frage kurzer Zeit sein. Sie fühlen sich schon nicht mehr sicher, denn nach Aussagen von Gefangenen hat Samuel Maharero schon die Flucht zu den Ovambo vorgeschlagen; doch haben die andern Häuptlinge dagegen gestimmt. Samuel hat offenbar schon den Mut verloren und geht nun darauf aus, sein Leben zu retten. In den Berichten des Oberst Leutwein ist wiederholt von der durchschlagenden Wirkung der Artillerie auf die Herero berichtet worden, kleinere Abteilungen konnten sich der Feinde öfter nur durch ihre Geschütze erwehren. Nachdem die Artillerie aller Art außerordentlich verstärkt worden ist, kann der Widerstand der Herero nicht lange mehr dauern. So ist denn zu hoffen, daß in unsere schwer geprüfte Kolonie bald der Friede wieder einziehen werde. Daß Deutschland durch die hier gemachten trüben Erfahrungen nicht kolonial­müde geworden ist, dafür legt der vom Reichstage über die ostafrikanische Bahn D a r e s s a l a m - M r v g ö r a ge­faßte Beschluß weit über die Grenzen unsers Vaterlandes hinaus ein erfreuliches Zeugnis ab.

Zu den Vorgängen in Deulsch-Südwest-Afrika.

Berlin, 15 Juni. Der nächste Truppen- undPferdetran»port für Deutsch Südwestafrika wird am nächsten Freitag an Bord de« Dampfer« Palalia" von Hamburg au« die Reise nach Swakop. mund antreten. Der Dampfer nimmt ca. 800 Soldaten und 900 Pferde aus.

Berlin, 15. Juni DemLok-Anz." wird au« dem Biwak Owikokorero telegraphiert:

Die Hauptabteilung de« Obersten Leutwein hat hier heute einen Ruhetag, der zur Weiterbeförderung der Marschfähigkeit der Truppe benutzl wird. Die unter­brochen gewesene telegraphische Verbindung zwischen Owikokorero und Okahandja ist jetzt wieder hergestellt.

Aus Brockdorfshöhe ist eine Fernsprechverbindung mit dem Lager nebst einer Heliographischen Station einge- richtet, durch die eine Verbindung mit Major v. Estorff hergestellt ist. Oberst Leutwein befindet sich hier im Lager. Major Quade ist heule von hier zu General- mojor v. Trotha nach Okahandja abgeritten.

Der Krieg zwischen Japan und Nutzland.

Die Lage der von Kuropatkin weil nach Süden vor­geschobenen Abteilung des General» Stackelberg muß in hohem Grade gefährdet erscheinen. Die Situation wird für die Russen noch um Vieles kritischer, wenn e« wahr ist, daß sie in den Kämpfen der letzten Tage auch an dieser Stelle wieder ihre Artillerie eingebüßt haben, wie in folgender Meldung behauptet wird:

Tokio, 15. Juni. Wie heule hier eingelaufene Meldungen besagen, hat am Sonnabend eine heftige Schlacht bei Funtschou stattgefunden. Die Russen haben 1000 Mann verloren. Ihre sämtlichen Feld­geschütze wurden von den Japanern ge- nommen. Die russische« Stre.'.kräfte, 7000 Mann stark, haben darauf am Sonntag den Rückzug nach Norden angetreten.

Amtliche Mitteilungen über den Verlaus bet Kampfe«, zu dem es in der Koreastraße zwischen dem Wladiwostok-Geschwader und japanischen Kriegsschiffen gekommen ist, liegen auch heute noch nicht vor, wohl aber wollen private Meldungen wissen, daß das kühne Wagnis des Befehlshaber» der russischen Flotte dieser recht schlecht bekommen sei.

Paris, 16. Juni. Ueber den Ausgang des See­gefechts in der Enge von Tsushima liegen hier zwei Versionen vor. Nach japanischen Depeschen wäre ;e« den Japanern gelungen, drei russische Kreuzer zu nehmen. Nach Tschifuer Depeschen dagegen hätten die Japaner den Verlust eine« Torpedoboot« zu beklagen und wenigstens zwei der russischen Schiffe seien nordwärt» entkommen.

Petersburg, 16. Juni. Nach Depeschen aus Liaujang entbrannte gestern ein neuer wütender Kamps bei Wafangou. Die russischen Verluste in dem Gefecht vom Dienstag waren anscheinend gering.

Au» der Front schieden an Verwundeten und Toten 308 Mann aus. Gerüchte wollen von einer vollkommenen Vernichtung dreier, unter da« Kreuzfeuer der russischen

Jäger geratener japanischer Schwadronen wissen; 60 Japaner sind in Gefangenschaft geraten. Eine um 5 Uhr morgens von Wafangou in der Richtung nach den Anhöhen von Taffanschin und Lukoo auSgegangene Ab- teilung Reiterei entdeckte gegenüber dem rechten rus­sischen Flügel bedeutende japanische Jnfanteriekräsle; sie war von einem Walde aus dem starken Feuer de« Gegner« ausgefe^t. Um 6 Uhr drängten die Japaner die russische Reiterei zurück und gingen zum Angriff über, indem sie den rechten Flügel der Russen zu um« gehen suchten. Gleichzeitig gingen auch die russischen Truppen auf dem linken Flügel nach einer starken Kanonade zum Angriff über. Um 12 Uhr, als die letzte Depesche in Liaujang eintraf, dauerte der Kampf noch auf der ganzen Linie fort. In den letzten Tagen war es den Japanern gelungen, nach Wafangou neue bedeutende Verstärkungen herüberzuschaffen. An dem gestrigen Kampfe nahmen mindestens drei Divisionen mit starker Artillerie- und Kavallerie-Abteilung teil.

Der Bericht de» GeneralüKuropatkin über die in dieser Meldung erwähnten Gefechte ist in» zwischen gleichfalls in Petersburg eingetroffen; er bricht mitten in der Schilderung des Kampfes ab, gerade in dem Moment, in dem die Japaner mit starken Scharen zu einem umfassenden Angriff vorgingen.

Petersburg, 16. Juni. Wie Generaladjutant Kuropatkin unter dem gestrigen Datum meldet, wurden auf russischer Seite im Kampf bei Wafangou am