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erWer Kreisblatt.
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»sr Fernsprecher Nr. 8. ^»
«r. «5.
Smaiend den 4. Kni
1904.
Amtlicher Teil.
HerSfeld, den 2. Juni 1904.
Im Laufe de» Monat» Mai d. I». sind dahier für folgende Herren Jagdscheine ausgestellt worden:
A. JahreSjagvschetne r a. entgeltliche:
am 2/5. für Baron Georg vonHungen, Elora, zu Eichhof;
„ 3/5. „ Ziegelmeister Johannes Krau» in Kleinensee;
„ „ „ den von Baumbach'schen Waldwärter An. drea» Kehl in Goßmannsrode;
„ 4/5. „ Landwirt Johann Peter Hildebrandt in Rohrbach;
„ , „ Bierbrauereibesttzer Heinrich Engelhardt in HerSfeld;
. 5/5. „ Gutspächter W. Hold in Kirchheim;
„ 6/5. „ Landwirt August Lippelt in Stäiklo»;
„ 7/5. „ Major z. D. und Rittergutsbesitzer von Krofigk in Kleinensee;
„ 9/5. „ Bürgermeister Georg Großcurth in Hatten, bach;
„ 10/5. „ Musikus Wilhelm Wenzel in Rotterterode;
„ „ „ Wilhelm Steinweg in Hertfeld;
„ 16/5. „ Schreiner Heinrich Wenzel in Rotterterode;
„ 18/5. „ Landwirt Georg Heuler in Laulenhaufen; w 19/5. „ Oberleutnant Suntheim aus WormS;
„ 20/5. „ Königlichen Rentmeister Schultheiß in HerSfeld;
„ 21/5. „ Landwirt Konrad Glebe in Aua;
„ 26/5. „ Lederfabrikant Christian Rechberg in Herrfeld;
„ 27/5. „ Gutsbesitzer Karl Bürger in Obergei» ;
„ „ „ Verwalter Fritz Spieß daselbst;
b. unentgeltliche:
am 2/5. für ben Landgräflichen Hofsekretair Heinrich Claus in PhilipPSthal;
, 5/5. „ den Königlichen Forstaufseher Fraedrich in Niederaula;
, 22/5. „ den Königlichen Förster Schmidt in Friede, wald;
„ 28/5. „ den von Baumbach'schen Waldwärter Philipp Paul in Willingshain.
B. Tagesjagdscheine: Keine!
Wird bestehender Bestimmung gemäß hierdurch veröffentlicht.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung»-Rat.
Hersfeld, den 2. Juni 1904.
Die Militär-Intendantur de« XL Armeekorps hat darauf hingewiesen, daß die unmittelbaren Einlieferungen der Producenten an die Proviantämter sowohl nach Menge wie nach Beschaffenheit noch sehr zu wünschen übrig lassen, obgleich die Proviantämter überall bestrebt seien, möglichst unmittelbar mit den Producenten land- wirtschaftlicher Verbrauchsgegenstände in Verkehr zu treten.
Sie glaubt die Ursache u. A. in folgenden Umständen suchen zu müssen.
Die Producenten sind, abgesehen davon, daß sie ihre Ländereien vielfach noch nicht rationell bewirtschaften, kein reines Saatgut verwenden, Unkraut aus den Aeckern nifflt beseitigen, in der Bereitung ihrer Produkte für ben Verkauf auch nicht sorgsam genug; insbesondere be- sitzen viele keine zeitgemäßen Retnigungamaschtnen, um da» Getreid« magazinfähig zu machen.
. 2' Die Producenten machen sich von dem Einflüsse der Händler und Makler, unter welchen sie vielfach stehen oft noch nicht frei; sie lassen sich von diesen «»reden, daß sie seitens der Proviantämter unfreundlich ^kanö» behandel würden, daß dir Abwickelung von unmittelbaren Geschäften mit denselben sehr zeitraubend sei, überhaupt sich für sie nicht eigene.
3. Selbst die landwirtschaftlichen Genossenschaften
machen die Geschäfte mit den Proviantämtern vielfach nicht unmittelbar, sondern durch Makler.
4. Die Bürgermeistereien zeigen nicht immer das notwendige Interesse, um in:ihren Ortschaften dem Verkehr der Producenten'.»«! den Proviantämtern Eingang zu verschaffen, indem sie Bekanntmachungen der Proviantämter ohne^Jnteresse behandeln, erbetene Auskünfte unvollständig ober überhaupt nicht erteilen.
Um diesenUebelständen entgegen zu wirken und den unmittelbaren Verkehr zwischen dem Producenten und dem größtew Consumenten, den Militärfiskus zu fördern, werden die Herren Ortsvorstände veranlaßt dahin zu wirken,
1. daß' die'»ProducentenWch^bemühen, bei Verkäufen an die Proviantämter nur reelle und gut gereinigte Ware zu liefern, und daß sie sich hierzu nötigenfalls eventuell ortfchaftrwsise, die anderwärts üblichen Putzmühlen — Preis circa 150 Mk. — anschaffen,
2. daß sich die Producenten persönlich, nötigenfalls durch den Bürgermeister oder einen Vertrauensmann aus ihrer Mitte, wegen Einlieferung ihres NaturalS unter Beiseiteschiebung j.der Händler und Makler, an die'Proviantämter wenden,
3. daß die an sie gerichteten Aufforderungen der Proviantämter'wegeNjder unmittelbaren Einlieferung von Naturalien ordnungsmäßig bekannt gemacht und erbetene Auskünfte bald und eingehend erteilt, ferner, daß die die Ortschaften bereisenden Proviantamts-Beamten'mit Rat und Tat in ihren Absichten, den Verkehr mit den Producenten zu beleben, in bereitwilligster Weise unterstützt werden, 4. daß die Landwirte bei jeder sich bietenden Gelegenheit dahin belehrt^werden, daß sie bei den Proviantämtern für gute Ware jederzeit die höchsten Tagespreise erhalten IundZ immer schnelle und entgegenkommende Abfertigung finden. Der Verdienst, welcher bei Umgehung de» Händler» in die eigene Tasche der Producenten fließt, ist nicht klein und macht eventuell mit der direkten Zufuhr verbundene Arbeit reichlich bezahlt.
Die näheren Bestimmungen für Lieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse an Proviantämter sind im KreiS- blatt Nr. 38 de 1900 bereits bekannt gegeben worden.
J. I. No. 3489. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegterungS-Rat.
Hersfeld, den 26. Mai 1904.
Die Wiederwahl des Bürgermeister» D i p p e l zu Willingshain für einen am 20. Juni b. Js. beginnenden 8jährigen Zeitraum ist diesseits bestätigt worden.
A. 2178. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
Hersfeld, den 25. Mai 1904.
Die Wiederwahl des Bürgermeisters Johanne» Wie- g a n d in Tann für einen am 1. Juni d. I«. beginnenden weiteren 8jährigen Zeitraum ist diesseits bestätigt worden. I. A. 2140. Der Königliche Landrat.
J. V.:
Thamer.
Nichtamtlicher Teil.
Politischer Wochenbericht.
In der BerichtSwoche hat eine große Zahl von Kongressen und Versammlungen aller Art getagt. Zwei der wichtigsten mögen an dieser Stelle Erwähnung finden. Einmal trat in Cassel der Verband der preußischen Eisenbahner zu seiner ersten Generalversammlung zusammen, um definitiv seine Statuten fest- zulegen und die geplanten Wohlfahrt-Einrichtungen
in» Leben zu rufen. Da- bedeutsame Werk, das als eines der kraftvollsten Bollwerke gegenüber den umstürz- lerischen Tendenzen unserer Zeit zu gelten vermag, hat damit feste Form und Gestalt gewonnen. Sodann tagte in Frankfurt a. M. der Gesamtverband evan- ge lisch er Arbeitervereine. Ein prächtiger und echt nationaler Zug durchwehte das Ganze. Mit Freuden ist insbesondere hervorzuheben, daß die evan- gelischen Arbeitervereine zu dem neugegründeten Reichs- verbände zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in freundschaftliche und sympathievolle Beziehungen getreten sind, und daß sie in einer Resolution den auf Stärkung unserer Seemacht gerichteten Zielen des Flottenvereins ihre einmütige Zustimmung erteilt haben. Ein solcher Geist trägt sicherlich alle Bürgschaften einer gedeihlichen und dem Vaterlande frommenden Entwicklung in sich.
Aus Deutsch-Südwestafrika wird wieder über ein neues Gefecht berichtet: Die Heliographenstation Okowakuatjiwi ist am 28. Mai früh von einer Hererobande angegriffen worden. Der Gegner wurde zurückgeschlagen und verlor vier Tote. Er wurde durch eine stärkere Patrouille verfolgt. Auf deutscher Seite scheint glücklicherweise niemand gefallen zu sein. — Seit einiger Zeit werden größere Heumengen, in Ballen von drei bis fünf Zentnern zusammengepreßt, nach Süd. westafrika verschickt, wo ste zur Fütterung des dort in militärischer Aktion befindlichen deutschen Pferdematerials verbraucht werden sollen. Der Graswuchs in Südafrika ist nämlich zum Heuen wenig geeignet und das dort heimische Vieh ist durchweg an Grünfutter gewöhnt. Bei unfern Militärpferden ist dies aber nicht der Fall, und eine Aenderung in der Fütterungsart im Verein mit dem Klimawechsel ist geeignet, bei den Tieren unangenehme Folgen hervorzurusen.
O b e r st L e u t w e i n hat am Dienstag in Okahandja vor dem Abmarsch der Haupttruppe nach dem Water- berg eine Truppenschau abgehalten über vier Kompagnien berittener Infanterie, eine Kompagnie Witbois, drei Batterien und die dazu gehörenden Ochsenwagen. Nach Abrilt der Fronten hielt er erst an die Infanterie, bann an die Artillerie eine Ansprache, die in ein Hoch auf den Kaiser auSklang. Dann fand ein Vorbeimarsch statt, darauf ein Gottesdienst, wobei das Abendmahl genommen wurde. — Nach Südwestafrika ist am Mittwoch nachmittag von Hamburg der Lloyddampfer „Aachen" mit einem Verstärkungstransport in Stärke von 12 Offizieren, 3 Portepöe-Unteroffizieren, 177 Unteroffizieren und Mannschaften, sowie 289 Pferden abgegangen, nachdem die Truppen vom kommandierenden General des 9. Armeekorps v. Bock und Polach verabschiedet worden waren.
Die vergangene Woche hat den Russen wieder eine empfindliche Schlappe gebracht. Die Niederlage von Kintschou eröffnete den Japanern den Zutritt nach Port Arthur. Die Russen können das Gebiet vor Port Arthur nicht mehr halten. Sie haben nunmehr auch Dalny geräumt, nachdem sie versucht hatten, die Stadt zu zerstören, die inzwischen bereits von den Japanern besetzt wurde. Amtlich wird von russischer Seite gemeldet, daß General Kuropalkin nunmehr genügend Truppen versammelt habe und einen Vorstoß nach Süden unternehmen werde, um Port Arthur zu entsetzen. — Im Nordosten Koreas wurden weitere japanische Truppen gelandet. Sie sollen gegen die russischen Streitkräste verwendet werden, die jetzt im Rücken der japanischen Hauptarme« operieren. — Das „Militärwochenblatt" bringt eine vergleichende Uebersicht der zunächst in Aussicht genommenen Streitkräste Rußlands und Japans in der Mandschurei. Hiernach werden die Russen stark sein: 221 Bataillone, 183 Eskadrons, 8171 Batterien, b. h. 248 450 Mann und 638 Geschütze; die Japaner 234 Bataillone, 68 Eskadron», 130 Batterien b. H 226 500 Mann und 780 Geschütze. Somit werden di. Russen, wenn sie alle vorläufig mobilisirten Truppes auf den Kriegsschauplatz gebracht haben werden, an Kavallerie bedeutend überlegen sein, die Japaner dagegen