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Gratisbeilagen:Jllusttirtes Sonntagsblatt" undJllustrirte Landwirtschaftliche Beilage". «$- Fernsprecher Nr. 8. ^»

Mr. M.ImtO- tki 2. Zmi 1904.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 26. Mai 1904.

Der Landmann und Brandmeister LampS zu Stacken, borf, Kreis Plön, hat vor einigen Jahren einen Apparat erfunden, der es ermöglicht, den Ort, an welchen ein durch Rauch oder Feuerschein stch bemerkbar machende« Feuer ausgebrochen ist, schnell und stcher zu ermitteln und auf diese Weise festzustellen, ob nachbarliche Lösch- Hülfe zu leisten ist. LampS hat seinen Apparat am 20. Januar d». Js. in der Gemeinde Waldau vor einem Kommissar und Vertretern der Hessischen Brand. Versicherungsanstalt, der Landwirtschastskammer und des Zentral Vorstandes des FeuerwehrverbandeS des Regier- ungS-BezirkS Cassel vorgesührt. Die Prüfung hatte ein günstige» Ergebnis. Der Apparat ist einfach und leicht zu handhaben und durchaus zweckmäßig, seine An­schaffung ist für Orte, die nicht gerade eine durch hohe Berge sehr gehinderten Gesichtskreis haben, zu empfehlen.

Der Preis des einzelnen Apparate« stellt sich auf 90 Mark, ermäßigt sich aber bei gleichzeitiger Abnahme von 3, 5, 10 und 15 Stück auf 80, 75, 65 und 59 Mk. In einer in der Druckerei von Hellmuth Glasen zu Schönberg i. H. erschienenen, mit: «Der neueste, ein. fachste, schnellste und sicherste preisgekrönte Feuerfinder der Welt" betitelten Brochüre (Preis 1 Mk.) ist die Einrichtung, Handhabung rc. de» Apparates näher beschrieben.

Die Hessische Brandversicherungsanstalt hat aus den Anstaltsfonds Beihülfen zu den Anschaffungskosten des Apparates an die Gemeinden in Aussicht gestellt.

Auch die Landwirtschaft-kammer hat ihr Interesse für die Sache bekundet, indem sie sich bereit erklärt hat, ärmeren Gemeinden die Anschaffung der Apparate durch Gewährung kleiner Unterstützungen zu ermöglichen, worauf ich die Herren Ortsvorstände de« Kreise« hier­mit aufmerksam mache.

! 3212. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 28. Mai 1904.

An Stelle des verstorbenen Friedrich Rudolph zu Heringen, ist der Beigeordnete, Landwirt Karl Friedrich

In hißks tzkjtiinilis.

Kriminal-Roman von Moore.

(Fortsetzung.)

Ich betrachte da« Messer. Wie alt mag e« wohl fein ? Ein, zwei Jahre, vielleicht noch älter ? E« gibt Menschen, die dergleichen Kleinigkeiten ihr ganzes Leben lang haben könnten, ohne daß sie sich von ihnen trennen mögen. Archibald Förster ging sicher sorgfältig mit feinen Sachen um. Sein ganze» Aeußere wie sein Auf­treten zeugten von Ordnung und Genauigkeit.

Vielleicht ja, wer weiß, vielleicht hatte ihm die» Messer schon zu jener Zeit gehört, als Anny Drousing seine Gattin war wenn es überhaupt jemals sein Eigentum gewesen war. Hieran zweifelte ich in diesem Augenblick freilich nicht.

War dies aber dennoch der Fall, was blieb mir dann m ' ®et fünfte Tag lag vor, die vierte Nacht bereit« hinter mir! Ich entschließe mich, mein sinnen. Ich verlasse da« Hau«.

. ^givtropfen schlagen mir entgegen, da« er« und belebt mich. Ein Herr, welcher scheinbar große Cde hat, stößt mich fast vom Trottoir herab, ich erwidere den Stoß, sodaß er beinahe auf die Nase faJt.

Jetzt biege ich in die Fisth Avenue ein. Dort liegt da« Hau« I Benjamin Hood» Leichnam ist nicht mehr °°", er wurde gestern beerdigt. Die schöne Frau hat

Hops daselbst, zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Heringen ernannt und am heutigen Tage verpflichtet worden.

J. A. 2147. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 28. Mai 1904.

Unter dem Schweinebestand des Bürgermeisters Gros- curth in Unterhaun ist die Rotlausseuche ausgebrochen. I. 3313. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Aonigliches Landratsamt.

Sprechstunde r Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Nichtamtlicher Teil.

Der Krieg zwischen Japan und Nutzland.

Da die Japaner sich nun darauf vorbereiten, die eigentliche Belagerung von Port Arthur demnächst zu beginnen, haben sie auch auf der Seeseite der Festung wieder eine lebhaftere Tätigkeit ausgenommen. Ueber eine gewaltsame Rekognoszierung durch ein Geschwader kleinerer Schiffe, bei der nicht ohne Verluste abging, wird au« Tokio gemeldet: Gestern früh sandte Admiral Togo vier Kanonenboote, zwei Torpedobootszerstörer und zwei Torpedoboote nach Port Arthur, die dort unter dem heftigen Feuer der Strandbatterien eine sorgfältige Rekognoszierung Vornahmen. Sie stellten fest, daß die Russen auf einem der beiden neuen Forts am Liaulischan- Vorgebirge eine neue Scheinwerserstation eingerichtet haben. Da« Kanonenboot Nr. 3 wurde von einem feindlichen Geschoß getroffen, wobei ein Unteroffizier getötet, drei Mann verwundet und ein Geschütz beschädigt wurde; die übrigen Kanonenboote blieben unbeschädigt.

das Begräbnis in aller Stille veranstaltet. Es war, als schäme sie sich über das traurige Ende ihres Manne«.

Sie konnte jetzt in aller Ruhe an ihre Zukunft denken, konnte Pläne machen und Luftschlösser bauen. Aber ich, der ich bis dahin nicht da» geringste Interesse für Benjamin Hood gehegt hatte, ich mußte unter dem Geschehenen leiden, ich sollte die Sache erforschen, sollte den Schleier, der über derselben lag, zerreißen I

Zum zweiten Male in meinem Leben sitze ich da und warte auf Anny Hood. Abermals gleiten meine Blicke über die pomphafte Einrichtung der Gemächer, abermals muß ich staunen und mich wundern, abermals erblicke ich die schlanke Frauengestalt, die sich mir nähert, ich höre die schwarzen seidenen Gewänder rauschen. Sie steht vor mir.

Nur mit Mühe unterdrückte ich einen Ausruf der Ueberraschung; wie hatte sie sich verändert, seit ich sie zuletzt gesehen I Die einst so strahlenden Augen waren eingefallen und matt; der feine, blendend weiße Teint war gelblich und fahl sie fuhr zusammen, als sie mich erblickte, offenbar hatte sie mich erkannt.

Mr. Moore, o mein Gott, Sie hier!*

Ja, ich bin abermals hier. Und dicsmals ist die Reihe de» Erzählen« an mir, und Sie MrS. Hood, müssen mir einige Fragen beantworten."

Ohne ein Wort zu erwidern, sank sie in einen Stuhl. Eine Minute verfloß, wir saßen einander schweigend gegenüber. Die Regentropfen schlugen gegen die Fenster­scheiben und liefen langsam an dem Glase herab.

Aus Tschifu wird gemeldet, die Hauptarmeen bei Liauyang seien auf dem Marsch. Die russische gehe auf direktem Befehl des Zaren nach Süden. Kuropatkin bewege sich zunächst nach einem Punkt etwas südöstlich von Liauyang, während die Japaner ihn durch fort- gesetzte Flankenbewegungen zu umgehen versuchten. Man glaube nicht, daß dieser Vormarsch mit der Lage bei Port Arthur im Zusammenhänge stehe. Mehrere Kavallerie­brigaden der Japaner ständen nach Westen in Berührung mit den Russen. Au« Föngwantscheng würden Infanterie und Geschütze vorgeschoben. Der gleichzeitige Vormarsch beider Armeen deute auf eine bevorstehende Schlacht.

Nach einer Meldung aus Wladiwostok sind in der Bai Peters des Großen, an der die Festung liegt, an mehreren Stellen große Minen bemerkt worden, die ver­mutlich bei starkem Nebel durch japanische Schiffe gelegt wurden. In der Ussuri-Bucht ist ein Boot durch Explosion zerstört worden. Aus Charbin und angeblich auch aus Mukden begibt sich die russische Zivilbevölkerung, namentlich Frauen und Kinder, nach dem Westen, da man große Kämpfe für bevorstehend hält. Der chinesische Gouverneur von Mukden erteilte den japanischen Be­fehlshabern angeblich die Vollmacht? Tschuntschusen Hin- zurichten, ohne eine Bestätigung des Urteils der höheren Instanz au« Mukden abzuwarten. 70 Tschuntschusen stehen vor der Exekution. Der koreanische Gesandte, der von der Reise nach Berlin und Hamburg wieder nach^Petersburg zurückgekehrt ist, wollte bei den dortigen koreanischen Gesandten und Konsuln Näheres über die Lage in Korea erfahren; doch sind jene eben so wenig wie er über den Gang der Ereignisse unterrichtet, da keine Nachrichten von der koreanischen Regierung ein» getroffen sind.

Tokio, 31. Mai. Die Russen räumten D a l n y Hals über Kopf, nachdem sie versucht hatten, die Stadt zu zerstören. Die japanischen Patrouillen be­richten, daß mehr als 100 Gebäude, Kasernements, Depots, Eisenbahn, und Telegraphen-Bureaus beschädigt seien; 200 Eisenbahnwagen wurden unbeschädigt vor­gefunden. Die Russen zerstörten den großen Quai und sperrten die Einfahrt zum Hafenbassin mit versenkten Dampfern. Die Anlegebrücken haben nicht gelitten. Man glaubt, daß die Armee des Generals Oku Dalny unverzüglich besetzen wird.

Anny Hoods matte Augen schienen der Bewegung zu * folgen. Plötzlich warf sie mir einen halb ängstlichen, halb trotzigen Blick zu. Aber der Trotz schwand sogleich wieder, und mit zitternden Lippen rief sie au«:

Reden Sie, Mr. Moore, reden Sie! Sie bringen mich um mit Ihrem Schweigen! O Gott, was habe ich getan, daß ich so hart bestrast werde 1 Mein Gott, mein Gott, verschone mich!"

»Sie fordern mich auf zu reden Sie wünschen, daß ich rede! Haben Sie selber mir denn nichrs zu sagen ? Nicht«, was Ihre Seele beruhigen, Ihr Ge­wissen erleichtern könnte? Sagen Sie mir doch, wes­halb find Sie so ängstlich, so verwirrt? Weshalb?"

Sie ließ den Kops auf die Brust sinken. Ein Schaudern durchrieselte die feine Gestalt.

Dann will ich selber meine Fragen beantworten, MrS. Hood. Sie fürchten, Sie zittern um seinetwillen, um ihn, mit dem Sie am Dienstag und Donnerstag zu- fammentrafen!"

Ich hatte meinen Trumpf ausgespielt. Sie erhob sich langsam vom Stuhl. Ein entsetzliches Grauen sprach au« ihren Augen.

Zusammengetroffen? Ihn? Wen meinen Sie? Was sagen Sie? Ich verstehe Sie nicht--"

Also, Sie verstehen mich nicht. Hätten Sie es da etwa lieber gesehen, daß ich Ihr Stelldichein gestört hätte Ihr Stelldichein mit Archibald Förster

Sie hielt sich a» dem Tische, an der goldgestickten Tischdecke. Sie zerrte daran wie an einem Lappen. Die kostbare Vase, die in der Mitte de« Tische« stand,