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HerWer meisblatt.

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Gialisblilaacn:JlluslrirlcS Svnnlogsblatt" undJlluvriitc Landwirtschasilichc Beilage".

ÄST F<rnfpre<her Nr. 8. -gx

Jh. 60.

SonnoltnO in 21 Mai

1901

Amtlicher Teil.

Her»feld, den 20. Mai 1904.

Nachdem in der Kreistagssitzung am 19. März 1904 festge^ellten Kreishaushalttetal für das Rechnung«jahr1S04 sind gWtW^ sämtlichen direkten Staalssteuern als a H gbe und trrq^.D^e u«r zu erheben. Neben dies^ ihrer Unschuld an 36 "6 o o n d e n Land- g e m e .schöner Birkenbaum., .S". c te n de« Kr e i s e S, m i t A u bVimT-V s'ermitLandwegebauauf' gaben biehernichtbelastetenGe in einden Frielingen, Heddersvorf, Kalkobes und Niederjossa, noch 7200 Mark alS Bei­träge zu der Krei»wegesieuer aufzu. bringen und erfordert diese Summe weitere 9% der sämtlichen direkten Steuern.

Die Stadt Her-feld, die vorgenannten 4 Land­gemeinden und der Fiskus haben hiernach für das Etot»- jahr 1904 = 22% der sämtlichen direkten Staats- steuern als Kreissteuer zu entrichten, während ade übrigen Landgemeinden und Gutsbezirke 22 und 9 31% zu entrichten haben.

Die Berechnung der Kreissteuer-Beträge für die Stadt- und Landgemeinden sowie der Gut-bezirke des hiesigen Kreises ist diesseits erfolgt und wird den Herren Bürgermeistern und GulSvorstehern in den nächsten Tagen ein Auszug aus dieser Berechnung zugehen und wird ersucht, den darin namhaft gemachten Gesamt­betrag im Wege der Umlagenerhebung von den Pflichtigen zur Gemeindekasse einzuziehen und in vierteljährigen Raten an die Kreis kommunalkasse dahier (im LandratSamtSlokale) porto- f r e i zu zahlen.

Die erste Rate wird am 25. Mai, die zweite Rate am 18. August, bie dritte Rate am 15. November d. Js. und die vierte Rate am 15. Februar 1905 fällig und sind diese Zahlungstermine genau einzuhalten.

Bei jeder Zahlung ist der AuSzug aus der Be­rechnung zur QuiltungSleistunq auf demselben vorzulegen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Freiherr von Schteinttz, I. A. 1828. Geheimer RegierungS-Rat.

Hersfeld, den 10. Mai 1904.

Die Ortspolizeibehörden zu AUmerShaufen, BingarteS (Gutsbez.), Conrode, Eichhof (Gutsbez), Hattenbach, Heenes, Heringen, Hilperhaufen, Kleinensee, Oberrode, (Gutsbez.), Petersberg, RöhrigShöfe (mit Nippe), Roß- bad), LampertSseld, Landershausen, Leimbach, LengerS, Meckbach, Mecklor, Meisebach, (Gutsbez.), MengShausen, Niederoulo, Unterneurode, Widdershausen, WilhelmShof (GutSb-z.), Wölfershaufen und Tann werden hier­durch veranlaßt, die Einsendung der am 1. Februar 1904 fällig gewesenen Anzeigen an die König­liche Staatsanwaltschaft zu Cassel über das Ableben be­strafter Personen im H. Kalenderhalbj.hr 1903 inner­halb 8 Tagen zu erledigen.

3 I. 2904. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung- Rat.

Rotenburg, den 11. Mai 1904

Unter der Schafherde in Oberthalhausen ist die Räude autgebrochen.

Der Königliche Landrat. Tuercke.

An den Herrn Landrat in H-r«seld. J. No. 4885.

* * * Hersfeld, den 16. Mai 1904, Wird veröffentlicht.

3 1 No. 2969. Der Königliche Landrat.

J. V: ________T h a m e r._________

Hersseld, den 9. Mai 1904.

Die unter dem Schweinebestande der Maurer«

Johannes Brandau zu Eitra ausgebrochene Rotlauf­seuche ist erloschen.

J. I. 2802. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung« Rat.

Nichtamtlicher Teil.

Pfingsten!

Pfingsten, das liebliche Fest, ist wieder da I Was das die Seele stärkt und das Herz froh macht, das Be­wußtsein, daß wir nun des Tagewerkes Staub und Mühe von uns abschütteln dürfen, um die beiden herrlichen Tage, welche die christliche Kirche der Erinnerung an die himmlische Gnade der AuSgießung des heiligen Geistes geweiht hat, nach rechter Christenart zu begehen. Lieblich nennt der Mund der Dichter und der Volkes diese hehre Zeit, weil sie gefeiert wird inmitten der ausblühenden Natur, die in Wald und Feld, in Flur und Anger da» unmittelbare Gepräge deö Holden Lenze» trägt.

Da» Fest der Pfingsten ist aber nicht blo» lieblich, sondern auch gewaltig ; gewaltig durch die staunenswerten Wunder, die es durch die AuSgießung des heiligen Geister an den ersten christlichen Bekennern gewirkt hat. Wie groß in ihrer Schlichtheit und schlicht in ihrer Größe ist die Schilderung, welche die heilige Schrift von dem Vorgänge gibt. Freilich dürfen wir die Be­deutung der GotleStat, die wir am Pfingstfest feiern, nicht in den äußern Zeichen suchen, von denen die Aus- gießung des heiligen Geistes begleitet gewesen ist. Das Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, die züngelnden Flammen über den Häuptern der Jünger, da» Reden mit anderen Zungen, davon uns in der Ge­schichte jene» ersten Pfingsttage« berichtet wird, er sind nur Sinnbilder des mächtig wehenden und zündenden Geiste», von dem die Jünger des Herrn fortan erfüllt waren. Das Pfingstwunder war vielmehr ein inner­liches Erlebnis, das sich in den Herzen der Jünger voll­zog, durch welches das Leben ihre- verklärten Herrn ihr volle» und bleibende» Eigentum wurde. Dieses Erlebnis erst machte sie zu Aposteln und rüstete sie au« für den ihnen zugewiesenen Beruf, das Werk des Herrn auf Erden auszurichten und Boten des Evangeliums zu werden.

Auch die heutige Christenheit darf sicher sein, daß sich im stillen noch immer das Wunder des Pfingstsestes erneuert. Die frommen Beter, die durch die Pforten der Gotteshäuser wallen, empfinden es an sich selbst, daß sich ein Geist auf sie herniebersenkt. der nicht von dieser Welt ist und vor besten glutvoller Offenbarung der Spott der Zweifler verstummen muß. Und wie er im Laufe von fast zwei Jahrtausenden nicht ausgehört hat, die menschliche Gesellschaft zu bestatten, so wird der h-ilige Geist der Pfingsten auch weiter wirken und schaffen und alles zu dem bestimmten Ziele führen. Ge- miß, auch heute noch sind Gegensätze und Konflikte in der Menschheit in Massen ausgehäust, nicht blos auf sozialem, sondern ebenso auf nationalem und wirtschaft­lichem Gebiete. Das Christentum verheißt aber und die bisherige Erfahrung bestätigt es. daß der christliche Geist unausgesetzt an der allmählichen Milderung der gegen­sätzlichen Kräfte in der Menschheit arbeitet.

Er kommt daher alles darauf an, den christlichen Geist im Volke lebendig zu erhalten, ihn zu hegen, wo er bereit» waltet, und ihm eine Stätte zu bereiten, wo widrige Einflüsse ihn verdrängt haben. Eine echte und rechte, tief innerliche christliche Gesinnung in den weitestes Kreisen zu fördern: da« muß die Losung aller öffenl- lieben Leben und an der Erziehung der Heranwachsenden Geschlechte» beteiligten Faktoren fein. Der heilige Geist der Pfingsten gepflegt, behütet und bewahit in bet Ge­meinschaft in der christlichen Familie: da» ist das Ziel, dem wir zustreben müssen und an dessen Erreichung nach

besten Kräften mitzuwirken jeder christliche deutsche Mann und jede christliche deutsche Frau an jedem neuen Pfingst. feste sich neu geloben soll.

Geist der Pfingsten, laß dich spüren, Kehre wieder bei uns ein, Laß dein Leben uns berühren. Komm herab, wir warten dein; Unser Herz kennt keine Wonne, Weiß nicht» von deö Frühling-pracht, Ob am Himmel wohl die Sonne Freundlich auf un» niederlacht.

Aber wenn dein sanftes Rauschen, Geist der Pfingsten uns umfängt, Wenn wir deinem Worte lauschen Und ins Herz dein Trost sich senkt. Dann grüßt uns der Strahl der Sonne, Und die Welt wird frühlingrhell, Alle» wird zum Born der Wonne, Alles wird zum Freudenquell. Pfingsten, du, mit grünen Maien Und mit Blumen ausgeschmückt, Kannst baS atme Herz befreien Von d.m Kummer, der e» drückt; Wahre Freude kannst du geben, Gieße sie in unsere Brust, Fülle uns mit wahrem Leben Und mit wahrer Lebenslust.

Geist der Pfingsten, laß dich spüren, Kehre wieder bei uns ein. Laß dein Leben uns berühren, Komm herab, mir warten dein; Kommst du, schöne Himmelssonne, So wird alles frühlingshell. Alles wird zum Born der Wonne, Alles wird zum Lebensquell.

Politischer Wochenbericht.

Die Parlamente sind in die Pfingstferien gegangen. Der Reichstag hat endlich den Etat nach glücklich be­endeter dritter Lesung unter Dach und Fach gebracht. Auch wurde von den wichtigern Gesetzesvorlagen wenigstens die sogenannte lex Stengel, welche die Reichsfinanzreform zum Gegenstände hat, durch teilweise Annahme erledigt. Aber doch bleibt nach den Ferien noch ein reiches Arbeitspensum zu bewältigen. Das Gleiche gilt auch von dem preußischen Landtage. Auch hier harren noch wichttge Vorlagen, wie insbesondere das Ansiedelungsgesetz und die Konaloorlage, ihrer Erledigung. Es ist daher dringend zu wünschen, daß die Volksvertreter mit erneuter Frische und Spannkraft aus den Ferien zurückkehren, um alsdann in hingebender Arbeit und unter gehöriger Beschränkung der Redelust dem Reste ihre Aufgaben gerecht zu werden.

Der Krieg im fernen Osten geht seinen Gang weiter. Neuesten Meldungen zufolge befindet sich die japanische Hauptarmee auf dem Marsche nach Haitschöng und Kaiping, während eine kleinere Heeresabteilung in der Richtung auf Liaujang vorrückt. Ferner wird berichtet, daß eine japanische Division unter dem Schutze japanischer Kriegsschiffe in Kaitschou gelandet sei und auf Niutschwang losziehe, das von den Russen geräumt worden ist.

Mit dem russisch-japanischen Kriege, der selbstverständlich überall im Vordergründe des öffentlichen Interesses steht, hat sich während der verflossenen Woche auch der österreichische Minister des Auswärtigen GrafGoluchowski in seiner großen Rede im Budgetausschuß der österreichischen Dele- aarion beschäftigt. Der Schwerpunkt seiner diesbezüglichen Ausführungen liegt einmal in dem angekündigten Streben, im Einvernehmen mit anderen Mächten auf eine Einschränkung des Begriffs der Kriegskontrebande hinzuwirken und zweitens in der Versicherung, daß nach menschlicher Voraussicht der Krieg in Ostasien lokalisiert bleiben und keine weiteren ge fahrvollen Komplikationen zur Folge haben werde. AuS dem übrigen Teile der Rede des Grafen GoluchowSki verdient besondere Hervorhebung seine Stellungnahme zur Balkan- frage. Mit bemerkenswerter Schärfe kritisierte der öfter reichische Staatsmann den Widerstand, welchen die Türkei der Durchführung des Reformwerks bereite und ließ es sogar an einem Hinweis auf eine möglicheviel tiefer eingreifende Operation," bei der die Integrität der Türkei Gefahr laufen könnte, nicht fehlen. Diese Sprache dürfte ihres Eindruckes in Konstantinopel sicher sein.

Auch sonst haben während der verflossenen Woche mehr-