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Gratisbeilagen:Jllustrirtes Sonntagsblatt" vndJllustrirte Landwirtschaftliche Beilage '.

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AeiiftU in 16. Mai

1904

Destellunge« auf das Hersfelder Kreisblatt für vie Monate Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, kandbriefträaern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 30. März 1904.

Nach Verfügung des Herrn Ministers für Landwirt­schaft, Domänen und Forsten A. vom 25 Februar d. Js. No. III. 2186 ist genehmigt, dah der Schutzbezirk Dünkelrode in der Obersärsterei Hersfeld Wippershain künftig SchutzbezilkWüstefeld" genannt werde.

I. I. 1886. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 5. Mai 1904.

An der Schule in Widdershausen wird vom 1. Juli d. Js. ab eine Lehrerstelle frei, deren Einkommen in 1000 Mark Grundgehalt und freier Dienstwohnung be­steht, bei einem Dienstalterszulagen-Einheitssatze von 120 Mark.

Bewerber wollen ihre MeldungSgesuche nebst Zeug­nissen bis zum 25. d. Mts. bei dem Königlichen Orlsschulinspektor Herrn Pfarrer Kappe» in Obersuhl oder bei dem Unterzeichneten einreichen.

I. I. 2568. Der Königliche Schuld orstand:

J. V.:

T h a m e r.

Wohnung in 1000 Mark Grundgehalt und 150 Mark Kirchendienstvergütung. und der Einheitssatz der Dienst- alterszulage beträgt 120 Mark.

Bewerber wollen ihre MeldungSgesuche nebst Zeug- nissen bis zum 25. d. Mts. bei dem Königlichen Orts- und Kreisschulinspektor, Herrn Pfarrer Schröder in Niederaula oder dem Unterzeichneten einreichen.

J. I. 2567. Der Königliche Schulvorstand:

J. V.: T h a m e r.

Bekanntmachung.

Reservisten aller Waffengattungen, welche zum Eintritt in die Schutztruppe für Südwest­afrika bereit sind, haben sich sofort beim Be­zirkskommando Hersfeld zu melden. Die Leute muffen sich auf 1 Jahr verpflichten.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die Bekanntmachung durch Ausrufen pp. mehreremal be­kannt zu mache«.

Hersfeld, den 4. Mai J904.

Königl. Bezirkskommando.

Auftrieb zur Biebersteiner Fohlenweide.

Der Auftrieb aus die Biebersteiner Fohlenweide ist aus den 24. Mai d. I. bestimmt.

Der Vorstand

der Landwirtschaftskammer für den Reg.-Bez. Casfel:

H. E. von Stockhausen.

Nichtamtlicher Teil.

Hersfeld, den 5. Mai 1904.

Die Schulstelle in Hattenbach wird infolge Versetzung des bisherigen Inhabers vom 1. Juli ds. IS. ü b frei.

Das Einkommen derselben besteht neben freier

Zu den Vorgängen in Deutsch-Südwest-Asrila.

Die vorsichtige Ausdrucksweise, mit der Oberst Leut- wein in seiner letzten Meldung von dem angeblichen Rückzug der Hercio in nordwestlicher Richtung sprach, scheint durchaus berechtigt gewesen zu sein. Nach den heutigen Nachrichten werden starke Scharen des Feindes in der Gegend nordöstlich von Okahandja vermutet, dort wo die Ostabteilung bei Owikokorero und später bei

Okaharui ihre blutigen und verlustreichen Zusammen­stöße mit den Aufständischen hatte.

Windhuk, 6. Mai. In der Nacht zum 6. Mai lief im Hauptquartier eine Meldung des Majors von Estorff ein, aus der hervorgeht, daß feine Abteilung anscheinend nordöstlich von Katapia steht. Die Orts­angabe war in dem über Otjosasu hergelangten Helio- gramm nicht enthalten. Nach Aussagen von Ueber- läufern sowie nach persönlich beobachteten Staubwolken glaubt Major von Estorff, daß der Feind die Gegend um Onjatu möglicherweise stark besetzt hat. Der Major beabsichtigt daher zunächst, unter sorgfältiger Aufklärung bis Otjkuoko vorzugehen; seine weiteren Maßnahmen werden von dem Ergebnis dieser Erkundung ab^.ngen. Da die Ostabteilung des Majors von Glasenapp no y täglich Typhuszugänge hat, bleibt sie einstweilen weite.: in Quarantäne in Otjihaenena. Die Hauptabtei lug unter Oberst Leutwe^ dürfte voraussichtlich End: Utai marschbereit sein.

Wenn auch über Zahl und Art der Verstärkungen, die nach Südwestafrika abgehen sollen, endgült-qe Entschlüsse noch nicht gefaßt sind, so verlautet doch in gut unterrichteten militärischen Kreisen, daß nunmehrin großem Maßstabe vorgegangen werden, soll, .um die Niederwerfun a der aufständischen Eingeborenen sicher und möglichst dato zu erzwingen. Insbesondere wird versichert, daß eine erhebliche Vermehrung der berittenen Truppen geplant sei, so daß man wohl in der Annahme nicht fehlgehen wird, daß die Zahl der hinauszusendenden Truppen 1500 Mann erheblich übersteigen wird. Das nötige Pserdematerial, es dürfte sich dabei um mehr als 1000 Stück handeln soll ausschließlich aus Ostpreußen bezogen werden.

Berlin, 7. Mai. Trotz der ungünstigen Nach­richten aus Deutsch-Südwestafrika haben sich bei einzelnen Regimentern so viele aktive Mannschaften und bei Be­zirkskommandos so viel Reservisten gemeldet, daß der Bedarf weit übergedeckt ist.

Politische Nachrichten.

Berlin, 7. Mai.

Heute früh 9 Uhr ist S e. Majestät der Kaiser von Schlitz abgereist, um sich nach Donaueschingen zu

An hißte Kedeililiils.

Kriminal-Noman von Moore.

(Fortsetzung.)

Zweite Abteilung.

1. Kapitel.

Licht.

An der bekannten Wall Street, vielleicht der be­kanntesten von den unzähligen Querstraßen, welche der Broadway aussendet und die ein Riesennetz von Neben- straßen und Passagen bilden, lag der große Marmor- palast, vor welchem ich am Freitag-Morgen stand. Die meterhohen, goldnen Buchstaben im Frontispice glänzten im Hellen Morgenlicht.Barker & Hood, Bankers*, ja, so stand es dort geschrieben, und nun war Mr. Barker alleiniger Inhaber der Firma.

Ich steige schnell die breite, teppichbelegte Marmor­treppe hinan aber nicht allein, denn obwohl eS noch früh am Morgen ist, wogt hier drinnen bereits ein dichter Menschenstrom. Wie gesagt, die Treppen waren breit, aber kurz. Und jetzt liegt ein Vestibül vor mir. Ich öffne eine der großen Türen, die tnS GeschäftSlokal führen und trete ein.

Es ist ein wahrhaft imponierender Anblick. Ein riesenhafter Saal, hoch wie eine Kirche und an beiden Seiten durch Schranken abgeteilt, wodurch in der Mitte ein breiter Gang gebildet wird. Auch hier herrscht bereits ein reges Leben, hinter den aus Glas und Holz

bestehenden Schranken ist das Personal eifrig bei der Arbeit, aber trotz der Ungeduld, die sich auf den Ge­sichtern der in dem breiten Gange harrenden Menschen abspiegelt, ist es doch verhältnismäßig still in dem weiten Raum. Auf dem mit einem dicken Teppich belegten Fußboden verhallen die Schritte fast unhörbar; man redet einander mit leiser flüsternder Stimme an; nur zuweilen tönt ein lauteres Wort, ein Ruf, der einem sehr interessierten Sprecher entfährt. Mit einem Wort, es herrscht hier eine so ernste, feierliche Stimmung, daß man fast glauben könnte, man befände sich in einer Kirche.

Ich dringe bis an eine der Schranken vor. Niemand achtet aus mich. Endlich gelingt e» mir, die Auf­merksamkeit eines vorübereilenden, schwer mit Büchern beladenen Comptoiristen zu erregen. Es ist ein junger Mann mit offenem Blick und kühn gedrehtem Schnurrbart.

Ist Mr. Barker zu sprechen?"

Ich lehne mich über die Schranken und Halle den jungen Mann der Sicherheit halber am Rocke fest.

Der Jüngling befreit sich mit einem Ruck und antwortete:

.Links! So lesen Sie doch auf der Tür."

Abermals dringe ich durch den Menschenstrom, der mit jeder Minute zu wachsen scheint, vor und begebe mich, der Aufforderung folgend, aus die linke Seite des Saales.

Dort stand an der gelben eichenen Tür:Percy Barker" und auf der Tür zur Rechten mit derselben prahlenden Schrift:Benjamin Hood".

Dort drinnen hinter der ersten Tür befand sich der Mann, der hier jetzt allein zu schalten und zu walten hatte. Für seine Rechnung floß dar Geld in die Kasse er hatte diese Welt im Kleinen gegründet, geschaffen, organisiert, Percy Barker mußte ohne Zweifel ein ungewöhnlicher Mensch sein; er mußte einen rastlosen Fleiß, einen eisernen Willen besitzen, einen Willen, der sich durch Niemand biegen, durch nichts beeinflussen ließ ; man erzählte sich die unglaublichsten Dinge von seiner Arbeitskraft; er besaß eine unübertreffliche Energie und ein steinhartes Herz.

Lautlos öffnete sich die schwere eichene Tür und mit einem gewissen Beben trat ich ein.

34 befand mich in einem sehr geräumigen, aufs Prächtigste möblierten Zimmer. Kostbare Gemälde, kleine elegante Sophas, die ganz willkürlich und doch mit einer gewissen Symmetrie hier und da im Zimmer ausgestellt waren, Tische mit Büchern und Bilderwerken, so sah Mr. Barkers Empfangszimmer aus.

Lautlos, als wäre er der Erde entstiegen, näherte ein livreegekleideter Diener sich mir.

»Ihr Name, mein Herr?"

Stumm reichte ich ihm meine Karte, auf die ich zuvor einige Worte schrieb.

Wollen Sie gefälligst einen Augenblick Platz nehmen? Mr. Barker ist gerade beschäftigt, es wird aber nicht lange währen."

Und mit einer tiefen Verbeugung entfernte sich die elegante Erscheinung.

Die Tür zu dem Nebenzimmer, in welchem sich Mr.