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13 April. Die ersten Meldungen, besagend, daß aus Maura ein Anschlag verübt worden sei, wobei er verwundet wurde, werden offiziös aufrecht erhalten. @6 wirb weiter folgendes berichtet: Der Täter hielt in der Land ein Küchenmesser, womit er Maura zu stechen suchte. Die Waffe glitt an der Stickerei der Kleidung Mauras ab und verursachte nur einen leichten Riß von zwei Zentimeter Länge längs der sechsten Rippe. Der Arzt, der Maura untersuchte, beschränkte sich darauf, Maura einige Stunden Ruhe zu verordnen. Der Täter ist der Bediente Joachim Michel Artal. Er wehrte sich bei seiner Verhaftung, rief: »S lebe die Arnarchie und stieß sich den Kopf an der Mauer blutig.

W Provinz und PaOnr-ebiet.

* Eine Feldpost nach Deutsch-Südwest­afrika geht von Berlin wieder Donnerstag früh, 14. b. M. ab. Sie erreicht abends 6 Uhr die Bahnpost Köln-Verviers oder um 8 Uhr die Bahnpost Oberhausen- Boxtel, um nach Southampton übergeführt zu werden. Von dort bringt sie der am 16 d. M. abgehende Dam­pfer der Union Castle Mail Steamship Company bis Kapstadt. In Kapstadt übernimmt sie der deutsche Dam­pfer, um sie nach Swakopmund zu bringen. Die ganze Beförderung dauert 20 bis 21 Tage, sodaß etwa am 5. Mai die Post in Swakopmund eintrifft. Diese Feld- post befördert nur Briefe, Postkarten und Drucksachen. Pakete gehen mit dem am 20. d. M. von Hamburg ab- gehenden Dampfer der Deutschen Ostafrikaltnie. Dieser berührt Swakopmund auf seiner westlichen Rundfahrt etwa am 14. Mai. Es empfiehlt sich, Feldpostpakete für diese Gelegenheit möglichst bis zum 17. d. M. zur Auf­lieferung zu bringen. Für Briefe findet der Schluß am 19. b. M. nachmittags 3 Uhr in Hamburg statt.

* (Feierdes 400. GeburtStagesPhilipps des Großmütigen.) Zu Ehren des ausgezeichneten hessischen Fürsten, de« Landgrafen Philipp dem Groß­mütigen, dessen 400. Geburtstag im November d. Js. gefeiert werden kann, werden bekanntlich bereits im Sommer, da sich diese Jahreszeit zu Festfeiern im Freien eignet, von dem Bundesausschusse arrangiert, in Haina größere und allgemein gehaltene Gedenkfeierlichkeiten ge­plant. In Haina wird auch für den Landgrafen Philipp ein Denkmal erstehen, für das der Kommunal- landtag in seiner Februartagung 10 000 Mk. bewilligte und dessen Ausführung dem Direktor der Kgl. Zeichen­akademie in Hanau, Professor Max Wiese, übertragen wurde. Der Landes-Ausschuß, der die Veranstaltung der Gedenkfeier in Haina übernommen hat, beschäftigte sich in seiner Freitagssitzung mit dem Programm der Feier. Der eigentliche Tag der Feier wurde noch nicht festgelegt, da die Universität Marburg milfeiern und das Festkomitee sich mit dieser in Verbindung setzen soll. Als Zeitpunkt sind die Tage zwischen dem 25 Juli und dem 5. August in Aussicht genommen. Zur Teil­nahme an der Feier sollen aufgefordert werden die Universität Marburg, der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, die Mitglieder des KommunallandtageS, der Oberpräsident der Provinz, der Regierungspräsident, das Kgl. Konsistorium, die hessische Ritterschaft, die Landräte der in der Nähe von Haina liegenden Kreise, die Geistlichen, Lehrer und Schulen der Umgegend von Haina. Als Festplatz ist in Haina die sogenannte Untere Anlage" gewählt, außerdem ist an derGrauen Hecke" ein Festplatz für die Schuljugend vorgesehen, mo- selbst diese mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden wird. An dem noch näher zu bestimmenden Festtage wird mittags 1 Uhr eine Gedächtnisfeier mit einem kirchlichen Akt statlfinden, hierauf folgt Festzug nach dem Dcnk- malsplatze, dortselbst Enthüllung des Denkmals und Rede des Kommunallandtagspräsidenten, sodann akademische Feier und Festrede eines noch zu gewinnenden Fest­redners über das Thema:Philipp der Großmütige, sein Leben und Wirken." Den Beschluß bildet ein Volksfest. (C. T.)

Schenklengsfeld, 10. April. Aus der Landstraße bei Mansbach wurde ein junger Bauernbursche gestern abend in der Dunkelheit von zwei Männern über­fallen und durch Messerstiche sehr übel zugerichtet, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. (C. T)

Fulda, 10. April. Nach demSchi. B." wird der Kaiser am 3. Mai von der gräfl. Görtzschen Familie ^um Besuch in Schlitz erwartet.

Eafset, 12. April. Die Enthüllung des dem 83. R e g i m e n t bei W ö r t h zu errichtenden Denk­mals ist laut Hanauer Anz ganz bestimmt für den 6. August b. I. in Aussicht genommen.

Hanau, 12. April. Der bei der Reichsten Spedi­tionsfirma beschäftigte Fahrbursche Engel wußte sich eine der vom Tierarzt für ein erkrankte» Pferd zum äußeren Gebrauch verschriebenen Sublimatpastillen zu verschaffen, die er verschluckte. Nach gräßlichen Schmerzen verschied er im hiesigen Landkrankenhause, wohin man ihn verbracht hatte.

Kirchhaln, 10. April. In dem nahen Rüdigheim wurde in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in das dortige Stationsgebäude der Ohmtal-Bahn ringe» brachen und mit großer Mühe der am Boden ange­schraubte Geldkasten gestohlen. Die Diebe müssen nicht lokalkundig gewesen sein, sonst mußten sie wissen, daß das Stationsgebäude keinen Beamten und auch keine Kasse mehr hat. Den aufgebrochenen Geldkasten fand man auf dem Felde wieder. Die ganzeArbeit" war umsonst gewesen.

Bad Pyrmont, 11. April. Der 18 Jahre alte Forstaufseher Schaake, Sohn der Witwe des Forst- aussehers in dem benachbarten Oesdors, ging dieser Tage, zur Jagd ausgerüstet, in den nahen Wald bei OeSdorf und kehrte wider Erwarten abends nicht wieder zurück. Als man die nächsten Tage Durchsuchungen be# Waldes anstellte, wurde Schaake am dritten Tage als Leiche aufgefunden. Der treue Jagdhund war nicht von der Seite des Toten gewichen. Die gerichtsseitig eingeleitete Untersuchung hat einen Unglücksall als Todes­ursache festgestellt. Sch. ist anscheinend auf der Pürsche mit dem gespannten Gewehr an einem Baumzweige wahr­scheinlich hängen geblieben, wobei sich das Gewehr entlud und die Kugel ihn selbst durchbohrte, sodaß nach kurzer Zeit der Tod eingetreten ist.

Mainz, 10. April. Viel Vertrauen auf die Ehrlichkeit der lieben Mitmenschen bewiesen wenn man den Berichten Mainzer Blätter glauben darf dieser Tage einige Frankfurter Automobil­fahrer. Man erzählt sich in Mainz folgendes: Ein herrenloses Automobil fand man in einer der letzten Nächte am Kriegerstein in Kastei, das man in einer Wirtschaft unterstellte. Dieser Tage ist er abgeholt worden. Die Eigentümer waren eine Gesellschaft aus Frankfurt, der in Kastei das Benzin ausgegangen war. Man ließ also ruhig das Automobil stehen und fuhr mit dem Zuge nach Frankfurt. Man hatte mit der Ehrlichkeit der Menschen und sich sonderbarerweise dabei einmal nicht verrechnet. Woraus ersichtlich, daß das AulomobUfahren durchaus nicht mit Notwendigkeit den Charakter verdirbt, sondern hie und da die Menschen zum besten Glauben an ihre Nächsten zurückführt.

P e r m i s A115.

Berlin, 12. April. Der wegen Betruges und Urkundenfälschung angeklagte früher« Beamte der Darm­städter Bank Paltzer wurde heute von der Strafkammer des Landgerichts zu iVa Jahren Gefängnis verurteilt unter Anrechnung einer zweimonatlichen Untersuchungshaft.

Berlin , 12. April. (EineSubmissions- blüte.) Zur Herstellung der neuen Schöneberg.Tem- pelhofer Verbinduugsstraße muß am Doppelbahnhof Pave- straße eine Unterführung dieses Weges unter den Gleisen der Anhalter und der Ringbahn hergestellt werden. Die hierzu erforderlichen Erdarbeiten waren vom Magistrat Schöneberg im Wege der Submission ausgeschrieben worden. Das Ergebnis war eine Höchstsorderung von 260 000 Mk. und eine Mindestforderung von 72 000 Mk., b. h. 188 000 M. weniger. Die Folge war, daß nie­mand den Zuschlag erhielt und eine engere Konkurrenz stattfindet.

(Abendmahlsfeiern mit Einzel- selben.) In Straßburg haben am Grün­donnerstag in vier Kirchen fünf Abendmahlsfeiern mit Einzelkelchen stattgefunden, die alle einen ersten Versuch darstellten und auf Veranstalter und Teilnehmer einen tiefen Eindruck gemacht haben. Die Zahl der Teil­nehmer belief sich aus im ganzen 450 Personen. Am stärksten war die B teiligung in der Thomaskirche. Die Feier vollzog sich, nach der Straßb. Post nicht am oder vor dem Altar, sondern es war ein Tisch gedeckt, um den sich außer den Geistlichen je 24 Gäste ausstellten, denen dann die Geistlichen Schalen mit Hostien und

Brot zur Auswahl herumreichten, die dann gemeinsam genossen wurden, während ein Geistlicher die Einsetzungs- Worte sprach. Während dieser weitere Sprüche ansügte, nahm jeder der Gäste einen kleinen Kelch, den die Geist­lichen zuvor gefüllt halten, und der dann auf die be­treffenden Einsetzungsworte hin geleert wurde. Es folgte ein Segensspruch, worauf jeder dem Nachbar zum Zeichen brüderlicher Gesinnung die Hand reichte und bann seinen Platz wieder aussuchte. Sodann wurden von den beiden Sakristanen die Kelche weggetragen und durch frische ersetzt, die die Geistlichen sogleich füllten, woraus die nächsten 24 sich um den Abendmahlstisch ausstellten. Während dies vor sich ging, sang die Gemeinde einen Liedervers. Das Ganze vollzog sich ohne jede Störung, auch ohne daß in unfeierlicher Weise die neue Form hat erklärt werden müssen, da jedem der Teilnehmer vorher eine gedruckte Anweisung zugestellt worden war. Auch in der reformierten Kirche zu Hamburg sind bei der Abendmahlsfeier zu Ostern zum ersten Male Einzelkelche angewandt worden.

Trient, 12. April. In Mezzana im Sulztal wurden durch eine Feuersbrunst zwei Kirchen und 20 Häuser zerstört. Zwei Menschen büßten dabei das Leben ein.

(Verzweiflungstat zweier über­spannter Damen.) JnPreßburg hatten zwei den besseren Gesellschaftskreisen angehörende junge Mädchen Unglück in der Liebe und beschlossen, gemein­sam in den Tod zu gehen. Sie begaben sich auf den etwa 20 Meter hohen Aussichtsturm des Szscheny- Hügels, banden sich oben mit Stricken fest aneinander und stürzten sich dann in die Tiefe. Die eine der Lebensmüden blieb auf der Stelle tot, die andere wurde später schwer verletzt aufgefunden.______________________

Standesamtsbezirk Hersfelv.

Monat März 1904. Eheschließungen.

Am 5. Philipp Natt I., Tagelöhner zu Kalkobes, mit Katharina Elisabeth Thamer. Konrad Krauser, Fahrbursche, mit Hermine Margarete Steinhauer. 16. Wolf Katz, Kauf­mann zu Vacha, mit Rosa Stern von hier. 19. Johannes Heinrich Langenhagen, Tuchmacher, mit Sophie Müller. Karl August Diegmann, Schlosser, mit Anna Margarete Appelmann.

Geburten.

Am 3. Bernhard Heinrich Wilhelm, S. des Bezirksfeld­webels Wilhelm Friedrich Christian Gleiser. Karl Heinrich Hermann, S. des Briefträgers Johann Heinrich Schaub. Martha, T. des Fabrikarbeiters Rudolf Hölzer. 6. Heinrich, S. des Heizers Philipp Schüßler. Johann Jakob, S. des Güterbodenarbeiters Johann Peter Heinrich Martin. 8. Maria, T. des Königl. Eisenbahn-Stationsvorstehers Karl Theodor Dahl. Franz, S. des Fabrikarbeiters Christian Zwahlen. Anna Dorothea, T. des Fabrikarbeiters Johannes Heinrich Franck zu Kalkobes. 9. Bernhard, S. des Kauf­manns Josef Goldschmidt. 10. Heinrich Karl, S. des Webers Christian Henning. Ein Knabe unehelich geboren. 12. Elisa, T. des Lackirers Johannes Eichmann. 13. Johannes, S. des Vorarbeiters Christian Bust. 16. Hermann August, S. des Bildhauers Karl Balduf. 17. Henriette Paula, T. des Karusselbesitzers Franz Bleuel. 18. Franz Josef, S. des Bildhauers Fridolin Eckert. Heinrich, S. des Fabrikarbeiters Ritter Opfer. 21. Katharina Elisabeth, T. des Schneiders Jakob Nikolaus Dicker. 22. Anna Elise, T. des Tagelöhners Philipp Natt zu Kalkobes. 25. Georg Karl Jakob. S. des Schreinermeisters Christian Friedrich Vockroth. 26. Else, T. des Bierbrauereigehülfen Nikolaus Schade. 28. Gesiene Emma, T. des berittenen Gendarmen Heinrich Friedrich Alfs. Konrad Ernst, S. des Schneiders Johann Heinrich Schade. 29. Änni, T. des Kaufmanns Siegmund Goldschmidt. 30' Ein Mädchen unehelich geboren. 31. Margarete Maria, T. des Schweizers Johannes Burri

Sterbefälle.

Am 2. Nikolaus Aumann, Schneider, 43 Jahre alt. 5. Georg Abhau, Ziegeleiarbeiter, 24 Jahre alt, aus Schwarzen­hasel. 8. Ehefrau Anna Dorothea Breul, 52 Jahre alt, zu Kalkobes. 10. Balthasar, Knauf, Rentner, 71 Jahre alt. 15. Adam Heenes, Arbeiter, 43 Jahre alt, aus Kirchheim. 17. Ehefrau Elise Harth, 24 Jahre alt. 19. Heinrich, Adolf Peter Grebe, Kaufmann, 24 Jahre alt. 21. Ludwig Umfahrer, 11 Jahre alt. Maria Dahl, 14 Tage alt. 24. Georg Schwerer, Schuhmacher, 27 Jahre alt, aus Frielingen. 27. Ehefrau Anna Johanna Kneisel, 57 Jahre alt. Willy Steinhauer, 17 Tage alt. Ehefrau Margaretha Katharina Roßbach, 30 Jahre alt. 28. Ehefrau Maria Resch, 39 Jahre alt. Konrad Baumgatdt, 1 Monat alt. 30. Witwe Anna Maria Weich, 67 Jahre alt.

Neueste Fernsprechmeldung.

Petersburg, 13. April. Meldung der Russischen Telegraphen-Agentnr: Bor Port Arthur ist das russische PanzerschiffPetrowalowski" untergegangen. Nur 4 Offiziere wurden ge­rettet, darunter Großfürst Kyrill, welcher verwundet ist.

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