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Sr. 41

Aeiista- hi 12. Wril

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 10. April 1904.

Die Herren Bürgermeister zu:

Dünkelrode, Eitra, Frielingen, Heringen, Hilmes, Hilperhausen, Kleinensee, Obergeis, Röhrigshof, Tann, Unterneurode, Widdershausen, Wippershain, Wöl- sershausen werden hierdurch aufgefordert, die bis heute noch nicht hier eingegangene Abschrift der Kassen-Prüsungs-Verhand- lung vom 31. März d. Js. bei Meldung einer Ordnungs­strafe von 5 Mark innerhalb der nächsten 3 Tage zur Vorlage zu bringen.

Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 23. März 1904.

Das Fehlen von Geländern an den Freitreppen älterer ländlicher Gebäude ist fast durchweg als ein be- seitigungsbedürftiger Uebelstand empfunden worden.

Die Ortspolizeibehörden des Kreises werden dem­gemäß angewiesen, auf die Herstellung eines hinreichen­den Schutz gewährenden Geländers an den Podesten und Treppenstufen bei allen Freitreppen mit mehr nie drei Stufen zu dringen.

Die ortspolizeilichen Anordnungen werden nicht auf die §§ 52 und 35 Ziffer 3 der Baupolizei-Verordnung III vom 3. November 1902, sondern auf allgemeine sicher, heitspolizeiliche Erwägungen zu stützen sein. Der § 132 der LanderverwaltungSgesetzeS vom 30. Juli 1883 kann dieserhalb in Anwendung gebracht werden.

Es genügt übrigens, wenn die Geländer aus hin­reichend starkem Holzgestänge, das mit der Treppe fest zu verbinden ist, hergestellt werden. Es werden dann den Hauseigentümern durch die Anlage keine erheblichen Kosten entstehen.

I. 1717. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Ral.

Hersfeld, den 5. April 1904.

Die im § 13 der Polizeiverordnung vom 12. Mai v. I«. Amtsblatt Nr. 30, betreffend die Einrichtung, die

An veOWiMlles Statt

Erzählung von A. v. Lilie ncron.

(Schluß.)

Achtzehntes Kapitel.

Ohne Berlin zu berühren, fuhr Graf Pletten sofort nach Potsdam, um dem Könige genauen Bericht ab- zustatten.

Stehen nun bald beide vor höchstem Gericht, Herr und Diener, ist uns erspart worden das Aburteilen und Verdammen," sagte Friedrich Wilhelm,soll übrigens sehr reumütig sein, der Litlerke, hat mir Eylert erzählt, wird'« aber nicht mehr lange machen."

So wäre es gut, Litterkes Frau davon zu benach­richtigen," bemerkte Pletten.

Ist schon geschehen, da» hat der Eylert besorgt," erklärte der König, schritt mit auf dem Rücken zusammen­geschlagenen Händen ein paar Mal im Zimmer auf und ab und blieb dann vor dem Grafen stehen.Haben da eine fatale Arbeit gehabt, Schmutz auswühlen ist ein schlechte» Geschäft, muß aber sein, wenn man den Ehren- schtld rein halten will. Geschichte ist nun abgetan, nicht weiter darüber reden. Die Königin wird Frau v. 64reden|iein einladen und bestimmen, daß sie den neuen Pagen Ihrer Majestät mitbringe. Begleiten Sie dann die Dome hierher."

Noch längere Zeit unterhielt sich Friedrich Wilhelm "ngehend mit dem Grafen, dann entließ er ihn huld­voll, und Pletten kehrte nach Berlin zurück.

Ausstellung und den Gebrauch der beim Bierausschank und beim Abzapfen von Bier in Flaschen oder ähnliche Gefäße zur Anwendung kommenden Druck- und Lei- tungsvorrichtungen, erwähnten Bücher und Bescheinig­ungen werden in der Waisenhaus Buchdruckerei zu Caffel vorrätig gehalten.

Die Herrn Ortsvorstände des Kreises wollen die betei­ligten Gewerbetreibenden hierauf aufmerksam machen.

I. 1937. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Sonnabend, den 16. April d. Js.

Bormittags lOVa Uhr findet im Sitzungssaal des hiesigen Königlichen Land» ratsamtes eine Kreistagssitzung statt.

Tagesordnung:

1. Beschlußfassung über weitere Uebernahme der Land« Wegebaupflicht auf den Kreis vom 1. April 1905 ab.

2. Wahl von zwei Abgeordneten zum Communalland. tage für einen sechsjährigen Zeitraum (§§ 11 und 16 der Provinzialordnung) an Stelle der aus­scheidenden Herrn Bürgermeister August Reinhard in Londershausen und Bürgermeister a. D. Georg Braun in Hersfeld.

Hersfeld, den 28. März 1904.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.

I. A. Nr. 1338.

Hersfeld, den 22. März 1904.

Der Landwirt Adam RooS aus Kerspenhausen ist heute als Schlachtvieh- und Trichinenbeschauer für die Gemeinde Kerspenhausen und zwar für den I. Schau­bezirk, umfassend die Hausnummern 130 sowie die Gemeinde Roßbach widerruflich bestellt und verpflichtet worden.

J. I. 1736. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, ________________________Geheimer Regierungs-Rat.

Hersseld, den 5. April 1904.

Der auf Donnerstag, den 14. April d. I». in der Stadt Fulda angesetzte Viehmarkt wird unter den seither bekannt gegebenen Bestimmungen abgehalten.

Die Stunden entschwanden, und schon stand die Sonne tief im Westen. Pletten, im Kampfe mit seinen Gefühlen, war immer stiller geworden, und auch Gerda suchte vergeben«, da« stockende Gespräch wieder etwa« zu beleben.

Jetzt waren beide in Schweigen versunken, bis Pletten mit einem Seufzer bat:Verzeihen Sie meine Ungeschick­lichkeit, gnädige Frau, und üben Sie Nachsicht. Die Ab- schiedsstimmung drückt mich zu sehr nieder, um ihrer völlig Herr werden zu können."

Es gibt ja auch nichts Wehmütigeres als da» Ab- schiednehmen," antwortete Gerda träumerisch und blickte aus dem Fenster hinaus auf den herbstlichen Schmuck des Gartens.

Diese Wehmut steigert sich aber zur Qual, wenn man sein ganzes Herz zurücklassen muß," lautete Plettens Antwort, die au» seinem Innern emporquellend mit un. bezwinglicher Gewalt seine Zurückhaltung durchbrach.

Gerdas Antlitz überzog eine tiefe Röte, sie wandte sich zur Seite und spähte eifrig nach dem Garten hinaus. Pletten nahm Gerdas Hand und bat:

Verzeihen Sie, gnädige Frau, meine Selbstbe­herrschung läßt mich wiederholt heute im Stich. E» ist besser, wenn ich gehe."

Nur einen kurzen Augenblick, aber mit einem seltsam bittenden Blick hatten ihn ihre schönen Augen gestreift, dann ruhten die langen Wimpern tief auf den heißen Wangen. Sein Herz pochte zum Zerspringen.Oder darf ich bleiben, trotz allem bleiben?"

Sie nickte nur, ohne aufzublicken. Sein« Hand um-

Mit dem Auftrieb darf um 6V2 Uhr morgen» begon­nen werden.

I. I. 1998. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Die unter dem Johannes Mosebach seuche ist erloschen. I. I. 1986.

Hersfeld, den 6. April 1904. Schweinebestande des Ackermanns in Ausbach ausgebrochene Rotlauf-

Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Nichtamtlicher Teil.

Zu den Vorgängen in Deutjch-Südwest-Asrila.

Die Abteilung Glasenapp hatte, wie ein Telegramm des Oberleutnants Techow unterm 8. d. Mts. aus Windhuk meldet, im Vormarsch von Owikokorero am 2. April ein schwere«, aber siegreiches G e - f e 4 t bei Okaharui. Der Gegner zog in nordöstlicher Richtung ab. Major v. Glasenapp ist am 3/4. April auf Odjikuara marschiert und beabsichtigte, den Gegner anzugreifen. Bei den Herero wurden 92 Tote gezählt. Auf deutscher Seite blieben Leutnant d. R. Noerr und 31 Mann tot, Leutnant Hildebrandt von der Marine-Infanterie und 15 Mann verwundet.

Eine anschauliche und eingehende Schilderung dieses Gefechts nebst Verlustliste geht dem L. A. von seinem Spezialberichterstatter zu:

Biwak O n i a t u, 5. April. Am ersten Ostertage marschierte da» Detachement v. Glasenapp früh morgens von Okaharui nach Onialu. Der Weg führt durch Dornwald mit dichtem Dorngebüsch und mit nur wenigen, etwas lichteren Flächen. Nordöstlich von Okaharui, in einer der dichtesten Waldstrecken, kam es auf dem Marsch zu einem schweren Gefecht unserer Arrieregarde (der Kompagnie Fischer) mit großen, gut bewaffneten, zum Teil berittenen Hererohaufen, welche die Kompagnie zu umfassen suchten. Als die Schutz­truppen durch die Kompagnie des Grafen Brockdorff und Artillerie unter dem Oberleutnant Manshold verstärkt

schloß krampfhaft die Lehne ihres Stuhle«, während er sich zu ihr niederbeugte.

Wollen Sie mich hören? Wollen Sie mir er­lauben, zu reden, wie mir um« Herz ist, nur ein ein» zigesmal noch, um dann für immer zu verstummen, wenn Sie gebieten. Darf ich, teuere Frau, darf ich?"

Regungslos, wie durch einen Bann gehalten, lehnte Gerda in ihrem Stuhle zurück. Sie öffnete wohl die Lippen, aber kein Wort, nur ein leiser Seufzer ent­schlüpfte ihnen. Eine Zustimmung hatte Pletten nicht erhalten, aber auch keine Abweisung, und das genügte ihm schon für den Augenblick. Er setzte sich, zog seinen Stuhl dicht an sie heran und begann, während seine Stimme in verhaltener Erregung bebte.

Es gab eine Zeit, da begehrte ich mit dem Egois­mus der Leidenschaft, dieses Herz an mich zu reißen. Alles wollte ich mit ihm teilen, jede Sorge, jede Arbeit für die Kinder, Freud und Leid, aber ich rang auch dar­nach, in diesem Herzen der erste zu sein, das ein und alles . . ." Zögernd hatte Pletten diese letzten Worte gesprochen, und nun schwieg er ganz.

An Gerdas goldigen Wimpern hingen leuchtende Tropfen, ein Zittern ging durch ihre Gestalt, und das blonde Haupt senkte sich tiefer.

«Ich wurde abgewiesen," fuhr der Graf nach kurzer Pause fort,und hätte mir das vorher sagen sollen, denn zweimal kann eine Frau, wie Sie sind, nicht den vollen Frühlingszauber ihrer Liebe geben."

Wieder machte er eine kurze Pause, das Sprechen wurde ihm sehr schwer, und heiß, mit einem gespannten