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®r(i|ciHt wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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ersstlkr Kreisblatt.
Gratisbeilagen: „Jllnstrirtes Sonntagsblatt" nnd „Jllustrirle Landwirtschaftliche Beilage"
SS* Fernsprecher Nr. 8. -53
«r. 31
sonmbenS Sei 11 Miirz
1961
Erstes Blatt.
AbdMmeiils-KniIllbltiig
auf das ßersfdder Kreisblatt
Mit dem (. April 1904 beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 mal, und zwar Dienstag, Donnerstag und Sonnabend erscheinende „Reisfelder Areisblatt".
Dasselbe bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Kenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig ausgewählte
spannende Romane,
Erzählungen etc., die in jeder Nummer in Fortsetzungen erscheinen, einen weiteren Theil des Lesestoffs.
Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden nötigenfalls durch Extrablätter verbreitet.
Die Abonnenten erhalten unentgeltlich jede Woche ein „Jllnstrirtes Sonntagsblatt“
und alle {tfc Tage eine von besten Fachmännern bediente
Jllustrirte Landwirtschaftliche Beilage.
Ferner am j. Mai und j. Oktober je einen Auszug aus dem
Eifenbahnfahrplan.
Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein
Expedition des Hersfelder Kreisblattes.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
a. Die Zustellung der „Kriegsbcorderungen" wird in der Zeit vom 20. bis Ende März b. Js. durch die Ortsbehörden erfolgen.
b. Die noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten „Wohnungs-Veränderungen" sind sofort zu melden.
c. Die Mannschaften der BeurlaublenstandeS haben, falls sie während der oben genannten Zeit nicht selbst zu Hause sein können, evtl. eine andere Person des Hausstandes mit Empfangnahme der Kriegsbeorderung zu beauftragen.
Die jetzt in Händen der Mannschaften befindlichen, vom 1. April ab nicht mehr gültigen alten KriegS- beorderungen sind bei Empfang der neuen Be- °^"ung abzugeben. Werden sie bis zum 31. März rlngezogen, so sind sie zu vernichten.
«ersseld, den 7. März 1904.
Königliches Bezirkskommando.
Nichtamtlicher Teil.
Politischer Wochenbericht.
W i rÄ r ^ »König Albert" hat Kaiser mÄMÄ
bisher äußerst günstig verlaufen. In Vigo an der spanischen Küste fand eine Zusammenkunft mit König Alfons von Spanien statt, die unter gegenseitigen herzlichen Freundschaftsbezeugungen verlief. Die innigsten Wünsche des deutschen Volkes begleiten den Kaiser auf seiner Reise. Möge dem geliebten Monarchen die ersehnte Kräftigung und Erholung in vollstem Maße zuteil werden, möge es ihm gelingen, in der herrlichen Seeluft und dem milden Klima des Südens auch den letzten Rest der Nachwehen seiner überstandenen Krankheit zu tilgen, und möge er, ausgerüstet mit neuer Kraft für seinen schweren und verantwortungsvollen Herrscherberuf nach glücklich vollendeter Fahrt gesund und frisch den heimatlichen Boden wieder betreten.
Die Verhältnisse in D e u ts ch - S ü d w est a f rik a haben die Aussendung einer weiteren Verstärkung der dortigen Schutztruppe als notwendig erscheinen lassen. Von der Reichs- regierung sind deshalb ohne Verzug die nötigen Maßnahmen in die Wege geleitet worden. Es kann nicht gezweifelt werden, daß diese Handlungsweise in allen patriotischen Kreisen vollster Billigung begegnet. Zur Wahrung der Würde des Reiches, wie 'zur Vermeidung langwieriger Kämpfe und unnötigen Blutvergießens, nicht minder aber im Hinblick auf die etwaigen Rückwirkungen, welche die Ruhestörungen in einer Kolonie auf den Frieden unserer andern überseeischen Gebiete ausüben können, darf nichts versäumt werden, was zur raschen, vollständigen Niederwerfung des Aufstandes erforderlich ist. Kolonialdirektor Dr. Stübel gab dem Reichstage von den neuen Maßnahmen Kenntnis und stellte eine Vorlage in Aussicht, durch welche die nachträgliche Genehmigung der Volksvertretung eingeholt wird.
Aus dem russisch-japanischen Kriege sind wesentliche Fortschritte in den kriegerischen Operationen nicht zu verzeichnen. Der General Kuropatkin, der die Reise von Petersburg nach dem Kriegsschauplatze angetreten hat, dürfte die Lage richtig gezeichnet haben, als er an diejenigen, die ihm das Geleit gaben, die eindringliche Mahnung zur Geduld richtete. In der Tat stehen größere Schläge wohl erst zu erwarten, nachdem Rußland seine Streitkräfte konzentriert hat, und das kann noch recht lange dauern. Die voraussichtliche Länge des Krieges stellt den beiden kriegführenden Mächten gewaltige Kosten in Aussicht und macht für sie die Inanspruchnahme des Kredits zur Notwendigkeit. In Japan ist zu diesem Zwecke letzthin eine innere Anleihe ausgenommen worden. Die starke Beteiligung an derselben, insbesondere auch seitens der ärmeren Klassen der Bevölkerung, läßt erkennen, daß die Nation in Japan hinter der Regierung steht und voll Opferwilligkeit zur Anspannung aller Kräfte bereit ist.
In unserm Nachbarreiche Oesterreich-Ungarn steht leider zur Zeit wieder der Nationalitäten-Hader 'in üppiger Blüte. Der Uebermut und die Anmaßung des Tschechentuins haben in Prag und Brünn zu bedauerlichen Ausschreitungen gegen die deutsche Studentenschaft geführt. Auch ist das Parlament wieder die Stätte ivüster Szenen und heftiger Zusammenstöße zwischen deutschen und tschechischen Abgeordneten gewesen. Es ist angesichts solcher Zustände den Inhabern der Regierungsgewalt in Oesterreich eine recht krastvolle Hand zu wünschen, auf daß es ihnen gelingt, die tschechischen Ansprüche erfolgreich zurückzuweisen und damit den zentrifugalen, die Einheit der Monarchie gefährdenden Kräften diesseit der Leitha Einhalt zu tun.
In England hat das Ministerium jüngsthin eine parlamentarische Niederlage erlitten, indem es mit einer auf Unter« richtszwecke in Irland bezüglichen Forderung in der Minderheit blieb und sich Abstriche an der Forderung gefallen lassen mußte. Von oppositioneller Seite ist an diese Tatsache das Verlangen nach Rücktritt des Ministeriums Balfour geknüpft worden, doch dürfte ein derartiges Verlangen erfolglos bleiben.
Der Krieg zwischen Japan und Rußland.
Nach einem Telegramm aus Söul erhielt der koreanische Handelsvorstand in Kjöngjöng am Tjumenfluß eine Mitteilung von dem russischen General in Wladiwostok, worin dieser ihn benachrichtigt, daß, da Korea sich Japan allgeschlossen habe, Rußland ersteres als krieg- führend ansehe. Es werden nun auch koreanische Truppen aus der Hauptstadt vorgesandt.
Söul, 16. März. Zweitausend Mann von der koreanischen Armee, die bisher hier standen, haben jetzt Befehl erhalten, in nördlicher Richtung vorzumarschieren. Sie sollen aber nicht als Kriegführende an den Feind, seligkeiten teilnehmen, sondern als Polizeitruppe die Aufrechterhaltung der Ordnung in jenen Landesteilen sichern.
London, 17. März. Aus Niutfchwang wird depeschiert, daß alle fremden Eisenbahnbeamten Jingkau
verlassen; der Betrieb aus der Bahn nach Schanhaikwan ist dadurch in Frage gestellt. In Niutschwang stockt alles Geschäft. Man erwartet einen baldigen Angriff der Japaner. Nach anderen Telegrammen aber dürste der Liaofluß noch an 12 Tage gefroren bleiben; auch seien alle Gerüchte Über Landungen der Japaner bei Riutschwang unglaubwürdig, solange die russische Flotte bei Port Arthur kampffähig bleibt.
Aus Port Arthur wird heute gemeldet, daß im Gebiete der Stadt keine Veränderung vorgekommen ist; vom Feinde ist nichts zu bemerken. — Ueber die Beurteilung der allgemeinen KriegSaussichten durch die jetzt maßgebendste russische Persönlichkeit wird folgendes berichtet:
Petersburg, 17. März. General Kuropatkin äußerte kurz vor seiner Abfahrt, er fühle die Augen ganz Rußlands auf sich gerichtet, alles warte auf einen Sieg, doch könne er nicht versprechen, einen solchen sehr bald melden zu können. Man möge sich aber nicht enttäuscht fühlen, wenn in nächster Zeit keine Siegernach- richlen eintreffen. Die besonderen Bedingungen dieses Krieges und die ungeheuren Entfernungen erforderten viele Geduld. Eins könne er aber versichern, daß er sich die Aufgabe gestellt habe, Gut du fe% Japanern zu säubern.
Beim Einfahren in den Hafen von Port A t h u r stieß gestern der russische Torpedojäger „Skory" auf eine Mine, die von ihrem Platze abgetrieben war, und flog in die Luft. Nur vier Leute von der Besatzung wurden gerettet.
Das japanische Marineamt hat die Mitteilung er« halten, daß sieben russische Schiffe gesichtet worden seien, welche Port Lazarew, nördlich von Gensan (Ostkorea), passierten.
Politische Nachrichten.
Berlin, 17. März
(Von derMittelmeerfahrtdesKaisers.) Se. Majestät der Kaiser begab sich gestern vormittag in Vigo bei herrlichem Wetter an Bord der Jacht Giralda. Später machte der Kaiser mit dem König Alsons einen Ausflug. Diese Ausfahrt fand an Bord des spanischen Kanonenbootes Vasco statt, das um 10 Uhr abging. Als das Schiff bei den spanischen Kriegsschiffen Pelayo und Urania vor- beifuhr, feuerten diese Salut, und während die Musikkapelle des Palayo die deutsche Nationalhymne spielte, brachten die spanischen Matrosen laute Hurrarufe aus. Der Ausflug der Monarchen führte um die ganze berg- umkiänzte weite Bucht. Als Se. Majestät der 1 Kaiser sich Mittags nach der Jacht Giralda begab, mischten sich in die Salutschüsse die Hurrarufe der zahlreichen Menge, die aus den geschmückten Gondeln und kleinen Dampfern sich auf der Strecke zwischen dem KönigAlbert und der G i r a l d a zusammendrängten. Die Begegnung des Kaisers und des Königs trug einen herzlichen, freundschaftlichen Charakter. Sowohl während der Rundfahrt in der Bucht als auch während des Frühstücks auf der Giralda unterhielten sie sich auf das lebhafteste ; der Kaiser äußerte wiederholt seine Befriedigung über die gelungene Spazierfahrt und die herrliche Gegend. Das Frühstück wurde Mittags auf der Giralda eingenommen. Bei der Tafel tranken der Kaiser und der König einander zu. Beim Abschied nach dem Frühstück umarmten und küßten sich die Monarchen wiederholt. — Die Musik an Bord der Giralda spielte die deutsche Hymne. Als der Kaiser auf den König Albert zurückkehrte, brächte ihm das Publikum auf den zahllosen Dampfern und Booten stürmische Ovationen dar. — Der Kaiser überleite den Armen der Stadt Vigo eine Spende. Nachmittags 5 Uhr 10 Minuten setzte sich der Dampfer König Albert mit S r. M a j e st ä t d e m K a i s e r an Bord in Bewegung. Der spanische Kreuzer Velayo löste 21 Schuß.