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Gratisbkilaükv:Jllnsttiltes Sonntagsblatt" undJllnstrirte Landwirtschaftliche Beilage"

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St. 31

Sonticrftna den 17. Wrz

1964.

Amtlicher Teil.

Gebührentarif. Auf Grund des §. 14 Absatz 2 des Gesetzes vom 28. Juni 1902 (G.-S. S. 229) betreffend Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes wird unter Aufhebung des Tarifs vom 30. März 1903 (Amtsblatt der Röntgt. Regierung zu Caffel Nr. 13 vom 1. April 1903, S. 91) und unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs folgender Ge- bührentarif festgesetzt:

I. Den Fleischbeschauern (ohne Rücksicht darauf, ob sie approbierte Tierärzte oder Laien sind) und den Trichinenschauern stehn für die innerhalb der Zu­ständigkeit der Laienbeschauer vorgenommene Schlacht­vieh- und Fleischbeschau (ordentliche Beschau) zu­sammen und für die Trichinenschau folgende Ge­bühren zu:

1) für ein Stück Rindvieh (ausschließlich Kälber) 1 Mk. 50 Pf..

2) für ein Schwein (ausschließlich der Trichinen­schau), ein Kalb oder ein sonstiges Stück Klein­vieh (Schaf, Ziege) 50 Pf.

Diese Sätze zu 1 und 2 sind in voller Höhe auch zu zahlen, wenn eine Schlachtviehbeschau ohne nach­folgende Fleischbeschau oder wenn lediglich eine Fleischbeschau stattfindet.

Wenn ein Beschauer an demselben Tage die Be­schau mehrerer Schlachttiere derselben Art und des­selben Besitzers vornimmt, so steht ihm für die Be­schau des zweiten und jedes folgenden Tieres nur die Hälfte der vorstehenden Gebührensätze zu.

3) für ein Schwein (einschließlich der Trichinen­schau) 1 Mk.,

4) für die Trichinenschau allein:

a. für einen ganzen Tierkörper 75 Pf.,

b. für eine Speckseite 35 Pf,

c. für ein anderes Schweinefleischstück 50 Pf.

Die Gebührensätze zu l,bis 4 erhöhen sich um die Hälfte ihres Betrages, wenn der Beschauort 5 kni oder mehr vom Wohnorte des Beschauers entfernt liegt.

II. Den zu Fleischbeschauern für die den approbierten Tierärzten vorbehaltenen Zweige der Beschau er­nannten Tierärzten stehn für die den Tierärzten aus-

All mßWisvM Blatt.

Erzählung von A. v. L i l i e n c r o n.

(Fortsetzung.)

E» war neulich mal ein Graf beim Onkel ich kannte ihn nicht, und wie er heißt, weiß ich auch nicht," begann Hans Dietrich zu erzählen.Sie saßen in bei Onkels Stube, und ich lernte nebenan; wie ich aber des Vaters Namen nennen hörte, klappte ich das Buch zu und paßte auf. Alles konnte ich nicht verstehen, was sie redeten, aber auf einmal sagte der fremde Herr: »Sie wissen ja, der Schreckenstein war gar nicht ein solcher Muster-Offizier, wie manche glauben. Er hat Geschichten gemacht" Hans Dietrich hob den bis dahin gesenkten Kopf. Er glühte über und über, die Augen blitzten, und heftig stieß er mit Plettens Säbel, den er mit beiden Händen umfaßt hielt, auf den Fußboden.Siehst du, das konnte ich nicht mit anhören 1 Ich bin in die Stube zu ihnen hinein, gelaufen gerade wo der Onkel Tottenbergja, ja, leider, leider sagte. Dicht vor den fremden Herrn habe ich mich hingestellt und hab ihm gesagt:Es ist wahr, was du redest. Mein Vater war doch ein Muster-Osfizier, und Geschichten hat er nicht gemacht." v°t er mich gefragt:Woher weißt du denn da», Bürschchen. und ich habe ihm geantwortet:Da» hat mid) meine Mutter gelehrt, darum ist es wahr, und ich kenne ja auch selber meinen lieben Vater."Gelacht hat er da, der gräßliche Mensch," fuhr Hans Dietrich

schließlich vorbehaltene Beschau (ErgänzungSbeschau) folgende Gebühren zu:

1) für ein Stück Rindvieh (ausschließlich Kälber), ein Pferd, einen Esel oder ein Maultier 3 Mk., 2) für ein Schwein 2 Mk.,

3) für ein Kalb ober ein sonstiges Stück Klein­vieh 1 Mk. 50 Pf.

Außer diesen Sätzen erhalten die Tierärzte in den Fällen der ErgänzungSbeschau, wenn der Be­schauort 2 km oder mehr von ihrem Wohnorte ent­fernt liegt, an Reisekosten für den km Landweg 40 Pf., für den km Eisenbahn 7 Pf. ohne besondere Zu- und Abgangsgebühren. Eine Abrundung auf mindestens 8 km hat nicht stattzufinden, die Sätze find vielmehr nur für die wirklich zurückgelegte Ent­fernung des Hin- und Rückweg» zu gewähren. Bei Berechnung der Entfernung wird jedes angefangenekm für ein volles gerechnet, für Hinweg und Rückweg ge­trennt. Sind die mit einer Ergänzungsbeschaubetraulen Tierärzte schon aus anderem Anlässe an dem Be- schauorte anwesend, so haben sie keine Reisekosten zu beanspruchen.

Hinsichtlich der Kosten der Untersuchung der in ein öffentliches Schlachthaus gelangenden Schlacht­tiere und der Kosten der durch Beschlüsse der Schlacht­hausgemeinden angeordneten Untersuchung des nicht im öffentlichen Schlachthause ausgeschlachteten frischen Fleisches sowie hinsichtlich der für diese Untersuchungen zu erhebenden Gebühren verbleibt es bei den be­sonderen gesetzlichen Bestimmungen.

III. Der vorstehende neue Gebührentarif tritt mit dem Zeit­punkte seiner Veröffentlichung in Kraft.

(A. II. 3814 )

Caffel am 26. Februar 1904.

Der Regierungspräsident. J. V.: M e j e r.

* * *

Hersfeld, den 10. März 1904.

Auf den vorstehend veröffentlichten G e b ü h r e n - tarif für die Fleischbeschauer und Trichinenbeschauer mache ich die Herren Bürger­meister sowie die Schlachtvieh- rc. Beschauer des Kreises hiermit besonders aufmerksam. Den Letzteren ist die vorliegende Kceisblaltnummec alsbald zur Kenntnis­nahme vorzulegen.

Bezüglich der Pflicht zur Zahlung der Ge­

immer erregter fort.Der Onkel Tottenberg meinte, ich sei noch solch ein kleiner Kerl, der gar nicht ver­stände, wa» große Leute mit einander sprächen, ich sollte mich nur beruhigen, und dabei wollte er mich streicheln. Aber ich litt'» nicht und sagte e» ihm gerade heraus: Wie kannst du denn, Ja ja, leider, leider," dazu sagen, wenn von meinem Vater schlecht gesprochen wird? Du hast ihn doch lieb gehabt?" Der Onkel wollte noch weiter mit mir schön tun und redete immer auf mich ein. Aber der Fremde wurde ärgerlich und nannte mich einen naseweisen Burschen. Er meinte, der Brotkorb müßte mir höher gehängt werden. Na, weißt du, Onkel Pleiten, der hat mir gar nichts zu befehlen! Und was der von mir sagt, ist mir ganz schnuppe. Aber, daß er über meinen Vater so redete, das durfte ich mir Sicht gefallen lassen. Da habe ich doch recht?*

Pletten hatte kein Auge von dem Knaben abwenden können. Wie Hans Dietrich so vor ihm stand mit dem stolz erhobenen Krauskopf und den blitzenden Augen, konnte er sich ein getreues Bild von dem Augenblicke machen, all er einer Rakete gleich zu den beiden Herren hereingestürmt war.

Jetzt legte Pleiten feine Rechte auf die Hände des erregten Knaben, die sich fest um den Säbelknauf ge­schlossen hatten.

Halte daran fest im Leben, für ungerecht Auge- griffene und Unterdrückte einzutreten, Hans Dietrich," sagte er ernst.Das ist ritterliche Tugend und Ritter- pflicht von altersher. Für deines Vater» Ehre und guten Namen kannst du getrost durchs Feuer gehen, er

bühren du r ch d a s s ch la ch t e nd e Pu b li k u m oder die Gemeinden verweise ich auf mein AuSschreiben vom 8. April 1903, I. I. Nr. 2244 (Krei»blatt Nr. 44). l. 1449. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 10. März 1904.

Der Landwirt Heinrich Groscurth in Unterhaun ist heute als Ortsschätzer sowie der Landwirt Peter Jakob und der Landwirt Heinrich Bock daselbst als stell­vertretende Ortsschätzer für den Gemeindebezirk Unter« haun widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.

I. 1403. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 12. März 1904.

Die zweite Schulstelle in Sorga, deren jährliches Einkommen bei einem Dienstalterszulagen-Einheitssatze von 120 Mk. und neben freier Wohnung in 1000 Mk. Grundgehalt besteht, wird vom 1. April b. I». ab frei.

Bewerber wollen ihre Melduttgtge,uche neösr Zeug­nissen bis zum 1. April d. Js. bei dem Königlichen Ortsfchulinspektor Herrn Pfarrer Schröder dahier ober dem Unterzeichneten einreichen.

Der Königliche Schulvorstand:

I. 1533. Freiherr von Schleinitz,

Geheimer RegierungS-Rat.

Nichtamtlicher Teil.

Berlin, 15. März.

(VonderMittelmeerfahrtdesKaifer»)

Se. Majestät der Kaiser wird zum 18. ds. in Gibraltar erwartet. Der Gouverneur Hot die Be­völkerung aufgefordert, dem Kaiser, der so eng mit dem König Eduard verbunden sei, einen herzlichen Will­kommen entgegenzubringen und ihm einen begeisterten Empfang zu bereiten. Die Vorbereitungen zum Empfange der Souveräne in Vigo werden mit Eifer betrieben. Der Dampfer König Albert, mit S r. Majestät dem Kaiser an Bord, wird

verdient das." Mit einem Lächeln fügte er dann noch hinzu:Ob es nun gerade nötig ist, daß das in solcher trotzigen Weise geschieht, wie du die Geschichte voll- führt hast, will ich nicht behaupten."

Der Knabe achtete nicht auf den Schlußsatz. Seine Hände hatten den Säbel losgelassen und sich um Pleiten» Arm geschlossen, vertrauensvoll schmiegte sich der Kraus­kopf an den Grafen.

Weißt du," begann er von neuem mit dem be­liebten Wort, wenn er eine Sache recht eindringlich machen wollte,ich war doch schon acht Jahre, al» der Vater in den Krieg zog. Ich entsinne mich noch genau des Abend», wie er an mein Bett kam und mir sagte: »Du wirst brav sein, wenn ich weg bin, wirst der Mutter Freude machen und für sie sorgen und sie schützen, wenn ich es nicht mehr kann." Das hatte ich ihm versprochen und noch viel, viel mehr. Ich wollte so gut und so lieb und so tapfer werden wie er und für Mütterchen alle» tun, aber auch für ihn, für meinen lieben, lieben Vater."

Hans Dietrichs Stimme brach ab, ein paar helle Tränen rannen über seine Wangen, und fester drückte er den Kopf an Pleiten» Arm. Er wollte der Rührung nicht nachgeben, wollte nicht weinen, da» war nicht männlich, nicht ritterlich, und das mußte er doch werden, wenn er feinem Vater gleichen sollte. Vielleicht hätte er etwas anders über da»männlich sein" in diesem Falle gedacht, wenn er aufgeblickt und die Rührung be­merkt hätte, die Pleiten» Züge ausdrückten. Nach einer kleinen Pause fuhr Han» Dietrich fort:Weißt du, ich