Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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ÄS- Fernsprecher Nr. 8. ^L
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1901
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 1. Februar 1904, Im Monat Januar d. I. find dahier für folgende
Herren Jagdscheine ausgestellt worden:
A. Jahresjagdscheine r
a. entgeltliche:
1) am 6/1. für den Maschinenführer JustuS Göbel in Wüstfeld.
2) „ 11/1. „ „ Landwirt H. Burghard Rüger in Unterweisenborn.
b. unentgeltliche:
3) am 11/1. für den Königlichen Förster Sippel zu Forsthaus Mecklar.
4) „ 16/1. „ „ Königlichen Hülssjäger Kurz in Hersfeld.
B. Tagesjagdscheine: Keine.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS>Rat.
Hersfeld, den 28. Januar 1904.
Der Bürgermeister Lingemann in Philippkthal ist am 23. b. MtS. als Bürgermeister dieser Gemeinde für einen am 17. Februar d. Js. beginnenden weiteren achtjährigen Zeitraum wiedergewählt worden und hat diese Wiederwahl die diesseitige Bestätigung- gefunden.
A. 322.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Berlin W. 64, den 12. Januar 1904.
Seit mehreren Jahren werden aus dem Auslande, besonders aus Amerika in großen Mengen gedörrte Früchte, namentlich Aprikosen und Prünellen, eingeführt, welche zur Konservierung mit schwefliger Säure behandelt sind. Solche Früchte sind von den Polizei» behörden nicht selten beanstandet worden.
Im Interesse eines möglichst gleichmäßigen Ver, fahren« wollen wir nach dem Vorgänge anderer Bundes» floaten und vorbehaltlich der im einzelnen Falle den Gerichten zustehenden Entscheidung Bedenken dagegen nicht erheben, daß bis auf weiteres seitens der mit der
An »ttliliiigilisvollks Blatt.
Erzählung von A. v. L i l i e n c r o n. (Fortsetzung.)
Die Worte waren leise, aber sehr innig gesprochen, sie klopften unwiderstehlich an das kleine trotzige Herz. Doch noch wollte es sich nicht ergeben, noch verschanzte es sich hinter einen knabenhaften Stolz. Da hob Gerda von neuem an:
„Weißt du noch, wie der Vater dir erzählte, Soldaten dürften es nicht leiben, daß sie geschlagen würden, denn jeder Schlag träfe des Königs Rock, und der müsse rein gehalten werden?"
Der Knabe hatte langsam den gesenkten Blick erhoben und die Mutter nachdenklich angesehen. Jetzt nickte er ernsthaft.
„Ich will gehorsam sein," sagte er ohne weitere Er- klärung, und Gerda wußte, daß sie sich auf ihres Sohne» Wort verlassen kannte.
Lebhafte Stimmen unterbrachen das Zwiegespräch. „Haltet ihn! Haltet ihn!" scholl es herüber, und mit einem Jubelschrei wies Hans Dietrich auf den jungen Burschen, der sich in langen Sprüngen seinen Verfolgern zu entziehen versuchte.
„Siehst du wohl, der hats getan! Ich Habs gleich gedacht," triumphierte er. „Nun Hals der Soldat auch herausgekriegt."
Der jugendliche Missetäter war rasch eingefangen. „Der Große hatte die Würste gestohlen! Sie stecken
Nahrungsmittelkontrolle betrauten Organe ein Zusatz von schweseliger Säure bei Dörrobst bis zu dem Höchst» betrage von 0,125% nicht beanstandet werde. Bei einem höheren Gehalte an schweseliger Säure ist jedoch in allen Fällen das Strafverfahren nach Maßgabe der Vorschriften des Gesetzes vom 14. Mai 1879 (R. G. Bl. S. 145) herbeizuführen.
Wir ersuchen hiernach ergebenst, das weitere ge» fälligst zu veranlassen und insbesondere die Polizei' behörden mit entsprechender Weisung zu versehen.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts» und Medizinal- Angelegenheiten. gez. S t u d t e.
Der Minister für Handel und Gewerbe, gez. Unterschrift. An die Herren RegierungS-Präsidenten und den Herrn Polizei-Präsidenten hier. M. b. g. A. M. No. 97 23. M. f. Hdl. pp. Ilb. 254.
* * *
Cassel, den 21. Januar 1904.
Abschrift übersende ich mit dem Ersuchen um ge» fällige weitere Veranlassung.
Der Regierungs-PrSstdent. I. A.: Schenk.
An die Herren Polizei-Direktoren hier, zu Hanau und Fulda, sowie an die Herren Landräte des Bezirkes. A, II. 848.
* *
*
Hersfeld, den 1. Februar 1904.
Vorstehend abgedrucktenMinistertal-Erlaß rc. teile ich den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mit.
J. I. No. 613. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 28. Januar 1904.
Die unter der Schafheerde des Schäfers Valentin Hahn in Asbach auSgebrochene Räude ist erloschen.
I. 551. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Mülheim a. d. Ruhr, den 20. Januar 1904.
Mit dem 1. Januar 1904 sind die bisherigen Landgemeinden Styrum, Broich, Speldorf, Saarn und Holt- hausen mit der Stadtgemeinde Mülheim a. b. Ruhr vereinigt worden und von diesem Tage ab die Ver-
noch in seinem Korbe. Den Kleinen läßt er jetzt laufen," scholl es durcheinander.
Gleich daraus trat der Soldat an Gerda heran.
„Der kleine Herr hat ganz recht gehabt," erklärte er, „ich war an den Verkehrten geraten. Nun haben wir aber den Richtigen, und dem soll seine Tracht Prügel nicht geschenkt werden!"
Hans Dietrich sah mit großen Augen zu dem Soldaten auf und zupfte ihn am Aermel.
„Mutter sagt, ich soll um Verzeihung bitten," begann er stockend, — „ich will dich nicht wieder schlagen, — du hast ja des Königs Rock an, da darf ich dich nicht hauen. Aber weißt du," fuhr er energischer fort, „du darfst nicht wieder so etwas tun, sonst geht es dir auch einmal schlecht," und nochmals erhob sich drohend die kleine geballte Faust.
Das war nun zwar eine eigentümliche Abbitte, ein Gemisch von Nachgeben und eisernem Willen, der sich nicht leicht beugen ließ, aber sie genügte der Mutter und auch dem Soldaten, der dem Knaben die Hand schüttelte.
„Bist ein braver Kerl, daß du so tapfer für den Betteljungen eintratest," meinte er.
„So mußt du ihn nicht nennen, da» mag er nicht hören. Er bettelt nur, wenn sie zu Hause gar nichts mehr zu essen haben," belehrte ihn Hans Dietrich zutunlich.
Gerda zog ihren Knaben an sich.
„Komm, Liebling, wir wollen einen Korb für Fritzens Mutter packen und ihn dann zusammen hintragen."
waltungsgeschäfts der genannten Landgemeinden auf die Stadtverwaltung übergegangen.
Der Oberbürgermeister. Lemtke.
An die Verwaltungen der Landkreise in Preußen.
* * *
Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 30. Januar 1904.
I. I. 583. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung»>Rat.
Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Gewerbeaufsichtsbeamten des hiesigen Regierungsbezirks bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt haben und zwar:
1) der RegierungS' und Gewerberat zu Cassel (Regierungsgebäude I. Stock, Zimmer 23) an jedem Sonnabend von 11—12% Uhr;
2) der Gewerbeinspektor zu Cassel (Bureau Emilien« straße 1) an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, Vormittags von 8 bis 9% Uhr, und Sonnabends, Vormittags von 9—12 Uhr;
3) der Gewerbeinspektor zu Eschwege (Bureau Friedrich-Wilhelmstraße 21) an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, Vormittags von 8—9% Uhr, und an jedem 2. und 4. Sonnabend im Monat, Vormittags von 8—10 Uhr;
4) der Gewerbeinspektor zu Fulda (Bureau Heinrich- straße 13) an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, Vormittags von 8—9V2 Uhr, und an jedem 2. und 4. Montag im Monat, Vormittags von 8—10 Uhr.
Cassel am 14. Januar 1904. A. II. 389.
Der Regierungspräsident. I. A.: Schenk.
Nichtamtlicher Teil.
Berlin, 2. Februar.
S e. Majestät der Kaiser machte gestern nachmittag und heute morgen je einen Spaziergang im Tiergarten. Heute vormittag empfing der Monarch den Fürsten Pleß, hörte die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Admiralstabes und nahm militärische Meldungen entgegen.
Die Kaiserjacht «H 0 h e n z 0 l l e r n" läuft Mitte Februar nach dem Mittelmeer au». Darnach
Wie strahlten jetzt die lebhaften Augen, die eben so beredt Zorn und Willenskraft ausgedrückt hatten. Der Soldat sah bewundernd auf den schönen Knaben.
„Der wird sich die Herzen im Sturm erobern," prophezeite er, „aber den Kopf wird er sich auch noch manches Mal stoßen. Na! durchkommen wird er schon! Behüte ihn Gott!"
Gerda nickte dem Manne freundlich zu. Ihre Arme schlössen sich dabei fester um den Knaben, als könnte sie ihn so vor den Gefahren schützen, die diesem feurigen Herzen nicht erspart bleiben konnten.
Der Pfarrer nickte gedankenvoll, als Gerda ihm den kleinen Vorfall erzählte. Seine Blicke folgten Hans Dietrich, der eilig in das Haus lief, um den versprochenen Korb mit Lebensmitteln unter Leitung der alten Wirtschafterin zurechtzumachen.
„Da ist Stahl in dem Geist und Körper und echte« Gold in seinem Herzen," sagte der alte Herr. „Es ist ein junger Baum, der viele Schößlinge treibt, die notwendig auch beschnitten sein wollen, wenn der Stamm kräftig gedeihen soll. Es ist gut, daß dir dein Mann bei der Erziehung zur Seite steht, Gerda, für Frauen- Hand allein ist die Aufgabe bei diesem Feuerkopfe zu schwer."
Ein paar Stunden später, als die Kinder zu Bette gebracht waren, und die Sonne sich zum Untergang neigte, stand die junge Frau an der Gilterpforte, sehnsüchtig den Weg nach Rübenach hinunterspähend. Das war die Straße, die Kurt kommen mußte, und ihre Sehnsucht eilte ihm in heißem Verlangen entgegen.