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St. 11. AeOg ien 26. Imgr M.
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 20. Januar 1904.
Die Erledigung meiner Verfügung vom 17. Oktober 1900 I. 2546 (Kreisblatt No. 125) betreffend die Sinke i ch u n g der Nachweisung über den Bestand der deckfähigen Rinder und sprung -
über den am . .
Nachweisung
..... 190 . . festgestellten Bestand an Kühen und deckfähigen Rindern sowie an spruug- fähigen Bullen in den Gemeinden des Kreises ...........
L
2.
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10.
Gemeinde
Zahl der vorhandenen Kühe und deckfähigen
Rinder
Zahl
a) Sind seit der vorjährigen Berichterstattung weitere G emeindebullen beschafft? (ja—wieviel— , nein)
b)in eigene Verpflegung genommenen (eig. B.) anderweit untergebracht (a. u.)
Ist das Bedürfnis nach Gemeindebullen vom Kreisausschuß anerkannt oder nicht?
Ist Beschwerde an Pro- vinzialrat eingelegt?
Hat Provin- zialrat entgegen der Beschlußfassung des Kreisausschusses das Bedürfnis anerkannt?
Ist das Bedürfnis nun gedeckt?
Wie viel Bullen noch erforderlich o
g e
1
K
a
der überhaupt vorhandenen sprung- fähigen
b
der hiervon der Gemeinde eigentümlich gehörenden
Bullen
Anmerkung.
1. In Spalte 2 sind die Gemeinden in alphabetischer Reihenfolge aufzuführen. Ausnahmen hiervon sind auch dann nicht zulässig, wenn mehrere Gemeinden einen Bullenhaltungsverband bilden. Dies Verhältnis ist vielmehr durch entsprechende Vermerke in der Spalte Bemerkungen zum Ausdruck zu bringen.
2. In Spalte 3 sind die in den einzelnen Gemeinden vorhandenen Kühe und deckfähigen Rinder nur in einer Zahl anzugeben.
3. Die Angaben in Spalte 4b sind mit roter Tinte einzutragen.
4. Die Aufrechnung der Nachweisung oder einzelner Spalten derselben ist nicht erforderlich.
Hersfeld, den 19. Januar 1904.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die Fleischbeschauer anzuweisen, die denselben in diesen Tagen von dem Herrn Kreistierarzt zugehenden Formulare bezüglich der Fleischbeschaustatistik auszusüllen und umgehend,spätestensaber bis zum 27. d. Mts., zurückzusenden.
I. 377. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rat.
Hersfeld, den 22. Januar 1904.
Die Erledigung der diesseitigen Verfügungen:
in mhiiMMlles Blatt.
Erzählung von A. v. L i l i e n c r o n.
(Fortsetzung.)
„Die Empörung in Frankreich niederzuzwingen, ist so leicht nicht, wie die Bekämpfung der Holländer. Preußen muß ungeheure Summen opfern, wenn eS in dieser großen Entfernung von seinen Grenzen einen Krieg führen will, der nicht in ein paar Monaten aBifetan ist!"
„In den Offizierskreisen wird der Krieg gegen Frankreich als eine beschlossene Sache betrachtet," wagte Schreckenstein zu bemerken und fügte mit einem gewissen schalkhaften Lächeln hinzu: „Wie man mir eben erzählte, wurde heute an der Marschallstafel manches Glas Wein mehr als gewöhnlich ausgetrunken, alles auf das baldige Ende der Herren im National'Konvent."
Ein flüchtiges Aufblitzen in den Augen des Herzogs war die Antwort auf diese Bemerkung, dann sagte er: „Feuerköpfe sehen schon die Well in Flammen, nur weil es in ihrem eigenen Herzen lichterloh brennt. Zum Kriegsühren gehört nicht nur Mut, sondern auch kalter Verstand, der alle Vorteile und Nachteile einer Sache genau abwägt."
Al« Schreckenstein zu Pleiten zurückkehrte, trat Gras Verninghaus heran. „Herr von Schreckenstein, ich möchte Sie um eine kurze Unterredung ersuchen," sagte er und verbeugte sich leicht.
Der Freiherr erwiderte den Grub ebenso förmlich, gemessen klang seine Antwort: „Ich stehe zu Diensten."
f ähigen Bullen, bringe ich bei den Herrn Ort-vorständen des Kreifes hiermit in Erinnerung. (Frist bis zum 31. d. Mts.) Die Aufstellung der Nachweisung hat fortab nach dem hierunter abgedruckten Formular zu geschehen. Berichtsform ist nicht zulässig. 1. 2088/03. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rat.
1. vom 5. Juli 1882 No. 8773, Kreisblatt No. 53, die Berichtigung des VerzeichniffeS über die Pstichlfeuerwehr betreffend,
2. vom 20. Februar 1884 No. 1721, Kreisblatt No. 20, die Revision der Feuerstätten betreffend, bringe ich bei den Herrn Bürgermeistern des Kreises mit Frist bis zum 3L d. Mts. hierdurch in Erinnerung.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Die beiden Herren traten in eine Fensternische, und Pletten blieb zurück. Er fühlte sich beunruhigt und sah gespannt hinüber; aber die Fenstervorhänge verhinderten, daß er irgendwelche Beobachtungen machen konnte.
„Meine Absicht ist nur, Sie zu warnen," hob Graf Verninghaus in einem halb spöttischen, halb herablassenden Tone an. „Es könnte doch sein, daß man nicht immer ungestraft über angesehene Persönlichkeiten Urteile ausspricht und Geschichten erzählt, wie ich sie durch einen Zufall vorhin aus Ihrem Munde hörte."
Schreckensteins Stirn war in finstere Falten gezogen, und die feinen Nasenflügel bebten. „Sollten Sie Worte gehört haben, die nicht an Ihre Adresse gerichtet waren, so bebaute ich das," antwortete er kalt. „Keinesfalls werde ich aber etwas zurücknehmen von dem, was ich ausgesprochen habe."
„So werden Sie an den Folgen zu tragen haben," beharrte der Graf, „ich würde es bedauern, wenn Sie sich an diesem Hofe unmöglich machen sollten."
„Wirklich?" fragte Schreckenstein, kurz auflachend. „Seit wann genieße ich die Ehre, durch meig Wegbleiben ein Bedauern bei Ihnen zu wecken?"
„Ziehen Sie Ihre Schlüsse nach Belieben, ich kann Sie nicht daran hindern," sagte er lässig. „Sie sind gewarnt und müssen selbst beurteilen können, ob Ihnen der Boden hier am Hofe nicht zu heiß unter den Füßen werden sollte, wenn Sie bei dieser rücksichtslosen Offenheit beharren."
„Noch fühle ich nicht« davon," lautete die Antwort. Ein seindseliger Blick aus den verschleierten Augen
Nichtamtlicher Teil.
Der Eisenbahn-Etat.
Der neue preußische Etat liefert wiederum u<n Beweis, daß die Eisenbahnen das feste Rückgrat der naat< lichen Finanzen Preußens bilden. Von den 2626 Millionen Mark, welche der Gefamtetat für 1904 auf- weist, entfallen bei den Einnahmen 1525 Millionen und bei den Ausgaben 950 Millionen Mark auf den Eisenbahn-Etat. Dazu kommen an einmaligen Aus- gaben der Eisenbahn-Verwaltung 101 Millionen Mark. Von dem Reinerträge, der sich hiernach ergibt mit 473 Millionen Mark, kommen indes in Abzug 259 Millionen Mark an Ausgaben zur Verzinsung der noch nicht getilgten Eisenbahnschuld und zur Tilgung derselben mit b/ö v. H.; ferner 28 Millionen Mark zu Pensionen für die Eisenbahn-Beamten und die Witwen- und Waisen- gelder für die Hinterbliebenen jener Beamten, die aus dem Etat des Finanzministeriums sich befinden. Nach Abzug von 259 und 28 gleich 287 Millionen Mark verbleibt ein Reinertrag der Eisenbahnen von 186,4 Millionen Mark zur Verwendung für allgemeine Staate« zwecke.
Die Betriebslänge der vom Staat verwalteten Eisenbahnen betrug im mittleren Jahresdurchschnitt von 1903 32 332 Kilometer. Bis Ende des EtatSjahreS 1904 wird die Betriebslänge sich auf 33 952 Kilometer vergrößert haben. Darunter werden enthalten sein 12 857 Kilometer für Nebenbahnen. Für 1904 ist die Länge der Nebenbahnen nach dem mittleren Jahresdurchschnitt um 773 Kilometer mehr angenommen.
Von befonberm Interesse ist noch derjenige Teil des Eisenbahnetats, der sich mit den Verhältnissen der Ange- stellten der Eisenbahn-Verwaltung beschäftigt. Es ergibt sich hieraus die stetige Fürsorge des Leiters der preußisch- Hessischen Eisenbahnen für die seiner Obhut unterstellten Beamten und Arbeiter.
Zunächst erfährt da» Gehalt der Bahnwärter, Kran- wärter und Nachtwächter, mit alleiniger Ausnahme derjenigen, die bereits adas Höchstgehalt beziehen, eine wesentliche Ausbesserung. Erfreulich ist ferner die Erhöhung des pensionssähigen Teils der Nebenbezüge der Lokomotivführer und Heizer auf 540 Mark und 300
seines Gegner« traf ihn. Er gab ihn mit derselben Schärfe zurück, aber schon senkten sich die Lider de« Grafen und wehrten ihm den weiteren Einblick. „Majestät und wir alle würden e« sehr beklagen, wenn wir den schönen Stern, der heute dem Hofe durch das Erscheinen Ihrer Frau Gemahlin aufgegangen ist, verlieren sollten, weil ihr Gatte zu gewagte Ansichten vertritt. Dieses ist der Grund meiner wohlgemeinten Warnung."
„Ich danke." Der Ton, in dem Schreckenstein das sagte, entsprach nicht dem Worte, er klang fast wie eine Drohung. „So haben wir uns jetzt wohl nichts mehr zu sagen?" fügte er eisig hinzu.
„Nichts mehr!"
Ein kurzer, lässiger Gruß noch, den die Herren aus- tauschten, dann traten beide aus der Fensternische heraus.
Die hohen Herrschaften hatten sich bereit« entfernt, da» Fest war zu Ende, und die Gäste brachen auf.
«Was hast du über die Kriegsaussichten gehört?" erkundigte sich Gerda, als sie neben Schreckenstein im Wagen saß.
Er schloß ihren Mund mit einem Kuß. „Kind, um das Geschwätz der Menschen wollen wir uns heute noch nicht grämen," wehrte er. „Niemand weiß, was die Zukunft bringt, wir wollen mit jeder Stunde geizen, die wir noch zusammen sein können."
Zweites Kapitel.
Schreckenstein bewies durch die Tat, wie ernst es ihm mit diesem Ausspruche gewesen war. Zürnend lehnte er