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am 10/12. für Königlichen Förster Kurth in Bengendorf.

15/12. Königlichen Hilssjäger Kranz in Philipp«, thal.

19/12. von Baumbach'schen Unterförster Johanne« Kegelmann zu Frielingen.

B. Tagesjagdscheine.

am 10/12. für Basaltwerkbesttzer H. M. Voelker in Vacha Verw-Bez. Dermbach.

12/12. Rittergutsbesitzer K. Merkel in Heiligen- rode bei Vacha.

22/12. Landwirt Walter Rüger in Unterweisen­born.

26/12. Referendar Friedrich Anhalt in Eisenach. cand. jur. Friedrich Volland daselbst. Hersfeld, den 13. Januar 1904.

Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierung« Rat.

In der mit Genehmigung der Herrn Regierungs- Präsidenten eingerichteten Lehrschmiede der Husbeschlag« Lehrmeister« Carl Ebel zu Wommen im Kreise Eschweg« beginnt mit dem 23. Januar d. Jr. ein neuer LehrkursuS. Die Dauer desselben beträgt 2 Monate, die Abgangr-Prüfung erfolgt am 23. März 1904. Zu jedem Kursus dürfen 6 Schüler zugelaffen werden und können jetzt noch 4 Personen Aufnahme finden. Zur Ausnahme sind erforderlich: a. ein polizeiliches Führungs-Attest und b. der Nachweis über die praktische Ausbildung als Hufbeschlagfchmied.

Der im Voraus an den Hufbeschlag-Lehrmeister zu entrichtende Beitrag beträgt 50 Mark. Das nötige Eisen und die erforderlichen Kohlen liefert derselbe. Für Wohnung und Beköstigung sorgt jeder Schüler selbst. Die Lehrschmiede ist berechtigt, Prüfungszeugnisse auszu- stellen, von deren Beibringung der Betrieb des Huf- beschlag-Gewerbes abhängig ist. Die von jedem Schüler zu entrichtende Prüfungsgebühr beträgt 10 Mark. Anmeldungen sind an den obengenannten Lehrschmiede- meister zu richten. Eschwege, den 12.Januar 1904.

Der Königliche Landrat. v. Keudell.

Zugelaufen:

Ein weißer Hund mit braunen Flecken. Meldung bei dem Ortsvorstand in Schenklengsseld.

Nichtamtlicher Teil.

Der preußische Landtag, das Herrenhaus und das im vorigen Herbst neugewählte Abgeordnetenhaus, sind am Sonnabend unter günstigen Zeichen zu einer neuen Legislatur-Periode zusammen« getreten. Die Eröffnungsfeier erhielt dadurch eine be­sondere Bedeutung, daß der König selbst die Thron« rede mit lauter, vernehmlicher Stimme vorlaS, ein Beweis, daß sich unser Landesherr von der am 7. November vorgenommenen Hals-Operation völlig erholt hat. Diese erfreuliche Tatsache kommt auch in der Thronrede zum Ausdruck. Die Urkunde beginnt mit einem tiefempfundenen Dank des Königs gegen die göttliche Vorsehung, die ihm eine schnelle Genesung schenkte, und dem Dank gegen sein Volk, das ihm in allen seinen Schichten voll inniger Teilnahme die Treue bewahrte, die in guten und bösen Tagen Preußen- König und Volk untrennbar verbindet. Die Thronrede geht sodann auf die zahlreichen und schwerwiegenden

sagte er einfach.Wo alle gehen, soll ich hinter dem Ofen hocken? Dann würdest du mich selbst nicht mehr lieben. Gott wird mich schützen!" fügte er hinzu und faltete die Hände,ich hoffe fest, daß du einst mein eigen werden wirst." Diese Hoffnung betrog ihn nicht, er kehrte unversehrt aus den mörderischen Schlachten zurück und führte die Tochter des Försters heim. Später, als sie schon lange miteinander verheiratet waren, hat sie ihm einmal erzählt, wer eigentlich den Bedienten, Jean Testat, erschaffen habe, und ihr Mann hat sie nie des­halb getadelt.

Gleichfalls für den Kampf um das Vaterland ge­rüstet, erschien Kaschke, die nie fehlende Büchse auf der Schulter.Behüt' Sie Gott, Herr Baron," sagte er schlicht,ich trete bei den Lützowschen Jägern ein. Die Frau Baronin nimmt meine Anna mit nach Berlin, mein Kind bleibt in Ihrem Hause, so ist für sie gesorgt. Ich weiß, Sie werden sie nicht verlassen, auch wenn ich falle."

Tief bewegt umarmte der Baron den Mann, der ihm in den Zeiten der Trübsal und des Elends ein Freund geworden war.Auch du, mein Getreuester von allen!" klagte er, und die Tränen standen ihm in den Augen. Von dir wird mir der Abschied schwer. Gott schütze dein teures Leben, daß wir uns wiedersehen mögen!"

Die beiden Männer hielten sich fest umschlungen, eine tiefe Rührung bemächtigte sich aller Anwesenden, die Frauen schluchzten leise in ihre Schürzen hinein. Endlich trat der alte Sendukat heran und sprach mit bewegter Stimme:Herr Baron, hier sind meine sechs Söhne. Fünf gehen mit, und nur einer muß hier bleiben, weil er einen steifen Arm hat und kein Gewehr mehr regieren kann. Aber wenn Sie nun nach Berlin reifen, vielleicht auf lange Zeit, so werden ich und mein Aeltester über Ihr Eigentum wachen, als wäre es das unsere, und wehe dem, der auch nur eine Kartoffel von Ihren Feldern stiehlt!" Er sah sich drohend im Kreise um.

Aufgaben über, die Ken Landtag in dieser Tagung be­schäftigen werden.

Die Finanzlage des Staates wird als günstig bezeichnet, und zwar werden positive Tatsachen dafür angegeben. Die wirtschaftliche Depression ist überwunden. Der Verkehr der Staatsbahnen hat sich gehoben, und damit sind die Einnahmen des Staates gewachsen. Die Rechnung des Jahres 1902 hat günstig abgeschlossen. Der für das Jahr 1903 bewilligte Staatskredit von 7g Millionen Mark wird voraus­sichtlich nicht in Anspruch genommen; es wirb sich viel­mehr ein Ueberschuß ergeben. Auch der Staatshaushalt für 1904 wird im Gleichgewicht bleiben, trotzdem zur Erfüllung von Kultur-Aufgaben wieder große Ausgaben vorgesehen sind. Mit Genugtuung ist es zu begrüßen, daß der Staat als größter Arbeitgeber fort« fährt, eine weitgehende sozialpolitische Für­sorge zu betätigen. So ist den Bahnwärtern eine Gehalt-Erhöhung zugedacht. Ebenso werden die WohnungS-Verhältnisse der in Staats- betrieben beschäftigten Arbeiter und der Unter- beamten weiter verbessert werden.

Unter den Landwirten wird es gewiß beifällig ausgenommen werden, daß wieder reichliche Beiträge für die Erweiterung des Bahn-Netzes und zur Unterstützung von Kleinbahnen aus­geworfen sind; werden doch die Kleinbahnen haupt­sächlich gebaut, um den Landwirten den Absatz ihrer Erzeugnisse zu erleichtern. Im übrigen erkennt die Thronrede an, daß die landwirtschaftliche Bevölkerung aller Provinzen tatkräftig bestrebt ist, die Errungen­schaften von Wissenschaft und Praxis zu nützen und so im harten Kampfe die Erträgnisse des Bodens zu mehren. Dies Lob aus dem Munde des Königs wird unsere Landwirte umso mehr mit Stolz erfüllen, als ihnen von gegnerischer Seite fälschlicher Weise immer Rückständigkeit vorgeworfen wird.

Einen Hauptgegenstand bet Beratungen des preußischen Landtages werden die Vorlagen zur Verhütung von Hochwasser-Katastrophen und zur Er­gänzung der Binnen-Wasserstraßen bilden. Die Thronrede gedenkt mit schmerzlicher Teilnahme der Heimsuchung mehrerer östlichen Provinzen, namentlich Schlesiens, durch verheerende Hochwasser und kündigt einen Gesetzentwurf an, worin für eine Verbesserung der Vorflut an der untern Oder und Havel sowie an der Spree die Mittel gefordert werden. Ein weiterer Gesetzentwurf für die Regelung der Hochwasser-Ver­hältnisse an der obern und mittlern Oder wird vor» bereitet. Auch die Freihaltung der Ueberschwemmungs- GebietS der Flüsse soll gesetzlich geregelt werden. Wegen bet großen Kosten, die der unaufschiebbare Schutz gegen Hochwasser-Gefahren verursacht, beschränken sich die Forderungen für den Ausbau der Wasserstraßen auf die dringlichsten: auf den Großschiffahrtsweg Berlin- Stettin, die Kanalisierung der Oder von der Mündung der Glotzer Neiße bis Breslau, die Verbesserung der OderWeichsel-Wasserstraße, einschließlich der Warthe, und auf die Herstellung einer Wasserstraße vom Rhein bis nach Hannover. Die Thronrede erblickt in der Ausführung dieser Vorlagen mit Recht eine der volks­wirtschaftlich wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Zwei großen Staatsinteressen wird in gleichem Maße gedient werden: dem Schutz und der Förderung, deren die Landwirtschaft bedarf, wie der Sicherung und Befestigung der Stellung, die sich Handel und Industrie in rastloser Arbeit erungen haben.

Die Mitglieder beS Herrenhauses haben ihr neues

Das. tun wir nicht!" erscholl es ringsum.Das Eigentum des guten Barons wollen wir ehren!" riefen alle.

Durand dankte dem Alten freundlich, dann kehrte er mit seinem Freunde Brandenstein in das Schloß zurück, er gab nun viel zu ordnen und zu besprechen. Die Leute zerstreuten sich, und der Tag, der mit Mord und Greuel zu beginnen gedroht hatte, war für alle ein er­hebender Freudenlag geworden. Als am Nachmittag die kampsesmutige Schar singend zum Dorf hinausmarschierte, um in Rastenburg in Reih' und Glied gestellt zu werden, zog sie auch an dem Hause des Schneiders vorbei, und ein Hohngelächter unterbrach den Gesang. Petereit aber lag tief im Bett, unter Federkissen vergraben, und schwitzte gewaltig, hauptsächlich aber aus Angst, man könnte ihn doch noch zum Soldaten pressen wollen.

Sie zogen aus, und sie kamen alle wieder, nur Lauckner nicht. Er fiel in der Schlacht bei Leipzig. Kaschke focht neben ihm, er fing den Wankenden auf und trug ihn aus dem Getümmel unter einen Baum, wo er ihn sanft nieberlegte.Grüße den Baron von Durand," flüsterte der Sterbende,und sage ihm, ich hätte meine Schuld gegen ihn mit meinem Leben an das Vater­land bezahlt."

Werd'« bestellen, braver Kamerad!" antwortete der Förster und drückte ihm die Augen zu.Auf Wieder, sehen im Himmel!" Mit diesen Worten eilte er in die kämpfenden Reihen zurück und half die Völkerschlacht zu Ende schlagen.

Ehe Baron von Durand mit seiner Mutter Schloß Falkenwalde verließ, um nach Berlin zu reisen, sandte er noch einen Boten nach Groß Rauschen zu Klementine und Jadwiga.

Als der Bote Jadwiga im Auftrag« von Herrn von Durand selbst zu sprechen begehrte, erschrak sie, denn sie vermutete natürlich nur eine scharfe Strafe für ihr ge- hässige« Betragen. Der Mann überreichte ihr einen

Heim an der Leipzigerstraße bezogen, da« mit dem Rücken mit dem Abgeordnetenhaus« in der Prinz Albrechtstrabe zusammenstößt. Möge diesem Wunsche der Thronrede wollen wir uns anschließen der ge­meinsamen Arbeit an gemeinsamer Stätte ein voller Erfolg beschieden sein I

Politische Nachrichten.

Berlin, 17. Januar.

Se. Majestät der Kaiser machte Sonn­abend nachmittag eine Ausfahrt, besuchte das Atelier von Prof. Karl Segas und besichtigte am Großen Stern im Tiergarten eine Kuliffenmalerei des dort auszu- stellenden HubertuSbrunnens.

Heute fand im Königlichen Schlosse zu Berlin bas Krönungs- und Orden » fest statt.

Die heutige Eröffnungssitzung des Ab- geordneten Hauses war stark besucht. Vor Er, öffnung herrschte eine lebhafte Unterhaltung. Eine An­zahl Abgeordneter war in militärischer ober Hofuniform erschienen. Der Alterspräsident Abg. Schaffner (nl.) eröffnete die Sitzung mit der Mitteilung, daß er am 25. Februar 1822 geboren sei, der Abg. Dr. Szumann aber am 22. Februar dess. Jahre«. Dieser habe das Amt des Alterspräsidenten auf ihn übertragen. Redner gedachte der Krankheit Sr. Majestät des Kaisers und König«, gab der Freude des Hauses über die Genesung Ausdruck und schloß mit einem Hoch, in das alle An- wesenden begeistert einstimmten. Zu vorläufigen Schrift- führern ernannte der Alterspräsident die Abgg. v. Bockelberg, v. Hagen, Dr. Jderhoff und Jürgenfen, weiter gedachte er des Todes des Abg. v. Glebocki, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von ihren Plätzen er­hoben. Schließlich teilte der Präsident mit, daß bisher 363 Mitglieder in baS Haus eingetreten seien und die Vereidigung demnächst stattfinden werde. Der Montag solle für die Prüfung der Wahlen frei bleiben. Ein Antrag des Abg. v. Heydebrand, Montag eine Sitzung abzuhalten, wurde abgelehnt, die nächste Sitzung wird also Dienstag, 11 Uhr, beginnen. (Wahl des Prä­sidiums. Einbringung des Etats.) Schluß %1 Uhr.

In der bayerischen Kammer der R«tchrräte hat der Reichsrat Graf M o y den Antrag gestellt: Die Kammer der Reichsräte wolle beschließen, es fei der Königlichen Staatsregierung zur Erwägung zu geben, ob nicht im Interesse des religiösen und politischen Frieden» eine Aenderung des dem Landtage vorgelegten Wahlgesetzentwurss dahin vorzunehmen sei, daß das Wahlrecht der Geistlichen aller Konfessionen ausgeschlossen oder beschränkt werde.

(Vom H e r e r o - A u f st a n d.) Die aus Wind- huk, 14. Januar eingetroffenen Nachrichten bezeichnen die Lage von Okahandja und Windhuk als sehr ge­fährdet ; ste lauten :Okahandja i st schwer be­drängt. Ersatzversuche von Windhuk aus waren ge« scheitert. Windhuk selbst sehr bedroht. Zahlreiche Verluste. Landsturm eingezogen. Sofortige Hülse erbeten. HereroS durch Plünderung gut beritten und bewaffnet." Aus Swakopmund wird vom 16. b. M. Morgens gemeldet, daß ein Angriff aufOtjimbiname noch nicht stattgefunden habe, daß aber ein Trupp Eingeborener von Okanijawo und Johann-Albrechtshöhe auf Karibib in Anmarsch sei, und daß weitere 25 Mann der Reserven zur Ver- stäikung der Bahnstationen und Karibibs entsandt seien. Ferner wird gemeldet, die von Swakopmund abge»

Brief, aus dem eine große Summe Geldes in Scheinen herausfiel. Frau Baronin selbst hatte einige gütige, verzeihende Worte geschrieben, mit der Bitte, die Summe als Geschenk anzunehmen für die erste Zeit der Heimat« losigkeit, da doch Groß-Rauschen verkauft werden mußte.

Mit einem letzten Rest von Stolz packte Jadwiga bas Geld zusammen, siegelte es ein und gab es dem Boten wieder mit.Sagen Sie der Frau Baronin, ich würde Lockvogel in einer Spielhölle in Warschau und träte bereits am 1. April meinen Posten dort an I" rief sie mit grimmigem Hohn dem Boten zu.Sie möchte ihr Geld selbst behalten, für mich ist gesorgt!"

(Schluß folgt.)

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Eineauthentische" Schulgeschichte wird der Neum. Ztg. aus Landsberg a. W. erzählt: In der deutschen Stunde fragte der Lehrer eine Schülerin, ob sie wohl einen Satz bilden könne, in welchem das Ver­hältniswortvon" mit einem persönlichen Fürwort ver» bunben sei. Die Schülerin schweigt; der Lehrer hilft ihr:Von Dir will ich nicht gehen, bis Du einen paffenden Satz weißt." Prompt erwiderte die höhere Tochter:Hebe Dich weg von mir, Satan."

Auf gräßliche Weise hat in W ü r z b u r g der Student der Rechte Reder aus Gerolzhofen Selbstmord verübt. Er öffnete sich die Pulsadern und tötete sich dann durch Schüsse in Unterleib und Kopf.

(Verbrechen imEifenbahnzug) Nach Meldungen, die in W a r f ch a u aus Szrzygy eingetroffen sind, wurden dort die Kondukteure eine» Perfonenznges verhaftet. Sie waren beschuldigt, während der Fahrt ein alleinreisende« Mädchen überfallen und zum Eoupd» fenfier hinauSgeworfen zu haben; die Unglückliche wurde tot auf den Schienen liegend gefunden. Ein Reisender hatte den Vorgang mit angesehen und zur Anzeige gebracht.