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Jicnffaq Ute 19. Januar

M4

Amtlicher Teil.

Die Mitglieder des Zweigvereins vomRoten Krenz"

(Männerverein) werden hierdurch auf

Freitag den 29. Januar er.

Nachmittags 4 Uhr

in das Sitzungszimmer des Königlichen Landratsamtes hier zu einer Generalversammlung eingeladen:

T a g e s o r d n u n g.

1. Rechnungsablage.

2. Beschluß über die Verwendung von Vereinsmitteln und die Tätigkeit des Vereins im Fall einer Mobil­machung.

3. Besprechung über Vereinsangelegenheiten im Allge­meinen.

Etwaige Anträge bezüglich sonstiger zur Beratung zu bringenden Gegenstände müssen spätestens Tags zuvor bei dem Unterzeichneten schriftlich eingereicht werden.

Hersseld, den 18. Januar 1904.

Der Vorsitzende Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Berlin, den 17. Dezember 1903.

Ein in neuerer Zeit vorgekommener Fall gibt mir Anlaß, daraus aufmerksam zu machen, daß die Polizei­behörden verpflichtet sind, zur Ermittelung vermißter Personen hilfreiche Hand zu bieten. Werden Anträge auf Nachforschungen nach solchen Personen von legi­timierten Angehörigen gestellt, so ist ihnen sofort zu ent­sprechen, falls nicht etwa die zur Begründung des An- träges vorgebrachten Tatsachen hinsichtlich ihrer Nichtigkeit begründeten Zweifel unterliegen, oder andere Umstände ein amtliches Eingreifen einstweilen untunlich erscheinen lassen. Aber auch in diesen Fällen ist nicht ohne weiteres eine endgültige ablehnende Antwort zu erteilen, die leicht zu Mißdeutungen Anlaß geben könnte, sondern es sind zunächst mit möglichster Beschleunigung die zur Ausklärung des Sachverhalls erforderlichen oder die sonst geeigneten Schritte zu tun. Daß dies geschieht, ist den Antragstellern zu eröffnen. Die Polizeibeamten haben sich den hilfesuchenden Personen gegenüber eines dienstbereiten Entgegenkommens zu befleißigen. Werden

Ohne furcht und Cadcl.

Erzählung von Lucie I d e l e r.

(Fortsetzung.)

Während aller dieser Vorgänge stand der Schmied regungslos, wie ein Steinbild, er konnte es nicht fassen, nicht begreifen. Das war der Baron von Durand, den er gehaßt hatte um seinen vermeintlichen Vaterlands­verrat, so gehaßt, daß er ihn hatte ermorden wollen?!

Wie ein vom Blitz gefällter Baum stürzte Lauckner vor dem Baron in die Kniee, vor demselben Mann, den er soeben noch mit dem Tode bedroht hatte, er erfaßte die einzige Hand Durands und preßte seine Lippen darauf, während eine brennend heiße Reueträne darüber hinwegrollte.Ich bitte um Vergebung!" stammelte er, wenn es noch möglich ist!"

Durand löste sanft seine Hand aus den zuckenden Fingern des erschütterten Mannes und legte sie segnend aus das schwarze, krause Haar.Dir ist vergeben!" sagte er mild.Du warst niemals mein Feind, und du ließest dich nur durch andere täuschen. Und so wie ich dich kenne, wirst du einer der ersten sein, der von diesen Waffen Gebrauch macht, um das Vaterland von den Franzosen zu befreien." Er wies auf die Gewehr­pyramiden in der Halle, die sich von Minute zu Minute vergrößerten.

Sie sollen sich nicht in mir geirrt haben, Herr Baron!" sagte der Schmied entschlossen und stand auf. »Ich mache von Ihrer Güte Gebrauch." Dann trat er

Anträge jener Art bei einer unrichtigen Stelle (Bureau, Einzelbeamter u. dergl.) angebracht, so sind sie nicht etwa ohne weiteres unter Berufung auf die Unzuständig­keit abzuweisen, sondern es sind die Antragsteller über die zuständige Stelle zu belehren und letztere ist von dem Vorkommnis in Kenntnis zu setzen.

Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, die Polizei­behörden des dortigen Bezirks gefälligst hiernach mit Weisung zu versehen.

Der Minister des Innern. gez. v. Hammer sie in. An den Herrn Regierungs-Präsidenten zu Caffel. IIa 9417.

*

Caffel, den 6. Januar 1904.

Abschrift zur gefälligen weiteren Veranlassung.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: M ej e r.

An die Herren Polizei-Direktoren hier, in Hanau und Fulda sowie an die Herren Landräte des Bezirks. A. II. 17410.

* *

Hersfeld, den 13. Januar 1904.

Vorstehendes wird den OrtSpolizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mitgeteilt.

I. I. 269. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer NegierungS-Rat.

Die Zahl der unbegründeten Berufungsklagen bei dem unterzeichneten Schiedsgerichte hat namentlich in den letzten Monaten eine ganz unverhältnismäßig« Zunahme erfahren, was großenteils auf eine einseitig und un­zweckmäßig erfolgte Belehrung der Rentenbewerber zurück- zuführen sein wird. Durch die unbegründeten Klagen entstehen den Rentenbewerbern nicht nur erhebliche Kosten, j. B. für Anfertigung der Schriftsätze und für Wahr­nehmung der Termine, sondern auch vielerlei Unan­nehmlichkeiten und Zeitverluste.

Um die Beteiligten hiervor tunlichst zu bewahren und ihnen zugleich in erhöhtem Maße die Möglichkeit zu geben, ihre Anträge nach zweckmäßiger, dem Gesetze entsprechender und zugleich kostenfreier Belehrung anjubringen, werden von jetzt an die Geschäftsstunden des Schiedsgerichts in der Art erweitert, daß nicht nur werktäglich von 9 b i s 3 Uhr, sondern auch werktäglich von 6 biS 8 Uhr Abends Berufungen und sonstige Anliegen in den Geschäfts­räumen des Schiedsgerichts in Caffel, Kölnische

aus Graumann zu.Und melde mich zum Eintritt in die Armee bei unserem Ortsvorstand."

Der Schulze reichte ihm freundlich die Hand.Will« kommen! Mach' dich fertig, nachmittag marschieren wir alle nach Rastenburg ab."

Lauckner musterte mit Kaschke zusammen Waffen und Uniformflüde und hatte bald gefunden, was er brauchte. Während er sich ankleidete, flog ein lustiges Scherzwort von den Lippen des sonst so finsteren Mannes, seine Seele war befreit von der ungeheuren Sünde, die er hatte auf sich laden wollen.Diese Blutschuld hätte ich niemals, niemals wieder abwaschen können!" dachte er schaudernd.

Die Soldaten begrüßten ihn freundlich, und der Förster schüttelte ihm die Hand.

Daß du kommen würdest, Lauckner, wußte ich im voraus!" sagte er, und die Anerkennung, die in diesen wenigen Worten lag, röteten die Wangen der Mannes in stolzer Freude.

Wo ist denn der Schneider?" fragte er,er wollte ja der erste sein, der da mitzöge, wenn der Krieg gegen die Franzosen wirklich auSbräche."

War das der schmächtige Kerl mit dem roten Zickel­bart?" fragte einer der Soldaten.Der lief vorhin eilig durch das Hostor, und als ich ihm zurief, er solle hier bleiben, der König von Preußen brauche j.tzt Männer, rief er mir zurück, er hätte eine starke Familie, die er nimmermehr verlassen könne, und hätte außerdem das Zipperlein, er wäre doch zum Soldaten untauglich!"

Dies« Antwort rief ein schallendes Gelächter hervor,

Straße No. 281, Zimmer No. 1 kostenfrei entgegen« genommen werden.

Caffel, den 7. Januar 1904.

Der Vorsitzende des Schiedsgerichts für Arbeiterver« sicherung für den Regierung« Bezirk Caffel und das Fürstentum Waldeck.

- In Vertretung: Hoch«, Regierungsrat.

Im Monat Dezember 1903 sind dahier für die nach« bezeichneten Herren Jagdscheine ausgefertigt worden.

A. Jahresjagdscheine.

a. entgeltliche.

am 2/12. für Schreiner Jakob Nieding in Gittersdorf.

7/12. Gutsbesitzer Adolf Reinhard in Unter« weisenborn.

8/12. Königlichen Oberlandmeffer Breitung in Hersfeld.

9/12. Versicherungs-Jnspektor J. H. Stelzner in Hersfeld.

Ludolf Schuchard, Kaufmann in Nied«r- aula.

Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Stern in Hersfeld.

10/12. Gastwirt Peter Mosebach in Aurbach.

Landwirt Georg Winkelhardt in Lengers.

Gastwirt Heinrich Eichmann in Meng»- hausen.

11/12. Schneider Johannes Rosenthal in Ran«, bach.

12/12. Königlichen Hauptmann Erxleben in Hersfeld.

16/12. Verwalter Johannes Bock in Hattenbach.

18/12. Oekonom August Hoßbach zu Hof Weisen­born.

20/12. AmtSrat Georg Freise zu Bingartes.

28/12. Gutsbesitzer Hellmuth Rechlin zu Hof Hälgans.

Bierbrauereibesitzer Wilhelm Sleinweg in Hersfeld.

31/12. Oekonom August Braun in Hersfeld.

b. unentgeltliche.

am 8/12. für Königlichen Forstaufseher Rüthnick in Kirchheim.

10/12. Königlichen Forstmeister Jordan in Hers- selb.

der Schmied aber schämte sich.Maulheld!" sagt« er, erbärmlicher Kerl! und auf den konnte ich auch nur einen Augenblick hören!"

Dann trat er gewaffnet und gerüstet vor den Baron von Durand.

Ich komme, um Abschied zu nehmen, Herr Baron," sagte er,und bitte noch einmal herzlich um Vergebung für das, was ich im blinden Unverstand getan habe und noch tun wollte. Die Güte, die Sie mir erwiesen haben, werde ich mit Leib und Leben dem Vaterland« zurück­zahlen. Ich komme als Sieger wieder oder gar nicht."

Leb' wohl, Kamerad," entgegnete Durand herzlich. «Schulter an Schulter kann ich nicht mehr mit dir fech­ten," er betrachtete wehmütig seinen Armstumpf,aber meine Gebete werden dich begleiten."

Das Gebet des Gerechten vermag viel!" antwortete Lauckner ernst.

Auch Brandenstein reichte Lauckner die Hand.Gehe mit Gott. Herr von Durand reist jetzt nach Berlin, sein König ruft ihn dorthin. Er kann nicht mehr fechten, aber er soll mit seinem klugen Rat den Obersten im Lande beistehen, denn er hat sich nicht nur treu, sondern auch klug erwiesen, und auch solche Männer sind jetzt viel wert. In einigen Tagen reist er ab und nimmt seine Frau Mutter mit."

Glückliche Reise!" sagte der Schmied und salutierte. Dann stellte er sich neben Graumann auf und wartete auf seine Kameraden.

Der junge Obornik löste sich aus den Armen seiner weinenden Braut.Ich kann nicht bleiben, Anna,"