schwächer ist durchfallen lassen. Dnf den meisten Gütern, welche Röbersche Windfegen benützen, dürste die Nach- tchchaffllng dieser 2 Siebe in Erwägung zu ziehen sein.
Da* Vertilge« der Kleefelde.
Kleefelde kann nicht vertilgt werden, ohne gleichzeitig die damit befallenen Gras- und Kleepflänzchen zu vernichten. Ist die Verbreitung der Seide gering, so ist ^raushacken derselben und Umgraben der befallenen Stellen mit nachfolgender Neuansaat der Leerstellen oft ausreichend, um dieses Feinde» Herr zu werden, sofern die Arbeit pünkt- kch gemacht wird. Man muß die betreffenden Stellen weiter hinaus umgraben, als die Seide sichtbar ist. Die herausgehackten Seidepflanzen werden an Ort und Stelle mit Stroh und Petroleum verbrannt, damit die Seidesamen »tcht verschleppt werden. Man dünge die betreffende Wiese recht kräftig mit Holzasche, mit Gülle, welcher Eisenvitriol zugesetzt ist bis zur Geruchlosigkeit, oder mit Thomasmehl imd Katnit, dann wird die Seide von dem stärkeren Futter ta Schranken gehalten, wenn auch nicht vertilgt. Ist aber die Wiese auf der ganzen Fläche von Seide durchsetzt, dmm bleibt nur Umbruch und Neuanlage übrig, welche »ach ein- bis zweijährigem Hackfruchtbau wieder erfolgen kann. Setdehaltiges Futter wird die Krankheit insofern stets weiter verbreiten, als die darin enthaltenen Seide- samen von den Tieren nicht verdaut, mit dem Mist also stets wieder auf Felder und Wiesen gebracht werden. Seidenhaltige Stellen auf Wiesen und Kleefeldern sollten dtthalb stet« abgemäht werden, ehe die Seide zur Blüte eher gar zur Samenreife gelangt.
Nicht genügend trocken eingefahrenes Den macht auf dem Boden noch einen so scharfen Schwitzprozeß durch, daß es dabei nicht selten zu Entzündung und offenem Feuer kommt. Darum soll der Landwirt die ersten Wochen »ach der Heuernte seine Vorräte fleißig revidieren. Ist ein Heuvorrat durch brandigen Geruch und Hitzentwicklung »erdächtig, so schließe man von ihm nach Möglichkeit alle gugluft ab und unterlasse vor allen Dingen alles Arbeiten »nd Lockern im Heu. Das Sicherste ist, unter Anwendung aller Vorsichtsmaßregeln, das verdächttge Heu vom Boden hinunter und ins Freie zu schaffen. Eine druckberette Spritze muß aber dabei unbedingt zur Hand sein, um etwa aufzüngelnde Flammen sofort ersticken zu können.
Da« von Düngerstätten.
Wer in verschiedenen Wirtschaften seine Beobachtungen p mache» Gelegenheit hatte, wird mir zugeben, daß der Bau der Düngerstätten sehr oft zu wünschen übrig läßt. Die eine Dunggrube liegt flach, so daß nach wenig Tagen schon der Dünger entweder mühsam hochgetürmt werden muß oder in dünner Lage einen gewaltigen Raum beansprucht und dann natürlich in Sommerzeiten sehr austrocknet, die andere bildet eine tiefe Grube, in welcher der Dünger »ersäuft, weil öftere nicht einmal eine besondere Güllen- grube geschaffen ist und die Düngergrube zugleich als Güllensee ihren Zweck erfüllt, und aus welcher Grube bann der Dünger nur mühsam ausgefahren werden kann. Die eine Düngergrube hat ein Pflaster, das nie rein zu machen ist, weil die Steine im Laufe der Jahre kugelig geworden sind, so daß Mensch und Tier meist nach der Düngerabfuhr sich lahm getreten haben, andere Dungstätten basieren auf der bloßen Erde und gestatten bei Regenwetter richt wohl die Abfuhr des Düngers. Ich möchte nun verfugen, eine Dungstätte zu schildern, welche nach meiner Ansicht allen Anforderungen entspricht, die man an eine zweckmäßige Düngerstätte stellen kann.
In der Ausdehnung dürste für das Stück Großvieh etwa 3 qm Grundfläche genügen, auch wenn zeitweise der Dünger länger als zwei Monate nicht abgefahren werden kann. Ein Haupterfordernis wird zu nennen sein, daß die Dunggrube eine feste Sohle erhält mit Gefalle nach einer Stelle, an welcher die Güllengrube angelegt wird, aus der durch die Pumpe die Jauche in ein möglichst nah' anzufahrendes Faß gepumpt werden kann. Es ist eine solche Dungstätte jedenfalls von drei Seiten zugänglich zu machen und zwar folgendermaßen:
1. An der Stallseite sei die Grube durch eine 1 bis 1*/« m hohe Mauer abgeschlossen, deren oberer Rand in Höhe der Stallsohle liegt. Der Stallschweizer darf dann anfangs nur längs der Mauer umkippen und darf seinen Dung nur bei sehr langer Lagerung, also wenn der Dünger über 1V< m hoch gelagert ist, in die Höhe schieben.
2. Die eine Sangfette erhält die Jauchepumpe mit Abführung außerhalb der Dungstätte, während
3. die der Stallung gegenüberliegende Seite zur Dünger- abfuhr benützt wird. Es kann in solchem Falle Jauche und Dünger zu gleicher Zeit gefahren werden, ohne daß die Fuhrwerke sich gegenseitig im Wege sind.
Die Grubensohle erhält nach der Mitte der einen Langseite hin ein allseitiges geringes Gefällt, da hier die Güllengrube anzulegen ist. Als Grund ber. Dungstätte hat sich Steinplattenboden oder noch besser Zementbeton bewährt. Da« Gefalle darf nicht stark sein, damit die Gespanne den nötigen Halt fassen können und daß der gelabene Wagen nicht gegen die Güllengrube schiebt (Winterszeit).
Die mir als Vorbild dienende Dungstätte hat an der Stallseite eine Mauer von 1'/« m Höhe, ist etwa 16 m lang und 8 m breit und hat etwa 25 cm Gesälle auf je 8 m; die Längsseiten sind je durch eine sich verjüngende Mauer gebildet. Die Lage ist ebenfalls, wie in der Frage
bedingt ist, an der Klebelseite der Stallung. Eine Verschiebung obiger Zahlen läßt sich natürlich je nach den besonderen Verhällnissen leicht ausführen.
Wenn nun der Schweizer seinen Dunghaufen längs der einen Settenmauer in einer Breite von 61/. m (Güllen- grubenseite) anlegt, so kann der Wagen stets dicht herangelassen werden, so daß die Ausladearbeiten die denkbar bequemsten sind, wie ja auch der Schweizer selbst sehr leicht arbeitet. Ein richtiges tägliches Auseinanderlegen und Festtreten de« Düngers verhindert Verluste durch Austrocknen oder Schimmelbildung (infolge etwaiger Hohlräume) und erleichtert später die Arbeiten beim Ausfahren des Dünger«.
Nicht unzweckmäßig ist es, schreibt Verwalter Pfleiderer, Schafhof Kupferzell in der Jll. Landw Ztg., wenn bei einer Neuanlage hart an der Dungstätte an geeigneter Stelle ein Leuteabort vorgesehen wird.
* M Viehzucht. ^ |
Zahntehler bei Pferden.
Wenn Pferde Fehler an den Backzähnen haben, so können sie infolge großer Schmerzen beim Kauen den Eindruck von dummkollerigen Pferden machen, schreibt Dr. St. im „Schw. B.": Sie setzen nämlich beim Fressen zuweilen aus, lassen dabei den Kopf hängen, wie es die mit Dummkoller behafteten Pferde zu tun pflegen. Sobald die fehlerhaften Zustände an den Backzähnen längere Zeit bestehen, dann werden die Tiere derart kraftlos, daß sie kaum ihre Arbeit verrichten können und längerer Ruhepausen bedürfen. Würde man aber bei diesen Tieren die Backzähne näher untersuchen, so würde man vielfach abnorm gewachsene Zähne oder scharfe Zahnränder finden, und zwar im oberen Kiefer auf der äußeren und im Unterkiefer auf der inneren Seite. Die scharfen Zähne im Oberkiefer werden die Backen und die des Unterkiefer« die Zunge beim Kauen verletzen müssen. Diese scharfen Ränder zu entfernen, ist gar kein großes Kunststück. Es genügt hierzu eine Feile, nur hat man große Sorgfalt darauf zu verwenden, daß die Zunge nicht verletzt wird. Sitzen scharfen oder fehlerhaften Zähne weiter hinten, dann überläßt man diese Operation einem Fachmann. Sind die die Hindernisse beseitigt, dann kann sich der allgemeine Zustand rasch bessern, die Pferde werden wieder munter, tragen den Kopf hoch, und der dummkollerähnliche Eindruck verliert sich.
Die Milchergiebigkeit bet K«h läßt sich nach einer Reihe von äußeren Erscheinungen beurteilen. Das Euter soll kräftig ausgebildet sein, ohne daß dies jedoch durch Fleischbildung hervorgerufen ist. Es soll mit einem Netz von feinen, knotigen Adern bedeckt sein. Die Haut, das Haar, Hörner und Klauen müssen fein sein. Die Haut soll sich leicht mit den Fingern vom Körper abheben lassen und sich dünn anfühlen. Das Haar muß glänzen, nicht zu lang sein und glatt anliegen. Eine tiefe und breite Brust soll auf gut entwickelte Atmungs- organe schließen lassen. Der Knochenbau ist zwar fein, aber dabei nicht überbildet. Der Leib soll breit und tonnenförmig vom Rücken ansetzen, dabei aber nicht zu tief zum Erdboden herabhängen. Das Becken breit und nicht spitz nach hinten steil abfallend. Die Milchader, die unter dem Bauch nach dem Euter führt, und die Milchgruben, das heißt die Stelle, an welcher die Milchader aus dem Bauche Heraustritt, sollen stark und mächtig entwickelt sein.
Sei S«llenkälher« ist, wenn irgend möglich, dafür zu sorgen, daß die Kälber nicht angebunden, sondern, wenn auch in einem noch so kleinen Stutz, sich frei bewegen können. Im Sommer ist den Kälbern durch Einrichtung eines Laufstalles im Freien täglich für ein paar Stunden Bewegung zu verschaffen. Dies ist besonders für die Ausbildung des Brustkorbe« von größter Bedeutung. Dadurch, daß die Kälber im Freien springen, und die Lunge stärker arbeiten und stch ausdehnen muß, wird die tonnenförmige Wölbung der Rippen ganz besonders begünstigt. Außerdem ist vor allen Dingen auch durch reichliche trockene Streu, letztere hauptsächlich des Nabels wegen, welcher bei nasser Streu häufig zum Verdicken und Eitern kommt, und tägliches Putzen zum Gedeihen der Tiere beizutragen.
Sei Mastschweine«
stellt sich häufig eine Unlust zum Fressen ein, und infolge dessen findet eine Gewichtsabnahme statt. Ein einfache« und erprobtes Mittel, den Tieren die Freßlust wieder zu verschaffen, besteht darin, daß man ihnen täglich zwei Hände voll gesalzenen Hafer verabreicht. Man nehme für zwei Tage Haferrationen, schütte sie derartig in ein Gefäß, daß zwischen jede Schicht Hafer eine dünne Lage Salz gestreut wird und gieße nach dem Niederdrücken mit den Händen etwas Wasser darüber. Schweine, welche derartig behandelt werden, leiden nie an Freßunlust und sind die besten Futterverwerter.
F«ttrrwert frischer Siertreber.
Frische Biertreber sind ein vorzügliches Mastfutter für Rindvieh, weniger vorteilhaft dagegen werden sie bei Milchkühen und Schweinen verfüttert. Die Milch nach Treber-
fütterung ist zwar sehr reichlich, aber sehr dünn und die Butter von schlechter Beschaffenheit. E« ist daher ratsam, den Milchkühen da« Kraftfutter nur teilweise in Trebern zukommen zu lassen. Dasselbe gilt auch für Mastschweine, die zur Vollmast noch einer erheblichen Zulage Bohnen- oder Getreideschrot bedürfen. In meiner langjährigen Praxis habe ich oft gefunden, daß frische Biertreber durch Rindviehmast am besten verwertet werden. Als Futterration für den Tag und Stück von etwa 1000 Pfd. Lebendgewicht genügen die Treber von 30—35 Pfd. trockenem Malzschrot. Dazu habe ich im Winter als Beifutter 12 bit 15 Pfd. Häckerling, halb Stroh halb Heu und gegen 80 Pfd. gemahlene Runkelrüben oder Wrucken gefüttert Im Sommer wurde dieses Beifutter durch eine entsprechende Menge Grünfutter, Klee, Mengkorn oder Grünmais ersetzt. Alles aber zu Häcksel geschnitten und mit den Trebern gut vermengt. So zubereiteles Futter erhält die Tiere stets bei guter Freßlust, während ein Uebermaß von Trebern oder diese allein gefüttert leicht eine Uebersättigung zur Folge hat, die oft tagelang anhält. Aus dem Grunde ist eine geringe Zugabe von Futtersalz ratsam, da ohnehin durch den Brauprozeß dem Malzschrot eine nicht unbeträchtliche Menge Salze entzogen sind. Ferner ist darauf zu achten, daß die Treber möglichst frisch verfüttert werden, denn in der warmen Jahreszeit gehen sie schon in wenigen Tagen leicht eine Essiggärung ein und werden dann unbrauchbar. Nur durch ein reichliches Usbergießen mit kaltem Wasser kann die Haltbarkeit etwas verlängert werden. Mit derartiger Fütterung habe ich Zuwachsresultate von 2 Pfd. Lebendgewicht und wohl darüber für 1 Tag erzielt bei einer Mastdauer von 100—150 Tagen und halte ich daher den Preis von 1 Mk. für die Treber von 100 Pfd. trocken eingemaischtem Malzschrot als angemessen.
Ueber Mridegang des Milchviehes im Herbst entnehmen wir dem „Organ der sächsischen Landwirtschaftskammern" folgende beachtenswerte Ausführungen:
Unsere intensiveren Kulturverhältnisse haben das Rindvieh im Laufe der Jahrzehnte von der Ackerweide verbannt und im Kuhstall an die Kette gelegt, sie gestatten aber recht wohl, sobald die Frucht die Felder verlassen hat und der junge Klee das Abweiden verträgt, da» Rindvieh auf diese Weide oder auf die Wiese zu bringen, nachdem deren zweiter Schnitt geborgen ist. Es ist durchaus nicht notwendig, auch nicht empfehlenswert, die den Weidegang nicht gewohnten Tiere den ganzen Tag oder gar des Nachts im Freien zu lassen.
Einige Stunden, etwa von 9—12 Uhr vormittags und von 3—6 Uhr nachmittags, genügen, das Futter- und Bewegungsbedürfnis der Tiere zu stillen. Früh und abends kann man dem Vieh die Heu-, Stroh- und Kraft- futtergabe reichen und des Mittags können die Tiere im kühlen Stalle ruhen. Eine mehrwöchentliche deartige Kur würde auf den Gesundheitszustand der Tiere sehr günstig einwirken und sie geeignet machen die Strapazen der Winterfütterung — als solche darf man unsere hochintensive Fütterung im Winter wohl mit Recht bezeichnen — besser zu überstehen.
Als schwersten Einwand gegen den Weidegang der Kühe pflegt man in der Regel das Nachlassen der Milch- erträge anzuführen. Ohne jeden Zweifel geben weidende Kühe eine etwas geringere Milchmenge, als wenn ihnen dasselbe Futter im Stalle vorgelegt wird, aber was der Gesamtmilchertrag an Menge einbüßt, das gewinnt er an Güte. Ueberdies steht der ProduktionSverlust der Kühe beim Herbstweidegang in keinem Verhältnisse zu dem großen Gewinn in gesundheitlicher Beziehung, und die, wirtschaftlichen Unbequemlichkeiten, die er mit sich bringt sind in den meisten Fällen leicht zu überwinden.
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Sei der Dkphteritis der Hühner
giebt es fast niemals Heilung. Vor allem muß man den bisherigen Stall räumen und auf das Sorgfältigste ausreinigen, Sitzstangen, Nester, Fußboden, sowie, soweit angängig, selbst die Wände mit heißem Wasser brühen und mit Sodalauge abscheuern. Dann wird mit Chlorkalk desinfiziert, worauf eine Woche lang Tag und Nacht gelüftet und schließlich werden die Wände neu gekalkt und geweißt. Nächstdem sondere man alle kranken Hühner von den gesunden ab und lasse die ersteren sofort töten und tief vergraben, so daß die letzteren nicht hinzugelangen können. Die gesunden überwache man aufs Sorgfältigste, um jedes im Laufe der Zeit noch etwa erkrankende sofort gleichfalls zu entfernen und zu vernichten. Den Gesunden gebe man täglich frisch zubereitet Ferrum sulphuricum dep. ins Trinkwasser und zwar wie eine Haselnuß groß auf einen Liter. Wenn bei dieser sorgsamsten Behandlung in vollen drei Wochen keine neue Erkrankung vorkommt, erst dann darf man das Geflügel in den alten gereinigten Stall zurückbringen und muß natürlich der inzwischen benutzte Raum gleichfalls gereinigt und desinfiziert werden.
Der Durchtall bei Gänsen
wird durch eine zu große Menge wässeriger Nahrung veranlaßt; auch werden sie davon befallen, wenn er ihnen an reinem Wasser und guter Nahrung fehlt. Wenn Erkranken und Sterben der Gänse einlritt, verlasse oder verändere man sogleich die Weide, lasse sie einige Tage von