den leichteren, kaliwärmeren Böden, sondern auch auf besseren, kalireicheren Böden außerordentlich günstig gewirkt. Und zwar find hier durch die Kalidüngungen bei Rüben und Kartoffeln, wenn diese in reiner Minneral- düngung oder in Gründüngung standen, außerordentlich bohe Mehrerträge erzielt worden, während bei gleichzeitiger Stallmistdüngung oft ein Erfolg nicht zu verzeichnen ist, und wenn ein solcher unter diesen Verhältnissen eingetreten war, so war er weit geringer. Eine" Ausnahme macht bier und da die Futterrübe, welche besonders dankbar für die Kalidüngung ist und eine solche auch neben einer Stallmistdüngung meist gelohnt hat. Als Gründüngung war bei den in Frage kommenden Versuchen ein Gemisch von Erbsen, Bohnen und Wicken nach frührefender Sommer- oder Wintergerste verwendet worden. Neiden einer solchen Gründüngung war nun die Wirkung der Kalidüngung, die nicht zur Gründüngung selbst, sondern neben der Gründüngung zur Nachfrucht gegeben worden war, außerordentlich günstig, oft weit höher als in reiner Mineraldüngung. Es müssen demnach durch die Gründüngungs- pflanzen dem Boden entzogenen und in ihnen aufge- speicherten. Kalimengen den nachfolgenden Rüben und Kartoffeln zunächst nicht zugänglich sein, außerdem gerät hier das Kali leichter als bei der reinen Mineraldüngung ins Minimum, insofern, als durch die Gründüngungspflanzen die Erträge oft außerordentlich gesteigert werden. Nach den vorliegenden Ergebnissen ist also eine Kalidüngung bei reiner Mineraldüngung und neben der Gründüngung zu Zuckerrüben, Futterrüben und Karosfeln auch " auf besserem Boden von allergrößter Bedeutung.
Z«m Attstreue» oo« Thomasmehl.
Das reine Thomasmehl ist wegen seiner Schwere nicht gut mit der Hand zu fassen, die Finger werden bald stumpf und müde und das Ausstreuen infolgedessen nicht so gleichmäßig besorgt, wie es sollte, vielmehr fallen oft ganze Hände voll an eine Stelle. Wird stark geworfen, und geht ein Wind, so fliegt ein beträchtlicher Teil auf die Nachbarparzelle. Außerdem werden durch das Ausstreuen des reinen Thomasmehls Augen, Ohren und Bmungsorgane sehr belästigt. Düngermaschinen kann nicht jeder anschaffen, auch sind diese in kurzer Zeit abgenützt. Es empfiehlt sich deshalb, das Thomasmehl in irgend etwas zu vermischen und dann erst auszustreuen. Schreiber dieses hat zur Vermischung bei Wiesendüngung Heublumen ober Kleesamenstaub, durch ein weites Sieb geschlagen, benützt, bei Ackerdüngung Sägmehl oder Torfmull. Diese Beigaben breitet man auf einer Tenne aus (das 2—3 fache des auszustreuenden Thomasmehls), schüttet letzteres darauf, läßt das Ganze gut durchschauseln und gießt bei weiterem Durchschauseln so viel Wasser daran, bis es nicht mehr staubt. Am besten ist dazu eine Gießkanne mit Sether zu benützen; das Gemenge darf natürlich nicht zu naß werden. Bei richtiger Anfeuchtung läßt sich die Masse anfassen wie Kainit oder Gips und gut aur- streuen. Das Ausstreuen von Salpeter geschieht auch viel zweckmäßiger, wenn man ihn vorher mit Sägemehl oder Torfmull mischt. Man kann das Aussäen einer solchen Mischung auch einem Knechte anvertrauen.
Das Schosse« der Uiröen hat schon manchem Rübenbauer Aerger bereitet, denn wenn es auf einem Felde zu viele für die Zuckerverarbeitung minderwertige Rüben gibt, macht die betreffende Fabrik dem Lieferanten dafür entsprechende Abzüge. Das Schossen kann aus den verschiedensten Ursachen entstehen. Flach- krumiger oder ungenügend gedüngter Acker steht unter denselben obenan, nächstdem die Ungunst der Witterung während der Vegetationszeit der Rüben; zu kalter ober zu trockenes Wetter vermag ebenso das Schossen zu veranlassen, wie zu nasses. Im allgemeinen hat die Rübe auf wasserhaltigen Böden von Nässe und Kälte eher Schaden zu befürchten, wie von Trockenheit und Hitze. Von großem Einfluß auf das Schossen ist die Beschaffenheit des Rüben- famens und die Ausführung zur Saat. Alter Samen, sowie solcher, der schlecht geerntet oder aüfbewahrt ist, giebt die meisten Schosser; auch giebt es an und für sich schon Zuckerrübensorten, die sich besonders dazu eignen. Hinsichtlich der Bestellung schreibt man gewöhnlich der zu frühen Saat die Hauptschuld zu; nicht aber diese ist es die ein späteres zahlreiches Schossen veranlaßt, sondern vielmehr die Bearbeitung des Bodens in noch zu nassem Zustand. Das Gleiche gilt von dem späteren Hacken der Rüben bei nassem Wetter. Auch ein zu tiefes Einbringen des Rübensamens in den Boden soll das Schossen befördern. Der Rübensamen will, wie eine Bauernregel sagt, bei bet Bestellung den Himmel sehen.
Die raffe Milch.
Diese Milch ist in frischgemolkenem Zustand tadellos, scheidet jedoch beim Gerinnen nur eine dünne Schicht Ram aus, welcher beim Herausstechrn, dünne, zähe Fäden spinnt, einen faden Geschmack hat und sich schwer buttern läßt. Die Ursache dieses Fehlers liegt größtenteils im Füttern schlechten, verdorbenen Futters und in ungenügender Sauberkeit der Milchgefäße. vielleicht unter Einfluß gewisser Witterungsverhältnisse. Die Beseitigung dieses Fehlers ergiebt sich aus dem Angeführten von selbst. Von besonders guter Wirkung ist die Verabreichung von Spieß- glanzpulver 90 Gr., Fenchel- und Anissamenpulver je 75 Gr., auf 3 Mal in je 7» Liter Wasser zu geben.
Solle« die Kraftfattermittel i« trockenem oker nafTem Zustande verfüttert werden?
Die Meinungen der Landwirte darüber sind immer noch geteilt. Früher wurde bei den im allgemeinen nur geringen Gaben an Kraftfuttermitteln, wie Kleie, Oelkuchen, Schrot der Getreidearten, fast nur naß gefüttert, und die Produkte der Kuhhaltung hatten noch nicht den Wert wie jetzt, um starke Kraftfuttergaben pekuniär vorteilhaft erscheinen zu lassen. Durch den heutigen Standpunkt der Wissenschaft ist man zu dem Resultat gekommen, daß die teueren Kraftfuttermittel in solcher Form zu verab-eichen find, daß sie möglichst vollständig ausgenützt werden, und dieses geschieht einzig und allein durch die Trockenfütterung derselben. Durch dieselbe kann das Futter, wie Schrot, Kleie, nur in Form von Bissen verschluckt werden, welchen größere Mengen von Speichel beigemengt werden und damit wird dem trockenen Futter derjenige Stoff zugeführt, welcher die Verdauung des Stärkemehls, d. h. feine Verwandlung in Zucker, in erster Linie bewirkt. Hieraus folgt, daß das trockene Futter im Gegenteil vollständiger verdaut werden muß als das im Wasser aufgelöste oder angefeuchtete. In vielen Wirtschaften kann man die Beobachtung machen, daß die Kraftfuttermittel im Wasser aufgelöst und als Getränk verabreicht werden. Dieses würde man aber unterlassen, wenn man sich vergegenwärtigen wollte, daß alle Flüssigkeiten, ohne eine Zeit lang mit den Speicheldrüsen des Mundes in Berührung zu kommen, direkt in den Labmagen gehen und die im Getränke befindlichen Futtermehle, was zur Ausnützung der stickstofffreien wie auch stickstoffhaltigen Nährstoffe erforderlich ist, niemals eine Einspeichelung erfahren. Aus diesem Grunde wird mit allen Kraftfuttermitteln, die, mangelhaft durch Wasser aufgelöst, als Getränk unserem Rindvieh verabreicht werden, gewissermaßen als Futtermittel Verschwendung getrieben, da dieselben nicht genügend durch den tierischen Organismus ausgenützt werden, wenn sie auch nicht verloren gehen, weil ja bekanntlich durch die nicht durch die Verdauung aufgelösten Eiweißkörper der Futtermittel der Dünger wesentlich bereichert wird. Dies gilt jedoch nur von der Kleie, in der nur wenig Stärkemehl enthalten ist; bei dem im Wasser aufgelösten Schrot oder Futtermehl, das als dünnes Gesöff verabreicht wird und viel Stärkemehl enthält, findet aber umsomehr eine Futterverschwendung statt, als bei diesem Naßfutter nicht blos die vorhandene Stärke nicht gänzlich verdaulich gemacht und durch die Einspeichelung in Zucker verwandelt werden kann, sondern weil auch die nicht zersetzte aurgeschiedene Stärke den Dünger nicht einmal bereichert. Die Menge der Speichelflüssigkeit beim Rinde ist eine sehr bedeutende, und die Mischung derselben mit dem trockenen Schrote eine so innige, daß die trockenen Massen sehr bald in einen Brei verwandelt werden. Die Besorgnis mancher Landwirte, das die Tiere daß Trockenfutter nicht hinabschlucken können, ist also ungerechtfertigt. Wer schon einmal trocken gefüttert hat, wird die Beobachtung gemacht haben, daß die Tiere lieber die trockene Kleie fressen, als wenn sie im Wasser aufgelöst ihnen als Getränk verabreicht wird. Auch bei Rapskuchen ist die trockene Verabreichung vor- zuziehen, weil bei dem Auflösen derselben in Wasser sich ein Ölartiger Körper bildet, dessen scharfer Geruch den Tieren unangenehm ist und sogar gesundheitsschädlich wirkt. Nicht allein, daß das Getränk den Tieren unangenehm ist, es wird auch eine schlechte Butter produziert, die, wenn noch nebenbei Haferstroh gegeben wird, einen bitteren Geschmack annimmt. Wie Beobachtungen ergeben haben, wird zwar bei trockener Fütterung von Kleie und Oelkuchen nicht mehr Milch erzeugt als bei nasser Fütterung, die Milch ist zwar fetter und die Butter gibt mehr aus. Das beste Getränk für das Rindvieh ist frisches klares Wasser. Es säuft das reine Wasser viel lieber und auch vielmehr davon, als wenn Futtermittel darin aufgelöst sind, von welchem die Tiere nur soviel aufnehmen, als sie notgedrungen brauchen, und das ist für Wirtschaften, die auf Milchverkauf basiert find, nicht von Vorteil. Allen Wirt- chaften, welche eine gute Verwendung an Milch und Butter laben, deshalb intensiv füttern und viel Kraftfutter an= aufen, ist die Trockenfütterung zu empfehlen, da hierdurch die Möglichkeit gegeben wird, einen hohen Nutzen zu erzielen. ___________
Ueber die ständig ;«»ehme«de kräftige K«o- chenentrvlckel««g des ostpreusiischen Pferdes entnehmen wir einem längeren Bericht des Generalsekretärs Dr. Tolkiehn über die kürzlich vorgenommenen Gestütsbe- sichtigungen in der „Genrgine" die folgenden Bemerkungen:
„Es hat sich auch in diesem Jahre wiederum von neuem gezeigt, daß die jungen Hengste äußerst stark im Knochenbau sind. Die jetzigen Zuchtprinzipien, welche darin gipfeln, Stärke mit Adel zu vereinigen, und welche unter der Leitung des Herrn Landstallmeisters von Oettingen von Trakehnen ausgegangen sind, haben sich bereits so verbreitet, daß Hengste kaum noch unter den jüngeren Jahrgängen zu finden find. Wenn man in Betracht zieht, daß auch das Stutenmaterial allmählich an Knochenstärke und Korrektheit zunimmt, und daß die Remonten sich mindestens auf gleicher Höhe erhalten, wenn nicht besser
werden, so kann man aus diesen Tatsachen nur folgern, daß die edle Pferdezucht in Ostpreußen ständig fortschrestet und daß es unsere Züchter verstanden haben, sich den modernen Auforderungen des Märktes vollkommen anzu- passen. Selbstverständlich ist hiermit nicht gesagt, daß sich bereits das ganze ostpreußische Pferdematerial in der angegebenen Richtung umgeändert hat. Es soll vielmehr nur konstattert werden, daß die guten Zuchten schon jetzt ein starkes und dabei gängiges Pferd produzieren."
Z«r Perhütnng von Stoßmunde« beim Ri«d» vieh i« Kanfstätten.
Ueber die Vorzüge, welche die Laufställe anderen Ställen gegenüber für das Rindvieh besitzen, dürste wohl jeder praktische Landwirt im klaren sein. Nun kommt es aber leider häufig vor, daß das Vieh sich im freien Umherbewegen gegenseitig mit den Hörnern verletzt, sei es aus Uebermut ober aus Futterneid. Das hatte zuweilen schlimme Folgen, Eiterung der Wunden usw., und nur deshalb besteht auch noch bei manchem eine gewisse Abneigung gegen die Laufställe. Ich will nun auf folgendes Mittel, das ich Gelegenheit hatte als praktisch kennen zu lernen, aufmerksam machen. Man fertige aus festem, zähem Holz (Buche, Birke) Kugeln an, etwa in Größe kleiner Billardkugeln, versehe dieselben mit einer nach innen zu konisch zulaufenden Oeffnung und befestige die Kugeln an den Spitzen der Hörner. Als Klebestoff dient eine Mischung von Pech mir feinen Sägespänen (Sägemehl). Meiner Ansicht nach wäre es noch praktischer, Hörner und Kugeln mit einem Schraubegewinde zu versehen, um die Kugeln bequem befestigen und wieder lösen zu können. Etwas teurer aber desto haltbarer sind aus Horn gefertigte Kugeln.
Gi«rirhen der S«üe«ringe mit Hilfe des Srokars.
Ein für Notfälle unentbehrlicher Trokar wird «der sollte wenigstens in jeder Viehhaltung vorhanden fein. Mit feiner Hilfe ist es außerordentlich leicht, dem Bullen einen Nasenring einzuziehen. Man steckt dem Bullen den Trokar durch die Nase, zieht das Stilett heraus, stech die Spitze der Schnitt- und Verschraubfläche des Ringer in die Mündung der Trokarhülse und schiebt nun den Ring mit der linken Hand durch die Nasenwand, wobei die Hülse des Trokar zur Führung dient. Man hat dann den Ring nur zusammenzudrehen und zu verschrauben. Die Tiere sind bei dieser Operation außerordentlich ruhig im Gegensatz zur früheren Metode, wobei das durchgespickte Loch erst mit der spitzen Schnittfläche des Ringes gesucht werden mußte. ________
Die Schafräude
Die Anschauung von der Selbstentwicklung der Schafräude ist völlig irrig, denn die Räude kommt nur dann unter den Schafen zum Ausbruch, wenn die Räudemilben aus die Schafe übertragen werden. Was die Schäfer auf diese falsche Fährte gebracht hat, mag hauptsächlich die Tatsache sein, daß in einer der Schmierkur unterworfenen und durch dieses Verfahren vermeintlich geheilten Herde die Räude nach einer kürtzeren oder längeren Zeit regelmäßig wieder aufkommt. Diese Beobachtung ist allerdings richtig, aber die Deutung, welche ihr von jener Seite beigelegt wird, ist falsch. Es gelingt nicht die Räudekrank- heit in einer Schafherde durch die Schmierkur zu heilen, man kann sie damit höchstens einigermaßen einschränken. Zur gänzlichen Tilgung der Krankheit ist die Tötung aller auf dem räudigen Schaf vorhandenen Räuvemilben und deren Eier, durch welche sich die Milben sortpflauzen, unbedingtes Erfordernis. Da man aber die Räude-milben mit dem bloßen Auge auf dem Schafe nicht, unter andern Verhältnissen nur schwer erkennen kann, so bleiben sie bet der Schmierkur an jenen Stellen des Schafkörpers, so sie noch keine oder nur ganz geringe Veränderungen hervorgerufen haben, unentdeckt und unbehelligt. Später werden die zur Ausbildung kommenden Erscheinungen dem aufmerksamen Auge des Schäfers wohl erkennbar werden, und er ist jetzt in der Lage, die Milben mit Anwendung von Schmiermitteln zu vernichten; unterdessen haben N aber an anderen Körperstellen wieder neue Milbennester gebildet — und so geht es weiter.
Die Wirkung der Kornrade auf die Milchproduktion.
Angeregt durch seiner Zeit von Hagemann mit Kühen der akademischen Gutswirtschaft Bonn durchgeführte Versuche über die Wirkung der Kornrade und durch bis vermeintliche Beobachtung, daß die Fütterung mit Kornrade die Milchsekretion ungünstig beeinflusse, hat Prof. Hansen- Bonn weitere Beobachtungen angestellt. Aus seinen Versuchen, mitgeteilt in den „Landwirtschaftlichen Jahrbüchern , lassen sich folgende Ergebnisse zusammenfassen:
1. Die Kornrade ruft selbst in größeren Mengen den Kühen keine gesundheitlichen Störungen hervor Ein Futter mit 40 Proz. Radegehalt, wahrscheinlich auch noch ein solches mit 50 Proz, wird ohne Nachteil von den Kühen gefressen.
2. Die Milchsekretion wird, soweit die Milchmenge uno die Produktion von Milchsett und Trockensubstanz in Frage kommt, eher vorteilhaft als nachteilig beeinflußt. .
3. Die Kornrade schädigt dagegen die Qualität Butter in erheblichem Grade und sie ist deshaw für Milchvieh ein bedenkliches Futter.