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dieser lästige, weithin kriechende Unkraut, gänzlich zu ver­nichten, als einen mit Fruchtwechsel betriebenen Garten­bau. Gewiß nicht der kleinste Vorteil aber ist er, wenn der Fruchtwechsel uns ein Mittel giebt, nicht nur die pflanzlichen, sondern auch die tierischen Schädlinge zu ver­mindern, die stch insbesondere bei der schrecklichen, jahraus jahrein auf demselben Stück Land ausgeführten Jauche­düngung sonst immer mehr in unseren Hausgärten eiu- bürgern. Dann aber noch eins! Es kommt weiter Ord­nung in den ganzen Gartenbau, wenn man stch über Winter einen Betriebsplan für das nächste Jahr aufstellt und nach diesem die Bestellung des Gartens vornimmt. Es kann dann nicht geschehen, daß z. B. Samen nicht reichen, daß einer Sorte zuviel Land eingeräumt oder eine andere Art wieder gar nicht gesäet wird, oder daß in aller Ueberstürzung vielleickt sogar ein Beet leer bleibt, Dinge, die, wie ich gesehen, ost in Hausgärten vorkommen."

Zimmerpalme«.

Die Zimmerpalmen, machen im Winter oft Verdruß. Für sie gilt besonders, was wir früher im allgemeinen über Zimmerpflanzen sagten: Vorsicht beim Gießen, oft über­tauen, Schutz gegen Zugluft, nicht zu, trockene Zimmer­wärme. Letztere namentlich bräunt die Blätter. Man schneide aber nicht die braunen Stellen ganz ab, sondern nur soweit, daß noch ein schmaler brauner Rand bleibt. Sonst schreitet die Bräunung nur um so rascher weiter vorwärts. Des Nachts ist es gut, feuchte Gazeschleier über Palmen zu hängen. Die Wedel sind oft weich ab- zubürsten. Dies ist besser als abwaschen, wobei leicht Wedelteile verletzt werden. Solche Blattreiniger werden von F. 6. Heinemann in Erfurt in sehr praktischer Form geliefert. _____

Die Aranraria

welche ihren Namen nach bent Lande Arauca im südlichen Chile trägt, ist die bekannteste Art der als Zimmerpflanzen Verwendung findenden Nadelhölzer. Trotz . des streng regelmäßigen, etagenförmigen Wuchses ist die Araucaria eine hochelegante Erscheinung, die sich trefflich zur Aus­schmückung des Blumenständers eignet. Die bekannteste Art ist die hohe Araucaria oder Andentanne. Die Heimat dieser schönen immergrünen Conisere ist die Insel Norfolk. Eine Abart mit blaugrünen Nadeln ist sehr teuer. Die zur Topskultur geeigneten Bäumchen fordern alle die gleiche Behandlung. Die Andentanne liebt die Wärme nicht, sie

will im Sommer im Freien oder im stets geöffneten Zimmer stehen und dann nicht nur regelmäßig gegossen, sondern auch morgens und abends besprengt sein. Die Ueberwinterung erfolgt bei hellem Standort in kühler, aber frostfreier Stube. Es wird im Winter nur sehr mäßig gegossen, die Erde darf aber nie völlig austrocknen. Durch zu warmen Standort werden diese Pflanzen am leichtesten zu Grunde gerichtet. Sie können dann im Winter nicht zur Ruhe kommen, treiben kraftlos, die Zweige der älteren Etagen hängen bald schlaff herunter und trocknen, nachdem sie die Nadeln abgeworfen, schließlich völlig ein. Ist eine Etage lückenhaft geworden oder ein­gegangen, so hat die Tanne ihren Wert verloren. Die Araucarien, welche Peterseim-Erfurt lt. Katalog, dem unser Bild entstammt, schon zu 2,50 Mk. liefern, lieben eine leichte Erde, am besten scheint ihnen eine Mischung von Laub- und Moorerde mit reichlich Sand zu behagen. Das Verpflanzen wird ein Jahr um das andere im Frühling vorgenommen und ist dabei darauf zu achten, daß der Stamm ja frei bleibt. In letzter Zeit haben sich die hübschen Arancarien in allen Häusern eingebürgert. Es ist auch leicht, sie im Zimmer in einem Blumentopf aus Samen (Portion 48 Pfg.) zu ziehen.

NoteulehrmtttrlSlitzleser."

Guter Musikunterricht ist auf dem Lande und in kleinen Listen oft kostspielig und in vielen Fällen nur zeitweise zu i eschaffen. Da ist es besonders wichtig, daß in der Zeit Unterrichts schnellere Fortschritte erzielt werden. Jetzt t dies durch Vertiefung der Grundlage mit einem neuen ^cmittel leicht zu erreichen, durch das man das Schnell- lZen der Notenschrift mit geringer Mühe erlernt. Dieses NotenlehrmittelBlitzleser" von Horst v. Kanig hat auch

den Vorzug großer Einfachheit. Vielen der geehrten Leser wird es namentlich beim Klavierunterricht ausgefallen sein, wie schleichend die Fortschritte zuweilen Jahre hindurch vor sich gehn, weil der Schüler die Noten mangelhaft und zu langsam liest. Dieser Uebelstand hat seinen Grund darin, daß bei der bis jetzt üblichen Methode des Noten- lehrens vom Notenblatt, die schwerer zu erlernenden hohen und tiefen Noten zu selten vorkommen und außerdem der Schüler sich gewöhnt von der vorhergehenden Note auf die folgende zu schließen, sie also auszuzählen. Beide Umstände erschweren ungemein das Erlernen guten Noten- lesens. Bei dem neuen Lehrsystem sind die Noten auf Kärtchen verteilt, mit denen gelehrt wird. Damit hat man es ganz in der Gewalt, welche Noten man üben will und wie oft und wie bald sie sich wiederholen sollen, auch sind die Kärtchen so eingerichtet, daß ein Auszählen von vorhergehenden Noten ausgeschlossen ist. Hierdurch prägt sich jede Note dem Gedächtnis ein, wie das Bild eines Buchstaben und dies ist das Geheimnis, wie ein außerordentlich schnelles Notenlesen und ein guter Ueber- blick erzielt werden. Das Notenlehrmittel ist zu beziehen durch Kanig's Verlag, Berlin, Fidicinstr. 13 gegen Nach-' nähme von 2 Mark. Eine Uebung von 20 Minuten täglich kann genügen, um in vierzehn Tagen das Ziel zu erreichen, dann wird noch einige Tage das Blitzlesen geübt. Mit diesem Notenlehrmittel kann jedermann lehren und es eignet sich auch vorzüglich zum Selbstunterricht. Die Mütter werden oft davon Gebrauch machen, auch bevor der eigentliche Musikunterricht beginnt mit gutem Erfolg.

Speifertschieber und Löffelchen für Kinder.

Ueber eine Neuheit, welche sich tatsächlich sehr bewährt und einem oft empfundenen Uebelstande abhilst, berichtet Zur guten Stunde" folgendes: Es giebt Mütter, die wenig Gewicht darauf legen, daß ihre Kleinen von früh auf anständig essen lernen. Sie freuen sich wohl gar, wenn Baby mit beiden Händchen in seinem Brei oder Süppchen herumwirtschaftet und meinendas giebt sich." Meist giebt sichs aber nicht und die Kinder müssen später für die Schwäche ihrer Mutter büßen. Schon die ganz Kleinen sollte man daran gewöhnen, sauber und appetitlich zu essen. Das ist aber mit unseren langstieligen Löffeln schwer zu erlernen, meist kommt mehr auf das Schürzchen als in den Mund. Und dann die Mithilfe der Fingerchen, um den Löffel zu füllen! Da hat nun der Hoflieferant E. Kayser (bekannt durch seine vorzügliche Spezialität Kayserzinn"), Berlin^., Leipzigerstr. 124 aus plattiertem Silber 2 sehr praktische, zierlich gravierte Gegenstände konstruiert, die je 2,50 Mk. kosten und etwa 9 cm lang find. Der Speisenschieber und das Löffelchen sind deshalb besonders praktisch, weil die henkelförmigen Griffe der ungeschickten Kinderhand einen sicheren Anhalt bieten und das Drehen der Geräte verhindern. Darin liegt nämlich der Schwerpunkt: Das Löffelchen bekommt Baby in die rechte Hand, den Schieber in die linke, und die Mama zeigt ihm nun, wie es mit dem Schieberchen den Brei, die Fleischstückchen, das Gemüse auf den Löffel zu schieben hat. So bleiben die Fingerchen sauber und schon das kleine Kind weiß sich bei Tisch anstandslos zu benehmen.

Z. gut. St.

^SBTliausttiirW

Seidene Kleider von Flecken ;« reinigen.

Man macht Kaffee ohne jeden Zusatz. Dann schält man drei rohe Kartoffeln von mittlerer Größe, schneidet sie in dünne Scheiben oder reibt sie auf dem Reibeisen, dann gießt man einen halben Liter siedendes Wasser da­rauf und läßt es etwas erkalten. Hierauf seiht man die Flüssigkeit durch ein Tuch, gießt die gleiche Quantität Weingeist und ebensoviel von dem Kaffee hinzu und mengt es gut durcheinander. Mit dieser Flüssigkeit bestreicht man das Seidenzeug mittels eines reinen Schwämmchens auf der rechten Seite, läßt er auf einem reinen leinenen Tuche etwas abtrocknen und plättet es auf der rechten Seite, solange es noch feucht ist. Das Seidenzeug, na­mentlich Taffet und Rips, wird wieder sehr schön. Wenn der Stoff bei einmaligem Ueberstreichen nicht rein genug wurde, so wiederholt man das Verfahren. Will man hellseidene Kleider aus diese Weise reinigen, so läßt man den Kaffee weg und benützt nur den Weingeist und das Kartoffelwasser. Selbst Sammet läßt sich damit reinigen.

Mittel gegen Motten.

20 Teile Naphthalin, 20 Teile Karbolsäure und 50 Teile Kampher werden in einer Flasche mit 50 Teilen Terpentinöl und 850 Teilen 90 prozentigen Spiritus übergossen und zur Lösung gebracht, alsdann 5 Teile Patchouöl und 5 Teile Mirbanöl hinzugefügt. Diese Lösung wird mittels eines Spritzapparates verstäubt.

Ein sehr guter Fußbodenlack, der sich lange hält und die Dielen braun und glänzend macht, besteht aus folgendem: 1 Ltr. denat. Spiritus,/« Pfd. Schellack, 4 Ltr. venetianisches Terpentin. Schellack und Spiritus werden zueinander in eine Schüssel getan, einige Stunden stehen gelassen und ab und zu umgerührt. Zuletzt giebt man das Terpentin zu und trägt die Mischung mit einem Malerpinsel nicht zu dick auf. Bei mir wurden

die Dielen, nachdem der Maurer und Zimmerer dagewes« waren und den Fußboden sehr mitgenommen hatten, ab neu. Die Dielen können vierteljährlich damit gestrichen werden. ________

Wege« Frost

sind folgende Mittel bewährt: 1. Früh und abends kalte Waschungen mit Alsol-Lösung (von einer SOproc. Alsol- Lösung fügt man auf 1 Ltr. kalten Wassers 1 Eßlöffel). Dies kann man mehrere Tage benutzen. 2. Eine SaLe aus 4 g Alaunpulver und je 2 g gekochter Eidotter und Glyzerin. Diese Salbe kann man sich selbst herstellen. 3. Blei-Tannin-Salbe. (Aus der Apotheke zu beziehen.) 4. Kampher-Chloroform-Vasogene (Pearson und Co.), Auch diese Salbe ist aus der Apotheke zu besorgen.. 5. Pinselungen mit gereinigtem Terpentinöl. Einer oder das andere dieser Mittel pflegt in der Regel bei wochen- langem Gebrauch gute Dienste zu leisten.

Sanitätsrat Dr. Fürst.

Küche und Keller.

Gemüsesteisch. 6 Personen. 2 Stunden. Man schneidet von einem gut abgelegenen Rinderschwanzstück fingerdicke Scheiben, klopft sie gehörig, bestreut sie mit Pfeffer und Salz und brät sie in steigender Butter auf beiden Seiten braun. Dann gießt man einen Schöpflöffi! kochender Wasser darüber, fügt 1415 möglichst gleich­mäßige Zwiebeln und einen tiefen Teller voll Mohrrübe«- scheiden dazu und schmort beides mit dem Fleische weich Die Brühe wird mit etwas brauner Mehleinbrenne verdick, das Gericht mit 10 Tropfen Maggi's Würze gewürzt, abgeschmeckt und geröstete Kartoffeln dazu gereicht.

Sellerie mit Fleischklößen. Zwei schöne große Sellerieknollen werden geputzt und in nicht zu kleine Würfel geschnitten, dann in Bouillon, in Ermangelung solcher in Salzwasser gekocht, bis sie gar sind, in letzterem Falle muß man aber nachher noch Fleischextrakt an die ©auce tun, da sie kräftig sein muß. Unterdessen macht man Fleischklöße. V» Pfd. gehacktes Ochsenfleisch wird ver­mischt mit gestoßenem Zwieback für 10 Pfg., gehackte» Ochsentalg, für 5 Pfg, Pfeffer, Salz und etwa V« Liter Wasser, mit dem die gestoßenen Zwiebacke angefeuchtet werden, etwas Muskatnuß und Zwiebel. Run nimmt man die Selleriestücke aus der Suppe, stellt sie warm und kocht die in Mehl ausgedrehten, ungefähr walnußgroßen Klöße in der Suppe gar. Dann rührt man Butter mit Mehl ab, gibt nach und nach das Selleriewasser dazu und gießt zuletzt noch ein kleine» Glas Madeira baran. Ist die Sauce nicht kräftig genug, so muß man noch etwas Fleischextrakt oder etwas MagA daran tun. ^Schließlich legt man die Fletschklöße und die Selleriestücks, raiete hinein, erwärmt das Ganze vorsichtig, ohne zu rühm, und richtet es heiß mit Salzkartoffeln an.

Pikanter Aal. 6 Pers. 2 Stunden. 3 Pfund mittelstarke Aale werden abgezogen, der Länge nach in Filets geschnitten und die Mittelgräte herausgenomme« Dann legt man die möglichst gleichmäßigen Filet? f« eine Kasserolle, gießt eine halbe Flasche, nach Melitta mit ein wenig Wasser verdünnten Weißwein darüber, M Salz, Pfeffer, einige Zwiebelscheiben und ein Sträuscher Petersilie dazu, läßt weichkochen, nimmt die Fischstücke heraus und richtet sie auf einer Schüssel hübsch an. Zur Sauce gießt man die Fischbrühe durch ein Sieb, verdickt sie mit etwas in Weißwein glatt gerührtem Kraftmehl, verrührt sie mit einem knappen Teelöffel Anchovisbutter oder mit einer kleinen Dosis Anchovispaste, kräftigt st mit 810 Tropfen Maggi's Würze im Geschmack u«d gießt sie über die warmgehaltenen Aalstücke.

Leker-Kartoffetn. 6 Pers. 17a Std. Eine Kalbs­leber wird mit Salz und Suppengrün V- Stunde gekocht, dann herausgenommen, von Haut und Sehnen befreit M feingehackt. In einer Kasserolle läßt man Butter zergeh^ giebt die Lebermasse nebst einer feingehackten Zwiebel, etwas Fleischbrühe, Salz und Pfeffer dazu und läßt F gut durchdünsten. Unterdessen hat man einen SupM teller voll Kartoffeln in der Schale gekocht, abgezogen und gerieben, vermischt sie nebst 4 zerquirlten Eiern und 1012 Tropfen Maggi's Würze mit der Leberfarce, süllt die Masse in eine mit Butter ausgestrichene mit geriebener Semmel ausgestreute Form und läßt w Ofen 3035 Minuten backen.

M. 20. So gern wir Ihren Wunsch betr. Wasserglasfar erfüllen würden, so ist es uns leider nicht gelungen, etwas Nahe» darüber in Erfahrung zu bringen. Weiß ein anderer Leser wie die Wasserglaßfarbe zusammengerührt wird und ob die Fa" sich auch an Oesen von Ziegelsteinen hält? Auskunft an B. Angcrße Wernigerode erbeten. .

S. B. in N.Ist die Lupine als Karpfenfutter noch geE wenn dieselbe auch nicht mehr keimfähig, schimmlig und W w riechend geworden ist? Dürfen Enten auf Flußwaffer, decen^, wässer an Fischer verpachtet sind, auf Nahrungssuche auSgeye Lupinen werden in dem beschriebenen Zustande immer geruw und schon deshalb, weil sie recht billig sind. Was die Enlen ^^ Flußgewässer, welche an Fischer verpachtet sind, betrifft, so das Araunschweigische Fischereigesetz vor, daß da, wo Schon" von der Behörde angelegt sind, während der Laichzeit ^nm ' solche Reviere nicht ausgelassen werden dürfen. Das preup - Fischcreigesetz enthält noch schärfere Vorschriften.

8. 19. Gerichtskosten verjähren in 30 Jahren.