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Ks* Fernsprecher Nr. 8. ^

MO- Sei 15. Dezember

Amtlicher Teil

1. Bürgermeister August Reinhard in Landershausen, Ludwig Mohr in Conrode,

Hersfeld, den 24. November 1903.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß vom Kreistage, in der Sitzung am 21. d. Mts., die nachstehend genannten Personen gemäß § 2 der Polizei- Verordnung Königlicher Regierung zu Cassel vom 17. Januar 1879 zu Mitgliedern der K ö r u n g s - Com­mission bezw. zu deren Stellvertretern für den hiesigen Kreis pro 1904, 1905 und 1906 gewählt worden sind:

A. für den Amtsgerichtsbezirk Hersfeld.

1. Z u Mitgliedern:

1. Rentner Peter Heil in Hersfeld,

2.

Franz Noll daselbst,

3. Bürgermeister Bätz in Kalkobes.

II. Zu Stellv ertretern:

1. Landwirt Peter Steinweg in Hersfeld,

2. Bürgermeister Heinrich Groscurth in Unterbaun,

3. Landwirt Wilhelm Schwarz daselbst.

B. für den Amtsgerichtsbezirk Niederaula.

I. Z u M i t g l i e d e r u :

1. Gutsbesitzer August Pilgrim in Niederaula,

2. Landwirt Jakob Vaupel daselbst,

3. Gutsbesitzer Eschstruth in Frielingen.

1.

2.

II. Z u Stell Vertreter n: Landwirt Valentin Bieber in Niederaula, I. I. Schenk in Kerspenhausen,

3. Bürgermeister Klotzbach in Reckerode.

C. für den Amtsgerichts bezirk Friedewald.

I. Z u Mitgliedern:

1. Gutsbesitzer Adam Führer in Lautenhausen,

2. Therme in Hamrode

3. Landwirt Wilhelm Malkomes in Heimboldshausen.

II. Zu Stellvertreter n:

1. Ackermann Heinrich Saam in Friedewald,

2. Gutsbesitzer Sybert in Lautenhausen,

3. Johann Georg Weitz in Harnrode.

3.

D. für den Amtsgerichtsbezirk Schenk lengsfeld.

I. Z u Mitgliedern:

1. Gutsbesitzer Adolf Reinhard in Unterweisenborn,

2. ' Otto Reinhard in Landershausen,

3. Müller Jacob Schüler in Schenklengsfeld.

II. Zu Stellvertretern:

Ohne furcht und Cadcl

Erzählung von Lucie I d e l e r.

(Fortsetzung.)

Gewiß, gewiß!" versetzte Klementine,auch brauche noch allerlei." Die Schwestern berieten nun

ich

einige wichtige Toileltefragen, plötzlich aber sagte die ältere:Höre, Jadwiga, daß aber jetzt der Oberst Beauchamp auf mehrere Tage nach Falkenwalde kommen soll, gerade jetzt, wo diese wunderlichen Gerüchte in Umlauf sind, das will mir doch nicht gefallen. Dieser Beauchamp war stets ein Spion, und sein Name hat keinen guten Klang."

Ich dachte auch sofort daran," versetzte Jadwiga sehr nachdenklich,nur begreife ich nicht, wie Durand nun plötzlich in den Geruch der Preußenfreundschaft kommt, sonst wurde stets das Gegenteil von ihm gesagt. Spielt er wirklich mit doppelten Karten, so spielt er um seinen Kopf. Er mag sich vorsehen. Doch nun komm, wir müssen erwägen und ausschreiben, was der Bediente noch alles besorgen muß."

Am andern Morgen in der Frühe trabte Jean mit einem langen Verzeichnisse nach Rastenburg. Sein Weg führte ihn über Falkenwalde, und er überlegte, ob er bei dieser Gelegenheit seine angebetete Anna aussuchen sollte, nach kurzem Besinnen aber entschied er sich, dies erst bei der Rückkehr zu tun. Seine Herrinnen mußten warten, bis es ihm gefällig war, zurückzukehren, und sagen dursten sie ihm nichts, denn eS haperte stets mit der Lohnzahlung, und die Damen waren in seiner

2.

3.

A. 3575.

Heinrich Lingemann in Philippsthal. Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Nichtamtlicher Teil

Auszug

aus der Polizei-Verordnung vom 22. April 1892 (Regierungs-Amtsblatt für 1892 S. 109 pp.)

§ 26. Wer Weihnachlsbäume in eine Stadt ein« bringt, muß mit einer Bescheinigung versehen sein, in welcher der Wald, aus welchem dieselben kommen, der Tag der Uebergabe, der Name und Wohnort bea Ein­bringenden, die Stückzahl der eingebrachten WeihnachtS- bäume und der Bestimmungsort angegeben sind.

Die Bescheinigung muß mit Ort, Datum und Unterschrift des Waldeigentümers oder deffen Vertreters unter Bezeichnung dieser Eigenschaft versehen und durch Beidrückung des amtlichen Siegels der Orts« oder einer höheren Polizeibehörde oder eines Königlichen Ober­försters beglaubigt oder von einem Königlichen Ober­förster unter amtlichem Siegel ausgestellt sein.

Den Königlichen Oberförstern liegt die Verpflichtung zur Beglaubigung bezw. amtlichen Bescheinigung nur in denjenigen Fällen ob, in denen sie als Guts­vorsteher ober Revierverwalter zuständig sind.

§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des § 26 werden gemäß § 43 des Gesetzes mit Geld-

strafe bis zu 50 Mark ober mit - Haft bis zu Tagen bestraft.

Hersfeld, den 14. Dezember 1903.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h o m e r.

14

Hersfeld, den 11. Dezember 1903.

Unter den Schafen des Rupertus Apel und Konrad Helmerich zu Rotenburg ist die Räude ausgebrochen.

I. 8836.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Grfnndene Gegenstände:

Ein Paket Kleiderhaken. Meldung bei dem Orts­vorstand zu Asbach.

Die Rede des Reichskanzlers gegen den Abg. Bebel und die Sozialdemokratie wird am besten dadurch charakterisiert, daß alsbald, nachdem sie gehalten war, von vielen Seiten der Gedanke aus­gesprochen wurde, sie möchte als Flugblatt im ganzen Lande verbreitet werden. Daß sie oratorisch vollendet, daß sie mit vielen witzigen und geistvollen Schlagern ausgestattet war, darüber herrschte im ganzen Reichs­tage nur eine Stimme. Für die Zuhörer und Zu­schauer war es ein spannendes Schauspiel, wie Graf v. Bülow seine Klinge führte und den Abg. Bebel mit seiner immer kleinlauter werdenden Corona in die Enge trieb.

Die tiefere fortwirkende Bedeutung der Rede aber liegt in ihrem sachlichen Gehalt, in dem Nachweise, daß die Sozialdemokratie mit ihrem einseitigen Klaffen- standpunkt und ihren republikanischen Bestrebungen die Sozialreform zu Gunsten der Arbeiter nicht fördert, sondern hemmt und daß sie, selbst über ihren ZukunftS- staat im Unklaren, mit ihrer Bekämpfung der be­stehenden Ordnung dem Volke den Sprung eines Blinden ins Dunkle jumutet. Das Verlangen des Grafen BtKow, nun 'endlich mit den Plan einer bessern Staatsordnung herauszukommen, trifft die Partei des Abg. Bebel an ihrer schwächsten Stelle. Eine blutige Ironie liegt in der vom Reichskanzler entwickelten Vorstellung, wie denn die Männer des Dresdener Parteitages in ihrer grimmen persönlichen Befehdung untereinander das Material von engelhafter Eintracht, Güte und Milde liefern wollen, ohne welches der Zukunftsstaat überhaupt nicht denkbar wäre. Ein künftiges Regiment Bebel würde nach demselben Grund­satz verfahren müssen, wie das Ketzergericht in Dresden: Unb willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein*.

Graf v. Bülow hat sich in seiner Rede auf den überlegenen Gebrauch geistiger Waffen beschränkt. Aber der Ernst, mit dem die ironische Abfertigung der Zu- kunftsopostel untermischt war, hat auch in denjenigen Kreisen der Rechten, wo man ein direktes Einschreiten der Gesetzgebung gegen die Umsturztendenzen wünscht,

Schuld. So schritt er rüstig durch das Dorf, zum andern Ende wieder hinaus und auf der Landstraße weiter, die nach Rastenburg führte. Er hatte bereits die größere Hälfte des Weges zurückgelegt und betrat soeben den Rand eines kleinen Wäldchens, als er einen Schuß krachen hörte, und gleich darauf begegnete ihm, so lange durch eine Windung des Weges verdeckt, das französische Reiterregiment, das nach Falkenwalde zog. Erschrocken sprang Jean zur Seite und ließ, demütig den Hut in der Hand haltend, die Dragoner an sich vorüberreiten, sie betrachteten ihn hochmütig mit finsteren Blicken, aber sie taten ihm nichts zu Leide und richteten auch keine Frage an ihn. Als der letzte Mann in der Ferne verschwunden war, atmete der Bediente erleichtert auf und setzte seinen Weg fort, er pries sich glücklich, nicht jetzt gerade in Schloß Falkenwalde geblieben zu sein, denn er hätte mit Anna doch nicht sprechen können, wenn die Franzosen gerade einritten. Bis er zurückkam, waren die Reiter schon untergebracht, und das Mädchen hatte dann vielleicht Zeit für ihn.

Er war noch nicht hundert Schritte gegangen, als ein schweres Stöhnen an sein Ohr drang. Jean er- innerte sich des Schusses, den er vorher gehört hatte, er blickte umher und entdeckte zu seinem Schrecken im Graben neben dem Wege einen blutenden, offenbar sterbenden Menschen. Ihn erfaßte das Mitleid. Er sprang hinzu und richtete den Mann, der eine Schuß­wunde in der Brust hatte, empor. Mühsam schlug der Verwundete die Augen auf, dann aber ging ein Blitz des Erkennen- durch die bleichen Züge.Sind Sie

nicht der Bediente aus Groß-Rauschen von den Fräulein von Selnitzka?" stammelte der Mann.

Ja, der bin ich. Was kann ich für Sie tun? Haben die Franzosen Sie niedergeschoffen?"

Der Verwundete nickte.Ich wollte noch vor ihnen in Falkenwalde ankommen, aber ihre Pferde waren schneller; sie hatten wohl schon Verdacht geschöpft und riefen mich an, ich antwortete nicht und lief weiter, da traf mich die Kugel. Was fragen die Franzosen nach einem Menschenleben! sie haben wohl mehr auf dem Gewiffen. Ich sterbe! Aber nun müssen Sie meine Botschaft übernehmen, Sie sendet mir der Himmel!'

Was soll ich tun?" fragte Jean den Armen, der sichtlich schwächer wurde.

Retten Sie den Baron von Durand. Das Ge« heimnis mit der Waffenkammer ist den Franzosen ver­raten. Der jüdische Händler in Wilna hat aus Furcht vor französischen Mißhandlungen gestanden, daß er dem Baron Waffen für Preußens Erhebung verkauft habe, und es ist möglich, daß diese Reiter, die noch in Preußen sind, es noch nicht wissen. Ich war einer von den Paschern, die den Transport über die Grenze leiteten, der Baron bezahlte uns gut, und wir hielten es alle mit den Preußen und Russen und nicht mit dem Teufels­zeug, den Franzosen. Und als ich in Wilna hörte, daß der Jude geplaudert hatte, machte ich mich sofort auf den Weg, um den Baron zu warnen; es kostet mir das Leben. Aber die Selnitzkas haben ja immer zu Herrn von Durand gehalten, das weiß ich, einem andern hätte ich es ja kaum sagen dürfen, seine Leute sind böse auf