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Kr. IN.

Aeilstaz Ki 1?. November

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Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 13. November 1903.

Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung des LandeSbauamtS dahier vom 11. d. MtS. haben die Herren OrlSvorstände des Kreises alsbald auf orts­übliche Weife in den Gemeinden bekannt machen zu lassen.

I. A. Nr. 3470. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer RegierungS Rat.

Friedewald, Montag den 23. November 1903

nachmittags Va2 Uhr

in der Gastirtschast von Zinn für die Orte: Friede­wald, Bengendorf, Gelhsemane, Harnrode, Herfa, Heringen, Heimböldshausen, Hillartshausen, Kleinensee, Lautenhausen, Lengers, Nippa, Philippsthal, Röhrigs- Höfe, Hof Thalhausen, Unterneurode, Widdershausen, Wölfershausen.

Die Bedingungen und Steinquantitäten werden im Termine bekannt gegeben.

Hersfeld, den 9. November 1903.

Das Landes-Bauaml. L p l a n d e r.

10. Daniel Heß in Heringen.

11. Magnu« Becker^in Hersfeld.

12. Ernst Luckhardt in Holzheim.

13. Adam Seelig in Kathu«.

14. Johannes Schmidt in Kerspenhausen.

15. Johann Rudolph in Kirchheim.

16. Heinrich Reinmüller in Kohlhausen.

17. Georg Ries in Lautenhausen.

18. Johannes Schüler in Mecklar.

I. 7919. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Bekanntmachung.

Zur Vergebung der Gewinnung uno Anfuhr der Unter haltungSmaterialien an den Landwegen des Kreises Hersfeld für das Etatsjahr 1904 im Wege des öffent­lichen Verdings sind nachfolgende Termine festgesetzt: Hersseld, Donnerstag den 19. November 1903 vormittags 10 Uhr

in der Bierwirtschaft Ritter Sauer für die Orte: Hersfeld, Asbach, Aua, Biedebach, Domäne BingarteS, . Domäne Eichhof, Eitra, Friedlos, Gittersdorf, HeeneS, Kathus, Kohlhausen, Meckbach, Mecklar, Meisebach, Obergeis, Oberhaun, Hof Oberrode, Petersberg, Reilos, Rohrbach, Roßbach, Sieglos, Sorga, Tann, Untergeis, I Unterbaun, Domäne Wilhelmshof.

Niedcraula, Sonuabeiid den 21 November 1903

nachmittags 3 Uhr

in der Gastwirtschaft Stein für die Orte: Niederaula, Allendorf, Beiershausen, Hof Engelbach, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode, Hallendach, Hilperhaufen, Holzheim, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirchheim, Kleba, Kruspis, Mengshausen, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode, Stärklos, SolmS, Willingshain.

Schenllengsftld,Montag den23. November 1903

vormittags ValO Uhr in der Gastwirtschaft von Steinmauer für die Orte: SchenklengSfeld, Aus bach, Conrode, Dünkelrode, Hilmes, Londershausen, Lampertsfeld, MalkomeS, Motzfeld, Oberlengsfeld, Ransbach, Schenkfolz, Unterweisenborn, Wehrshausen, Wippershain, Wüstfeld.

Hersfeld, den 13. November 1903.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorstände des Kreises, welche mit der Einreichung der Steuerlisten zwecks Prüfung noch im Rückstands sind, werden hier­durch veranlaßt, dieselben längstens innerhalb 3 Tagen hier vorzulegen.

Der Vorsitzende der Veranlagungskommission.

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.

I. III. 2336.

Hersfeld, den 12. November 1903.

Die beteiligten Herren Ortsvorstände haben die nach­benannten Leichenschauer zu einer Nachprüfung auf Dienstag, den 24. November d. I., Vormittags 9 Uhr in die Wohnung des Herrn Kreisarztes dahier, Marktplatz 227, vorzuladen.

Zur Nachprüfung mitzubringen sind : 1) ein Abdruck der Polizeiverordnung vom 9. August 1902, betreffend die Leichenschau und 2) das über die Leichenschau zu führende amtliche Verzeichnis (Anlage B der Polizei- Verordnung)

1. Johannes Weppler in Allendorf.

2. Kaspar Neuber in Asbach.

3. Johannes Bein in Ausbach.

4 Heinrich Möller I. in Friedewald.

5. Heinrich Büttner in Friedlos.

6. Peter Vollmer in Gelhsemane.

7. Heinrich Reinhardt in Gittersdorf.

8. Valentin Glück in Hattenbach.

9. Heinrich Schott in Herfa.

Diejenigen Herrn Bürgermeister, welche noch nicht zur Regelung der diesjährigen Gebäude-Angelegenheiten auf dem Katasteramte vorgesprochen haben, werden ersucht, dieses schleunigst nachzuholen, da der Termin verstrichen ist. Die Bauriffe müssen mitgebracht werden.

Hersfeld, den 13. November 1903.

Königliches Katasteramt. S ch m e i h e r.

Nichtamtlicher Teil.

Redende Zahlen.

Die deutschen Arbeiterschutz-Gesetze gießen ihren Segen auf einen immer größeren Kreis von Personen aus. Im Reiche gibt es jetzt nicht weniger als andert­halb Millionen Rentner auf Grund der staatlichen Versicherung. Kein anderes Land des Erdenballs kann einer solchen Fürsorge für seine Arbeiter ähnliches an die Seite stellen und sich rühmen, nahezu 3 v. H. seiner gesamten Einwohner in den Stand von staat­lichen Versicherungs-Rentnern versetzt zu haben. Und doch würde diese Zahl noch höher sein, wenn nicht Tausende von Arbeitern dank den sozialpolitischen Ge­setzen vor frühzeitigem Siechtum und vor der Invalidität bewahrt würden. Die jüngst veröffentlichteStatistik der Heilbehandlung bei Versicherungs-Anstalten und zugelaffenen Koffen-Einrichtungen der Jnvaliden-Ber- sicherung" gibt über diese Nebenaufgabe der Ver- sicherungS-Anstalten einen lehrreichen Ueberblick.

Während im Jahre 1896 nicht mehr als rund 10 000 Kranke mit 2 Millionen Mark Kosten von den

Roman von G. König-Liebthal.

(Fortsetzung.)

X.

Durch den Schuß, der im Schloß gefallen war, er- schreckt, eilte die Freiin Mathilde von Hardenfels, die sich kurz vorher zu den Verlobten nach dem Park begeben hatte, mit Kurt und Lucie nach dem Schlosse zurück. Sie hatten keine Ahnung, was dort vorgefallen sein könnte, denn das Kommen und Gehen der Herren vom Gericht war nicht von ihnen bemerkt worden. Ja, Lucie selbst wußte nicht einmal, in welcher großen Gefahr sie in der vergangenen Nacht geschwebt hatte, denn man hatte eS ihr und auch der Tante verfliegen. Raven und Loschwitz wollten sie nicht mit dieser traurigen'Mit- teilung erschrecken, wenigstens jetzt noch nicht, und hatten sich vorgenommen, jede Nachricht über diesen versuchten Mord ihnen vorzuenthalten, solange es eben möglich war. Kurt aber sollte heute alles von Raven erfahren, sobald dieser mit dem Freiherr« gesprochen haben würde.

Sie hemmten ihre Schritte, als sie Raven kommen sahen; sie merkten sofort an seinem bleichen, ernsten Gesichte, daß es keine gute Nachricht sein konnte, die er ihnen bringen würde.

»Mein Gott! Was ist vorgefallen!" rief die Freiin entsetzt aus, als Raven in ihre Mitte trat. Sie begann zu wanken; Kurt sprang schnell hinzu und hielt sie fest, als sie die Kraft zu verlassen schien.

So schonend wie möglich berichtete nun Raven, was im Schlöffe sich vor wenigen Minuten abgespielt hatte.

Aber, warum tat er baß?" fragte sie mit zitternder Stimme nach einem kurzen Schweigen. Und als sie sah, daß Raven zögerte, setzte sie hinzu:Bitte, verschweigen Sie mir nichts, mir, seiner Gattin, und diesem, seinem Sohne. Ich bin gefaßt. Es konnte ja kein guteß Ende mit ihm nehmen!"

Da Sie es wünschen, gnädige Frau," antwortete Raven,und es später doch erfahren werden, sollen Sie alles wissen. Wollen wir jedoch nicht erst hineingehen, damit sie und Kurt---"

Nein, nein, jetzt nicht," wehrte die Freiin ängstlich ab.

Doch besann sich Raven immer noch, ob er ihrem Wunsche nachkommen sollte, da auch Lucie alles dann erfahren hätte. Nach einigem Nachdenken sagte er sich aber, daß es auch ihr nicht verborgen bleiben würde und hielt auch seine Tochter für stark genug, das Schreckliche ohne Gefahr für ihre Gesundheit anhören zu können.

So erzählte er denn, warum der Freiherr es vorge­zogen habe, freiwillig in den Tod zu gehen, er wollte der Schmach und Schande entfliehen, die seiner noch gewartet hätte.

Raven hatte geendet und schaute mitleidsvoll aus die Freiin, die nicht meinen konnte, sondern nur stöhnen und seufzen. Er sah, wie fürchterlich es in ihrem Innern stürmte und wie sehr sie litt.

Jetzt trat sie auf Lucie zu, umarmte sie und rief in schmerzvollem Tone aus:Lucie, mein Kind, Dich

hat er morden wollen! Aber, Gott sei gelobt, der Dich errettet hat. Kannst Du ihm, dem Unglücklichen vergeben?"

Gott möge ihm ein gnädiger Richter sein, Mama," antwortete Lucie unter Tränen und Schluchzen,ich vergebe ihm und werde zu vergessen suchen, was er Böses an mir tun wollte."

Nun, so kommt," sprach die Freiin,und laßt uns zu ihm gehen." Willig ließ sie sich von Kurt und Lucie führen, und Raven schloß sich ihnen schweigend an.

Wie kam es denn," fragte die Freiin später als sie mit Raven allein war,daß Herr von Loschwitz den Verbrecher festnahm, ehe dieser die schreckliche Tat au«- sühren konnte? Das müssen Sie mir noch sagen, ehe Sie heute gehen, dann weiß ich wohl alles alles."

Ich weiß nicht, gnädige Frau," entgegnete Raven willig,ob Ihnen Kurt schon mitgeteilt hat, daß Herr von Loschwitz sich gestern mit meiner Schwägerin verlobt hat." Und als die Freiin nickte, fuhr er fort:Als Kurt gestern Abend spät von Waldenburg geritten war, begaben sich Lucie und meine Schwägerin bald zur Ruhe, während wir, Loschwitz und ich, noch einige Minuten im Parke spazieren gehen wollten, da er, wie er mir sagte, vor Freuden doch noch nicht hätte schlafen können. Es war nicht zu dunkel und die Luft angenehm mild. Wir gingen einem in der Nähe des Schlaffes liegenden Pavillon zu, um uns dort zu setzen. Kaum hatten wir jedoch Platz genommen, als Loschwitz plötz. lich sein Gespräch abbrach und starr nach dem Schlöffe hinüber schaute.Was hast Du?" fragte ich ihn,