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Xr. 125. Donnerstag Den 22. Lkt-ber IM

Amtlicher Teil.

Hersseld, den 13. Oktober 1903.

Der Landwirt Jakob Baumhard zu Asbach ist heute als Bürgerineister dieser Genreinde eidlich verpflichtet worden. A. 3219. Der Königliche Landrat Freiherr von S ch l e i n i tz. Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 13. Oktober 1903.

Der Landwirt Valentin Nahn zu Asbach ist heute als Ortsschätzer dieser Gemeinde eidlich verpflichtet worden. I. 6842. Der Königliche Landrat

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.

Sie §tuer§otfii|r im Haushalt.

Gleichgültigkeit gegen Feuersgefahr und fahrlässiges Umgehen mit Feuer und Licht sind schlimme Feinde der Menschheit, die täglich unsägliches Unheil herbeiführen und die zu bekämpfen jeder Rechtschaffene sich bestreben soll. Wenn auch der fahrlässige Brandstifter selbst zu­weilen mit blauem Auge davon kommt, so sind doch auch die Fälle nicht selten, wo er die Folgen seiner Handlungsweise an Leib und Gut zu spüren hat, sei es, daß er körperlich beschädigt wird, sei es, daß der Strafrichter ihn ereilt, oder daß die Gesellschaft, bei der er seine Habe gegen Feuersgefahr versichert hat, die Schadenvergütung mit Fug und Recht ablehnt.

Aus diese Gefahr, ihre Ursachen und ihre Folgen wird so oft namentlich auch in der Tagerpreffe belehrend und warnend hingewiesen, daß Neues darüber nicht gesagt werden kann. Vielleicht ist es dennoch nützlich, namentlich den Haus-Vätern und -Müttern, ans Herz zu legen, was zur Verhütung schweren Brand- Unglücks von ihnen zu tun und zu unterlassen ist. Daö soll denn hiermit versucht sein:

Hütet die Kinder! Laßt sie nicht unbeaufsichtigt oder gar eingeschloffen in Räumen, wo Feuer brennt (Ofen, Kochherd, Lampe), oder wo sie zur Streichholz- schachte! gelangen könne». Unzählige Brände entstehen durch spielende Kinder, die sehr oft selbst dabei elend verbrennen.

Wensels M Wckenblirg.

Roman von G. K ö n i g - L i e b t h a l.

(Fortsetzung.)

«Wie meinst Du das, lieber Kurt?"

Mama, obwohl ich Lucie Raven nur einmal ge­sehen habe ich liebe sie und bin fest entschlossen, sie zu heiraten."Natürlich," versuchte er zu scherzen, wenn sie mich will."

Erstaunt sah die Freiin ihren Sohn an und sagte: Weiß sie schon von Deiner Liebe Kurt? Und weißt Du, ob sie Deine Liebe erwidert?"

Noch nicht, Mama. Aber ich werde um ihre Liebe ringen; ich werde um ihre Hand werben, bis sie mein ist. Und wenn ich dann einst mit ihr zu Dir kommen sollte, um Deinen mütterlichen Segen zu erflehen würdest Du ihn mir, würdest Du ihn uns verweigern?"

«Du weißt, mein lieber Kurt," antwortete die Freiin, indem sie die Hand ihres Sohnes erfaßte,Du weißt, daß ich Dein Glück will. Du wirst keiner Unwürdigen die Hand reichen und ihr Deinen Namen geben. Noch kenne ich Lucie Raven nicht. Aber ist Deine Liebe zu ihr echt, bewährt sie sich in dem Kampfe, der Dir be. vorsteht, und wird Deine Liebe von ihr erwidert, dann, bann werde ich mich mit Euch freuen; Lucie Raven soll mir willkommen sein und ich werde Euch segnen."

Mit glücklichem Lächeln hatte Kurt seiner Mutter Worten gelauscht; stürmisch umarmte er sie und küßte sie.Ich danke Dir, Mama; ich danke Dir."

Bewachet den Ofen, damit nicht glühende Kohlen herausfallen, oder er durch Ueberhitzen und zu frühes Schließen der Tür platzt, oder Kleidungsstücke und Wäsche, die in seiner Nähe zum Trocknen aufgehängt sind, Feuer sangen. Glimmende Asche darf nicht anders als in metallenen Gefäßen ausbewahrt werden.

Streichhölzer, so angestrichen, daß der brennende Kopf abspringt, oder noch glimmend unachtsam wegge- worfen, sind die Ursache vieler Brände geworden.

Raucher müssen auf die Cigarre acht geben, damit die Kleider nicht versengt werden oder, zumal im Freien bei Zugluft, Funken fangen. Sie sollen auch den noch glimmenden Cigarrenstummel nicht achtlos wegwerfen.

Fahrlässiges Umgehen mit Petroleum, Spiritus und Benzin hat schon manches Menschenleben, manches Familienglück vernichtet. Niemals darf man Petroleum oder Spiritus ins Feuer gießen, um es anzufachen, ober in eine brennende Lampe, um sie aufzufüllen. Oft geht die Sache glücklich ab, aber oft sind auch Explosion und schweres Brandunglück die Folge.

Mit einer Petroleumlampe soll man, zumal un­mittelbar nach dem Anzünden, nicht umhergehen, auch nicht mit ihr umherleuchten, sie so ausstellen, daß sie nicht leicht um- oder gar zur Erde fallen kann; wer sie auslöscht, soll nicht gerade in den Cylinder hinein, sondern über die flache Hand hinweg blasen. Nur bei Tageslicht darf man sie reinigen und füllen.

Einen Spirituskocher stelle niemals unmittelbar auf die Tischdecke oder den Tisch, sondern auf einen unver- brennlichen Untersatz (Porzellanteller, Metallbrett) damit der leicht überfließende brennende Spiritus nichts an­zünden kann.

Benzin (Fleckwasser) ist ein hochgesährlicher Stoff, der sogar ohne mit Feuer in Berührung zu kommen, z. B. durch die Reibung beim Waschen von Hand­schuhen, ober in der Nähe eines heißen Plätteisens, entflammen kann.

Gas zum Leuchten und zum Kochen ist ungefährlich, während es brennt. Wenn es aber unverbrannt auS- strömt, sei es aus einem unachtsam offen gelassenen Hahn, oder einem undicht gewordenen Rohr, dann ist die Gefahr der Explosion nahe. Bemerkt man also Gasgeruch im Zimmer, so lösche man sofort Feuer und Licht, mache Zugluft und suche dann die Ursache des AuSströmens auf, aber niemals durch Ableuchten der

Wir wollen gehen, Kurt," mahnte die Freiin und erhob sich. Lange noch wandelten sie im Parke zu­sammen und Kurt konnte nicht genug erzählen von dem ersten Zusammentreffen mit Lucie Raven, dem geliebten Mädchen. Und als er sich von seiner Mutter trennte, rief er Regesmutig aus:Nun kann der Kampf be- ginnen, ohne Kampf kein Sieg."-----

Als der Freiherr von Hardenfels das Zimmer ver­lassen hatte, gab er einem vorübereilendem Diener den Befehl, sogleich seinen Araber vorzuführen. Der Diener lief so schnell er konnte, und es dauerte nicht lange, da kam er mit dem Reitpferd zurück. Der Freiherr schwang sich hinauf, drückte dem Tiere die Sporen in die Weichen und war bald den Blicken des Dieners entschwunden.

Der leibhaftige Teufel in Menschengestalt," mur. melte dieser.Der arme Kerl, der ihm heute in die Klauen gerät! Nein, nein, ich möchte nicht in seiner Haut stecken. Das böse Gewissen läßt ihm keine Ruh. Na, meinetwegen."

Ohne Ziel jagte der Freiherr über die Felder. Ver­wundert blickten die Leute ihm nach, die ganz genau wußten, was ihren Herrn so in Wut versetzt hatte. Die Waldenburger waren froh, daß der Hardenfelser nicht ihr Herr geworden war.

Als der Freiherr so im wilden Ritte dahin jagte, sah er einen Mann unter einem Baume stehen. Es war der alte Steffen, mit dem es langsam zur Besserung ging. Täglich machte er jetzt einen kleinen Spaziergang ins Freie; die milde Luft tat ihm wohl. Heute war

LeitungSrohre, weil gerade das sehr häufig die Explosion herbeiführt. Offene Gasflammen, namentlich in Schau­fenstern, müssen vor der Berührung mit brennbaren Gegenständen bewahrt werden. Der Gummischlauch, welcher das Kochgas leitet, ist vor dem Anbrennen zu schützen.

Licht und Lampe soll man nicht so aufstellen, daß Gardinen, Vorhänge oder die Kleider mit der Flamme in Berührung kommen können, namentlich auch nicht auf die Erde. Zum Leuchten in Keller und Boden nehme man eine Laterne. Bei Licht im Bette zu lesen, ist gefährliche Unsitte. Fettgetränkte Gewebe, z. B. Putzlappen, sind sehr zur Selbstentzündung geneigt und sollen deshalb nicht achtlos beiseite geworfen, sondern verbrannt werden.

Der Weihnachtsbaum, wenn er in der Zimmer­wärme ausgetrocknet ist, und noch weit mehr die söge- nannte Weihnachtspyramide haben sich als schlimme Brandstifter erwiesen. Man achte auf die Lichter und verlasse das Zimmer nicht, solange sie brennen.

Ist ein Brand im Zimmer entstanden, so verliere nicht die Besinnung; ist er aber mit den vorhandenen Mitteln nicht auf der Stelle zu löschen oder zu ersticken, so mache Feuerlärm. Brennen einer Frau die Kleider, so bleibt die einzige Rettung, daß sie sich oder daß man sie zur Erde wirft und die Flammen durch Darauf- werfen von Decken oder Kleidungsstücken erstickt.

Nichtamtlicher Teil.

3tim Geburtstage her Kaiserin.

22. Oktober.

Der heutige Donnerstag ist ein hoher Festtag für unser Kaiserhaus und für das deutsche Volk; denn die Kaiserin tritt in ein neues Lebensjahr. Ueberall, wo treue, deutsche Herzen schlagen, vereinigen sie sich zu innigem Gebet für das fernere Wohlergehen der er­lauchten Frau, die eine Landesmutter in des Wortes edelstem Sinne, stets für das Wohlergehen ihres Volkes zu sorgen bemüht ist.

Kaiserin Auguste Viktoria wurde am 22. Oktober 1858 auf Schloß Dolzig im Kreise Sorau als älteste Tochter des Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein-

I er etwas müde geworden und ruhte nun im Schatten der einsam stehende» Linde. Mit dem Arbeiten war es für immer vorbei, aber er brauchte keine Not zu leiden, denn fast täglich trug ein Diener der Freiin einen Korb mit Brot, Fleisch und stärkendem Wein in die Wohnung des Alten am Ende des Dorfes, und täglich betete dieser für das Wohlergehen der gütigen Frau.

Der kranke Steffen hatte den Freiherrn nicht be­merkt; als dieser nun vor ihm hielt, durchfuhr ein Schrecken den kranken Körper des Mannes. Mit zitternder Hand nahm er seine Mütze vom Kopfe und grüßte scheu und ängstlich.

Warum arbeitet er nicht?" herrschte der Freiherr den Alten an, der noch immer die Kopfbedeckung in der Hand hielt.

Ich kann nicht, gnädiger Herr," antwortete Steffen mit großer Anstrengung und wich ängstlich zur Seite, da das unruhige Pferd fortwährend ausichlug. Er wollte sich nicht zum zweiten Male treten laffen.

Warum nicht? Denkt er vielleicht, ich soll meinen Leuten das Brot umsonst geben! Marsch, an die Arbeit, oder ich lasse ihn noch heute aus dem Hause werfen."

Wütend fuchtelte der gefühllose Freiherr mit der Reitpeitsche durch die Luft.

Ich kann nicht," jammerte der alte Steffen noch einmal und sah mit flehenden Blicken zu seinem Herrn empor.Ich hab mein Lebtag dem gnädigen Herrn treu und redlich gedient, aber heute heute kann ich