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«r. 118. IieOg tat gtofa 1M.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 2. Oktober 1903.

Im Monat September d. Js. sind dahier für die nachbezeichneten Herren Jagdscheine ausgestellt worden:

I. Jahresjagdscheine:

1. am 1/9. für

2, „ 5/9. „

3. „ 3/9. „

4. „ 4/9. „

5. „ 4/9. „

6. „ 8/9. „

7. „ 8/9. „

8. „ 8/9. „

9. „ 11/9. „

11 „ 15/9. „

12. „ 14/9. „

13. „ 15/9. „

14. „ 15/9. „

15. „ 15/9. „

16. „ 15/9. „

17. „ 15/9. „

18. „ 15/9. „

19. „ 16/9. „

20. „ 16/9 „

21. „ 17/9. „

22. „ 17/9. „

23. „ 18/9. „

a. entgeltliche:

Gerichtssekretär Friedrich Schultheiß in Niederaula;

W. Paulus, Lehrer, in Kleba;

Friedrich Habel, AmtögerichtSsekretär, in Schenklengsfeld;

Ludwig Eydt, Gastwirt, in Niederjoffa;

Johann Heinrich Stollberg, Mühlen- besitzer, in Niederjoffa,

Julius Baumann, Domänenpächter, zu Eichhof;

Karl Baumann, Domänenpächter, zu Eichhof;

Thielow, Königl. Oberförster, in Nieder- aula;

Adam Becker, Zimmermeister, in Mengs. Hausen;

Link, Königl. Landmesser, in Hersfeld;

W. Simon, Kgl. Landmesser, in Hersfeld; Hermann Bachmann, Landwirt, in Hers' seid;

Pagel, Kaiserl. Reichtzbank-Vorstand, in Hersfeld;

Peter Führer, Gastwirt, in Herfa;

Adolf Westermann, Landwirt, in Herfa; Karl Freiherr» von Uslar > Gleichen, Ingenieur, in Oberlengsfeld;

W. Hirschhorn, Dr. med., Mannheim; C. Neinecke, Oeconom, zu Hos>Heisenstein ; Otto Trömner, GutsJnspektor, zu Hof« Thalhausen bei Wehrshausen;

Jean Rechberg, Lederfabrikant, in HerS- selb;

Johann Georg Wagner, Maurer, in Unterneurode;

Heinrich Opfer, Küfer, in Holzheim;

Otto Nordhaus, Gymnasiast, in Meise-

24. am

25. „

26. „

27. „

28. „

29. „

30. „

31. „

32. am

33. „

34. „

35. „

36. „

37. „

38. „

39. „

40. „

41. am

19/9. für Valentin Lenz, Landwirt, in BeierS' hausen;

19/9. „ E. Gerd von Baumbach, Referendar, in Kirchheim;

23/9. „ Alexander Scheffer, Gutsbesitzer, zu Engelbach;

23/9. „ Georg Braun, Bürgermeister a. D., in Hersfeld;

24/9. „ Georg Küllmer, Leibjäger Sr. Hoheit des Prinzen Carl von Hessen, in Philippsthal;

24/9. „ Martin Licht, Gutsbesitzer, zu Hof Kahlhausen bei Wehrshausen;

26/9. „ Kgl. Gymnasial. Oberlehrer Dehnhard in Hersfeld;

28/9. „ Rudolf Braun,Oeconom, zu Hermannshof; b. unentgeltliche:

1/9. für Christoph Diel, Forstschutzgehilfe, in Landershausen;

1/9. ,. Abraham, Kgl. Forstaufseher, in Asbach;

5/9. „ Mantels, Kgl. Forstmeister, in Hersfeld;

14/9. „ Teusler, Kgl. Förster, zu Forsthaus Mönches;

14/9. „ Luban, Kgl. Hegemeister, in Hersfeld;

14/9. „ Malkmus, Kgl. Förster, in Gittersdorf;

14/9. „ Nogatz, Kgl. Hegemeister, in Gittersdorf;

14/9. „ Buge, Kgl. Förster, in HeeneS;

14/9. „ Otto Sorg, Forstlehrling, in Kalkobes;

II. Tagesjaczdscheine:

10/9. für Theodor Wagner in Schenklengsfeld.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Schellhas in Friedewald ist die Rotlaufseuche ausge. brachen.

I 6655. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m «r.

Nichtamtlicher Teil.

bach;

Die Blüte des Bagno.

Roman von Goron und Emile G a u t i e r.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Wie schon gesagt, fühlte Bastien beim Nahen der Gefahr seine anarchistischen BruderschaftSgefühle wieder aufleben ... Er war ein Verbrecher, der zu allem fähig war, zu den verwegensten Missetaten, ein Liebhaber des Mordes, aber er war kein Verräter; er hätte es eher vorgezogen, bei dem Versuch, die Brüder zu reiten, ge» sangen zu werden, als dieselben im Stiche zu lassen und feige, wie Rozen es getan, zu fliehen. Außerdem ver­ehrte er Sokolow. Der Russe war für Bastien ein Gott . . . und er mußte ihn um jeden Preis von der drohenden Gefahr unterrichten.

Unter diesen Gedanken eilte Macaron nach Hause.

Dort wartete seiner eine furchtbare Ueberraschung. Ein Brief SokolowS lag auf seinem Tisch. Er enthielt nur wenige Worte:

»Ich bin verloren. Man will mich verhaften. Rozen , "N Verräter. Er hat unsere heilige Sache, er hat U"ch feige im Stich gelassen. Wenn Du diese Zeilen erhältst, bin ich nicht mehr. Ich töte mich selbst und den Besitz der Brüderschaft in die Luft. Fluch dem Golde, Fluch allem Streben, denn die Starken ' die Feiglinge leben. Räche mich! Sokolow."

erschüttert las Macaron die entsetzlichen Worte.

m selben Abend brachten alle Pariser Zeitungen

Hersfeld, den 28. September 1903.

Die Notlaufseuche unter den Schweiuebeständen des Jacob Gerlach und des Heinrich Schüler in Niederaula ist erloschen.

L 6689. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 26. September 1903.

Unter dem Schmeinebestande des Ackermanns Heinrich

Berlin, 3. Oktober.

Se. Majestät derKaiser undKönig hörten heute vormittag im Jagdschloß Rominten die Vorträge des Ministers der geistlichen rc. Angelegenheiten Dr. Studt und des Ministers für Landwirtschaft rc.v.Podbielski.

Vor dem Oberverwaltungsgericht gelangte eine bedeutsame W a h l a n g e l e g e n h e i t zur Ver­handlung. Die Wahlen zum Gemeinderat in Huckingen waren angefochten worden, da der Gemeindevorsteher es nicht erlaubt habe, die Wählerliste uneingeschränkt ein- zusehen und abzuschreiben. Es war den Wählern nur gestattet worden, ihren eigenen Namen mit der Angabe ihrer eigenen Steuerbeträge einzusehen, die anderen Namen wurden mit einem Löschblatt verdeckt. Die an« gesochtenen Wahlen wurden schließlich ohne Ausnahme für ungültig erklärt. Das Oberverwaltungsgericht geht von der Ansicht aus: ist den Wählern, die die Wähler« liste einsehen wollen, die Einsichtnahme nur bezüglich ihres Namens erlaubt und eine weitere Einsicht nicht gestattet, so ist das Verfahren derart, daß die Zwecke, die mit der Offenlegung der Liste verbunden werden, vereitelt sind. Die Wählerliste soll auch über die Steuer- verhältnisse jedes Bürgers Auskunft geben, und es er­scheint unzulässig, die Offenlegung der Liste mit Rücksicht auf die Steuergesetze zu verkümmern. Das Recht, den Inhalt der Wählerliste kennen zu lernen, ist durch die Bestimmungen betreffend die Geheimhaltung der Steuer­verhältnisse nicht eingeschränkt worden. Das vorliegend beobachtete Verfahren hat die Ungültigkeit der Wahlen zur Folge, da es an der eine Voraussetzung für die Gültigkeit der Wahlen bildenden gesetzmäßigen Offen­legung der Liste mangelt.

Zur preußischen Landtagswahl wird die deutsch-konservative Partei keinen Wahl- ausruf erlassen. Einer Zeitungsmeldung gegenüber erklärt die .Kreuzztg.", daß von dem Erlasse eines Wahlauf«

in gesperrtem Druck: „Das Ende eines Abenteurers. — Von Cayenne nach dem Platz Vendome. — Die Er- öffnungs-Soiroe in der Rue de Prony. — Schreckliche Explosion in Auteuil usw."

Bastien-Macaron hatte nur Sinn für den Bericht über die Explosion. Eine Villa war durch Dynamit zerstört worden. Nur Trümmer des Hauses, darunter eine entsetzlich verstümmelte Leiche — das war alles, was von Sokolow übrig war.

„Himmel und Hölle!" schrie Macaron und schüttelte die Fäuste. „Das soll er mir büßen, der Schuft!"

Der Haß Bastiens war aufrichtig . . . Der Tod SokolowS, den er liebte und für den er eine große Be­wunderung hegte, hatte ihn gegen Rozen erbittert.

Er sollte ihm nicht entrinnen, der Verräter! Die Mahnung des Toten: „Räche mich!" klang laut vor seinen Ohren.

Ohne an seine eigene Sicherheit zu denken, ließ sich Bastien nach der Montagne KainteGeniöve fahren, wo einer der fanatischsten Aufwiegler, der Genosse Duloup, wohnte.

Bastien fand dort auch noch einige andere Ver. schwörer, und er erntete lärmende Bravos, als er seine Absicht kundgab, dem falschen Bruder die Haut zu durchlöchern.

Duloup und ein anderer Genosse, namens Sauclair, ein Koloß, der aus einem kernigen Baumstamme gehauen zu sein schien, boten Bastien mit Enthusiasmus ihre Hilfe bei dem Rachewerk an.

„Der Baron war verantwortlich für das nicht wieder

gut zu machende Zusammenstürzen des revolutionären Gebäudes. Er war die Ursache des heroischen Todes SokolowS, mit welchem alle Papiere verschwanden, welche die Führer der Partei der Polizei liefern konnten."

„Dieser Unglücksbankier, dieser Wüstling, dieser Be­stochene war e», der das Geheimnis der Villa in Auteuil verraten hatte, wie er auch die Brüder in Guyana verriet, die unter den Kugeln der Soldaten, der bewaffneten Sklaven des verfluchten Bürgerstandes, ge­fallen waren."

Duloup schwor, nicht eher zu ruhen, als bis der Verräter seine Niederträchtigkeiten bezahlt habe. Noch am selben Abend stiegen Bastien und seine beiden Ge­hilfen in den Zug nach Brüssel, wo sich Saint-Magloire den Zeitungsberichten nach verborgen hatte. An Geld fehlte es nicht. Bastien befaß eine genügend große Summe.

In der belgischen Hauptstadt angelangt, teilten sich die drei Kompagnons in die Nachforschungen. Sie durch­stöberten die Hotels und begaben sich in alle die Schlupf­winkel, die sie kannten und durch die sie den Aufenthalt des Barons zu erfahren hofften, aber sie konnten ihn nicht entdecken.

Als dieser bei seiner Ankunft in Brüssel bemerkte, daß er beobachtet wurde, hatte er den ersten besten Zug nach Rotterdam genommen. Sein Plan war sehr einfach:

Er wollte sich auf dem schnellsten Wege nach Amerika einschiffen und hoffte die beiden Detektives schon irgend, wo abzuschütteln. Als er auf dem Bahnhof in Rotter­dam ausstieg, sah er die Beamten vom Quai des Orsövres nicht mehr.