Einzelbild herunterladen
 

die Verhandlungen mit Rußland ein den Bedürfnissen der deutschen Ausfuhrindustrie erwünschtes Ergebnis haben werden.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin haben, wie derNordd. Allg. Ztg." aus Halle a. S. berichtet wird, für den 6. September der Stadt einen Besuch zugesagt. Geplant ist eine Be- sichtigung des Kaiserdenkmals, der Ruine Moritzburg und der Franckeschen Stiftungen. Ihre Majestät die Kaiserin wird vorher der Einweihung der Pauluskirche beiwohnen.

Die von der Stadt Berlin geplante neue städtische Hafenanlage auf dem rechten Spreeufer zwischen der Oberbaumbrücke und der Ringbahn, verbunden mit Zollfreihafen für Transitgüter, hat die Genehmigung des Finanzministers erhalten. Die Kosten werden auf acht Millionen veranschlagt.

DieWahlen zum Abgeordnet enhause finden, wie dieNeue politische Korrespondenz" an­kündigen zu können glaubt, am 9. und 16. November, an zwei Montagen, statt.

Die Berliner Politischen Nachrichten schreiben, man werde, wie schon früher, für den R e i ch S h a u s h a l t 1904 zur Deckung der auf das Reichsinvalidenhaus an­gewiesenen Ausgaben etwa 40 Millionen aus dem Be­stand dieses Fonds entnehmen.

Von der preußischen Regierung werden für die Zeit vom 1. Juli 1903 bis Ende Juni 1804 Erhebungen darüber veranstaltet, welche Mehrkosten bei Ver­setzung von Staatsbeamten entstehen würden, wenn die Umzugskosten nach in Aussicht genommenen Bestimmungen über eine anderweite Berechnung der Ent­fernungen erfolgt.

Wenige Tage nach der Rückkehr von der in Be­gleitung ihres Gemahls unternommenen Weltreise mußte sich die Prinzessin Rupprecht von Bayern in der Heimat einer Operation unterziehen. Die große Reise ist für die Prinzessin sehr traurig verlaufen. Im fernen Osten erhielt sie die Kunde von dem Tode ihres Töchterchens, das einem Diphterie-Anfall erlegen war, und später wurde sie selbst von einer Blinddärmen!- zündung betroffen, deren Folgen jetzt einen chirurgischen Eingriff notwendig machten.

Die Generalversammlung des Ver­bandes Deu tscherKriegsveteranen, welche vorgestern in Hamburg abgehalten wurde, beschloß eine Petition an den Reichstag zu richten wegen Milderung der bisher maßgebenden Bestimmunggänzlicher und dauernder Erwerbsunfähigkeit" bei Bewerbung um Staatsbeihülfe aus dem Jnvalidenfonds. Ferner wurde ein Antrag angenommen, an den Reichstag zu petitionieren, für die Witwen von Beihülfempfängern, betreffs mehrmonatlicher Weitergewährung dieser Bei­hülfe nach dem Tode des Mannes. Des weiteren wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, bei der nächsten am 1. Dezember 1905 stattfindenden deutschen Volks­zählung eine Rubrik aufzunehmen, um festzustellen, wie viel Kriegsveteranen noch in Deutschland leben. Der Verband zählt z. Zt. 40000 Veteranen.

(Türkei.) Von den 189 Infanterie- bataillonen des dritten Korpsbereichs Saloniki, der die Wilajets Saloniki, Monastir, UeSküb, Skutari und Janina umfaßt, ist beinahe der dritte Teil im Wilajet Monastir zusammengezogen worden. Daß

keineswegs beunruhigt, denn er lebte ja fast völlig von der armen Frau getrennt. Er hätte mit ihren gesell­schaftlichen Vorzügen, die seinem Hause ein vornehmes Relief verliehen, vor der Oeffentlichkeit gern auch fernerhin geprunkt. Aber seit dem Tode ihres Kindes und dem heftigen Auftritt, der darauf folgte, zeigte sich die Baronin nicht mehr.

Er hätte deshalb bereitwillig ein Auge zugedrückt oder eine Liebesintrigue gar heimlich begünstigt in der Hoffnung, daß Elena unter dem Einfluß einer solchen endlich ihr Mater dolorosa»®est^t ablegen und strahlend und verführerisch wie zuvor wieder die Rolle der Herrin des Hauses übernehmen werde.

Aber daß gerade dieser Lemoine dabei im Spiele sein sollte, behagte ihm nicht.

Er wußte zwar nichts von diesem früheren Ver­hältnis des Doctors zu Elena. Aber fein Jnstinct warnte ihn vor diesem ernsten Gelehrten, der gleichzeitig begeistert und überlegt, großmütig und praktisch, willens- stark und undurchdringlich war.

Bei einem solchen Manne und einer Natur, wie derjenigen Elenas, konnte sich der Flirt gar leicht in eine Leidenschaft verwandeln. Wenn er auch gern die Mußestunden ElenaS ausgefüllt und ihre Eifersucht ab. gelenkt wissen mochte, so wollte er doch nicht die Herr­schaft über sie verlieren.

Sie wußte gar zu viel!

Eine verliebte Frau hat kein Geheimnis vor dem Mann, den sie liebt," sagte er sich.

Ein einziges unüberlegtes Wort ElenaS in einem Moment der Hingebung würde nicht in das Ohr eines Tauben fallen.

Trotzdem wagte er es nicht, offen mit Lemoine zu brechen; das wäre nichtpariserisch" gewesen. Er ließ ihn jedoch peinlichst genau überwachen.

Aber er erfuhr nichts, was nicht schon sozusagen alle Welt wußte.

Lemoine verkehrte viel bei dem Chef des Sicherheits­dienstes, aber es war ja bekannt, daß sie Jugendfreunde waren, zudem pflegte der Baron ja selbst mit den höchsten Staatswürdenträgern einen regen Verkehr. Er

trotzdem die revolutionäre Bewegung nicht erstickt ist, wird auf das Bemühen der türkischen Regierung zurück­geführt, größeres Blutvergießen möglichst zu vermeiden, die Aufständischen zur Niederlegung der Waffen und die geflüchtete Landbevölkerung zur Rückkehr in ihre Dörfer zu bewegen. In den Kreisen Dibre und Kastoria soll dies auch gelungen sein. Nach amtlichen türkischen Angaben ist die Bande, welche Kruschewo besetzt hielt, nicht mit Gewalt daraus vertrieben worden, sondern sie ist freiwillig abgezogen; sie hat sich in einem anderen Orte festgesetzt, der infolgedessen eingeschlossen worden ist. Ein anderer Ort ist nicht in den Händen der Komitees. Es scheint, daß aus den oben ange­gebenen Gründen absichtlich von türkischer Seite den Komitatschis der Abzug aus Kruschewo ermöglicht worden ist In den letzten Tagen sind nach Angaben der Pforte keine größeren Zusammenstöße des Militärs mit Banden vorgekommen.

(Spanien.) Einem Madrider Gerücht zufolge soll das f p a n i s ch e S ch u l g e s ch w a d e r aus Mangel an Mitteln zu seinem Unterhalt aufgelöst und in den aktiven Dienst eingestellt werden.

Aus Prsvlilz und Achbarzebiet.

* Zum Oberpräsidenten der Provinz Schlesien ist der derzeitige Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Staatsminister Dr. Graf von Zedlitz-Trützschler ernannt worden. Graf Robert v. Zedlitz-Trützschler ist am 8. Dezember 1837 geboren. Er widmete sich zunächst der militärischen Laufbahn, wurde Leutnant im 6. Kürassier­regiment und später Regimentsadjutant bei den Gardes du Corps, schied aber 1862 aus dem Heeresdienst aus, um die Bewirtschaftung des vom Vater ererbten Gutes Nieder-Großenbohrau im Kreise Freistadt in Schlesien zu leiten. Am Kriege von 1866 nahm er als Heeres- freiwilliger in der Stellung eines Adjutanten im Stäbe der Kavalleriedivision der zweiten Armee teil. Im Kriege von 1870/71 war er Adjutant des Kommandos der immobilen Gardetruppen. Seit 1873 war er in verschiedenen Ehrenämtern tätig, als Mitglied des Kreis- und Provinzialausschusses und Provinzialrats und 18791881 als Vorsitzender des Provinzialaus- schuffes von Schlesien. 1881 wurde Graf von Zedlitz. Trützschler zum Regierungspräsidenten in Oppeln, 1884 zum Mitglied des Staatsrats und 1886 zum Ober­präsidenten der Provinz Posen und zum Vorsitzenden der Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen ernannt. Im März 1891 wurde er zum Kultusminister ernannt. Er brächte einen Volksschulgesetzentwurf ein, der auf der lieberalen Seite lebhaften Widerspruch fand und schließlich zurückgezogen wurde. Daraufhin nahm Graf v. Zedlitz-Trützschler im März 1892 seine Ent­lassung. Im Dezember 1898 wurde er zum Ober­präsidenten der Provinz Hessen-Nassau ernannt, welchen Posten er noch jetzt innehat.

* Der frühere Berliner Polizei­präsident, der jetzige Regierungspräsi­dent zu Frankfurt an der Oder, Herr von Windheim, ist zum Oberpräsidentender Provinz Hessen-Nassau ernannt worden.

* Ueber denVerkehr mit Geheimmitteln und ähnlichen Arzneimitteln hat der Minister der geist-

hatte seine osfiziellen und privaten Empfänge auf der Polizeipräfectur wie auf dem Ministerium des Innern, wo er sogar niemals zu antichambriren brauchte.

Lemoine sagte übrigens in der Oeffentlichkeit niemals etwas Nachteiliges über den Bankier aus.

Verschlossen, wie er war, hütete er sich, jemals ein Wort fallen zu lassen, welches zu zweideutigen Aus­legungen hätte Anlaß geben können. Wenn er von Saint-Magloire sprechen mußte, so tot er das in dem Tone der familiären Sympathie, welche die Pariser Gesellschaft anschlägt, wenn von einer Person die Rede ist, die in Mode gekommen.

Was seine Beziehungen zu der Baronin anbetraf, so blieben dieselben nach wie vor harmlos, bei einer ge­wissen zärtlichen Aufmerksamkeit, welche niemals das Maß der discreten Verehrung überschritt, die ein Haus­arzt und Hausfreund einer leidenden, schönen Patientin schuldet.

Saint-Magloire war aber trotzdem beunruhigt.

Wie ein gehetztes Raubtier witterte er unbestimmt eine unbekannte Gefahr. Er beschloß deshalb, selbst zu wachen und kräftigere Mittel zu gebrauchen.

Wenn die Baronin, die jetzt schon leidend war, sich sanft auflösen würde? Wer könnte einen Verdacht haben?

Diese Idee, Elena beseitigen, nahm im Geiste des Schurken schnell Gestalt an. Aber er wollte sich zuvor davon überzeugen, wie weit ihr Verhältnis mit Lemoine gediehen sei. Der Exdeportirte war noch un­schlüssig über ein neues Verbrechen, er zögerte noch, wie er mit Lavardens gezögert hatte.

Das unerschöpfliche Genie Sokolows hatte Rozen gerade einen neuen Apparat zur Verfügung gestellt, der ihm seine Spionage ganz außerordentlich erleichtern mußte.

Seit der Erfindung des Telephons, welches uns zu­erst in staunende Begeisterung versetzte, uns aber heute als die einfachste und selbstverständlichste Sache von der Welt erscheint, ist es der Traum zahlreicher Erfinder, diesen Apparat durch eine Vorrichtung zu vervoll­kommnen, welche es ermöglicht, die Züge der Person zu sehen, mit der man in einer Entfernung von Hunderten von Kilometern spricht.

lichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten unter dem 8. Juli neue Bestimmungen erlassen, die am 1. Januar 1904 in Kraft treten.

* Eine Zählung der Maße und Gewichte wird in Preußen auf Anordnung des Ministers füll Handel und Gewerbe stattfinden. Sie soll in allen Gemeinden bis zum 1. August 1904 beendet sein. Erhebung wird bei Gelegenheit der polizeilichen Revision durch die Organe der Polizei vorgenommen. Die El>. Hebungen werden sich nicht auf offene Verkaufsstätten- beschränken, vielmehr den gesamten eichpflichtigen Ver,' kehr umfassen. Danach dürfen künftig zum Messen und- Wägen im Verkehr nur geeichte Meß- und Wiegegeräte^ benutzt werden, wenn der Umfang von Leistungen da. durch bestimmt wird. Die Zählung hat sich somit auß zu erstrecken auf Engrosgeschäfte, deren Geschäftsräume dem Publikum nicht zugänglich sind, auf Fabriken, djI ihre Ware vor dem Versand verwiegen oder vermesst und auf landwirtschaftliche Betriebe, in denen ein regeln mäßiger Verkauf der Erzeugnisse stattfindet. Zählunge« der Maße bei den Behörden finden nicht statt. Da! gesammelte Material wird von den EichungSinspektionen verarbeitet. Gezählt werden im einzelnen Längenmaße, Flüssigkeitsmaße, Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, Hohl" mäße für trockene Körper, Meßwerkzeuge ^ur Brenn^ Materialien, Kalk rc., Handelsgewichte aus Eisen unife gleicharmige Balken- und oberschalige Tafelwagen, Dezie Malbrückenwagen, Schnellwagen je nach Fähigkeit.

iS Sontra, 16. August. Bedeutenden Schaden ver urfachte gestern abend ein von nordwestlicher RichtunK kommender Wirbelwind auf einem Roggenfelde be| Metzlar. Der Wirbelwind erfaßte zunächst einen RoggenL Haufen, hob diesen etwa haushoch, ehe sich die einzelnes Garben loslösten und trieb dann die einzelnen Bunds mit fort. In ähnlicher Weise räumte er mit de^ übrigen Haufen auf, so daß in kurzer Zeit von bei 31 Roggenhügeln, welche auf dem Felde standen, »E noch sieben zu sehen waren. Die einzelnen ®arbeit waren bis auf eine Entfernung von mehr denn 20G Meter mit fortgeschleudert. *

Fulda, 17. August. In Rückers bei Flieden schlug am Sonntag nachmittag während der Andacht der Blis in den Turm der Pfarrkirche, glücklicherweise ohne p zünden. Der anwesenden Gläubigen bemächtigte si- eine große Panik. Die Kirche steht noch ohne Blitze ableiter. Verletzt wurde niemand. (C. T.)

Bacha, 17. August. Die neue Bahnstrecke Gerstungene Vacha-Hünfeld wird bereits im Winterhalbjahr 1903/04 teilweise dem Betrieb übergeben werden und zwar }W nächst die Strecke Gerstungen-Heringen mit den Zwischenstationen Berka a. W., Dankmarshausen und Widdershausen. Es erfolgt hier die Verkehrseröffnung zuerst bis Berka a. W., dann bis Dankmarshausen und schließlich bis Heringen. Die Tage der Inbetriebsetzen:__ stehen allerdings noch nicht fest. In beiden MchküWen- sollen täglich je 5 gemischte Züge mit zweiter, brittet und vierter Klasse verkehren, die eine durchschnittlich! Geschwindigkeit von 35 Minuten zwischen Gerstungen und Heringen erhalten. (R. Z.)

Marburg, 17. August. Die gewählten Komitee! zu den anläßlich des 25jährigen Bestehens des hiesigen Gartenbau-Vereins hier im großen Museumssaal ab^ zuholtenden G a r t e n b a u a u s st e l l u n g haben bi( Sache kräftig in die Hand genommen. Die Ausstellung

st 1

2

st r

Seit langen Jahren schon hatte Sokolow versucht Bilder mittels Elektricität fortzupflanzen, wie man Töin fortpflanzt. Nach langen, geduldigen Versuchen war ei ihm gelungen, ein Bild augenblicklich in unzählig leuchtende Punkte zu verwandeln und dieselben zerstreut durch einen Draht, dem Telephondraht gleich, zu leiten, sie an der Endstelle ebenso schnell wieder in die richtig« Folge zu setzen und somit das Bild zwar etwas fchwaW und verwischt, aber doch leicht erkennbar wiederherzusteller

Wie war es dem großen Gelehrten gelungen, £i4!

in Elektricität umzuwandeln und diese Entdeckung I« weit zu vervollkommnen, um die Sehkraft fast unab / hängig von Entfernungen und Hindernissen zu machenW

Als Sokolow, der erfolglosen Untersuchungen unW verunglückten Versuche müde, die Erfindung bei TelektroskopS endgiltig aufgeben wollte, dachte er barm1 die merkwürdigen Eigenschaften des Seleniums zu b" nutzen, eines Metalloids von der Familie des Schwefelt I welches im Jahre 1817 von dem schwedischen ChenB ' Berzelius entdeckt wurde.

May und Willoughoy Smith haben vor ungefÄ , zwanzig Jahren bewiesen, daß das Selenium be» / Branlyschen Radio Conductor, der die Seele und Grün' ; läge der drahtlosen Telegraphie ist, insofern vergleicht I erscheint, als er den elektrischen Strom leitet oder » | je nachdem er vom Licht beeinflußt ober nicht beeinfluß wird. Seine elektrische Widerstandsfähigkeit schwand A mit anderen Worten gesagt, mit der verschiedenen Sid)1 - fülle und Lichtmenge, welcher es unterworfen wird.

Mit einem Lichtstrahl, den man in der Gewalt D^ < das heißt, den man nach Belieben erlöschen und wiet « aufblitzen lassen kann, ist man im Stande eine" elektrischen Strom durch das Selenium zu leiten ob*1 ihn zu unterbrechen.

Dies ermöglicht es, irgend welche Zeichen, wie zum Bei' spiel die Morseschen, die auf die Unterbrechung des ©Ironie6 bastrt sind, auf große Entfernungen zu übertragen.

Sokolow hatte an diese merkwürdigen Eigenschaft des Seleniumsgedacht undversuchte, dieselben für biellebef' tragung sichtbarer Bilder auf Entfernungen aurzunutz^ (Fortsetzung folgt.)