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Melder Kreisblatt.
GratiLbettsgen r „IU«ftr?retes KsnntsgrdLatt" m. „ILrrstrZVte LanSwirthschaftlirhe Vettage'»
Wr. 95.
Soniitrloo den 11 Aliziiß
Amtlicher Teil.
Verordnung.
Für den Regierungsbezirk Cassel wird auf Grund des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des § 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1, August 1883 der Anfang der diesjährigen Jagd auf Rebhühner, Wachteln und Haselwild auf
Dienstag, den 25. August, für Hasen, Auer-, Birk« und Fasanen- Hennen dagegen auf
Dienstag, den 15. September festgesetzt und die Zeit, während welcher der Dachs erlegt werden darf, derart ausgedehnt, daß die Jagdzeit vom 16. September bis 14. Dezember d. Js., beide Tage einschließlich, läuft.
Cassel, den 5. August 1903.
Namens des Bezirksausschusses.
Der Vorsitzende. I. V.: gez. P i u t t i.
* * *
Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 9. August 1903.
I. I. 5455. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
Hersseld, den 10. August 1903.
Unter dem Schweinebestand des Gastwirts Fink zu Solms ist die Rotlauffeuche ausgebrochen.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 9. August 1903.
Die Rotlauffeuche unter dem Schweinebestand des Gastwirts Ruhn zu Kirchheim ist wieder erloschen. I. I. 5476. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Homberg, den 6. August 1903.
Die unter den Schafherden der Schäfer Götting und Urstadt zu Salzberg ausgebrochene Schafräude ist erloschen.
6882. Der Königliche Landrat v. Gehren.
* ♦
Die Blüte des Bagno.
Roman von Goron und Emile Gautier.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Die Brust hob sich unter dem Einfluß der auf diese Art stoßweise in sie eindringenden Luft. Da« genügte, um der Speiseröhre und allen Kehlkopsmuskeln wieder so viel Beweglichkeit zu geben, um das Gift mechanisch in den Magen gleiten zu lassen. Die Procedur war aus. Dulac war für immer vernichtet. Wenn er noch nicht ganz tot war, so war er nicht weit vom Ende entfernt. Zum Leben konnte er nicht mehr erweckt werden.
„All right!" murmelte Saint-Magloire, richtete sich auf und trocknete sich die Stirn, von welcher dicke Schweißtropfen rannen.
Es blieb ihm nur noch, das lästige Object verschwinden zu lassen. Aber glücklicherweise war er nicht verlegen, ein Mittel dazu zu finden. Solche Kleinigkeiten, einfache Formalitäten, waren für ihn unbedeutend.
Fünf Minuten später öffnete und schloß sich unhörbar das automatische Einfahrtstor. Das elektrische Automobil rollte auf den dicken Gummirädern lautlos in die Nacht hlnau« «ach Paris zu. Nur der Motor unterbrach die Stille gleich bem Summen eines Bienenschwarms. Mit Blitzesschnelle durchlief der Wagen die zu dieser Stunde völlig vereinsamten Straßen Auteuil» und nahm dann en g entlang der FestungSwälle.
^ mochte etwa halb vier Uhr früh sein, und es
Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 8. August 1903.
I. 5437. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Königliche Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau.
Wir • bringen hiermit zur Kenntnis, daß an der hiesigen Lehranstalt 1) ein ObstverwertungSkursuS für Frauen in der Zeit vom 24. bis 29. August d. Js., 2) ein. ObstverwertungSkursuS für Männer in der Zeit vom 31. August bis 5. September d. Js. abgehalten werden. Die Kurse beginnen jedesmal an den zuerst genannten Tagen Vormittags 9 Uhr. Der Unterricht wird theoretisch und praktisch erteilt, so daß die Teilnehmer Gelegenheit haben, die verschiedenen Verwertungsmethoden einzuüben.
Der Unterricht umfaßt: Obstweinbereitung und Behandlung desselben im Keller, Bereitung von Essig, Branntwein und Beerenwein; Schaumweinbereitung, Untersuchung des Mostes auf Zucker und Säure. — Bereitung von Pasten, Gelee, Marmelade und Herstellen von Konserven, sowie Obstsästen; Dörren des Kern- und Steinobstes und des Gemüses. — Obsternte, Aufbewahrung und Verpackung des frischen Obstes.
Das Honorar beträgt 6 M., für Nichtpreußen 9 M. — Unterkunft für die Frauen besorgt die Direktion, an welche auch die Anmeldungen zu den Kursen zu richten sind.
Geisenheim, den 20. Juli 1903.
Der Direktor. I. V.: Dr. Windis ch.
Hersfeld, den 8. August 1903.
Die Rotlauffeuche unter dem Schweinebestand der Hartmann Hut Witwe hier ist wieder erloschen.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rat.
Hersfeld, den 7. August 1903.
Unter dem Schweinebestande des Peter Schneider zu Sölzerhöfe (Gemeinde Sorga) ist die Rotlaufseuche ausgebrochen.
I. 5426. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negieru»gS-Rat.
herrschte demnach noch vollständige Finsternis, als das Automobil in Neuilly durch die porte des Ternes ein» fuhr, ohne von den Accisebeamten angehalten zu werden, welche dem eleganten Wagen keine Aufmerksamkeit schenkten. Der Herr, welcher ihn führte und dessen Silhouette und Bewegungen ihnen sofort den vornehmen Mann verrieten, schien von irgend einem Fest in Paris zurückzukommen.
Gerade als Saint-Magloire in die Rue Peyrönnet einbiegen wollte, fuhr er erschreckt zusammen, Ungefähr 50 Meter vor ihm, fast an der Türe des Hotels Germaine Reyval«, standen zwei Polizisten, die sich scheinbar sehr drollige Geschichtchen erzählten, denn ihr Gelächter schallte bis zu ihm herüber.
Mit einem kühnen Steuergriff riß der Baron, ohne eine Sekunde zu verlieren, den Wagen herum und folgte dann in gemäßigterem Tempo der Rue du Ch&teau, um dann wieder über den Boulevard Eugenie nach der Rue Peyronnet zurückzukommen. Diesmal war die Luft rein. Die Polizisten hatten ihre Runde fortgesetzt.
Saint-Magloire hielt dicht vor der Türe von Germaine Reyvals Hause an, warf einen suchenden Blick um sich, und als er sich überzeugt hatte, daß keine Gefahr zu befürchten war, öffnete er den Wagenkasten, aus welchem er mit Hülfe des Chinesen den noch warmen Leichnam Dulacs herauszog, um dessen Hals er bereits vorher eine Schlinge gelegt hatte.
So schnell wie möglich befestigte er das Ende des Seiles an der oberen Querstange des Gitters. Sodann brächte er den Körper in die richtige Lage, so, daß der
Nichtamtlicher Teil.
Die deutsche Marine.
In dem letzten Bande des „Nauticus", der sich seinen Vorgängern würdig anreiht und wiederum eine reiche Fülle wissenswerten Materials barbietet, findet sich auch eine Anzahl von Artikeln, die in trefflicher Weise über den gegenwärtigen Stand unserer Marine unterrichten. Es sei uns gestattet, den Kern dieser Ausführungen herauszuschälen und hier in zusammenfassender Weise wiederzugeben.
Im Marine-Ctat für 1903 wurde die geforderte Summe von 216,3 Millionen Mark vom Reichstage um 6,8 Millionen Mark gekürzt. Wenn auch die vocge- nommenen Streichungen in die organische Entwicklung der Flotte nicht eingreifen, so ist doch bedauerlich, daß gerade die wohlerwogenen Bestrebungen der Marine- Verwaltung, die ältern Schiffe in kriegsbereitem Zustande zu erhalten, nicht in vollem Maße Verständnis und Entgegenkommen gefunden haben.
Was das wichtigste Material d er Flotte, die Linienschiffe, anbelangt, so hat sich dasselbe in der Zeit vom 1. April 1902 bis 31. März 1903 folgendermaßen entwickelt. Verwendungsbereit waren 5 Schiffe der „Kaiser"- Klgsse, 4 Schiffe der „Brandenburg".Klasse, 4 der „Sachsen"-Klasse und „Oldenburg". Probefahrt machten und in Dienst gestellt wurden: „Wettin", „Wittelsbach" und „Zähringen", in der Ausrüstung nach Stapellauf waren „Mecklenburg" und „Schwaben", vom Stapel lies „Braunschweig", auf Stapel lag „Elsaß", und auf Stapel gesetzt wurden die Linienschiffe „K" und „L". Von den letzten 4 Schiffen wird erwartet, daß sie in der Zeit vom Sommer 1904 bis zum Sommer 1905 für Probefahrten fertiggestellt sein werden.
Von großen Kreuzern waren während des Etatsjahres 1902 verwendungsbereit: „Fürst Bismarck", „Prinz Heinrich", „König Wilhelm", „Kaiser", „Deutschland", „Kaiserin Augusta", „Hertha", „Vineta", „Hansa", „Freya", „Viktoria Luise". In der Fertigstellung war „Prinz Adalbert", vom Stapel lief „Prinz Friedrich Karl", und auf Stapel gelegt wurde „Ersatz Kaiser". In dem neuesten Typ „Ersatz Kaiser" ist wiederum ein Fortschritt zu verzeichnen, indem eine Deplacements-Er» höhung um 500 Tonnen zur weiteren Steigerung der
Rücken der Straße zugekehrt war und die Füße etwa 50 Centimeter über dem Boden schwebten.
Um die Schlinge fest anzuziehen und gleichzeitig den letzten Sprung des Selbstmörders zu markiren, riß der Baron mit aller Kraft an der Leiche und rieb die Füße auf der Fundament Mauer, welche das Gitter trug. Der Straßenschmutz der Stiefel Dulacs bezeichnete auf der niedrigen Mauer die Stelle, von welcher er abgesprungen sein mußte.
Saint-Magloire gab Au, welcher nicht das geringste Erstaunen über die Tat seines Herrn bezeigte und ihm dabei nach Möglichkeit geholfen hatte, ein Zeichen, und beide stiegen in den Motorwagen, welcher wie ein Sturmwind davonfauste.
„Ein schöner Selbstmord!" sagte sich der Baron während der tollen Fahrt. „Der Psychologe, welcher beweisen wollte, daß der Kerl dort sich nicht freiwillig umgebracht hat, könnte lange auf ein Diplom warten."
Tatsächlich war diese ganze tragische Jnscenirung bis in die kleinsten Details mit einer teuflischen Ge- schicklichkeit organisirt worden.
Laurine und Martin, die beiden Aerzte, waren deshalb auch in grausamste Verlegenheit versetzt, als sie sich der Leiche gegenüber befanden mit dem offiziellen Auftrag, die ganze Wahrheit über diese traurigen Reste herauszubringen. Trotz ihrer großen beruflichen Erfahrung und trotz der unerschütterlichen Ueberzeugung, welche der Meister seinem Assistenten einzuimpsen ge- wußt hatte, schien ihnen die Ausgabe überwältigend groß.