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Är. 82. ZONtrstaz h£ 6. AM W.
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 3. August 1903.
Die Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 8. April 1879, No. 4257, Kreisblatt Nr. 29, Weißen und Reinigen der Schulräume betreffend, wird hierdurch mit Frist bis zum 7. d. Mts. in Erinnerung gebracht.
Gegen etwaige an diesem Termine noch säumige Herren Bürgermeister wird eine O r d n u n g S st r a f e von je 3 Mark festgesetzt werden.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, ________________________Geheimer Regierungs Rat.
Hersfeld, den 3. August 1903.
Die Erledigung der diesseitigen Verfügung vom 6. Mai 1879 Nr. 5554 Kreisblatt Nr. 37
20 Juni 1882 Nr. 8170 Kreisblatt Nr. 49 ' gung der Hindernisse des freien Flußlaufes betreffend, wird hierdurch mit Frist bis zum 7. d. MlS. in Erinnerung gebracht.
Gegen etwaige an diesem Termine noch säumige Herren Bürgermeister wird eine Ordnungsstrafe von 3 Mark festgesetzt werden.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.
Hersfeld, den 1. August 1903.
Infolge Versetzung des Herrn Lehrers Hill in Friedewald wird eine Schulstelle daselbst vom I. Oktober d. J. ab frei. Das Einkommen derselben besteht neben freier Wohnung in 1100 Mark Grundgehalt und der Einheitssatz der Dienstalterszulage beträgt 130 Mark.
Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse bis zum 25. August d. I s. bei dem Königlichen Kreis- und Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Dr. Bötte in Friedewald oder bei dem Unterzeichneten melden.
I. 5263. Namens des Schulvorstandes:
Freiherr von Schleinitz, Königlicher Landrat.
Hersfeld, den 3. August 1903.
Im Amtsblatt der Königlichen Regierung vom 29. Juli d. Js. (Nr. 31) ist eine vom Herrn Ober-
Die Blüte des Bagno.
Roman von Goron und Emile Gautier.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Er stierte so lange aus diesen selben Punkt, bis ihn eine Art Schwindel erfaßte und ihm die überanstrengten Augenlider zufielen. Er schien zu schlafen und von einem Albdruck gequält zu sein. Die Paffanten wurden immer seltener. Nur noch wenige Droschken- und Herr- schastökutscher waren da und schliefen auf ihren Kutsch- böcken den Schlaf der Gerechten.
Dulac lehnte noch immer an den Laternenpfahl; das Gehirn leer, die Beine steif und eingeschlafen.
Plötzlich verdunkelte sich das Fenster über ihm, wie ein Auge, welches sich schließt, während von der rotaus- geschlagenen Treppe her, die nach den geschloffenen Salons führt, lustiges Lachen erscholl.
Man ging also fort . . .
In demselben Augenblick kam ein einspänniges Coups um die Ecke des Concordiaplatzes gebogen und fuhr vor dem Restaurant vor. Das wäre weiter nicht ausgefallen, wenn der Kutscher, der das Pferd lenkte, nicht ein Chinese in seiner Nationaltracht gewesen wäre. Es war das Coupä Saint Magloires, welches der treue Nu auf die Sekunde pünktlich herführte. Der Bankier erschien und hielt Germaine um die Taille gefaßt. Ohne ein Wort zu sagen, half er der Künstlerin in den Wagen und sprang dann selbst leicht hinein. Das Coup« rollte
Präsidenten unterm 18. Juni d. Js. erlassene Polizei- Verordnung, betreffend den Verkehr mit Mineralölen, veröffentlicht.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises weise ich hierauf mit dem Bemerken besonders hin, daß mit dem Tage des Inkrafttretens der Provinzial- Polizei - Verordnung, wie im § 19 angegeben, die für den hiesigen Regierungsbezirk erlassene gleiche Verordnung vom 23. Mai 1883 außer Wirksamkeit tritt.
J. I. 4768. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 3. August 1903.
Die Gewerkschaft Wintershall zu Heringen a/d. Werra beabsichtigt auf dem Zechenplatze der Gewerkschaft, in der Gemarkung Heringen, Kartenblatt 1 u. 10, Parzelle _ 405 . ^ BÖ5
Chlorkalittm-Fabrik nach den hier zur Einsicht der Beteiligten ausliegenden Zeichnungen und der Beschreibung zu erbauen. Die Abwässer sollen in die Werra abgeleitet werden.
Etwaige Einwendungen hiergegen können innerhalb 14 T a g e n bei dem Unterzeichneten sch ri ft- lich in zwei Exemplaren ober zu Protokoll angebracht werden.
Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr geltend gemacht werden.
Ueber die etwa rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird behufs mündlicher Erörterung Termin auf Ssnnabend, den 22. August d. 5$«,
Vormittags 10 Uhr in das GeschäftSlokal des Landratsamte» hier anberaumt.
Im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden wird gleichwohl mit der Erörterung etwaiger Einwendungen vorgegangen werden.
A. 2503. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.
Hersfeld, den 3. August 1903.
Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Gewerbe-Inspektor zu Eschwege (Bureau Friedrich- Wilhelmstraße 21) an jedem 1. und 3 Sonntag im
sofort in der Richtung nach der Seine zu. Der Chinese ließ das Pferd ausgreifen.
Der Anblick der Geliebten am Arme seines glücklichen Nebenbuhlers hatte Dulac mit einem Schlage aus seiner Erstarrung gerissen. Mit einem Satze und einer für eines! starkbeleibten Mann erstaunlichen Gelenkigkeit sprang er aus der Ecke hervor, in welche er sich gedrückt hatte, als. die verspäteten Gäste die Treppe herunter kamen, und lief dem Coupö nach, welches den Weg nach Auteuil einschlug.
Er fühlte weder Atemnot noch Ermüdung.
Eine übermenschliche Kraft verlieh ihm Flügel. Mit der Schnelligkeit und Leichtigkeit eines Rehes flog er dahin, seine Füße berührten kaum den Boden.
Mitten auf dem Platze, in der Nähe des Obelisken, holte er den Wagen ein und schwang sich mit einem kräftigen Anlauf auf das Hintere Feder- und Radgestell. Weder der Chinese noch das Paar im Wagen schienen es bemerkt zu haben. Auch das kräftige Pferd mochte die vermehrte Last nicht fühlen.
Dulac hatte wieder einmal unter dem Einfluß einer jener nervösen Antriebe gehandelt, welche ihn so oft befielen und welche, im gegebenen Falle, aus ihm auch einen Mörder hätten werden lassen.
Aber wie immer, wenn die körperliche Kraft erschöpft war, kam ihm die Denkfähigkeit zurück, und er begann, die Eventualitäten des Abenteuers zu überlegen, in welches er sich hineingestürzt hatte.
Ah, ja! Das Haus in Auteuil also. Dorthin fuhr der Wagen.
Monat, Vormittags von 8 bis 9Vs Uhr, und an jedem 2. und 4. Sonnabend im Monat, Vormittags von 8 biß 10 Uhr Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt hat.
I. I. 5313. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 1. August 1903.
Unter den Schweinen des Landwirts Johannes Baumgardt zu Kleba ist die Rotlausseuche ausgebrochen. I. 5273. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 1. August 1903.
Die unter dem Schweinebestande des Landwirts Gebauer zu Ausbach ausgebrochene Rotlaufseuche ist nun« mehr erloschen.
I, 5274. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz
Geheimer Regierungs-Rat.
Nichtamtlicher (teil.
Kardinal Sarto zum Papst gewählt.
Nach einer Depesche aus Rom ist Kardinal Sarto, bisher Patriarch von Venedig, zum Papst gewählt worden. — Giuseppe Sarto befand sich bereits unter denjenigen Kardinälen, die in den letzten Tagen von verschiedenen Zeitungen als für die Papstwahl in Frage kommend genannt wurden. In Biographien, die über ihn erschienen, wurde bemerkt, Kardinal Sarto sei ein Mann von umfassender Bildung und versöhnlicher Gesinnung.
Geboren wurde Giuseppe Sarto in Riese, Diözese Treviso, am 2. Juni 1835; er zählt heule also 68 Jahre. Er ist nie außerhalb Venetiens tätig gewesen, er war dort nacheinander Pfarrer in Tombolo, Pfarrer in Salzano, Domherr in Treviso, Generalvikar des Bistums Treviso und 1884 Bischof von Mantua. Als dann durch den Tod des Kardinals Agostini der Patri- archensiuhl von Venedig erledigt wurde, ernannte Leo XIII, am 15. Juni 1893 Sarto zum Erzbischof und Patriarchen von Venedig. Drei Tage vorher war Sarto
Die Gummiräder des Gefährtes fingen an, auf dem unregelmäßigen Pflaster zu springen, und unterbrachen durch die heftigen Stöße Dulacs düstere Gedanken. Sein Geist irrte ab zu den wunderbaren Verteidigungswerken des mysteriösen Hauses, welches er zwar nie gesehen, das ihm Bastien aber wohl zwanzigmal in seiner drolligen Sprache beschrieben hatte.
Die Villa war von der Straße aus unsichtbar und lag inmitten eines großen Parks, in welchem zahlreiche hundertjährige Bäume standen. Auf zwei Seiten war die Besitzung von den starken und hohen Mauern des Klosters eingefaßt. Die beiden anderen Seiten waren ebenfalls von einer starken Backsteinmauer umgebe», welche oben mit Flaschenglasscheiben übersäet waren und die Ecke zweier fast ganz vereinsamter Straßen bildeten, die noch nicht ganz bebaut waren und hauptsächlich durch unbebaute Grundstücke, verwilderte Gärten und Culturen führten.
Eine kleine Seitentür leitete auf die Avenue Raffet, aber nur Sokolow und Saint-Magloire, welche das Geheimnis des Sicherheitsschlosses kannten, benutzten sie von Zeit zu Zeit.
Die wenigen Besucher, die man hin und wieder in das Heiligtum einließ, Bastien, Germaine, Du und einige verläßliche Bedienstete, benutzten den Haupteingang an der Rue Jasmin.
Sobald man dort schellte, setzte sich im Innern des Hauses ein Glockenspiel in Bewegung. Ueber dem Glockenzug erschien in einer Fuge eine Kupferplatte mit der Ausschrist „Eintreten", und im selben Augenblick