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Ar. 75.
SvmW htn 27. Znni 1963.
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Politischer Wochenbericht.
Die Entscheidungsschlacht um die ReichStagsmandate ist geschlagen. Die Männer, die uns in den nächsten 5 Jahren im Reichstage vertreten werden, sind aus der Urne emporgestiegen, nachdem die Wähler am Donnerstag bei den Stichwahlen ihre Stimme abgegeben haben. Leider hat auch hier wieder die Sozialdemokratie eine Reihe von Siegen errungen, weil es die staatSerhaltenden . Parteien an der wünschenswerten Einigkeit fehlen ließen. Am meisten hat die freisinnige Vereinigung in dieser Hinsicht gefehlt. Die ihr nahestehenden Blätter haben sich nicht dazu verstehen können, die Wahl von konservativen, freikonservativen, ja nicht einmal von national- liberalen Kandidaten, als angeblichen Reaktionären, gegen die sozialdemokratischen zu empfehlen, ja sie sind sogar vielfach direkt für die Umstürzler eingetreten. Nur mit tiefem Bedauern ist diese Tatsache zu konstatieren. Dabei war noch kürzlich in freisinnigen Blättern und Flug- schriften zu lesen, daß die „Reaktion" nicht kräftiger gefördert werden könnte, als indem man den Bestand der sozialdemokratischen Mandate vermehrte. Ja es hat auch an freisinnigen Stimmen nicht gefehlt, die sehr zu
treffend erklärten, die reaktionärste, die persönliche Freiheit am stärksten bedrohende Partei wäre die Sozialdemokratie.
Trotz der Erfolge der äußersten Linken wird jedoch der neue Reichstag kein wesentlich anderes Gesicht zeigen, wie der alte. Was die Sozialdemokraten gewonnen haben, das ist hauptsächlich den Freisinnigen verloren gegangen. Es hat sich also wieder einmal gezeigt, daß der Freisinn die Vorfrucht der Sozialdemokratie ist. Wo jener säet, da erntet diese. Wenn von einer Seite behauptet wird, die „mangelhafte Wahrung der nationalen Ehre" durch die Regierung habe in weiten Kreisen so sehr verstimmt, daß diese Empfindung auf die Wahlen starken Einfluß gehabt habe, so ist das ganz unhaltbar. Das deutsche Reich sieht im Rate der Völker heute noch ebenso geachtet da wie ehedem, und wenn es an Anfeindungen und Verdächtigungen nicht fehlt, so ist das früher zu keiner Zeit anders gewesen. Was zu Fürst Bismarcks Zeiten mit der Kraft des Schwertes begründet und erworben wurde, das gilt es heute in stiller, emsiger Arbeit zu bewahren und auszubauen. Diese Arbeit aber wird und muß Erfolg haben, wenn das deutsche Volk die vom Kaiser in Hamburg nach der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms des Großen ausgesprochene Mahnung beherzigt, „seinen Idealen und sich selber treu zu bleiben".
Inzwischen hat Deutschland den lang angekündigten amerikanischen Flottenbesuch erhalten. Im Kieler Hafen liegen die amerikanischen Kriegsschiffe „Chicago", „San Francisco", Kearsarge" und „Machtas". Wie vor ihnen Russen, Italiener, Engländer, so haben auch diese Gäste am Gestade der Ostsee herzlichen Willkommen gesunden. Mit Interesse haben vor allem unsere Marine« Offiziere die Kameraden und die Schiffe der amerikanischen Flotte ausgenommen. Die Amerikaner hinwiederum werden die zu den hervorragendsten Veranstaltungen des internationalen Waffersports zählende „Kieler Woche" als Zuschauer mitmachen können und von ihr mannigfaltige Eindrücke in die Heimat milnehmen. Der Natur der Deutschen aber wie der Amerikaner liegt eS fern, bei solchem Anlaß „Verbrüderungs"-Kundgebungen zu inszenieren. Den Veranstaltungen zu Ehren der amerikanischen Gäste ist der korrekte Rahmen einer freundschaftlichen, der gegenseitigen Achtung zweier mächtigen Nationen entsprechenden Begegnung gegeben worden. Hoffentlich wird nun auch das ewige Gerede von einem Kriege zwischen Deutschland und der amerikanischen Union endgültig aufhören.
K ö n i g P e t e r I. hat den Thron von Serbien bestiegen. Er ist in Belgrad eingezogen, und das Volk hat ihm freudig zugejubelt. Der neue König befindet sich aber in einer keineswegs beneidenswerten Lage. Die Bestrafung der Königsmörder bildet die Frage, die Serbiens zukünftige Stellung zu den europäischen Mächten entscheiden wird. Die russische Regierung hat unverblümt die Bestrafung der an dem Morde beteiligten Offiziere gefordert. England hat sogar seinem sittlichen Empfinden dadurch Ausdruck gegeben, daß es seinen diplomatischen Vertreter in Belgrad während der Belgrader Einzugsfeier abberufen hat. Wollte aber König Peter der gerechten moralischen Entrüstung des Auslandes auch nur einigermaßen Rechnung tragen, so hieße das den Ast absägen, auf dem er sitzt.
Politische Nachrichten.
Berlin, den 25. Juni.
Se. Majestät der Kaiser ist an Bord der „Hohenzollern" kurz nach 6 Uhr gestern in Kiel eingetroffen, während Ihre Majestät die Kaiserin mit dem Prinzen A d a l b e r t um 7 Uhr Abends, von Plön kommend, eintraf und Sich mittels Salon- pinaffe an Bord der „Hohenzollern" begab. Auf der Fahrt von Brunsbüttel nach Kiel hörte Se. Majestät der Kaiser die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts von Lucanus und des Chefs des Marinekabinetls u. Senden-Bibran. Als die „Hohenzollern" in den inneren
Hafen einlief, setzten die Kriegsschiffe Toppflaggen und feuerten den Kaisersalut. Während die „Hohenzollern" an den langen Reihen der Kriegsschiffe vorbeifuhr, paradierten die Besatzungen der Schiffe und brachten Hurras aus, auch die Besatzungen der amerikanischen Kriegsschiffe begrüßten die „Hohenzollern" mit Hurras; von den Flaggschiffen ertönte die Nationalhymne. Die „Hohenzollern" machte gegenüber der Marineakademie fest. Ein zahlreiches Publikum hatte von den Ufern der Föhrde aus das Einlaufen der Kaiserlichen Jacht beobachtet. Beim Eintreffen in den Kieler Hafen führte die „Hohenzollern" auch die amerikanische Flagge. Se. Majestät der Kaiser stand auf Vorderdeck und salutierte. Nachdem die „Hohenzollern" fest gemacht hatte, meldeten sich bei Sr. Majestät Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich, Stationschef Admiral v. Koester und Oberst Dürr. Ferner empfing Se. Majestät auf der „Hohenzollern" den Admiral und die Kommandanten des amerikanischen Geschwaders. Der amerikanische Botschafter in Berlin, Tower, und der amerikanische Botschafter in Rom, Meyer, sind gestern gleichfalls in Kiel eingetroffen.
Die bereits aus den Betriebsergebniffen der Eisenbahnen ersichtliche Befferung der wirtschaftlichen Lage wird auch durch die Entwicklung des deutschen Außenhandels im Mai 1903 bestätigt Import und Export haben nicht nur einen bedeutenden Aufschwung gegen den korrespondierenden Monat des Vor« jahres aufzuweisen, sie übertreffen sogar die Verkehrsbewegungen sämtlicher gleichliegender Vorjahrsperioden. Die Einsuhr, besonders an Erden, Erzen, Holz, Baumwolle, Getreide ist um 3,6 Millionen Doppelzentner im Mai, um 16,4 Millionen Doppelzentner im Januar bis Mai gestiegen, die Ausfuhr, hauptsächlich in Kohlen und Eisen, stieg um 4,4 bezw. um 23,4 Millionen Doppelzentner. Es darf also als sicher angesehen werden, daß unser heimisches Wirtschaftsleben die rückläufige Periode überwunden hat und sich wieder in aufsteigender Linie bewegt.
Zur Begrüßung der Königin Wilhelmina von Holland, die morgen zur Teilnahme an den Tauffestlichkeiten am Grobherzoglichen Hofe in Oldenburg eintrifft, entsendet das in Wandsbeck garnisonierende Hufaren-Regiment auf Befehl des Kaisers eine Ehren- schwadron nach Oldenburg. Die Abordnung besteht aus 5 Offizieren und 89 Mann mit 94 Pferden. Die Königin ist bekanntlich Chef des Regiments.
Die Zahl der an deutschen Universitäten studierenden Frauen weist in diesem Semester einen erheblichen Rückgang gegen das Vorjahr auf, der sich vor allem wohl aus den in Preußen erlassenen strengen Bestimmungen gegen die Ausländerinnen er» klärt. Während im Wintersemester 1902/1903 an den deutschen Universitäten im ganzen 1271 Frauen zum Besuch von Vorlesungen berechtigt waren, ist diese Zahl in diesem Semester auf etwa 850 heruntergegangen.
Der französisch-ruf fische Zweibund wird eine neue Weihe erhalten. Der Minister des Auswärtigen, Delcassv, der unpäßlich ist, hat dem französischen Ministerrat die Mitteilung zugehen lassen, daß für den Chef des Generalstabes der französischen Armee im Namen des Zaren eine Einladung ergangen ist zur Teilnahme an den Manövern bei Zarskoje Sselo, die vom 1. bis 10. August stattfinden.
In Macedonien dauert nach übereinstimmenden Konsular.Meldungen das Bandenunwesen und das Treiben des Komitees im Wilajet Adrianopel fort. Im Dorfe Alamut, Kreis Achi-Tschelebi, wurde durch eine Bande von 8 Personen das Haus eines Dorfbewohners belagert, das Haustor mit Dynamit gesprengt, der Hausbesitzer getötet, die Frau verwundet und das Haus a u s g e r a u b t._______________________________________________________________
Aus Provinz will AnHarstbiet
* (Personal Chronik.) Ernannt: die Referendare Bovensiepen, Dr. Hermann Mengel und Kunisch zu GerichtS-Assessoren, der Referendar von der Malsburg