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Verteilungen

auf das

Hersselder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen

Jllustrirtes Sonntagsblatt" und Mustrirte landivirthschaftl. Beilage" für das dritte Vierteljahr werden von allen Kaiser­lichen Poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

betreffen).

Das Ergebnis der am 16. d. Mts. stattgehabten ReichstagSwahl in dem aus den Kreisen Hersfeld Hün- feld-Rotenburg a./F. bestehenden 6. Wahlkreise des Regierungsbezirks Gaffel ist heute, wie folgt amtlich er­mittelt worden.

Von 17 365 Wahlberechtigten sind 13 152 Stimmen abgegeben, von welchen 30 für ungültig erklärt worden

sind.

Gültige Stimmen haben erhalten:

1. Redakteur L. Werner zu Gaffel . . 5 577

2. Rentier R. Müller zu Fulda ... 3 299

3. Rittergutsbesitzer

von Stockhausen-Abgunst .... 2 938

4, Redakteur W. Bock in Gotha . . . 1 300 Zersplittert sind ........ 8 Stimmen.

Da hiernach eine absolute Majorität nicht erreicht worden ist, so ist zwischen dem Redakteur Ludwig Werner zuCassel und dem Rentier Richard Müller zu Fulda, welche die meisten Stimmen erhalten haben, einerngereWahl Stichwahl vorzunehmen.

Der Termin zur Vornahme dieser engeren Wahl wird hiermit auf Donnerstag, den 25. Juni 1903 bestimmt.

Die Blüte des Bagno.

Roman von G 0 r 0 n und Emile G a u t i e r.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung)

Ich nehme mit Dank an," sagte Lavardens,und wo werde ich Sie finden?"

Ich werde Punkt sechs Uhr im Restaurant Paillard sein. Beim Essen werde ich Ihnen den Check auShändigen."

Also um sechs Uhr. Einverstanden, sagte Lavardens.

^Und jetzt verzeihen Sie, daß ich Sie fortschicke. Es sind noch zehn Personen da, die mich erwarten."

Bis heute Abend."

Bitte hier, lieber Freund . . . wollen Sie, bitte, hier" durchgehen." Er führte ihn bis in ein kleines Gemach, das direct an die Treppe führte.

Auf heute Abend!" sagte bewegt Lavardens und schüttelte die Hand, die ihm der Baron reichte.

Kaum war die Türe hinter ihm geschloffen, al« Saint-Magloire nach dem Zimmer eilte, wo sich Bastien verborgen hielt.

Dieser hatte ein merkwürdiges Lächeln.

Na! Wie denkst Du darüber?" fragte der Bankier.

Ich werde darüber denken, wie der Meister darüber denken wird," war die Antwort, dabei verließ ihn das Lächeln nicht.

Das ist vielleicht eine recht geschickte Art, meiner

Diese engere Wahl findet auf den- selben Grundlagen und nach denselben Vorschriften statt wie die Hauptwahl. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß alle auf andere als die beiden obenge­nannten zur engeren Wahl gestellten Kandidaten fallenden Stimmen ungültig sind.

Die Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahlvorsteher pp. bleiben unver­ändert. Bei der engeren Wahl sind dieselben Wähler­listen anzuwenden wie bei der am 16. d. MtS. statt- gehabten Hauptwahl. Diese Listen werden den Herren Wahlvorstehern mit dem Formulare für die Wahlproto­kolle alsbald zugehen.

Nach dem Wahlgeschäft am Abend des 25. Juni cr. wollen die Herren Wahlvorsteher mir die Wahlver­handlungen (Protokolle nebst Wählerliste und den für ungültig erklärten Stimmzetteln) sofort übersenden. Hersfeld, den 20. Juni 1903.

Der Wahlkommissar für den 6. Wahlkreis im Regierungsbezirk Cassel Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.

ReichstsMahl betreffen).

Unter Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 22. April 1903 Kreisblatt Nr. 49 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß für den Wahlbezirk Kathus an Stelle des behinderten Wahlvor­stehers, Bürgermeisters Bauer der Schöffe Adam Koch daselbst als Wahlvorsteher und der Schöffe Fischer da­selbst als stellvertretender Wahlvorsteher für die am 25. d. Mts. stattfindende Stichwahl ernannt worden ist. Hersfeld, den 22. Juni 1903.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r

Nichtamtlicher Teil.

Berlin, den 20. Juni,

Se. Majestät der Kaiser, Allerhöchstwelcher gestern in Hannover vor dem Diner bei dem komman­dierenden General v. Stünzner noch Seinem Flügel­adjutanten Obersten v. Heyden-Linden einen einstündigen

Frage auszuweichen, aber klüger werde ich dadurch nicht," sagte Saint-Magloire mit gleichgiltiger Miene.

Sie kennen den Mann besser als ich und müssen deshalb auch besser wissen, ob man ihm vertrauen kann," versetzte Mocaron.

Ich glaube es! Der Mann ist loyal und auf­richtig; unfähig zu lügen . . ."

O , 0! Ein weißer Rabe! Man könnte beinahe glauben, daß sich die Wetterfahne bei Ihnen gedreht hat und der Wind nach Tugend bläst . . . Also Sie werden die 100,000 Francs so ohne weiteres geben?!"

Ich hätte wirklich Lust dazu."

Ganz nach Belieben . . . Es ist ja nicht meine Kasse, au< der die schönen Lappen herausfliegen, schon aus gewissen Gründen . . . Allein wollen Sie mir er« lauben, ganz offen zu sein?"

Na, zu was bist Du denn sonst hier?"

Gut! Der gewisse Jemand mag loyal und auf­richtig sein, meinetwegen alle Tugenden der Welt und aller Planeten haben; einen Fehler hat er doch: die Zunge ist zu lang!"

Ach was ... Er hat seiner Frau kaum ein Wort erzählt . . ."

. . . Das ist schon zu viel: kaum ein Wort . Wenn Sie eine Frau kennen, die ein Geheimnis für sich behalten kann, dann lassen Sie sie sich in Erz gießen!"

Warum glaubst Du denn, daß er ausplaudern

Besuch abgestattet und dann im Schloß den Vortrag des Landwirtschaftsministers v. Podbielski entgegenge­nommen hatte, hat heute morgen 8 Uhr 20. Min. die Reise nach Hamburg angetreten.

Hamburg, 20. Juni. Um 11 Uhr 19 Min. lief der Kaiserliche Hofzug langsam im Dammtorbahnhof ein. Als Se. Majestät der Kaiser dem Wagen entstieg, wurde er zunächst vom ersten Bürgermeister Burchard begrüßt. Der Kaiser reichte diesem, sowie dem Bürgermeister Hachmann und dem Senator O'Swald die Hand, ebenso dem anwesenden Gesandten v. Tschirschky und Boegendorf und dem hanseatischen Gesandten Dr. Klugmann, indem er mit jedem der Herren einige Worte wechselte. Als der Kaiser sich die Treppehinunter- begab, brach das Publikum in stürmische Hurrarufe aus. Es erfolgte dann sofort die Abfahrt nach dem Festplatze am Rathausmarkt. Im ersten Wagen, der von einer Schwadron Husaren geleitet war, fuhr der Kaiser mit Bürgermeister Burchard; die Senatoren und das Ge­folge des Kaisers schloffen sich an. In allen Straßen bildeten Schulen, Kriegervereine und eine vieltausend­köpfige Menge Spalier; überall ertönten brausende Hofrufe. Um llVa Uhr trafen Se. Majestät der Kaiser sowie der Bürgermeister und die Herren des Gefolges auf dem Denkmalsplatz ein, während die Husareneskorte abschwenkte. Tausendstimmige Hochrufe erschallten dem Kaiser von den vollbesetzten Tribünen, von den Fenstern und Dächern des Rathauses und der umliegenden Häuser entgegen. Unter dem Kaiserzelt waren versammelt der Senat, die Vertreter der Bürgerschaft, die Staatssekretäre Frhr. v. Richthofen, v. Tirpitz, Kcaetke, Minister Möller, der Gesandte v. Tschirschky, der Gesandte Dr. Klugmann, die Bürgermeister von Bremen und Lübeck. Auf den angrenzenden Tribünen hatten das diplomatische Korps, die Behörden, die Geistlichkeit und die Generalität Platz genommen. Auch der Künstler Geheimrat Schilling war hier anwesend. Der Präsident des Senats geleitete den Kaiser, welcher die Front der Ehrenkompagnie des 76. Regiments abgeschritten hatte, unter das Zelt. 700 Sänger von Hamburg und Altona setzten darauf mit dem WeiheliedHerr Gott, Dich loben wir" unter Leitung des Komponisten Professor Krug ein. Se. Majestät der Kaiser begab Sich nach Schluß der Feier, die einen eindrucksvollen und überaus würdigen Verlauf nahm, unter andauernden stürmischen Kundgebungen der Be- völkerung, die durch zahlreichen Zufluß aus der Um­gegend ständig wuchs, zum Hafen, wo an Bord der Hohenzollern" eine Frühstückstafel stattfand.

wird?" fragte der Bankier, dem es anfing, unbehaglich zu werden.

Ich begreife Sie gar nicht mehr, Meister," er. eiferte sich Macaron.Er wird noch keine Viertel­stunde in Havre sein und seine Frau kennt den ganzen Rummel, vorausgesetzt, daß er Ihnen nicht einen Bären aufgebunden hat . . ."

Unsinn!"

Gut! Hören Sie mich gut an. Sie werden ihm einen Check geben; nicht wahr? Sie will den Check sehen, untersuchen . . . küssen . . . und die Unterschrift lesen. Die Frauen sind geschickt, wenn sie etwas wissen wollen. Da sie weiß, daß ihr Mann Sie in London schon gekannt und in Venezuela gesehen, so braucht sie gar keine Gedankenleserin zu sein, um zu erraten, daß der Baron Saint-Magloire und der selige Rozen ein und dieselbe Person sind."

Es ist etwas Wahres in dem, was Du sagst," murmelte der Bankier mit einem Seufzer des Be­dauerns.Immerhin . ."

Was immerhin?"

Wenn ich ihm das Geld in Baar gäbe?"

Das wäre schon besser . . . Aber beruhigen würde mich das auch gerade nicht."

Du glaubst demnach, daß . . ."

Wenn man Sie vorhin hörte, wie Sie den Mann über seinen Aufenthalt in Paris ausforschten, so hätte man glauben können, daß Ihr Entschluß gefaßt sei.