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St. 65. Imerstaz Se» 4. ZWi

1901

Amtlicher Teil.

Caffel, den 19. Mai 1903.

Zur Behebung von Zweifeln weise ich darauf hin, daß weibliche Personen, die auf Grund des § 56 des Str. G. B. der Zwangserziehung überwiesen sind, in die Erziehungsanstalten durch weibliche Begleiter überführt werden müssen und daß von dieser Vorschrift nur in besonderen Ausnahmesällen abgewichen werden darf.

Tie nach dem Gesetze vom 2. Juli 1900 in die Für­sorge-Erziehung zu nehmenden Minderjährigen sind in die Anstalten oder Familien stets durch Begleiter in bürgerlicher Kleidung zu überführen.

Bezüglich der Ueberführung von weiblichen Minder­jährigen durch weibliche Begleiter verbleibt es bei den Bestimmungen des Abschnitts IV. der Ausführungs-An» Weisung zu dem Gesetze vom 2. Juli 1900 über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger vom 18.Dezember 1900.

Der Negierungs-Präsident. J. A.: Schenk.

An die Herren Polizeidirektoren hier, zu Hanau und Fulda und die Herren Landräte des Bezirks. A. 1.4201

* « * * Hersfeld, den 28. Mai 1903.

Vorstehendes wird den Ortspolizeibehörden des Kreises zur Nachachtung mitgeteilt. I. 3411. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Nachweisung

der Anträge auf Bewilligung von Slaatsbeihülfen zur Beschaffung rassereiner Zuchtbullen für das Etatsjahr . . . .

Hersfeld, den 29. Mai 1903.

Unter Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 23. Februar d. I., I. I. Nr. 1197 (Kreisblatt Nr. 25) werden die Herren Ortsvorstände des Kreises veranlaßt, für die Folge bei Anträgen auf Bewilligung von Staats­beihülfen zur Beschaffung rassereiner Zuchtbullen eine Nachweisung nach dem hierunter abgedruckten Schema mit einzureichen.

Der Königliche Landrat. I. V.: T h a m e r.

J. I. 3303.

Lfd.

Nr.

Namen der

Gemeinde

Raffe der

Bullen

Hat sich die Ge­meinde verpflichtet, die in Spalte 3 angegebene Zucht richtung min­destens 10 Jahre beizubehalten?

Besteht in der Ge­meinde ein Orts­statut über die Bullenhaltung nach Maßgabe des

Normalstatuls?

Hat die Bullenbe­schaffung be­reits stattge- funden ?

Betrag der An- schaffungö' kosten

M.

Der Erlös für den alten Bullen be­trägt bezw. wird voraus­sichtlich be­tragen

M.

Beihülfe des

Kreises

M.

Als Staats­beihülfen werden bean­tragt

M.

Begründung des Anträge Steuerverhältniffe Staatssteuer | Kommunalsteuer nach den einzelnen Steuergattungen

M. | %

s.

Sonstige Gründe der Bedürftigkeit

1

2

3

4

5

6 1

7

8

9

10

11 | 12

13

Saatenstand um die Mitte des Monates Mai 1903 im Kreise Hersfeld.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 = gering, 5 = sehr gering.

(Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirtschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901 - I B c 9476 M. f. ß. - I b 3646 M. d. J. -)

Fruchtarten

Durchschnittsnoten für den

Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten

Staat

Regierungs­bezirk Cassel

1

2

3

4

5

12

2-3

34

45

Winterweizen....

3,1

3,1

1

2

1

1

Sommerweizen . . .

2,5

2,6

2

Winterspelz ....

2,4

Winterroggen . . .

2,9

2.6

2

3

1

Sommerroggen . . .

2.7

2,7

Sommergerste . . .

2,5

2,5

3

Hafer......

2,5

2,4

1

5

Kartoffeln.....

3,0

3,0

2

Klee......

2,4

2,3

3

1

1

1

Luzerne.....

2,7

2,6

1

Wiesen......

2,4

2,2

4

1

1

Königliches statistisches Bureau. Blenck.

Hersfeld, den 27. Mai 1903. Wird veröffentlicht.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 29. Mai 1903.

Zufolge einer Mitteilung des Vorstandes der Landes- versicherungS-Anstalt Heffen-Naffau zu Caffel sind die Herren Ortsvorstände zu:

Heenes, Hilperhausen, Holzheim, Kleinensee, KruspiS, Lampertsseld, Lengers, Röhrigshof, Sieglos. Gutsbezirke: Bingart-S, Engelbach, Friedewald, Hersfeld, Oberf., Meisebach, Niederaula, Oberrode, Wilhelmshof, Wippershain, Oberf. mit der Einsendung der umgetauschten Quittungskarten im Rückstände. Die letzteren sind bis z u m 6. Juni d. I s. bestimmt einzusenden. Ueber das Geschehene ist mir zu berichten.

V 422 Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Die unter dem Schweinebestande des Gutsbesitzers Reinhardt zu Unterweisenborn ausgebrochene Rotlauf­seuche ist nunmehr erloschen.

HerSfeld, den 27. Mai 1903 I. 3347. Der Königliche Landrat.

I. V.

T h a m e r.

Nichtamtlicher Teil.

Berlin, den 2. Juni.

Am ersten P s i n g st f e i e r t u g e Morgen» be­suchten I h r e M a j e st ä t e n den Gottesdienst in der Garnisonkirche. Am zweiten Pfingstfeier- tage besichtigte Se. Majestät der Kaiser die Ausschmückungsarbeiten zum Stiftungsfeste des Lehr- infanteriebalaillons bei den Commune. Vormittags 11 Uhr fand sodann das Stiftungsfest des Lehrinfanteriebataillons statt. Heute morgen ritt S e. Majestät d e r K a i s er mit den Prinzen Eitel-Friedrich, Adalbert und Oskar spazieren und hörte von 9 Uhr ab die Vor» träge des Vertreters des Chefs des Militärkabinetts Obersten v. Oertzen und des Chefs des Admiralstabes Vizeadmirals Büchsel. Zur Mittagstafel waren Hausminister v. Wedel und der Kommandant des Zeughauses Generalleutnant v. Usedom geladen.

Ein e r n st e r G e d e.n k t a g war der heutige 2. Juni: 25 Jahre sind vergangen, seitdem mitten in der Reichs- Hauptstadt das Leben des 8ljährigen Kaisers Wilhelm abermals von ruchloser Mörderhand bedroht

wurde. War der Kaiser drei Wochen vorher dem gleich­artigen Anschläge HödelS glücklich entgangen, so hatten die Schrotschüffe Nobilings, die der Attentäter aus dem zweiten Stockwerk des Hauses Unter den Linden 18 auf den im offenen Wagen fahrenden greisen Herrscher ab- seuerte, leider ihr Ziel nicht verfehlt: Der Kaiser war schwer verwundet worden; glücklicherweise hatte der Helm, den er trug, noch Schlimmeres verhütet. Ein Sturm der Entrüstung ging durch die Lande; es war, als ob jedem Deutschen, als ob dem ganzen Reiche eine Schmach angetan war.

Ueber die Beteiligung bezw. Nichtbeteiligung der bisherigen Reichstagsmitglieder an der Kandidatenliste für die bevorstehenden Wahlen wird Folgendes mitgeteilt: Nicht weniger als 85 Abgeordnete kandidieren in ihren bisherigen Wahlkreisen nicht wieder; davon haben 75 überhaupt keine Kandidatur über­nommen, 10 kandidieren in anderen Wahlkreisen, von denen zwei wohl nur als Zählkandidaten zu betrachten sind. Wenn wir die Wilden der ihnen jeweilig zunächst stehenden Fraktionen zurechnen, so entfallen von den nicht wieder kandidierenden Abgeordneten auf da« Zentrum 20 (von insgesamt 110 Abgeordneten), auf die Konser­vativen 13 (57), auf die Nationalliberalen 14 (55), auf die freisinnige VolkSprrtei 8 (29), auf die Frei­sinnige Vereinigung 2 (15), auf die Süddeutsche Volks- partei 3 (7), auf die Antisemiten 2 (13), auf die Sozialdemokraten 3 (58), auf die Reichspartei 3 (21), auf die Polen 7 (14), sowie schließlich auf die Elsaffer 3 (10). Der Prozentsatz der nicht wieder aufgestellten Abgeordneten ist also am schwächsten bei der Sozial- demokratie, wo er noch nicht 6 pCt. beträgt, und am stärksten bei den Polen, bei denen er volle 50 pCt. ausmacht. Als ernsthafte Bewerber in anderen als ihren bisherigen Wahlkreisen treten auf: Ahlwardt, Bassermann, Barth, Blell, Dasbach, Herold, v. Hertling, Müller-Fulda. An bekannteren Politikern kandidieren nicht wieder: die Konservativen Kropatschek, v. Levetzow, Graf Roon, v. Wangenheim, der ReichSparteiler Hegel- maier, die Grafen Preysing und Galen, sowie Dr. Schmitt vom Zentrum, von den Nationalliberalen die Dr. Endemann, Deinhard und Esche, der Antisemit Boeckel, die freisinnigen Volksparteiler Langerhans und Schmieder, Prof. Haenel von der Freisinnigen Ver­einigung und Hähnle von der Süddeutschen Volkspartei, der Elsäffer Winterer, der Pole Prinz Czartoryski und der Sozialdemokrat Kloß.

Am 19. Juni wird im Kultusministerium der