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Sr. 37. P ZmerstU K« 26. März 1963.
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Amtlicher Teil.
Hersseld, den 24. März 1903.
Die Erledigung der diesseitigen Verfügungen:
1. vom 19. Juni 1878, Nr. 6053, Kreisblatt Nr. 49, Revision der Kirchen-, Pfarr- und Schulgebäude betreffend,
2. vom 15. April 1886, Nr. 4578, Kreisblatt Nr. 46, Körung der Zuchtbullen betreffend,
3. vom 14. März 1903, 1. 1596, Kreisblatt Nr. 34, Mitteilung der Zahl der vorhandenen Kriegsteilnehmer betreffend, wird hierdurch mit Frist bis zum 30. b. Mts. in Erinnerung gebracht.
Gegen etwaige an diesem Termine noch säumige Herren Bürgermeister wird eine Ordnungsstrafe von je 3 Mark festgesetzt.
Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Hersfeld, den 24. März 1903.
Der Gastwirt Heinrich Ritz und der Weißbinder Heinrich Psromm zu Petersberg sind heule als Orts- schätzer und der Fabrikarbeiter Heinrich Lotz 11. daselbst als stellvertretender Ortsschätzer für den Gemeindebezirk Petersberg und den Gutsbezirk Wilhelmshof widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden.
I. 1699. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
Her WlliWsllMMvckr.
Original-Militärhumoreske von I. Gaben.
(Schluß.)
„Na, beruhigt Euch nur, meine Lieben," begann er nach einer kurzen Pause, während der nur tiefe Seufzer seitens der „leidenden Teile" ertönen. „Ich werde mir die jungen Herren ansehen und sie ihrem Charakter nach prüfen, und wenn sie mir gefallen — dann — dann"
„Wirst Du nie wieder so schlecht denken, lieber Papa?"
„Und sie dürfen wieder, wie bis jetzt, alle Woche zweimal zu uns kommen, süßer Papa?"
Der „gute Papa" und „liebe Bruder" wurde jetzt mit vielen heißen Küssen und gar manchem zarten Hände- druck beglückt, so daß er tief aufseufzte: „Du lieber Himmel, es ist wahrhaftig die höchste Zeit, daß ich heimgekommen bin."
Mit der allen liebenden Frauen eigenen Taktik wurde der Major von seinen holdseligen Besiegerinnen schnell in ein anderes Tema verwickelt, und als man nach einer Stunde aufbrach, um Mittag zu speisen, strahlte wieder die Sonne ungetrübten Glückes auf allen Gesichtern. —
Dem ersten Bataillon des zweiten Infanterieregiments war am nächsten Morgen der Befehl zugegangen, beim Mittagsappell in Paradeanzug auf dem Kasernenhof zu erscheinen, um ihrem zurückgekehrten Chef vorgestellt zu werden.
Diese Nachricht hatte wie ein Donnerschlag auf drei der zweiten Kompagnie gewirkt, und dies waren die beiden Einjährigfreiwilligen von Feldberg und der
Hersfeld, den 23. März 1903.
Bei der am 28. v. Mts. an der Hufbeschlaglehr- schmiede in Weißenborn, Kreis Rotenburg, stattgehabten Prüfung hat der Friedrich Deiseroth zu Motzfeld die Prüfung bestanden.
1. 1811. Der Königliche Landrat.
' I. V.:
T h a m e r.
Hersseld, den 23. März 1903.
Unter Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 11. Februar 1873 (Kreisblatt Nr. 13) betreffend die Vertilgung der Raupennester, werden hierdurch dieHerren Ortsvorstände des Kreises aufgefordert, die gehörige Vollziehung der deshalb ergangenen Vorschriften zu überwachen und gegen jeden Nachlässigen mit den den OrtS- Polizeiverwaltungen zustehenden Mitteln vorzugehen resp, dem Polizeianwalt zwecks der gerichtlichen Bestrafung nach § 368, 2 des Strafgesetzbuches zur Anzeige zu bringen.
Die Königliche Gendarmerie wird tun, was ihre Pflicht ist.
Gleichzeitig erhalten die Herren Bürgermeister den Auftrag, für tunlichste Verbreitung der hierunter abgedruckten Belehrung über die Vertilgung der Kohlweißlinge zu sorgen und dahin zu wirken, daß Prämien für Einlieferung der weiblichen, im Frühjahr fliegenden Kohlweißlinge gezahlt werden.
1. 1834. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Die Vertilgung der Kohlweißlinge.
Jeder Landwirt und Gartenbesitzer kennt den großen Schaden, welchen die Raupen der Kohlweißlinge an den verschiedenen Kohlarten in Feldern und Gärten anrichten. Die Milliarden von Raupen anderer Art vertilgenden Vögel verschmähen fast ausnahmslos gerade diejenigen des Kohlweißlings. Das Geschäft der Raupenvertilgung bleibt deshalb vorzugsweise der menschlichenTätigkeit überlassen .Diese vermag das Nebel auch zu bezwingen, wenn sie nur überall und zur rechten Zeit unter Anwendung der richtigen Mittel eingreifen wollte.
Bekanntlich überwintern die Kohlweißlinge als Puppen. Sie hängen oft in großen Mengen an Bäumen, Hecken, Stauern und an den Wänden von Gebäuden. Bei warmer Witterung kommen schon im April die Schmetterlinge zum Vorschein. Sie fliegen dann ziemlich einzeln.
Bald nachdem sich die Geschlechter gefunden, beginnt das
Neuhauser Kaspar, der übrigens zu seinem vollen Unglück bereits des Morgens schon von den ersteren unter wenig schmeichelhaften Worten seines Amtes als „Wichsije" entlassen worden war. Die beiden Einjährigen, denen jetzt das Nichterscheinen ihrer Ungebetenen erklärlich war, fürchteten für das Ende ihrer Liebe, und der Kaspar Neuhauser hatte drei Tage Kästen in Sicht, weil er gestern aus Liebe den letzten Zug von Starnberg nach München versäumt hatte.
Du lieber Himmelvater, wie sollte all diese Trübsal enden!
Eine Viertelstunde vor zwölf waren die vier Kompagnien aufgestellt, und der bisherige Bataillonsführer, Hauptmann von Scholz, hielt eine beherzigenswerte An. spräche darüber, was bei jetzige Wiedereintritt des allbeliebten Chefs für das Bataillon zu bedeuten hätte.
Da endlich nahten sie zu Pferde vom Hauptportal aus, der Herr Oberst und der Herr Major von Rödersbach.
„Das Gewehr über! Achtung, präsentiert das Gewehr!" ertönte der Kommandoruf des bisherigen Bataillonsführers — wie eine Mauer standen die braven Infanteristen, und aller Augen waren auf die hohen Vorgesetzten gerichtet — da ertönte von der 2. Kompagnie hervor ein lauter Seufzer, der sich fast anhörte wie ein verunglückter Weheruf.
Der brave Kaspar hatte ihn ausgestoßen, aber es war ihm gleich, ob er nun drei Tage oder vier Wochen Arrest erhielt, denn, o grause Fügung des heimtückischen Schicksals, er hatte in der Person des neuen Majors
Eierlegen an der untern Seite kreuzblütiger Gewächse (Raps Meerrettig rc.). Nach 10 bis 14 Tagen schlüpfen die Räupchen aus und beginnen an den sie beherbergenden Gewächsen ihre zerstörende Tätigkeit. Nach viermaliger Häutung, welche innerhalb 4 Wochen bewerkstelligt wird, sind sie ausgewachsen und jetzt verpuppen sie sich an den oben näher bezeichneten Orten. Etwa 14 Tage nach dem Eierpuppen erscheint der Schmetterling.
Hiermit ist die erste Generation zum Abschluß gekommen und es beginnt nun die zweite. Die jetzt oft massenhaft fliegenden Schmetterlinge legen ihre Eier und die aus diesen auskriechenden Raupen gelangen vor Winter in der Regel nur noch zum Verpuppen. Die Raupen dieser zweiten Ge neration sind es, welche in warmen, mehr trockenen als feuchten Jahren außerordentlichen Schaden anzurichten vermögen.
Soll nun eine wirksame Vertilgung der Kohlweißlinge uor genommen werden, so muß sich diese erstrecken:
1. auf das wiederholte Auffuchen und Zerdrücken der Eier, welche sich wie gesagt, auf der untern Seite der kohl- artigen Gewächse und stets in größerer Zahl auf einer kleinen Fläche vorfinden,
2. auf das Einsammeln und Vernichten der Puppen während der Wintermonate, besonders während des Januars und Februars und ganz besonders
3. auf das Fangen der der ersten Generation angehörenden Schmetterlinge, welche im Frühjahr und im Vorsommer fliegen.
Das Fangen der Schmetterlinge der zweiten Generation bleibt erfolglos, weil die vorhandenen Massen dieser Generation gar nicht bewältigt werden können.
Derjenige verfährt somit rationell, welcher die Puppen vernichtet und die weiblichen Schmetterlinge der ersten Generation einfängt, denn hierdurch wird das Uebel an der Wurzel angegriffen und im Keime erstickt.
Die weiblichen Schmetterlinge sind aber leicht selbst im Flug an den schwarzen Flecken zu erkennen, welche sie auf der Mitte der Vorderflügel haben. Dem Männchen fehlen dieselben.
Das Wegfangen unterliegt keinen Schwierigkeiten. Einmal ist die Zahl der Schmetterlinge im Frühjahr nicht groß und dann ist ja die Schmetterlingsjagd eine Lieblingsbeschäftigung für die Jugend. Schaffe nur jeder Landwirt und Gartenbesitzer den Kindern Fangnetze an. Er setze für Einlieferung einer gewissen Anzahl dieser Frühlingsschmetterlinge Prämien aus. Es würde sich ohne Zweifel selbst lohnen, Tagelöhner mit dem Einfängen der Schmetterlinge zu betrauen.
Stadt- und Landgemeinden und die landwirtschaftlichen Vereine sollten die Einlieferung der Kohlweißlinge ebenwohl angemessen prämiiren. Geschehe dies allgemein, so würde man des schädlichen Insekts bald Herr werden.
den Vetter von München erkannt, dem er gestern die . Bouquets aufgeschmiert und dafür mit den schmeichelhaften Kosenamen „Viechkerl" und „anständiger Kerl," „Schmuser" und dergleichen belegt hatte.
Es waren nur noch wenige alte Leute dabei, die Herrn von Rödersbach bereits kannten, und so mußte denn nach einer kernigen Ansprache des Herrn Oberst die junge Mannschaft vortreten und ihrem Chef Namen und Stand sagen, bei welcher Meldung die Herren Kompagnie-Chefs niemals verfehlten, zu sagen: „Unbestraft, zwei, drei, vier Tage wegen dem und dem."
Für die beiden Einjährigen und Kaspar war diese Vorstellung gleichbedeutend mit dem letzten Gericht. Scheu und zitternd legten sie ihre Hand in die des Majors.
„Hm", meinte der Major zu dem Kompagniechef derselben, als Die beiden Einjährigen vor ihm standen. „Sagen Sie mal, was für eine Strafe haben Sie jedesmal verordnet, wenn die Einjährigen ohne Erlaubnis in Zivil ausgehen?"
„Drei Tage Quartierarrest bis drei Tage Mittelarrest," meldete dieser prompt.
„Haben diese Herren gestern Erlaubnis gehabt, in Zivil zu gehen?"
„So viel ich weiß, nicht, Herr Major."
„So, ich glaube, ich habe sie gestern irgendwo gesehen," murmelte der Major, „aber nein, ich täusche mich. Gut, treten Sie ab und melden Sie sich heute in meiner Privatwohnung," wandte er sich in der liebenswürdigsten Weise an die beiden.