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Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 16.' März 1903.

Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß die Zeichnungen zu den Dampfkeffelgenehmigungsgesuchen nicht immer in vorgeschriebener Blattgröße eingeliefert werden. Nach § 10 VI. der Anweisung betr. die Ge­nehmigung und Untersuchung der Dampfkessel vom 9. März 1900 dürfen nur Genehmigungsgesuche mit Zeichnungen in ein-, zwei- oder vierfacher Größe des Reichsformats für Papier einschl. deren zweite und dritte Ausführungen zur Prüfung vorgelegt werden. Zeich­nungen, welche nicht auf Pausleinwand hergestellt sind, oder nicht auf Leinwand aufgezogen eingereicht werden, müssen ebenso wie die Zeichnungen, welche im Blauver­fahren vervielfältigt worden sind, zurückgewiesen werden.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes auf geeignete Art und Weise zur Kenntniß der Interessenten des Kreises bringen.

A, 836. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 21. März 1903.

Gemäß § 5 der Dienstanweisung für die Gemeinde- rechner der Landgemeinden vom 22. März 1898 dürfen Einnahmen und Ausgaben von dem Gemeinderechner nur auf Grund schriftlicher Anweisungen des Bürgermeisters, und wo ein Gemeinderat besteht, des Letzteren vorgenommen werden. Auf Anweisungen des Gemeinderates genügt die Unterschrift von zwei Schöffen neben derjenigen des Bürgermeisters (vergl. § 60 Abs. 8 der Landgemeinde-Ordnung vom 4. August 1897).

Zu den vorgedachten Kaffenanweisungen ist je ein specielles Formular (vergl. Seite 15 und 16 der Dienst­anweisung für die Gemeinderechner Muster I und II) vorgeschrieben, welches vom 1. April d. I s. ab Seitens der Herren Bürgermeister des Kreises aus­nahmslos zu verwenden ist. Ich weise die Herren Bürgermeister an, die entsprechenden Formulare sich als­bald zu beschaffen, damit sie mit Beginn des neuen Rech­nungsjahres im Besitz derselben sich befinden.

Die von Seiten der Geschäftsleute über Leistungen und Lieferungen für die Gemeinde zur Vorlage gelangenden

Str WüinMuiPMter.

Original'Militärhumoreske von J. G a d e n.

(Fortsetzung.)

Herr von Rödersbach war noch gar nicht weit ge­kommen, als er zu seiner nicht geringen Ueberraschung die beiden männlichen Zwillinge über einen Nebenweg auf sich zu kommen sah.

Du lieber Himmel," dachte er, wenn die Beiden die Bouquets als die ihrigen wieder erkennen, dann ist meine Aussicht auf eine heimliche Recognoszierung des Terains für heute vorüber."

Der Major hatte sich nicht geirrt.

Donnerwetter, Max, hörte er den einen sagen, mich soll der Teufel holen, wenn das nicht unsere Bouquets sind, welche dieser Herr so behutsam fürbaß trägt."

Wahrhaftig, auch ich möchte darauf wetten," ent- gegnete der andere.Kurt, weißt Du was, ich gehe bin und erkundige mich brevi manu, wie er zu diesen Blumen gekommen ist." SprachS und schritt dreist auf den Major los.

..Guten Morgen," mein Herr!" sagte er,Sie sehen in uns zwei Brüder, Max und Kurt von Feldberg. Ge- statten^ Sie uns eine Frage!"

. »O bitte, mein Herr, ich werde, so weit es in meinen Rösten steht, Alles beantworten," entgegnete der Major freundlich wie möglich.

"Wie sind Sie zu diesen Bouquets gekommen?"

-34 habe sie von einem Soldaten erhallen, der mich

Rechnungen sind den vorbemerkten Kaffenanweisungen stets als Unterlage b e i z u f ü g e n und mit der Kassenanweisung zugleich als Rechnungsbelag demnächst zu erbringen.

Besonders mache ich noch darauf aufmerksam, daß jede Anweisung 1. den Namen des Zahlungspflich­tigen ober Empfangsberechtigten, 2. d e n Grund der Zahlung und 3. den Geldbetrag in Zahlen und Buchstaben enthalten muß.

Mit Bezug auf § 5 Absatz 2 der Eingangs bezeich. neten Dienstanweisung weise ichdieGemeinderech- n e r auch ausdrücklich hierdurch an, unvorschriftsmäßige und unvollständige Kaffenanweisungen vor der Ausführ­ung zur Vervollständigung an den Aussteller der An­weisung zurückzugeben.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden haben diese Verfügung dem Gemeinderechner alsbald zur Kennt­nißnahme vorzulegen.

A. 889. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 21. März 1903.

Die Rechnungen der Mitglieder der Voreinschätzungs- kommissionen über Reisekosten und Tagegelder, sowie über Versäumnisgebühren für Mitwirkung bei der Steuer- voreinschätzung für 1903 sind zur Zahlung auf die hiesige Königliche Kreiskasse angewiesen.

Die Polizeibehörden wollen die Empfangsberechtigten ausfordern, die Beträge umgehend abzuheben.

Der Vorsitzende der Veranlagungs-Kommission:

III. 495. Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 14. März 1903.

Der Schreiner Heinrich Wenzel zu Rotterterode ist heute als Leichenbeschauer dieser Gemeinde eidlich ver­pflichtet worden.

I. 1651. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungö-Rat.

Bekanntmachung.

U. Die Zustellung der Kriegsbeorderungen wird in der Zeit von Mitte bis Ende März d. Js. durch die Ortsbehörden erfolgen.

b. Die noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten

bat, sie an die beiden Fräuleins von Rödersbach im Seerestaurant abzugeben."

Sehr richtig. Wir hatten ihn beauftragt, dies zu tun! Warum hat er Sie belästigt?" kam es fast zu gleicher Zeit aus dem Mund der Zwillinge, die jetzt mit finsteren Blicken vor dem Major standen.

Aus Gesundheitsrücksichten, denke ich," entgegnete Herr von Rödersbach lächelnd.Er hatte Hunger auf Leberknödel und hatte deshalb seinen früheren Schatz aus München aufgesucht."

O, dieser verdammte Halunke!" rief der eine von den Brüdern.Was machen wir nun, wenn die Bouquets mit den Briefen zu spät kommen?"

Dann schmeißen wir den Kaspar, dieses Hornvieh, morgen hinaus."

Und wir?"

Ja wir!" Einen Augenblick sahen sich die beiden Brüder wie in tötlicher Verlegenheit an, dann aber wandle der eine sich hastig an den Major.Mein Herr," begann er,ich halte Sie für einen Ehrenmann und möchte Sie dringend bitten, wenn es Ihnen einiger­maßen möglich ist, diese Bouquets sofort den Adreffatinnen zu übermitteln. Von Ihrem rechtzeitigen Erscheinen hängt das Glück zweier Brautpaare ab. Sie werden ermessen können, was dies bedeutet. Hier haben Sie zehn Mark für den Fall, daß Sie unvorhergesehene Auslagen hätten wenn nicht, so behalten Sie die Kleinigkeit als dankbare Anerkennung, die wir Ihrer Freundlichkeit zollen. Aber bitte, eilen Sie!"

Meine Herren," entgegnete der Major,Ihr Ver­

Wohnungs-Veränderungen sind sofort zu melden.

c. Die Mannschaften des Beurlaubtenstandes haben, falls sie während der oben genannten Zeit nicht selbst zu Hause sein können, ev. eine andere Person des Haus­standes mit Empfangnahme der Kriegsbeorderung zu beauftragen.

d. Die jetzt in Händen der Mannschaften.befindlichen, vom 1. April ab nicht mehr gültigen alten Kriegs- beorderungen sißd bei Empfang der neuen Beorderung abzugeben. Werden sie bis zum 31. März nicht einge­zogen, so sind sie zu vernichten.

Hersfeld, den 7. März 1903.

Königl. Bezirkskommando.

Nichtamtlicher Teil.

Berlin 22. März.

Se. Majestät der Kaiser ritt vorgestern nach dem Frühstück bei dem 1. Garde-Ulanenregiment in Be­gleitung des Divisions-, der Brigade- und der Regiments­kommandeure der Garde-Kavalleriedivision von Potsdam nach Berlin zurück, wo Se. Majestät geße?. 5 Uhr im Königlichen Schlosse eintraf. Abends besuchten Beide Majestäten mit dem hier eingetroffenen Prinzen Adalbect das Königliche Schauspielhaus. Gestern Vormittag machte Se. Majestät der Kaiser in Begleitung des Prinzen Adalbert den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, hatte eine Konferenz mit dem Reichskanzler Grafen von Bülow und hörte, ins Königliche Schloß zurückgekehrt, den Vortrag des Chefs des Admiralstabes, Vizeadmirals Büchsel.

Das Befinden Sr. Kaiser!. und Königl. Hoheit des Kronprinzen ist durchaus befriedigend. Der Prinz nahm gestern ein Bad und machte eine zweistündige Spazierfahrt in die Umgebung Luxors.

Auf Befehl des Kaisers hat sich der Staassekretär des Reichsmarineamts Vizeadmiral v. Tirpitz zu den BeisetzungSfeierlichkeiten des verstorbenen russischen Marine - ministerS Admirals v. T y r t o w nach Petersburg begeben. Vizeadmiral v. Tirpitz wird im Auftrage des Kaisers einen Kranz an dem Grabe des Admirals v. Tirtow niederlegen.

Der Reichstag hat gestern seine Verhandlungen schon um 10 Uhr Vormittags begonnen. Die Sitzung wurde zu so früher Stunde anberaumt, um in ihr die

trauen ehrt mich, und ich kann mir denken, daß es sich in Ihrer Angelegenheit um sehr wichtiges handelt. Ich werde mich beeilen, den übernommenen Auftrag so schnell wie möglich auözufühcen, aber die klingende Belohnung muß ich dankbarst zurückweisen; ich lasse mir dergleichen Gefälligkeiten nicht bezahlen, umsomehr, als ich in diesem Falle die beiden Damen, für die Ihre Bouquets bestimmt sind, persönlich kenne."

Wie, Sie kennen die Fräulein von Rödersbach?" kam es fast einstimmig aus dem Mund der Zwillinge.

Ja, wir sind alte Bekannte!"

Woher? Wieso?"

Das werde ich den Herren vielleicht einmal später - erzählen, dazu habe ich jetzt keine Zeit mehr, wenn ich meinen Auftrag zur rechten Stunde noch ausführen soll," versetzte der Major lächelnd, als er sah, welch belebende Wirkung seine Mitteilung bei den jungen Leuten hervor­gerufen.

Sehr richtig," sagte der eine Herr und reichte dem Major warm die Hand.Gehen Sie, damit Sie um Gotteswillen nicht zu spät kommen. Sollten Sie uns aber einmal in München besuchen wollen, sollen Sie uns zu jeder Zeit angenehm sein. Wir wohnen Ludwig- straße 21."

Danke, meine Herren!" erwiderte der Major, jedem der Zwillinge die Rechte drückend.Ich will annehmen, daß unser baldiges Wiedersehen ein beiderseitig recht fröhliches werden wird. Leben Sie wohl, meine Herren von Feldberg. Ihr werter Name wird mir stets in Er­innerung bleiben. Adieu!"