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auf das Bersfelder Kreisblatt.
Mit dem v April d. I. beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 mal, und zwar Dienstag, Donnerstag und Sonnabend erscheinende „Hers- felder Areisblatt".
Dasselbe bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Volitik, Berichte aus dem Areise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Kenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig ausgewählte
spannende Romane, Erzählungen etc., die in jeder Nummer in Fortsetzungen erscheinen, einen weiteren Theil des Lesestoffs.
In dem neuen Quartal beginnt ein
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„Die Blüte des Bagno."
Derselbe ist ein groß angelegter und mit einer kühnen vor keiner Kombination zurückschreckenden Phantasie entworfener Kriminalroman. Er ist ungemein spannend geschrieben und namentlich dadurch inter essant, daß er die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Münder der Technik und Wissenschaft in sein Bereich zieht.
Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden nötigenfalls durch Extrablätter verbreitet.
Die Abonnenten erhalten unentgeltlich jede Woche ein .Jllustrirtes Sonntagsblatt“
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Eisenbahnfahrplan. Anzeigen finden im „Hersfelder Areisblatt" zweckentsprechende Verbreitung und kostet die Zeile to pfg.
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Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenft ein
Expedition des Hersfelder Kreisdlattes
Amtlicher Teil.
Zugeflogen: Zwei Gänse. Meldung des Eigentümers Hegemeister Gute auf Forsthaus Sorga.
Nichtamtlicher Teil.
$tr $N ichrs Kaisers in Wechsen.
®e. Majestät der Kaiser wird am 2. April dem Steifen König von Dänemark einen Besuch in Kopen- M ha m^en als Erwiderung auf den Besuch des Dänischen Kronprinzen am kaiserlichen Hofe im vorigen
Jahre. Erst hieß es, der Kaiser werde zum 85. Geburtstage des Königs Christian IX. am 8. April nach Kopenhagen kommen. Da indessen der Tag in die Karwoche fällt, so wird sich die Feier wohl nur auf die nächsten Familienmitglieder beschränken. Von den Töchtern des Königs ist eine die gegenwärtige Königin von England, die andere die Kaiserin-Mutter von Rußland, Witwe des Zaren Alexanders HL, und die dritte mit dem Herzog von Cumberland, dem Haupt der welfischen Linie, vermählt.
Als der Besuch des Kaisers in Kopenhagen angekündigt wurde, befanden sich die Cumberländischen Herrschaften am dänischen Hofe. In der Presse, namentlich der ausländischen, wurde daher auf ein Zusammentreffen unsers Kaisers mit dem Herzog von Cumberland gerechnet, das vielleicht für die Regelung der Thronfolge in Braunschweig von großer Bedeutung sein werde. Auch an Gerüchten über eine Verlobung des deutschen Kronprinzen mit einer Enkelin des Königs Christian fehlte es nicht. Jenen Vermutungen ist schon dadurch der Boden entzogen, daß inzwischen der Herzog und die Herzogin von Cumberland durch die Nachricht von der Erkrankung ihres Sohnes an den Masern nach ihrem ständigen Wohnsitz in Gmunden bei Wien zurückgerufen worden sind. Aber auch wenn es zu einer Begegnung unsers Kaisers mit dem Herzoge vom Cumberland gekommen wäre, so würde dies ebensowenig wie ein früheres gelegentliches Zusammentreffen in Wien zu einem politischen Ergebnis, wie der Besteigung des Braunschweiger Thrones durch den Sohn des ehemaligen Königs von Hannover, geführt haben.
Der Herzog von Cumberland hat bisher ebenso wie sein Vater die durch den Krieg Hannovers gegen Preußen 1866 verwirkten Ansprüche aus Hannover aufrecht er» halten, und es ist nicht zu erwarten, daß er die Reichs» Verfassung im vollen Umfange, d. h. Hannover als Gebietsteil des BundesstaateS Preußen anerkennen werde. So lange dies nicht geschehen ist, kann von einer Zulassung zu dem Braunschweiger Thron überhaupt keine Rede sein; es wäre auch eine politische Torheit sondergleichen, sich ein Zentrum welfischer Agitationen in Braunschweig einrichten zu lassen. jDie Ausstreuungen über ein in Kopenhagen zu erzielendes Einverständnis wegen des Anfalls von Braunschweig an den Herzog von Cumberland scheinen auch von welfischen Kreisen in Hannover ausgegangen zu sein. Indessen denkt der deutsche Kaiser und König von Preußen nicht daran, sich auf ein solches Experiment einzulassen, und die Bedeutung des Kopenhagener Besuchs liegt lediglich darin, daß er ein erfreuliches Zeugnis von den guten Beziehungen zu dem dänischen Nachbar ablegt und die loyale Ueberwindung der dänischen Schmerzen wegen Schleswig zu fördern verspricht.
Politischer Wochenbericht.
Einen äußerst herzlichen Verlauf hat der Besuch genommen, den Kaiser Wilhelm II. dem Könige Georg von Sachsen in Dresden abstattete, kurz bevor dieser zum Zwecke der Erholung von seiner langen, schweren Krankheit die Reise nach dem Süden antrat. König Georg betonte in seinem Trinkspruche auf den Kaiser, daß der Besuch ein neuer Beweis der herzlichen Gesinnung sei, die Kaiser Wilhelm ihm stets erwiesen habe und die namentlich in der letzten schweren Zeit, von der das sächsische Königshaus heimgesucht worden sei, seinem Herzen so wohl getan hätte. Der Kaiser aber versicherte in seiner Erwiderung, daß der Wettiner Freud und Leid stets auch der Hohenzollern Freud und Leid sei. Die Rede schloß mit dem Danke für den herrlichen Empfang und dem Ausdrucke der Hoffnung, daß der König unter dem vollen Zauber des sonnigen Südens Stärkung und Erholung finden möge. Jeder deutsche Patriot wird sich dieser Hoffnung sicherlich von Herzen anschließen.
In jüngster Zeit tagten in der Reichshauptstadt zwei bemerkenswerte Kongresse oder Vereinigungen: der
Kongreß deutscher Krankenkassen und der D e u t s ch e H a n d e l s t a g. Auf ersterm Kongresse trat wiederum die bedauerliche Erscheinung zu tage, daß die Leitung der Krankenkassen zum weitaus überwiegenden Teile eine sozialdemokratische ist. Nicht nur, daß die Hauptredner mehr oder minder bekannte Sozialdemokraten waren, wurde auch eine Resolution gegen den Regierungs-Entwurf eines neuen Krankenversicherungs-Gesetzes gefaßt, die durchaus sozialdemokratischen Geist atmet und das dargebotene Gute eines vermeintlichen Bessern wegen, kurzweg ablehnt. Es wäre gut, wenn die Arbeiterschaft sich diesen neuen Beweis sozialdemokratischer Fürsorge recht eindringlich merken wollte. — Unter den Verhandlungen des deutschen Handelstages stand die Frage der Handelsverträge an erster Stelle. Staatssekretär Graf Posadowsky bemerkte hierzu in einer bedeutsamen Rede, daß in dem Kampfe der Interessen jeder zu Gunsten des andern ehrliche Selbstbeschränkung üben müsse, und daß alle heimischen Erwerbsstände die Ueberzeugung teilen sollten, daß die deutsche Regierung die Interessen unsers Erwerbsleben» mit derselben Sachkenntnis und mit demselben Nachdruck vertreten werde, wie dies von den fremden Regierungen zum Besten ihres Landes vorausgesetzt wird.
Unter den auswärtigen Ereignissen der Berichts- woche ist ohne Zweifel das Manifest des Kaisers von Rußland als das hervorragendste zu bezeichnen. Die jetzt im genauen Wortlaute vorliegende Willensäußerung des russischen Herrschers wächst durch ihr programmatisches Gepräge weit über die Bedeutung einer bloßen Kundgebung hinaus und stellt sich als ein Ereignis von unabsehbarer Wirkung da. Das Manifest enthält Reformvorschläge, welche die Kultusfrage, die Besserung der Lage der orthodoxen Landgeistlichkeit, die Entwicklung der staatlichen BodenkreditAnstalten, die Förderung der örtlichen Selbstverwaltung, die Erleichterung des Austrittes der Bauern aus dem Gemeindever- bande, die Aufhebung der gemeinschaftlichen Haftung der Bauern, sowie endlich die Reform der Provinzial- und Kreisverwaltung betreffen.
Die mazedonische Angel e g enheit macht, den schwierigen Verhältnissen entsprechend, langsame aber stetige Fortschritte. Der vom Großvezier ausge- sprochene Wunsch, daß man der Türkei Zeit lassen möge, die Reformen ins Werk zu setzen, wird von keiner Seite als unbillig zurückgewiesen werden. Den Willen, die übernommenen Verpflichtungen nach Maßgabe der Mittel zu erfüllen, haben sowohl der Sultan wie seine Be« rater ohne Zweifel an den Tag gelegt, und es ist zu hoffen, daß ihre Bemühungen nicht ohne Früchte bleiben werden.
In Südamerika endlich beginnt das Revolutionsfeuer schon wieder an einer anderen Stelle, nämlich in Uruguay. aufzuflackern. Die daselbst entstandene aufrührerische Bewegung scheint einen ziemlich ernsten Charakter zu tragen. Auf Seiten der Regierung besteht die Absicht, die Nationalgarde einzuberufen. Der Belagerungszustand ist verhängt, und alle Telegramme unterliegen der Zensur.
Politische Nachrichten.
Berlin 19. März.
Se. Majestät der Kaiser empfing gestern vormittag noch den Hofmarschall v. Luck. — Zur Frühst ü ck s t a f e l bei Ihren Majestäten waren geladen Fürst Reuß j. L., Fürst und Fürstin Eulen- burg-Hertefeld und Töchter, Prinz Paribatra von Siam, Prinz Josef Windisch-Graetz und Graf Hans Wilczek. — Nachmittags unternahm S e. Majestät der Kaiser einen Spazierritt, arbeitete sodann allein und nahm Abends das Diner bei dem Generaladjutanten Generalleutnant Graf v. Hülsen-Haeseler. — Heute Vormittag wohnte Se. Majestät den OffizierSreitstunden- besichtigungen der Berliner Kavallerieregimenter bei und verblieb sodann bei dem Osfizierkorps des Garde-