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Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.
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Kr. ß. Sonnt* itnJTJennnr 1901
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„Wnstrirtes Sonntagsblatt" u»» „Milstrirte landwirthschaftl. Beilage" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Poftanftalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenomnien.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe III Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der Preußischen konsolidirten 3Va vormals 4%iflen Staatsanleihe von 1883 über die Zinsen für die Zeit von; 1. Januar 1903 bis 31. Dezember 1912 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. Dezember 1902 ob von der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Oranienstr. 92/94, werktäglich von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausnahme der drei letzten Geschäftslage jedes Monats, ausgereicht werden.
Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der Staatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen oder durch die Negierungs-Hauptkassen sowie in Frankfurt o/M. durch die Kreiskasse zu beziehen.
Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat ihr persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Erneuerungsscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Verzeichnisse zu übergeven, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamts Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine nummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche
Sn§ Mimik des Schleiers.
Roman von H. v. Benitzki, aus dem Ungarischen von C. Langsch. (Fortsetzung.)
VI.
An den Ufern des tiefblauen Comersees, im Schatten der Citronen und Oelbäume erheben sich mehrere in verschiedenem Styl erbaute prächtige Villen. Die schönste aber war die des reichen Kaufmanns Faustin Tamerlan. :Dht ihren säulengeschmückten Vorhallen und ihren von Meisterhand gefertigten Statuen war sie der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit der hier zahlreich zusammenströmenden Fremden.
Der alte Tamerlan war ein Original. Jahrelang hatte er in Athen, Wien und Pest gewohnt. Nachdem seine einzige Schwester gut verheiratet war, verließ er aufs Neue Budapest und das Land und siedelte sich am Lago di Cano an. Er hatte spät geheiratet und seine Frau bald nach der Geburt eines Töchterchens wieder verloren.
Als sich Faustin am Comersee niederließ, war Adrienne kaum sechs Jahre und ein schwaches kränkliches Kind, dem der Vater aus Furcht, daß sie »hin sterben könnte, keinerlei Unterricht zuteil werden ließ. Sie wuchs auf wie die Lilien des Feldes, denen sie an Schönheit glich. Ohne je Freundinnen und Gespielinnen gehabt zu haben, war sie ernst und wortkarg, und der dunkle Glanz ihres Auges ward nur selten durch ein
Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.
Durch die Post sind die Erneuerungsscheine an die Kontrolle der Staatspapiere nicht einzusenden, da diese sich in Bezug auf die Zinsscheinausreichung mit den Inhabern der Scheine nicht in Schriftwechsel einlaffen kann.
Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassen beziehen will, hat dieser Kasse die Erneuerungsscheine mit einem doppelten Verzeichnis ein- zureichen. Das eine Verzeichniß wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesem Verzeichniß sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich zu haben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittelst besonderer Eingabe einzureichen.
Berlin, den 15. November 1902.
Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez.: v. Hoffmann.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten Formulare von der hiesigen Regiecungs- Hauptkasse und den Kreiskassen unseres Bezirks verabreicht werden.
Cassel, den 21. November 1902.
Königliche Regierung. gez.: v. Be l o w.
Nichtamtlicher Theil.
Berlin, 27. Januar.
Ueber die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers liegen folgende Nachrichten vor: Der festliche Tag wurde durch die erhebenden Klänge des Chorals: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" eingeleitet. Das Trompeterkorps des zweiten Garde-Dragonerregiments stand auf dem Rund-
Lächeln erhellt, und doch besaß sie alles, was das Leben schön und angenehm macht. So war Adrienne achtzehn Jahr geworden, und noch hatte niemand ihr Herz gewonnen. Unter Blumen und dem wolkenlosesten blauesten Himmel lebend, war sie in dieser herrlichen, ewig lächelnden Natur selbst die schönste Blume und der Abgott ihres Vaters.
Eines Tages bekam der alte Tamerlan von Sigmund Perzay, dem jüngsten Sohn seiner verstorbenen Schwester, einen Brief, in welchen ihm dieser anzeigte, daß er und sein Bruder bei ihrer Durchreise am Comersee ihn besuchen werde.
„Du kennst Deine Verwandten noch nicht" sagte er zu Adrienne. „Nun wirst Du angenehme Gesellschaft haben. Ich hatte die Burschen schon lieb, als ich noch in Pest wohnte."
Adrienne hätte eine weibliche Verwandte lieber ge. sehen, denn sie sehnte sich nach einer Freundin, indessen erwartete sie auch die Vettern, die ihre einzigen Verwandten auf der Welt waren, voll Freude.
Endlich kamen die beiden Perzays an. Der etwas bleich und leidend aussehende Theodor gehörte zu den Männern, denen die Herzen der Frauen mühelos zufliegen. Der lebhafte, lustige Sigmund unterhielt Adrienne mit seinen Witzen, und sie war ihm auch zugetan, doch Theodor hatte beim ersten Blick ihr Herz gewonnen. Der süße Klang seiner Stimme, sein bezauberndes Lächeln, die Art seiner Unterhaltung nahm sie völlig gefangen und als sie sich zur Weiterreise rüsteten, dachte sie mit Tränen an den Abschied.
gange der Schloßkuppel und blies in luftiger Höhe das schöne Kirchenlied. Die Wachen und Posten der Residenz hatten den Paradeanzug mit Haarbusch angelegt, und auf dem alten ehrwürdigen Bau der Hohen- zollernburg stiegen die Standarten des Deutschen Kaisers, des Königs von Preußen und des Markgrafen von Brandenburg empor. Die Uhr auf der Schloßecke hatte mit ihrem Schlage Acht das Zeichen zum Beginn des „großen Weckens" gegeben. Das unter den Gemächern des Kaiserpaares gelegene Portal öffnete sich, und in feierlichem Schritt zogen die Spielleute der 2. Garde- Jnfanteriebrigade mit den Hautboisten des 4. Garderegiments unter Führung des Leutnants und Adjutanten von Bojanowsky heraus. Die schrillen Töne der Pfeifen mischten sich mit den Wirbeln der Trommeln, worauf dann die Musik mit dem Liede „Freut Euch des Lebens" in fortwährendem Wechsel mit den Spielleuten einfiel. Der Marsch ging auf dem Mittelwege der Linden entlang bis zum Brandenburger Tor, wo Kehrt gemacht wurde. Als dies Schauspiel um 9 Uhr beendet war, bot sich dem Publikum sogleich ein anderes Bild. Königliche Wagen rollten durch den Lustgarten und über die Schloßfreiheit, die Galawache der Gardes du Korps und die Leibwache der Kaiserin marschirten geschlossen ihrem Bestimmungsorte zu, uns in größeren und kleineren Abtheilungen passirten die Kirchgänger der einzelnen Regimenter. Dann erfolgte die Galaauffahrt der hiesigen und fremden Fürstlichkeiten, soweit diese nicht im Königlichen Schlosse wohnen. Ebenfalls in Gala fuhren die Botschafter und die reichsständigen Fürsten auf. Als um 9Va Uhr die Glocken der Schloßkapelle zu läuten begannen, wurden die Vorbereitungen zum Zuge nach der Kapelle zum Gottesdienst getroffen. Der Kaiser hatte zuvor die Glückwünsche seiner Umgebung, das persönlichen Dienstes, der General- und Flügeladjutanten, der Fürsten, Prinzen und Prinzessinnen entgegengenommen. Die Schloßkapelle war aus Anlaß der feierlichen Bedeutung des Tages auf das Festlichste geschmückt. Kurz vor 10 Uhr war der ganze Raum vor und um dem Altar von der geladenen Versammlung eingenommen. Diese bestand aus dem großen Vortritt, dem diplomatischen Korps, den Mitgliedern des Bundesrats, dem Reichskanzler, den Ritterndes hohen Ordens vom Schwarzen Adler und sämmtlichen übrigen Kategorieen des Militärs und der Zivilbeamten bis zu den Kommandeuren der Garderegimenter und Abordnungen der Leibregimenter
„Wäre der Winter hier nicht so bedeutend kälter als in Mentone oder Cannes, würde ich sehr gern hier bleiben und meine Heilung abwarten," sagte Theodor.
„Tue es, bleibe, gehe nicht fort!" flüsterte ihm Adrienne zu.
Mit Staunen vernahm Tamerlan die Worte seiner Tochter. So halte er sie noch zu niemanden sprechen hören.
„Bleibe," sagte er nun auch zu Theodor, „mache uns die Freude. Ich prophezeihe einen milden Winter. Die Ausdünstungen des Sees wirken belebend, und sollte es kälter werden, als Dir wirklich gut ist, dann kannst Du weiter reisen."
Theodor versprach zwar nichts, verzögerte aber die Abreise. Des alten Faustins Cynismus, des Mädchens natürlicher Zauber, ihre Originalität, welche weder die gesellschaftlichen Formen, noch die Erziehung verändeit hatten, waren ihm interessant und angenehm. Adrienne verband mit der Unschuld eines Kindes die Gesühle der Jungfrau und kannte weder Falschheit noch Verstellung. Sie sprach, wie sie fühlte und sagte, was sie dachte. Die beiden Perzays hatten nie ein ihr ähnliches Mädchen kennen gelernt.
„Was soll ich tun?" fragte Theodor eines Tages seinen Bruder.
„Fühlst Du Dich krank?"
„Kennst Du meine Vergangenheit und was mich von Hause forttrieb? Ich weiß nicht, ob ich an Adrienne» Seite, die mich die Ferne leicht vergessen lassen könnte, bleiben barp