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des Kaisers.
bei uns zwischen Landeöfürst und Volk gewoben hat, zu lockern und zu zerreißen. Noch immer liegt in der sozialdemokratischen Bewegung eine große Gefahr für die Zukunft des deutschen Reiches, und die entschlossene und tatkräftige Abwehr dieser Gefahr durch alle national gesinnten Parteien ist eine der wichtigsten Aufgaben, die unserer Zeit gestellt sind. Das kann namentlich im Hinblick auf bie- nächsten Reichstagswahlen nicht tief genug eingeprägt werden.
Gott erhalte unsern Kaiser! Gott segne Kaiser Wilhelm II. und sein Haus!
Ob rauher Sturm auch Flur und Feld Durchbraust mit kalten Schwingen,
Es geht heut durch die deutsche Welt Ein frühlingsfrohes Klingen!
Die Trommeln wirbeln lang vor Tag, Dazwischen dröhnt Kanonenschlag;
Bald rückt der Landsturm, Mann für Mann,
Umschwärmt von frischer Jugend an:
Hurra! Das gilt dem Kaiser!
Die Glocken von den Türmen rings
Ein Festgeläut beginnen,
Und Fahnen flattern rechts und links
Von Dachgebälk und Zinnen:
Schwarz, weiß unb rot, in Süd und Nord, Auf hoher See, in fernem Port, Die Farben, die Alldeutschland führt,
Seit es in Einigkeit gekürt
Den Zoller sich 511m Kaiser!
Kaisers Geburtstag.
Es ist ein eigener Zauber, der aus den beiden Worten „Kaisers Geburtstag'' klingt und dessen Leben und Walten mit seiner tiefen Wirkung auf unser Gemütsleben wie nichts andres geeignet ist, die Wahrheit zu bekräftigen, daß unser deutsches Volk „monarchisch bis auf die Knochen" ist. Wir Deutschen sind monarchisch, nicht aus politischen Nützlichkeitsgründen oder aus geschichtlichen Erwägungen heraus — derartige Gründe können nie die großen Massen des Volkes dauernd befriedigen —, sondern die Monarchie ist uns eine innere Notwendigkeit. Wir lieben unsere angestammten Fürsten, vor allen den F Schirmherrn des Reiches, den Träger der Kaiserkrone aus dem Hohenzollernhause.
Fast fünfzehn Jahre steht unser Kaiser an der Spitze des Reiches, und in dieser Zeit ist es ihm nicht nur gelungen, den Frieden unter schwierigen Verhältnissen zu erhalten, sondern auch die Macht und das Ansehen des Reiches mächtig zu fördern. Aus dem letzten Jahre zeigen sich in der unveränderten Erneuerung des Drei- bundes sowie der Besserung unserer Beziehungen zu Rußland, England und Amerika, schöne Erfolge des kaiserlichen Bemühens, Verständnis für die friedliche Politik Deutschlands zu finden. Indes weiß der Kaiser, daß der Friede nicht durch Sympathien allein erhalten wird. Deshalb sorgt er unausgesetzt für die Armee, der seine volle Liebe gehört. Noch größer und einschneidender ist das, was der Kaiser für unsere Marine ^^getan hat. Wer den Zustand unserer Kriegsflotte bei seinem Regierungs-Antritt mit dem heutigen vergleicht und die Ziele des Flottengesetzes von 1900 berücksichtigt, der wird dies ohne weiteres anerkennen.
Unter dem unverkennbaren persönlichen Einflüsse des k Kaisers ist das deutsche Nationalgefühl mächtig gewachsen. An den Ostmarken des Reiches wird die Hochflut des PolentumS, die sich wider deutsches Wesen und deutsche
Zwar wacht der greise Held nicht mehr,
Der einst den Bund gegründet,
Als fest zur deutschen Herdes-Wehr
Die Stämme sich verbündet;
Längst ruht er, ivie sein tapfrer Sohn, Der hehre Dulder auf dem Thron;
Doch führt das Reich auf sicherer Bahn Der Enkel treu, wie einst der Ahn:
Drum Heil dezn deutschen Kaiser!
Ob auch der Haß noch leise glimmt,
Der einst in Flammen sprüte, Manch Grollenden schon umgestimmt Hat seine kluge Güte!
Sein weiter Blick, sein ernster Sinn Lenkt uns durch Sturm und Klippen hin; Will's Gott, kliugt's ihm noch manches Jahr Als Dank an diesem Januar:
Heil unserm Friedenskaiser!
Sprache eine Zeit lang gefahrdrohend erhoben hatte, mit starker Hand zurückgediäugt. Im fernen Osten hat Deutschland unter der Führung des Kaisers und der tatkräftigen Hülse des Grafen Bülow mit Kiautschau, Samoa und den Karolinen neue Gebiete erworben. Deutschlands Handel und Gewerbefleiß haben unter dem Schutze einer gesunden und besonnenen Politik zusehends einen gewaltigen Aufschwung genommen.
Wie unser Kaiser nach außen hin die Friedenswage fest in der Hand hält, so ist auch sein Streben auf die Erhaltung des innern Friedens und die Wohlfahrt des deutschen Volkes gerichtet. Der Kaiser hat, um unserer Weltmachtstellung eine feste und dauerhafte Grundlage auf der heimatlichen Erde zu geben, durch die sozialpolitischen Gesetze die gerechten Wünsche der Arbeiter in einer Weise erfüllt, daß Deutschland in seiner Fürsorge für die Schwachen an der Spitze aller Völker steht. Der vom Reichskanzler, Grafen Bülow, ausgearbeitete Zolltarif, auf Grund dessen demnächst Handelsverträge mit dem Auslande abgeschlossen werden sollen, ist ein Beweis dafür, daß der Kaiser getreu dem Wahlspruch des Hohenzollernhauses: Jedem das Seine! alle Zweige der heimischen Arbeit gleichmäßig schützen will.
Niemand wird von dem Wirken des Kaisers sprechen, ohne seine Verdienste um die Hebung des religiösen Sinnes, vor allem um den Bau neuer Kirchen zu gedenken, und in allen ehrbaren deutschen Kreisen empfindet man dankbar das Vorbild, das der Kaiser als Christ und Familienhaupt seinem Volke gerade in einer Zeit gibt, wo der Sinn für Familienleben und Familienglück vielfach verloren ist.
An alles dieses wollen wir am Geburtstage des Kaisers denken und uns von neuem zu dem Gelübde unverbrüchlicher Treue einigen. Es tut das umso mehr not, als noch immer Volksverführer am Werke sind, um den monarchische» Sinn in unserm Volke zu untergraben und das feste Band, das eine Geschichte ohne Gleichen
Weiteres zm ^ouiMtMi des Forts Süll Lacks.
Mit der Veranlassung für das Vorgehen unserer Kriegsschiffe vor Maracaibo hat es sich, wie heute unbedingt feststeht, ,fo verhalten, wie bereits als wa hr- scheinlich bezeichnet wurde. Das Feuer ist von den Venezolanern gegen den „Panther" eröffnet worden, ohne daß dieser es irgendwie herausgefordert hätte. Darauf mußte Kommodore Scheder seine Maßnahmen so treffen, wie geschehen. Die lächerliche Uebertreibung, mit der von venezolanisch-amerikanischer Seite über den Verlauf des Bombardements berichtet wird, erhellt u. a. aus der Thatsache, daß die „Vineta" höchstens 100 Schuß gegen das Fort San Carlos abgegeben hat, während nach jenen Berichten 1600 Granaten abgefeuert sein sollten.
Ueber den Verlauf und den Ausgang des Kampfes werden folgende Einzelheiten mitgeteilt:
Der flachgehende „Panther" nahm gleich bei Beginn des Bombardements der „Vineta" möglichst nahe und seitlich des Forts Stellung, beobachtete die Wirkung der „Vineta"-Schüsse und signalisirte zu letzterer hinüber. In verhältnismäßig kurzer Zeit waren 44% Treffer im Fort zu verzeichnen. In Summa dürften, anstatt der von amerikanischer Seite behaupteten 1600 Graaten —
deutscherseits 90 bis 100 Granaten verfeuert sein. Fort San Carlos war mit einer größeren Anzahl veralteter Geschütze und mit nur vier modernen 8 crn= Hinterladern armirt, deren Schußweite aber auch nicht an 6700 Meter heranreichte — die Distanz, auf welche die „Vineta" mit ihren mittelschweren Geschützen feuerte. Da in den eingelaufenen offiziellen Depeschen über die Bombardements am 17., 21. und 22. absolut nichts von Toten, Verwundeten oder einer Beschädigung der Schiffe gemeldet ist, so erscheint es ausgeschlossen, daß irgend welche Verluste auf deutscher Seite zu beklagcu gewesen sind.
New-Aork, 23. Januar. Während des am Donnerstag fortgesetzten Bombardements schössen die Venezolaner auf das Kriegsschiff „Restaurador," das von den Deutschen zu Beginn der Blockade mit Beschlag belegt wurde und jetzt die deutsche Flagge führt. Es mußte seinen Ankerplatz nahe der Küste aufgeben und den Schutz des englischen Kreuzers „Tribune" aufsuchen.
London, 24 Januar. Obgleich über das Bombardement immer noch wenig Neues und sehr viel unsinniges Zeug aus Venezuela telegraphirt wird, stellt sich doch jetzt klar heraus, daß Deutschland angegriffen und das Bombardement voll gerechtfertigt war. So wird der Daily Mail aus Willemstadt telegraphirt: Der „Panther", der vor dem Fort San Carlos unsicher verankert lag, ging näher an die Kastello Batterie heran, welche einen Schuß als Warnung abfeuerte, Da der „Panther" ihn nicht beachtete, feuerte das Kastello abermals. Hieraus eröffnete der „Panther" das Feuer, welches eine halbe Stunde dauerte, wonach er sich zurück- zog. Hiernach begann die „Vineta" San Carlos zu bombardieren. Reuters Bureau erfährt ferner: Das Bombardement wurde unvermeidbar notwendig, weil San Carlos auf ein deutsches Kriegsschiff Feuer eröffnete, als es ein durch die Blockade brechendes Schiff verfolgte, das sich in den See Maracaibo zu flüchten