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jHesmal dort, wo ein Querdraht dieselbe kreuzt, festge­bunden wird. Des Weiteren benutzt man oben und unten je eins von den vorstehend beschriebenen Stücken Holz und legt die nächste Latte an den ausgeklinkten Teil, so, daß sie genau 28 cm von der Nachbarin absteht, befestigt sie wieder, und so geht er fort, bis alle Latten zunächst oben und unten einmal befestigt und sämtliche Spaliere mit Latten versehen find. Dann erst bringt man an allen Stellen, wo die wagerechten Drähte die Spalierlatten hinten kreuzen, die Bindedrahtbefestigung an. Das ganze Spalier ist so solid und stämmig gebaut, daß er fast un­verwüstlich ist. Die Befestigung der Stäbe an den Draht wird mit Bindedraht, das ist leicht biegsamer, verzinkter, schwacher Eisendraht, bewirkt. Es erfordert allerdings etwas Uebung, bis alles so fest und stramm wie nötig ist.

Sind nun alle Latten 7 mal befestigt, so zieht man nach oben und unten, entlang dem entsprechenden Querdraht, eine sogen. Kette, die jede Verschiebung einzelner Latten, die durch Nässe und dann wieder Hitze gern krumm werden, unmöglich macht. Wir wickeln ein Stuck Bindedraht von 10 m Länge aus ein kurzes Stück Holz, drehen das Ende des Drahtes in den untersten linken Kloben fest und gehen, die Rolle abwickelnd, einmal um den Querdraht, dann einmal um die erste Latte herum, immer wieder von der Rolle das Nötige abwickelnd, ziehen nun fest an, gehen dann wieder einmal um das nächste Stück Draht und einmal um die nächste Latte und fort und fort bis zum gegenüberliegenden Kloben, wo der Draht befestigt wird. Oben vom obersten oder auch vom zweitobersten Kloben aus wird ebensolche Kette gelegt.

Selbstverständlich kann die Einrichtung variieren, je nach Oertlichkeit und Bedarf. Im Wirtschaftshofe kann man Hochspaliere anlegen, die erst in 2 bis 3 m Höhe beginnen, weil weiter unten die Bäume durch Haustiere oder Menschen beschädigt werden könnten. Zur Bepflanzung nimmt man Hochstämme. Will man eine 2 m hohe, aber beliebig lange Mauer mit Spalieren besetzen, dann braucht man auch nur einen Spanner zu jedem Draht, obwohl derselbe 50 oder 100 m lang ist, aber zur Unterstützung desselben müssen aller 3 bis 4 m schwächere Kloben ein- gelassen werden, die am besten in die Mauerschäfte kommen.

Die Spalierlatten werden nicht ganz auf den Erd­boden gesetzt, damit sie nicht faulen. Man spannt um eine gleichmäßige Höhe zu erzielen, einen Bindfaden unten wagerecht, an dem alle Stäbe, die je nach Höhe des Spaliers genau 3 oder 4 m lang fein müssen, unten gleichmäßig abschneiden. Die Latten sind am besten 20 mm breit und 16 mm dick, sind mit der Maschine gesägt und gehobelt, die Ecken etwas verkantet, und müssen vor dem Spalierbau zweimal mit weißer Firnisfarbe gut an­gestrichen werden. Dann halten sie sich unverändert so lange, wie das Spalier besteht.

Die Formierstäbe find nur 12 mm breit und 10 mm dick; sie sind zum weiteren Formieren der Leitäste dort, wo diese wagerecht laufen, unentbehrlich. Der Spalier­draht ist.2Vi mm stark. Will man ein Spalier schnell und allen Vorschriften entsprechend errichten, so halte ich es für das Richtigste, gleich alle Teile von einer Quelle, die auf solche Sachen eingerichtet ist, zu beziehen. Ich habe als einen guten Lieferanten, schreibt A. Pekrun in seinem Buche: „Anzucht und wirklich rationeller Schnitt aller Obstbaumformen, Pfirsichschnitt und Weinschnitt," (Verlag von I. C. Schmidt in Erfurt), dem wir diese Ausführungen entnehmen, Hauber in Tolkewitz bei Dresden, besten Preise ich hier verzeichne, so daß sich jedermann eine Berechnung machen kann, was die Geschichte kostet

Es kostet ein Drahtspanner 30 Pfg., 1 Schlüssel 40 Pfg., 1 Eisenkloben von 15 cm Sänge_□ 25 Pfg., 1 von 20 cm 30 Pfg., 1 von 15 cm | j 20 Pfg. u. f. W., ein laufender Meter Spalierlatte gehobelt 7 Pfg., zweimal gestrichen 9 Pfg., 1 Formierstab, roh 5 Pfg., gestrichen 7 Pfg., 1 kg starker Spalierdraht von ungefähr 28 m Länge 50 Pfg., 1 kg Bindedraht 75 Pfg.

in Maudwirtschaft. W

Arkeitskalruder für den Monat August.

Sofern die Erntearbetten des Wintergetreides im Juli noch nicht haben vollendet werden können, geschieht dies im August. Dies gilt namentlich vom Roggen. Die Zeit zur Ernte der Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Wicken, Linsen rc. ist nun ebenfalls herangekommen. Die Ernte wird vorgenommen, wenn die Pflanzen absterben und die Körner hart werden, jedoch kommt e« vor, daß dieselben ungleich reifen und noch grüne Schoten haben, während die anderen schon reif sind, und kann man in diesem Falle nur darauf sehen, daß der größere Teil der Ernte gewonnen werde. Blühen die Erbsen fort, so veranlaßt man sie durch Ab­stutzen der Gipseltriebe mit der Sichel zum Schotenansatze. Nach beendigter Ernte sind sofort die Stoppeln zu stürzen, was zum Zweck hat, die Stoppeln zum Faulen und die Unkrautsamen, sowie die ausgefallenen Körner zum Keimen zu bringen. Nach dem alten Sprichwort soll der Pflug der Sense auf dem Fuße folgen, und diese wichtige Arbeit des Stürzens hat nur dann ihren vollen Werth, wenn sie alsbald nach dem Abernten einer Fläche geschieht, um so mehr als der Boden dann noch feucht ist, während er später auStrocknet und man nicht mehr flach pflügen kann. Dies ist aber gerade die Hauptsache, weil dadurch die aus-

gestreuten Samen vollständig und schnell zum Keimen kommen und werden die Unkräuter durch das darauffolgende Eggen zerstört. Auch der Schäfer verliert nichts durch das Stürzen, denn das Feld begrünt sich rasch und liefert eine gute Weide. Wo Raps gebaut werden soll, kann man, sofern das Feld durch Brachbearbeitung dazu vorbereitet oder nach vorhergehendem Futterrogen, Inkarnatklee, Klee­gras, durch mehrmaliges Pflügen in den Zustand der Lockerung und Gare versetzt hat, welchen der Raps verlangt, in rauhen Gegenden Anfangs August, in milderen etwas später zur Saat schreiten. Mit der Saatfrucht kann hierbei Stalldünger untergebracht werden, da frischer Dung dem Raps nicht schadet. In warmen Gegenden mit mildem, feuchten Herbste gewinnt man häufig nach dem Winter­getreide noch eine zweite Ernte auf demselben Felde und wählt zu sogenannten Stoppelfrüchten Futtergewächse, welche eine rasche Entwicklung haben, wie Raps, Sprögel, Senf, Wicken, Erbsen und ganz besonders die Weißrübe, welche auf sandigem Boden und selbst auf Torf- und Moorböden noch ein gutes Gedeihen zeigt. Als anbauwürdige Sorten sind zu empfehlen: die lange, weiße grünköpfige Ackerrübe, die lange, gelbe Bortfelder und die runde, weiße rotköpfige Ackerrübe. Die Aussaat von Inkarnatklee kann in wärmeren Gegenden ebenfalls im Herbste erfolgen, um im Frühjahr eine Futterernte zu gewinnen, die gleich nach dem Futterroggen folgt.

A..f den Wiesen sind besondere Arbeiten in diesem Monat nicht vorzunehmen. Wo künstliche Bewässerung ist, wird dieselbe bis Mitte August fortgesetzt. Bis zur Grummet­ernte, welche sehr selten schon Ende August beginnt, müssen die Wiesen abgetrocknet sein. Am Hopfen wird mit dem Ausblatten und Ausranken fortgefahren.

(Sitte Ackrerschlerfe mit Egge führt unser Bild vor, konstruiert von der Pommerschen Eisengießerei und Maschienenfabrik Strahlsund. Die Schleife besteht aus dem vorderen Schneidebalken, welcher so gebaut ist, daß derselbe viermal umgestellt werden kann. Dieser Balken schneidet die Un­ebenheiten des Ackers ab und führt die­selben in die Vertiefungen. Hinter diesem Schneidebalken und mit dem­selben durch Querbalken verbunden liegt der Glättebalken. Derselbe ist an der Arbeitsfläche abgerundet und dient zum Pulverisieren der Erdklöße. Die nach­folgende, durch Ketten mit der Schleife

verbundene kleine zweiteilige, Egge rillt dann den Boden wieder auf. Das Gerät findet Verwendung zum schnellen Aufschließen des Acker, im Frühjahr, zum Ebenen des Wende­ackers, der Weg«, sowie znm Glätten der Maulwurfshaufen auf den Wiesen und Kleefeldern. Arbeitsbreite 2 m. An­spannung zwei leichte Pferde. Gewicht rund 63 kg. Ein Mann kann mit zwei Schleifen zu gleicher Zeit arbeiten, Tagesleistung 10—12Va ha. Preis 48 Mark.

Kalkdüngung vor dem Umkrechen der Getreidestoppeln.

Die sich fast allenthalben bemerkbar machende Kalk­armut unserer Böden, die sich am deutlichsten ans dem mangelhaften Gedeihen des Klees, andererseits dem starken Wuchern des Sauerampfers im Klee ergiebt — manche Kleefelder erscheinen augenblicklich vollständig rot von Sauerampfer —, giebt uns Anlaß, daran zu erinnern, daß gerade das Ausbringen des Kalkes auf die Getreidestoppel sich aus verschiedenen Gründen ganz besonders empfiehlt. Bei der Kalkdüngung kommt es ja sehr wesentlich darauf an, daß der Kalk gut mit der oberen Bodenschicht gemischt wird. Bringt man deshalb den Kalk sofort nach dem Ab­bringen des Getreides auf die Stoppel und läßt nun so­fort den Schälpflug folgen, so wird der Kalk mit der oberen Bodenschicht in vorzüglichster Weise vermischt. Das nachfolgende Eggen fördert diese Vermischung nur noch mehr; zudem wird durch den Kalk die Zersetzung der Pflanzenrückstände in bester Weise gefördert. Folgt dann später die tiefe Furche, so trägt das vorherige Einbringen des Kalks dazu bei, daß derselbe nicht zu tief weggebracht wird, vielmehr in einer mittleren Bodentiefe bleibt, gerade da, wo sich seine Wirkung am vorteilhaftesten erweist. Es muß ja allerdings zugegeben werden, daß die Arbeit des Kalkens in der Zeit vor dem Stoppelaufbruch gerade nicht sehr gelegen kommt, weil man anderweitig hinreichend Arbeit hat, aber wenn irgend möglich, so sollte diese für die Kalkung passendste Zeit nicht versäumt werden. Schon geringe Quanten Aetzkalk, 20 Ztr. auf den Hektar, genügen besonders auf leichtem Boden, um die günstigsten Wirkungen hervorzuruien. Im allgemeinen macht das Kalken kaum mehr Arbeit, weil die Bodenbearbeitung durch die günstigen physikalischen Wirkungen des Kalks in sehr vielen Fällen ganz wesentlich erleichtert wird. Durch die Kalkdüngung zu der angegebenen Zeit wird auch das Gedeihen von etwa eingesäeten Gründüngung«- oder Futterpflanzen wesentlich begünstigt, weil ja gerade die Leguminosen mit Ausnahme der Lupine für Kalkdüngung besonders dankbar sind.

lilittrl neaeu üufsvalt.

Der Schmiedemeister Rosch in Paupitzsch, Fertiger der bekannten Wieseneggen, äußert sich wie folgt: „Um

Hornspalt zu heilen, hat sich das nachstehende Verfahren vorzüglich bewährt. Am Ende des noch nicht durchgehenden Spaltes mache man einen Querschnitt bis zum Grunde des letzteren. Neben demselben verdünne man die Wand mit Raspel oder Messer, sodaß die Umgebung des Spalts elastisch wird. Das Verdünnen der Wand ist mit Sorg, fall, besonders oben an der Krone, auszuführen. Alle 14 Tage muß an der Krone hinzugewachsenes Horn von nettem verdünnt werden, so lange nicht zusammenhängendes Horn herunterwächst. Die Krone muß in der Umgebung der Spaltes tüchtig mit Lorbeersalbe eingerieben werden, um das Wachstum an dieser Stelle zu fördern. Geht der Spalt bereits von der Krone bis zum Tragrand, so beschneide man die Wand zu beiden Seiten des Spalts so, daß sie das Hufeisen nicht berührt. Man muß nun mit aller Energie dafür sorgen, daß die Sohle an der Stolle mög­lichst stark bleibt, so daß das Eisen fast in seiner ganzen Breite aufliegt und die Wand somit entlastet wird. Um die Sohle zu verstärken, hestreiche man dieselbe wöchentlich 2 bis 3 mal mit dickem Terpentin und laste das Messer weg. Es ist auf alle Fälle ein geschlossenes Hufeisen zu verwenden. Ist der Spalt an der Zehe, so darf hier keine Kappe sein, sondern man macht zwei zu beiden Seiten des Spalter Man muß dem Pferde Gelegenheit geben, täglich einige Male durchs Wasser zu gehen oder den Huf waschen, da­mit er weich wird. Es ist sehr zu empfehlen, wenn dar Pferd 4 bis 8 Wochen nur im Schritt gebraucht wird, event, nur im Felde. Man hat dann um so sicheren Erfolg.

Um die SteingaUe Ket Pferden x« heilen» muß man zunächst das Hufeisen abnehmen und dann mit einem Winkmesser an der kranken Sohle nach und nach bis aufs Leben durchschneiden, zeigen sich dabei Blut, Hitze und Entzündung, so stellt man den kranken Fuß anhaltend bis ans Knie in kaltes Wasser oder umgiebt ihn mit Kuh­mist oder Lehm, den man stets feucht hält. Ist die Ent­zündung bereits in Eiterung übergegangen, so muß in die

Sohle eingeschnitten werden. Ist der Eiter nach unten ab­gelaufen, so legt man in die Wunde Werg, das mit glei­chen Teilen Ateo- und Myrrhentinktur getränkt ist. Dieser Verband wird täglich zweimal erneuert «nd ^d^ Pferd auf weiche, trockene Streu gestellt. Vor dem' Wiederauf- schlagen des Eisens wird die Oeffnung im Hufe mit trocke­nem Werg ausgefüllt. Es ist angezeigt, in allen derartigen Fällen einen tüchtigen Tierarzt zu Rate zu ziehen, falls ein solcher zu haben ist. Schon manches wertvolle Tier fiel der Pfuscherei zum Opfer.

Ueber das reine Ansmelken.

Es ist bekanntlich von großer Wichtigkeit, daß man die Milchkühe jedesmal gut ausmelkt, da man andern falls nicht nur die beste Milch verliert, sondern auch die Leistungs- fähigeit der Kühe dauernd vermindert. Professor Soxhlet stellte seiner Zeit diesbezügliche Versuche an, bei denen sich ergab, daß die bei unvollständigem Ausmelken gewonnene Milch einen unangenehmen, eigenthümlichen Geschmack zeigte, auch zum Verkäsen viel weniger gegeinet war. Der Verlust von Milch bei unvollständigem Ausmelken gegen­über normalem Melken betrug 39 Prozent. Es erwies sich ferner, daß die Schädigung der Milchproduktion nicht nur während der Zeit des schlechten Ausmelkens anhält, sondern auch noch in späterer Zeit beobachtet werden kann. Nach zehnwöchiger Behandlung mit schlechtem Ausmelken war die Milch total verdorben, ging in ihrem Milcher trage stark zurück und ließ die Kuh sich nicht mehr melken ohne zu schlagen. Da die zuerst gewonnene Milch bekannt­lich die fettärmste ist, die zuletzt ermolkenne die fettreichste so müssen bei fortgesetzt schlechtem Ausmelken die Verluste an Fett sehr groß sein; das er gaben auch die Verluste deut­lich, denn die Durchschnittsmilch mit 3,45 Prozent Fett bei vollständigem Ausmelken war bei unvollständigem Aus­melken bis auf 1,87 Prozent gesunken. Mögen diese Zah­len einen Jeden davon überzeugen, wie unrationell ein nachlässiges Melken ist.

I Viehzucht

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Eine Krankheit der Schweine

ist der sogenaunte „gutartige Rotlauf," „laufendes Feuer" oder auch „Nesselfieber" genannt. Bei dieser ist die Haut auch gerötet und von erhöhter Wärme, wonach sich bann bald rote Flecken von Haselnußgröße zeigen, die in dieses Größe verbleiben oder sich auch zu größeren Flächen der Haut vereinigen. Die Freßlust ist dabei vermindert und meist Verstopfung vorhanden. Zumeist werden Sauen bald nach dem Werfen davon befallen, und wenn diese milde Krankheitsform auch in der Regel ungefährlich verläuft und in einigen Tagen von selbst verschwindet, so ist es doch geraten, namentlich bei saugenden Sauen, etwas Beschleunigung der Heilung zu thun, die jedesmal dur« Darreichung des homöopatischen Aconit und der Belladonna (beides dritte Verdünnung drei bis vier Tropfen in einstünd lichem Wechsel innerlich gegeben) schnell und sicher erfolg