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Z«r Entenzucht.

Schon längst hätten wir uns, so schreibt Frau A. W. der „Ldw. Ztschr. f. Els.-Lothr.", gern Enten gehalten, aber da zeitweise das Wasser knapp ist, sahen wir immer wieder davon ab. Nun ließen wir trotzdem voriges Jahr zwei Glucken voll ausbrüten, eine mit Peking-Enten und eine mit indischen Laufenten. Letztere aus dem Grunde, weil allenthalben behauptet wird, sie brauchen nicht so viel Wasser. Ich kann das aber nicht bestätigen, denn sie gingen gerade so gern hinein, wie die Peking; es mag wohl sein, daß sie es besser ohne Wasser aushalten, wie die andern Arten, aber wenn sie es haben können, freuen sie sich auch. Wir wollten noch zu gleicher Zeit eine Glucke mit Rouen-Eiern setzen, doch war es uns für ein­mal genug. Von den jungen Enten hielten wir drei Peking und eine Indische über Winter. Die kleinen Kerlchen gediehen prächtig, hatten allezeit guten Appetit und wurden sehr stark. Die Ueberzähligen ergaben im selben Herbst und Winter einen feinen Braten, mit festem, tadellosen Fleisch. Gefüttert wurde Weichfutter, Grünes, etwas Fleischfuttermehl und Körner. Ein alter Schweinetroge ein etwas größerer viereckiger Stein und ein Kübelchen voll Wasier stand ihnen zur Verfügung. Bei hartem Frost war es allerdings schlecht damit bestellt, da mußte immer wieder kochendes Wasser darauf geschüttet werden. Trotz­dem legte eine Peking-Ente schon Ende Dezember ein Ei. Dann legten die drei Peking-Enten im Januar elf Eier, im Februar 31 Eier, im März 68 Eier (die Indische hatte sich erkältet und legte daher erst im März 3 Stück); dann alle vier Enten im April 114 Eier, im Mai 90 Eier (vom halben Mai ab brütete ein Peking und legte nachher auch nicht wieder), im Juni zu Dritt 66 Eier, und im Juli noch 4 Eier, also insgesammt 391 Eier. Wäre der Juli nicht so trocken gewesen, hätte es gewiß noch mehr gegeben; weggelegt können sie nicht viele haben, da sie gewöhnlich erst nach dem Legen Herausgelasien wurden. Die Eier waren sehr schön, manche wogen 110 Gramm.

Nachdem sie mit Legen aufgehört hatten, wurden sie gerupft, und gab es da eine Menge schöner, füllkräftiger Federn. Beim Schlachten findet sich ein dichter Flaum, überhaupt sind sie sehr schön und dicht befiedert. Die Indische hatte mehr spröde Federn, auch keinen so dichten Flaum, zudem sind die weißen Federn im allgemeinen be­liebter. Im Legen leistete sie soviel wie wie die Peking und auch verhältnismäßig große Eier, doch ist sie an Körper gar zierlich und ergiebt auch demgemäß keinen so großen Braten. Die Enten sind außerordentlich wachsam und äugen den größten Raubvogel, sogar Nachts machen sie bet der geringsten Störung Spektakel. Sonst sind sie sehr zutraulich und fresien aus der Hand, dabei nicht bösartig gegen die Hühner; sie fanden eine Menge Würmer und Schnecken, besonders nach Regenwetter. Es sieht sehr possierlich aus, wie sie dann in Reih und Glied marschieren und Alles absuchen; das geht so fix und unermüdlich weiter, daß man staunen muß, wie die schweren Körper so schnell watscheln können. Grünes müssen sie immer haben, wenn sie daher keinen freien Auslauf haben, so müssen sie alle Salat- und Gemüseabsälle bekommen. Auch darf man am Futter nicht sparen, da sie dann rasch und vor­züglich gedeihen und sich gut befiedern. Das Fleisch schmeckt äußerst zart und fein, nicht so dumpf, wie von denjenigen Enten, welche Teiche und Seen absuchen können.

Von Körnern bevorzugen sie Gerste und Weizen am meisten, und davon wird das Fleisch besonders fest und kräftig, die Eier sehr wohlschmeckend und mit einem festen Dotter. Wenn die Nester immer rein gehalten, geräumig genug und mit reichlich Stroh versehen sind, so legen sie selten weg. Am liebsten haben sie immer ein verstecktes Plätzchen und bedecken dazu noch die Eier, daß man nichts mehr davon sieht. Darum muß man auch acht geben, damit sie nicht weg legen können, da man sonst die Eier in den seltensten Fällen findet.

Die brütende Ente muß immer allein sitzen, sonst stört sie die andern in ihrem Brutgeschäft; auch holt sie sich die frischgelegten Eier der andern (sogar die GypSeier), zu den ihrigen und — brütet ruhig weiter. Es darf ihr nicht an Futter und frischem Wasser fehlen, ebenso muß man sie ab und zu herauslassen, bamit sie sich baden und erfrischen kann. Sonst hört man allgemein klagen, daß die Ente keine gute Brüterin sei, unsere hielt ihre Zeit sehr ant aus, und sie war ungeheuer stolz auf ihre kleine Entens haar. Doch sollte sie sich derselben nicht lange er­freuen, denn kaum sah dies ein Huhn, welches 8 Tage ältere Entchen führte, so stürzte sie sich (in der Annahme, die Ente habe ihr von den ihrigen gestohlen) auf bie Entenmutter, jagte diese in die Flucht und annekfirte deren Junge. Rührend war es anzusehen, welche Muhe sie nch gab, wie sie lockte und scharrte, um sie unter sich zu bringen. Zufällig war es aber ein schwarzes Huhn, und die lungen Entchen starken fast vor Angst vor dem unbekannten Tier, die Henne ließ aber nicht nach mit Locken, bis sie endlich alle unter sich gebracht hatte, sie hütete und pflegte sie dermaßen, daß ihre eigenen etwas stiefmütterlich dabei wegkamen. Die Entenglucke ließ sie auch nicht mehr bey lo daß wir vor so viel Liebe die Segel streichen mußten

und die Ente auf einige Zeit einsperrten. Nachher war sie anscheinend ganz froh, ihres Hüteramtes enthoben zu sein, ja sie litt nicht einmal mehr die Jungen bei sich.

Gute Gäuseweide.

In der „Jllustr. Landw. Ztg." empfiehlt Herr Gustav Kochschmider-Zamysty aus dem mit Gründüngungspflanzen, Seradella oder Lupinen bestellten Feldern dadurch doppelten Nutzen zu ziehen, daß man sie als Gänseweide benutzt Er schreibt darüber u. a. wie folgt: „Beobachten wir die Gans auf Hütung im Seradella- oder Lupinenfelde! Die Seradella ist Ende März bis April mit 30 Pfd., die Lupinen in zweiter Aprilhälfte mit 1 Ztr. auf den Morgen gedrillt. Da Lupinen schnellwüchsig sind, dienen sie nur bis Mitte Juni als Gänsehütung, während die langsam wachsende Seradella bis zur Roggenernte, also bis es Stoppelweide giebt, beweidet wird. Die Gans, dieser Allesfresser, verschont nun sorgfältig jedes Lupinen- und Seradellapflänzchen, fast sieht es aus, als fürchtete sie, durch unvorsichtige Tritte diese edlen Kulturträger zu verletzen. Dagegen jätet sie, den Schnabel mit äußerster Geschicklichkeit benutzend, Gras, Queken, Hederich (letzteren bis zur Entwickelung der Blüte), überhaupt fast jegliches Unkraut derartig aus, daß die Drillreihen, wie frisch mit der Hacke gesäubert, hervortreten. In Polen, wo, wie man zu sagen pflegt, nichts zu holen ist, wo aber in Bezug auf praktische Griffe ohne Kostenaufwand mitunter etwas zu lernen ist, hatte ich Gelegenheit, ein Gut kennen zu lernen, das auf Lupinen- und Seradellaweide jährlich 300—400 Gänse erzielte.

Die Kleefütterung an Kühner.

Die Fütterung von frischem oder von gedörrtem Klee an Hühner findet immer mehr Liebhaber, da man allgemein gute Erfahrungen mit derselben gemacht hat. So schreibt man z. B. dem „Deutschen Geflügelhof": Ich verfüttere nunmehr seit Jahresfrist in der Zeit, wo Grünfutter nicht mehr zu bekommen ist, an mein Geflügel das sog. Klee­mehl, ein Produkt, das durch Zerreiben von gedörrtem Klee gewonnen wird. Dem Kleemehl gebe ich vor Klee­häcksel den Vorzug, weil Kleemehl leichter verdaulich ist und man dasselbe gleichzeitig für Groß- und Junggeflügel benutzen kann. Seitdem ich angefangen, im Sommer Grünklee, und wenn dieser alle, Kleemehl zu füttern, sind von mir bedeutend höhere Eiererträge verzeichnet worden, und außerdem kamen die Tiere auch bedeutend leichter und rascher durch die Mauser. Junggeflügel befiedert sich sehr schnell und wächst mit ungemein kräftigem Knochenbau empor. Bei Gänsen und Enten wirkt die Kleefütterung gerade so auffallend wie bei Hühnern. Die Ursache, weshalb die Fütterung von Kleeheu so auffallend günstige Resultate zeitigt, wird wohl seinen Grund darin haben, daß der Klee so überaus reich an Kalk und Protein (Eiweiß) ist, er sollen laut Analyse in 100 Pfund Kleemehl 11 Proz. Protein (Eiweiß) enthalten sein, und an Kalk soviel, um 2Oo Eiern eine genügend feste Schale zu geben. Im Sommer schneide ich den Grünklee in ca. 10 mm lange Stückchen und streue davon täglich einmal für je 5 Hühner eine Hand voll in die Ausläufe, wo alsdann in kurzer Zeit schon alles aufgeräumt ist. Im Winter ersetzt das Kleemehl das Grünfutter vollständig. Auf je 5 Hühner gebe ich dann täglich eine große Hand voll Kleemehl und zwar in der Weise, daß ich Kleemehl mit warmem Wasser aufbrühe und dann dem Weichfutter beimenge, oder ich koche das Kleemehl gleichzeitig mit Weichfutter und mische alles innig miteinander.

Die Ergiebigkeit der Legehenne« kann nur dadurch erhalten bleiben und nach Möglichkeil erhöht werden, wenn nur Hennen mit größter Legetätigkeit weitergezüchtet werden. Kann man auch im allgemeinen von gut legenden Rassen sprechen, so ist die Legefähigkeit der einzelnen Tiere doch eine ganz verschiedene. Da sich nun sowohl gute wie schlechte Eigenschaften bei Tieren vererben, so ist es nötig, diesem Umstände genügend Beachtung zu schenken, wenn anders man nicht Gefahr laufen will, seine Stämme zu verschlechtern statt zu ver­bessern.

Ueber Behandlung von Krebsmunden, Frost- platten und andere« Munden bei Gbstbanmen.

Wie bereits mehrfach, so la« ich noch vor kurzem in einem Aufsatz eines Obstbauwanderlehrers, man möge bei Krebswunden an Obstbäumen „mit scharfem Messer den granulierten Wundrand und den Holzkörper so weit ent­fernen, daß ein fleckenfreier Wundrand um den Holzkörper sich unserem Auge darstelle, dann den Wundrand strahlen­förmig schröpfen und alles schließlich mit erwärmtem Stein- kohlenteer sorgfältig ausstreichen."

Das ist eine schwere, umständliche und auch gefährliche Operation; wie viele Schnitte sind erforderlich, wie viel Saft ist zur Ueberwallung nötig, und wie leicht kann die Rinde verbrannt werden! Ich mache bei allen Verwun­dungen und Beschädigungen meiner Bäume die Sache ein­facher; ich lasse die alte Wunde abgesehen von einer ober­

flächlichen Reinigung wie sie ist und mache dagegen zur Zeit der größten Saftzuströmung d. h. im April oder im Mai in einer Entfernung von 1 cm vom Wundrande scharf und glatt bis aufs Holz gehend rings um die Wunde einen Einschnitt. Bei einigermaßen saftreichen Bäumen wird die Wunde, die man allenfalls mit Lehm bestreichen kann, bald überwallen; sollte der Krebs Fortschritte machen, so wird es ihm, wie meine Erfahrungen beweisen, nicht ge­lingen, die entstandene Ueberwallung zu überschreiten.

Schmarzwurzelfamen.

Wer Schwarzwurzeln zweijährig zieht, kann seinen Samenbedarf selbst gewinnen, zumal wenn die Sonne es im Juni gut meint. Die Samenkörner der Schwarzwurzel haben die Eigentümlichkeit« sehr ungleich zu sein. Diese sind feist und gebogen wi Knackwürftchen, jene spindeldürr und kerzengerade; diese weiß bis geblich weiß, jene grau bis graubraun; diese glatt und glänzend, jene rauh uud stumpf; noch andere — und das ist leider meist bie rauh- liche Hälfte — sind überhaupt keine brauchbare Saat geworden, sie find hohlbäuchig, leere Bälge wie ausge>ogene Blattläuse. Schwarzwurzelsamen muß daher sorgfältig verlesen werden. Können Maschinen das leigen? Der Gartenfreund nimmt jedenfalls dazu feine eigeneu oder seiner Kinder Finger, thut aber gut, sie vorher mit einer Pinzette zu bewaffnen. Mit dieser wird jedes Samenkorn derb gepackt, während die Finger den Federbusch abzwicken. Durch das derbe Zwicken kommt jeder Hohlbauch, jeder unreife Samen zum Vorschein und sofort zum Abgang. Selbstverständlich geschieht diese Arbeit im Winter. Welche Samenkörner liefern nun die beste Saat? Die krummen oder geraden, die kurzen oder langen (manche sind kaum 1, manche reichlich 2 cm lang), die weißen oder braunen, die glatten oder rauhen? Das möchte ich nicht en scheiden, denn alle gehen auf und liefern gute Wurzeln, wenn ich auch heimlich das Gefühl habe, daß die rauhen, feinsten, braunen, gebogenen die besten sind. Eine andere Frage ist es, ob nicht vielleicht hier Spielarten ein und derselben Pflanzen vorliegen, denn rauhe und glatte, graue und weiße stehen nie auf demselben Köpfchen vereint. Ich habe bisher nur von russischen Riesen und gewöhnlichen gehört, deren Unterscheidungsmerkmale mir unbekannt sind.

Ich pflege die gewonnenen Saatkörnchen in drei „Wahlen" zu sondern: 1. feiste, 2, mittlere, 3. dürre. Von den feisten gehen 43—44 auf ein Gramm, von den mittleren 66—67 von den dürren 88-86. Büttners Gartenbuch für Anfänger giebt an, daß 95 solcher Körnhen aus ein Gramm gehen. Da müssen viele Hohlbäuche mit gezählt sein, ist doch mein dürrer Samei, den ich nur im Notfalle zur Saat verwende, noch schwerer. Das stimmt übrigens mit der anderen Tatsache überein, daß der aus einer Samenhandlung bezogene Samen im Aussehen meiner dritten Wahl ähnelt und oft schlecht aufgeht. Man prüfe gekauften Samen mit den Fingern durch und werfe jedes Korn fort, das nicht einen derben Druck verträgt. Die Keimkraft des Schwarzwurzelsamens wird auf 2—3 Jahre angegeben. Ich habe noch keine Proben darauf gemacht, möchte aber meineu „feinsten Knackwürstchen" eine weit längere Lebensfähigkeit zuschreiben.

Böttner empfiehlt bei der Anlage eines Schwarz­wurzelbeetes die Samenkörner in drei Reihen mit 3 cm Abstand legen. Ich habe sechs Reihen und dafür 6—8 cm Abstand genommen.

Ordnung im Erdmagazin.

In unserem Kompost- und Erdmagazin haben wir meist mehrere Sorten Erde liegen: Da ist ein Haufen Lehm, von einer alten Scheunenwand stammend, ein Haufen Kalk­schutt, auch aus einem Abbruch gerettet, Heideerde für manche Topfgewächse, Lauberde, Sand, Mistbeeterde usw. Damit die einzelnen Sorten gut getrennt bleiben, nicht ineinander schwemmen und breit getreten werden, thut man gut, sie einzeln mit einem kleinen Verschlage zu um­geben. Man errichtet diesen am besten vor Aufschüttung des Haufens, schlägt auf jeder Seite zwei Pfähle ein, gegen die ein Brett gelehnt wird. Dann wird die be­treffende Erde eingeschaufelt. Auf diese Weise hat man stets Ordnung und keinen Verlust an wertvollen Erden.

Ernte nnd Uersand der Erdbeeren.

Erdbeeren sollte man immer am frühen Morgen pflücken, dann haben sie den feinsten Duft und den besten Geschmack. Die Sonne bringt das feine, ätherische Oel, welches jenen Duft und Wohlgeschmack erzeugt, theilweise zur Ver­dunstung und entzieht außerdem den Pflanzen durch die Blattoberfläche beträchtliche Mengen Wässer. alles auf Kosten der Frucht. Die Erdbeerpflanze will ihre Früchte nahe dem Erdboden entwickeln, dieselben wollen also liegen und nicht hängen. Da sie nun aber selbstverständlich dort unter den Blättern schmutzig werden und faulen, muß man ür eine schützende Bedeckung des Bodens sorgen. Am iesten ist es, wenn man schon vor Beginn der Blütezeit den Boden zwischen Pflanzreihen und Pflanzen mit Moos, Lohe, Sägespänen, Stroh, Häcksel, Torfstreu (nicht Torf­mull) oder dergl. überdeckt; eine solche Decke bewirkt auch )as Unterdrücken aller Unkräuter und das Feuchterhalten >es Bodens. Auch kann man Topfscherben unter die Früchte legen. — Zum Versenden der Erdbeeren benutzt man gewöhnlich Holzschachteln, wie solche zu Holzspielzeug verwendet werden. Die Schachteln müssen recht voll und die Beeren straff in der Schachtel sein, damit sich keine rühren kann. Man bewirkt es, indem man auf die langen