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^ Obst- und Gartenbau.

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Mir ich Garten, Balkon nnk Ueran-a verschönte.

Unser Grundstück, das wir in einem recht verwahrlostem Zustande erwarben, bot mir im vergangenen Frühjahr reichlich Gelegenheit, manche Aenderung vorzunehmen, Meier anzubringen und auszukühren, was ich durch die regelmäßige Lektüre des „Prakt. Ratgeber im Obst- und Gartenbau" mir angeeignet hatte. Der etwa I'/, Morgen große Garten liegt neben dem Hause, da da» Grundstück nicht sehr tief ist. Ich habe zunächst einen Streifen quer­

gesunden. Hinter diesem, unserem Lieblingsplätzchen be- Ddet sich eine kleine dicht mit Tannen bewachsene Anhöhe Wenn wir im Garten auf und abgewandert sind oder in den Gemüsekulturen fleißig gearbeitet haben, ruhen wir uns in diesen so bequemen Sesseln aus. Verwundert wird mancher sich fragen, Rohrsessel im Freien? Meine Frau wollte der Sache anfangs auch nicht so recht trauen, ratet jetzt aber allen praktischen Hausfrauen dazu, denn diese Glanzrohrmöbel mit wetterfester Emaillefarbe sind für die gedachten Zwecke unverwüstlich und unübertrefflich. Sobald ich mich von dem Vorteil dieser Möbelart überzeugt hatte, wählte ich für die auf der Gartenseite gelegene, nicht ge­schlossene Veranda eine gesamte Garnitur aus Glanzrohr (Bild 4) und bin in jeder Hinsicht vollbefriedigt. Zeigt sich Staub oder Schmutz, so werden die Möbel einfach

Blumenbrett mit Kante, das mit blühenden Pflanzen in Kästen und Töpfen besetzt und wiederholt gewechselt wird. Links und rechts ranken sich an den Pfeilern Schling­gewächse (Clematis) hoch. In der Mitte der beiden Felder hängt je eine Ampel aus Naturholz, was sich sehr hübsch ausnimmt. Da die von mir geschilderte Veranda bequem liegt, so benutzen wir sie außerordentlich viel und nehmen im Sommer ständig unsere Malzeilen darauf ein. Die Küche liegt unmittelbar daran und können alle Speisen schnell durch ein Schiebesenster angereicht werden.

Die Folge war bald, daß der Balkon auf der Vorder­seite des Hauses weniger Pflege und Benutzung erfuhr, da ich mit der Vepslanzung kein Glück hatte. Im letzten Jahre versuchte ich es mit Samen von Kletter- und Schling­pflanzen aus den Peterseimschen Gärtnereien, Erfurt und

Bild o. Balkon.

durch an der äußersten Seite abgetrennt und für den Hühnerhof eingerichtet. Das Hühnerhaus ist 2stöckig, oben befindet sich der Taubenschlag, unten ist noch ein Gelaß, in dem alle Gartengeräte, Pfähle, Blumentöpfe u. s. w. ihre Aufbewahrung finden. Den Garten teilte ich nun in 2 Hälften, die am Hause gelegene wurde der Blumen- und Obstgarten, die andere der Gemüsegarten. Eine Himbeeren- Hecke bildet die natürliche Grenze. Vor der Einteilung der Blumenbeete schaffte ich in der Mitte einen großen ovalen Platz, der mit Gras angesät und ringsum ab­wechselnd mit Obstbäumchen und hochstämmigen Rosen be­pflanzt wurde. Auf der dem Hause zugewandten Spitze legte ich einen kleinen Springbrunnen an, der vom Hans- boden aus gespeist wird; in der Mitte der Rasenfläche eine 5-teil. Vasengruppe für Blattpflanzen, beide aus wetter­festem Tuffstein.

Auf der dem Springbrunnen entgegengesetzten Seite habe ich ein kleines Teppichbeet mit hübscher eiserner Ein­fassung (Bild 2) als Pendant angebracht. Da ich gerade von Einfassungen schreibe, so will ich auch noch der bei meinen anderen Beeten verwandten ein paar Zeilen widmen. Ich erhielt beide direkt von Leipzig aus der Fabrik Oehme & Weber und bin sehr damit zufrieden. Die Herstellung vollendet schöner Bogen, Kreise, Ovale rc. ist mit derselben genau so mühelos, wie die von geraden Linien. Die Befestigung ist die denkbar einfachste und wird bewirkt, indem man einige Holzstäbchen durch die Ringe der Einfassung in den Erdboden steckt. Die Ein­fassung besteht aus hübsch ausgebogten und ausgelochten starken Blechstreifen, in Stücken von 1 oder I V, Meter Länge xnb 10 cm Höhe. Diese Höhe genügt, weil die Einfassung vollständig oben auf bem Erdboden stehen bleibt und das Herabbröckeln von Erde in den Kiesweg unmög­lich macht. Sollen die einzelnen Meterstreifen verbunden werden, so steckt man die Oesen am Ende des einen Streifens durch die Ausschnitte des anderen und dreht dann die Oesen etwas. Hierdurch werden beide Teile fest anein­ander geschlossen. (Bild 1.)

Hinter unserem Grundstück fließt ein Bach, der zugleich die Grenze bildet. Das etagenartig abfallende Ufer habe ich mit schmalen Wegen versehen, sodaß man an verschiedenen Stellen Wasser schöpfen kann. An den einzelnen ziemlich steilen Böschungen gedeihen Farnkräuter und niedriges Gesträuch sehr gut.

An der Stelle, wo Zier- und Gemüsegarten zusammen- stoßen, hat ein reizend aussehender und außerordentlich be­quemer Doppelstubl mit Zeltdach (Bild 3) seinen Platz

abgewaschen. Dabei hat man den großen Vorteil und das ist die Eigenart der hier angewandten Emaille, daß sie stets neu aussieht. Da die Sachen sämtlich sehr preis­wert sind, habe ich mir jetzt nach dem Katalog passend gum Meublement noch einen zierlichen Blumentisch, Vogel­bauer und Garderobenständer, alles für die Veranda aus- gewählt und hoffe ich meiner Frau damit eine gediegene Ueberraschung zu bereiten. Erfreulicherweise ist die Er-

Bild 3. Unser Lieblmgsplatz.

finderin eine deutsche Fabrik (Adolf Schmidt, Branden­burg a. H.), deren Waare in allen Weltteilen weiteste Verbreitung findet, da sie infolge ihrer Vorzüge sich wie keine zweite zum Export eignet. Das ist ja auch nicht zu verwundern, wenn man ganz abgesehen von Reinigung und Dauerhaftigkeit das viel unangenehmere Sitzen auf Stühlen und Bänken aus Holz in Bettacht zieht, deren Lackierung oder Politur nach kurzem Gebrauch meist zu wünschen übrig läßt.

An der Brüstung der Veranda entlang läuft ein breite»

noch nie hat unser Haus einen solchen Flor gezeigt wie vergangenen Sommer. (Bild 5.)

Pelargonien sind gleichfalls für den Balkon zu empfehlen; sie blühen den ganzen Sommer hindurch, haben fast gar nicht von Ungeziefer zu leiden und lassen sich im Keller, wenn man von Zeit zu Zeit etwas gießt, ganz gut über­wintern. Man wählt am hübschesten nur feurigrote oder nur blaßrosa Pelargonien; diese Einheit ist von entzückender Wirkung. Namentlich hängende, sogenannte Epheupelar- gonien, bieten, wenn sie abwechselnd mit hochstehenden auf­gestellt werden, einen prächtigen Anblick. Schließlich fei noch einer sehr billigen und doch viel Freude gewährenden Ausschmückung unseres Balkons gedacht. Ich meine die Sonnenblumen. Sind sie auch weniger für die Ballustrade geeignet, so gewähren sie doch für die Seiten- und Rück­wände des Balkons einen wunderhübschen Hintergrund, lind sie sind so leicht zu ziehen. Man steckt die Körner in große Blumentöpfe (ca. 22—25 cm Durchmesser) und zwar immer mehrere zusammen. Nachdem die Pflänzchen sich entwickelt haben, läßt man in jedem Topf die zwei oder drei kräftigsten stehen, die anvern zieht man aus. Es empfiehlt sich, den jungen Pflanzen bald einen Stab zu geben, damit sie stark und gerade emporwachsen. Das geschieht fast zusehends und bald bilden sich oben die dicken Blütenköpfe, die nach und nach ihre schönen, leuchtenden Blumenblätter entfalten, bis die volle Goldscheibe uns eines Morgens entgegenlacht. Das Wachsen der Sonnen­blumen zu beobachten, macht unendlich viel Freude, die auch dann noch anhält, wenn die Blumen abgeblüht finö und die Vögel sich herzufinden, um den Samen heraus zu picken. Der Samen muß am Stocke reifen; dann kann man ihn sammeln und fürs nächste Jahr aufheben.

Demnächst will ich meinen Gemüsegarten schildern, wenn er fertig angelegt ist. Fr. Hinze.

Bettung von Göstdanmen, die durch Schälen, Benagen feiten» der Hafen, Kaninchen usw. entstanden sind.

In jedem Falle, wo eine Schädigung oder gar ein Eingehen der betroffenen Obstbäume befürchtet werden müßte, muß schnell Abhilfe geschaffen werden. Dieselbe läßt sich bei frisch verursachten und bemerkten Schäden leicht bringen. Man kann diese Schäden heilen, bezm. den Bäumen die Möglichkeit bieten, sich auszuheilen, indem man die Wunden und einen Finger breit darüber hinaus mit folgender Mischung mittelst weichen Pinsels bestreicht.

@in Kilogramm Kolophonium wird zerschmolzen, mit Spiritus wird ein wenig Ruß zu einem Brei verrührt. Der Brei darf nur so dick sein, daß er sich mit einem Pinsel gut streichen läßt. Diese Baumsalbe verhindert das Austrocknen der Wundränder, begünstigt das Auf­steigen des Saftes und sorgt dafür, daß der bloßgelegte Stamm nicht austrocknet. Per Anstrich schließt ziemlich luftdicht ab und sehr bald, wenn das Wachstum im Früh­jahr beginnt, fangen die Wunden an zu heilen, neue Rinde iberwallt die bloßgelegt gewesenen Teile des Stammes; ehr wichtig ist aber, daß das Bestreichen der Wunde nöglichst bald nach der Entstehung bewirkt wird, damit Frost und Winde die frischen Wundränder nicht schädigen.

Wenn Obstbäume runo herum so geschält sind, daß gar keine Rindenverbindung mehr statt hat, so ist und