ausgesetzt find, „ranzig" werden, also fich zersetzen und dabei eine sehr schädliche Säure sich bemerkbar macht. Dazu kommt noch, daß die fettartigen Schmiermittel bei wechselnder Lufttemperatur sehr ungleichmäßig wirken: bei fchr hoher Lufttemperatur werden sie so dünnflüssig, daß sie nach Eintritt zwischen die reibenden Flächen sehr bald wieder nach außen treten, also ihren Zweck nicht erfüllen, vnd bei niedriger Temperatur nehmen sie leicht einen bröckligen Zustand an, so daß sie überhaupt nicht zwischen die Flächen zu gelangen vermögen. Hierzu gehören z. B. Schweinefett, Thran, Rüböl, Hammeltalg, Rindertalg u. a.
Diese nachteilige Eigenschaft der reinen Fette und Oele wird aufgehoben, wenn man geschmolzenes Fett mit Sodalösung erhitzt und die Maffe längere Zeit dabei umrührt. Auf solche Weise erhält man die sogenannten EmulsionsSchmiermittel, d. h. Schmiermittel, wo Fett in Form seiner Tröpfchen in einer Flüssigkeit zu einer Waffe von milcharttger Beschaffenheit umgerührt ist. Indem man noch Seife oder Specksteinpulver zusetzt, erhält die her- gestellte Mischung die gewünschte Beschaffenheit. Da diese Emulsions-Schmiermittel alkalische Verbindungen enthalten, so werden die sich etwa bildenden schädlichen Säuren sofort lmrch diese gebunden, können also die Metallteile nicht angreifen. In neuerer Zeit werden zum Schmieren der. Maschinen auch Mineralöle, namentlich das bei der Solaröl- fabrikatton gewonnene Schmieröl, mit gutem Erfolge benutzt; sie werden bei der Verarbeitung des rohen Petroleums zu Leuchtpetroleum gewonnen. Leuchtpetroleum eignet sich nicht als Schmiermittel; dagegen empfiehlt sich seine Benutzung vor dem Schmieren, wenn eine Maschine von Neuem in Betrieb gesetzt werden soll- weil es verharzte Oele löst, sich also zum Reinigen der Lgger und Wellen vorzüglich eignet. Neben der Güte des Schmiermaterials ist außerdem die Art und Weise, wie man schmiert, von Bedeutung. Wichttg ist, daß man das Schmieren regelmäßig und genügend reichlich vornimmt. Dabei muß man stets darauf achten, ob auch die Lagerstellen vollständig frei von Verunreinigungen find und die Leitung zum Zapfen offen ist. Ist dies nicht der Fall, so muß sofort entsprechende Abhilfe durch Reinigung mit Petroleum geschafft werden. Um eine Maschine recht lange gebrauchsfähig zu erhalten, werden zweckmäßig sämtliche Lager derselben alltäglich vor Beginn der Arbeit geschmiert, weil auf diese Weise am sichersten dem Warmlaufen der Lager vorgebeugt wird. Wo es nur angängig ist, sollten sämtliche Lager mit geschlossenen Schmiergefäßen versehen werden, welche einen gewissen für eine längere Zeit ausreichenden Vorrat von Schmiermaterial fassen, und durch den vorhandenen Zickel das Eindringen von Schmutz in das Schmierloch verhüten. Zum Schlüsse möchten wir noch darauf Hinweisen, daß es durchaus wirtschaftlich unvorteilhaft ist, das billigste Schmiermaterial zu kaufen. Wer das billigste Schmiermittel kauft, erhält auch nur schlechteste Ware, und damit schädigt er nur seine Maschinen und seinen Geldbeutel.
Ledersch«h bei Klauen# und Luflerdan
von Oekonomierat Ferd. Koenig, Ellingen.
Die Hoffnung, daß es der Wissenschaft gelingen werde, ein Jmpfverfahren zu finden, welches untere Tiere vor Seuchenausbruch schützt, hat fich auch bisher nicht erfüllt «ib ist es fraglich, ob dies überhaupt gelingt, da der Krankheitserreger bis heute noch nicht gefunden wurde.
So find wir Landwirte der Seucheninvasion schutzlos preisgegeben, dem allgemein wird jetzt zugegeben, daß die bisher auferlegten, gesetzlichen Vorschriften zur Unterdrückung
der Seuche nichts helfen, da uns die Seuche fort und fort zugeschleppt wird und die Verheimlichung immer weitere Kreise zieht. Erste Bedingung für sichere Möglichkeit der Heilung einer offenen Wunde ist Reinhaltung derselben und Abhaltung von Krankheits-Erregern. Diese Bedingung konnte bisher praktisch und rechnerisch brauchbar bei Klauen- mmden unserer Rinder-Bestände im Großen nicht erfüllt werden; denn selbst reichlichst bemessene Stallstreu kann nicht verhindern, daß die Tiere mit ihren wunden Füßen in Kot und Urin treten, welche Ausscheidungen, wie bekannt, während des Verlaufes der Maul- und Klauenseuche vom Krankheits-Erreger infiziert find. Wegen Verunreinigung der Füße können die offenen Klauenwunden, trotz des an fich großen Heilungsvermögens der Rinder nicht heilen, weil Kot und Urin in die Wunde gelangen und als Fremdkörper die Hettung verhindernd wirken. Die Heilung erschweren auch die der Streu anhaftenden Pilze und feinen Strohteile, welche in die offenen Wunden der ungeschützten Klauen gelangen. All dies erwägend, ist es mir nach vielen Versuchen gelungen, einen Klauenschuh für Rinder
zu konstruieren, welcher gut festsitzt, ohne Blutstauungen hervorzurufen, das Eindringen von Unrat abhält und in etwas abweichender Konstruktion es ermöglicht, daß auch den Klauen aufgelegte Verbände mit Sicherheit liegen bleiben und nicht verunreinigt werden können. Auch ist der Schuh leicht den Klauen überzuziehen, worauf ich in der Konstruktion besonderen Wert legen zu müssen glaubte.
Den Erfolg der Anwendung des Schuhes habe ich vielfach und in recht schweren Fällen im eigenen Stalle erprobt, nicht allein bei Klauenwunden infolge von Maul- und Klauenseuche, sondern auch bei anderen Klauenleiden. Ohne Ausnahme hatte ich vollen Erfolg. Selbst schwer an den Klauen erkrankte Tiere heilten gut ab.
Während ich noch bei der Klauenseuche-Invasion 1896 in meinem Abmelkestall mit 75 Kühen 13 vor der Erkrankung hochfette Kühe, weil infolge der schweren Klauen- erkrankungen nicht transportfähig, notschlachten mußte, hatte ich bei der mehrmaligen Invasion 1898 unter Anwendung des Schuhes keinen Verlust.
Viele Dankschreiben sind mir wegen der guten Erfolge mit Anwendung meiner Schuhe zugegangen, besonders von Besitzern schwerer und wertvoller Tiere, was erklärlich, denn je schwerer ein Tier, desto größer die Gefahr des Ausschuhens und um so schwerer die Verluste. Die Tiere magern ab, er geht teueres Futter unproduktiv verloren und oftmals beträgt schon bei einem wertvollen Zuchttter der Baarverlust einige hundert Mark. Ebenso geht es bei Milch- und Mastwirtschaften, was so allgemein bekannt ist, daß ich nicht näher darauf einzuzehen brauche.
Selten erkranken nach meinen vielsettigen Erfahrungen alle 4 Füße eines Tieres gleich stark und wenn ja, heilen die Vorderfüße, weil trocken stehend, meist rasch gut ab, da sie mit Kot und Urin nicht in Berührung kommen. Nach meinen gemachten Erfahrungen kann der Schuhbedarf kleiner angenommen werden als ich ursprünglich annahm und zwar für eine Viehhaltung von 50 Stück circa 14—18 Schuhe. Die Schuhe treffen in ihren Modellen alle Fußgrößen und ist es gleichgültig, ob Vorder- oder Hinterfüße, rechte oder linke Füße und zwar Modell: A. für Rinder von 10—12 Zentner Lebendgewicht und darunter ä 3 Mk., B. ebenso, dabei geeignet für Einlage von Bandagen rc. ä 3,25 Mk., C. für größere bis ganz schwere Rinder undFuhrochsen von ca. 12 Zentner Lebendgewicht aufwärts 3,50 Mk, D. ebenso, dabei geeignet für Einlage von Bandagen rc. a 3,75 Mk. per Stück.
Notwendig ist es jedoch, daß, da durch Stallhaltung die Klauen abnorme und oft große Dimensionen annehmen, die Klauen vor Anziehen der Schuhe durch einen Tierarzt oder Schmied in möglichst normale Formen gebracht werden. Um die Haltbarkeit der Sohlen zu erhöhen werden dieselben vor Fertigstellung der Schuhe von mir mit Leinöl getränkt. Daß der Schuh nach richtigen Prinzipien konstruiert ist, erhellt daraus, daß derselbe sich bei allen offenen Klauenwunden, so auch bei Panaritium gut bewährt hat, ferner wird er gerne verwendet bei Hufwunden der Pferde und bei Schafknappen, in den beiden letzteren Fällen wird er in besonderen Größen angeferttgt. Bald ist es ein Jahr, daß ich meinen Klauenschuh der Oeffentlichkeit übergeben habe. Es freut mich, konstatieren zu können, daß Hunderte von Tierärzten des In- und Auslandes und unzählige Landwirte den Klauenschuh mit Vorliebe verwenden. Der Schuh hat überall, wo er rechtzeittg, d. h. bei nicht zu weit vorgeschrittener Krankheit angewandt wurde, seinen Zweck gut erfüllt, da er die Reinhaltung und den Schutz der Klauen- und Hufwunden ermöglicht und daher eine rasche Abheilung bewirkt.
Der Schuh wurde in nahezu allen Industriestaaten patentiert und seitens der Deutsch-Landwirtsch. Gesellsch., Frankfurt a. Main und auf der land«. Ausstellung zu Hof durch Ehrendiplome ausgezeichnet.
Die Klauen- und Hufschuhe können durch Herrn Eduard Koenig, Würzburg bezogen werden, der zu jeder Auskunft gerne bereit ist.
Fort und fort bringt uns sonst die Maul- und Klauenseuche enorme Verluste, die für Deutschlands Landwirte 1898 allein auf 40 Millionen Mark veranschlagt werden; laut der Deutschen landwirtschaftl. Presse, Berlin vom 16. August 1899 waren allein im ersten Vierteljahr 1899 in Deutschland 212375 Rinder an der Maul- und Klauenseuche erkrantt.
SicherwirkenbeL Gebih für vurchgehende unb scheuende Pferde.
v. K G. M. Nr. 116516.
Durch die nachstehend beschriebene Sicherheits-Fahr- stange ist für jeden Pferd-besitzer eine so zweifellos wertvolle Neuerung geschaffen, daß dieselbe nach kurzer Einführung von jedem Fachmann als solche anerkannt werden muß. Selbst bei den lammfrommsten Pferden ist es nicht ausgeschlossen, daß solche aus irgend welchen Ursachen plötzlich scheuen oder durchgehen und sollte daher kein Pferdebesitzer versäumen, sich durch den Gebrauch dieser Sicherheits- Fahrstange vor körperlichem und materiellem Schaden zu sichern. — Bei Pferden, die zum Durchgehen neigen, ist die Verwendung einer solchen Notwendigkeit. Die von Fr. Aug.Mühlenfeld,Barmen fabrizierte Sicherheits- Fahrstange unterscheidet sich äußerlich wenig von der ge- bräuchlichen Fahrstange und besteht im Gebiß au» 2 runden Stangen, welche den Pferden keine Beschwerden oder Schmerzen verursachen können, wodurch ein Hartmaulig- werden, wie solches bei anderen Gebissen der Fall ist,
vollständig ausgeschlossen ist. — Wenn beim Hestiam-^ des Pferdes die Fahrleine angezogen wird, die Seitenteile, woran Kopfstück und event, auch A»!?? zügel eingeschnallt sind, das Maul des Pferdes iUfam2 verhindern die sich kreuzenden runden Stangen ein W beißen ins Gebiß und machen daher ein Durchgehend
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möglich. Die beiden Stangen wirken hierbei als » - und es bedarf daher keiner Kraftanstrengung, um Pferde zu regieren. Eine Gefahr des Zerreißens k Fahrleine ist daher nicht vorhanden. Der Preis bei I Sicherheits-Fahrstange ist äußerst billig gesetzt, damit e» i allgemeinen Einführung derselben nichts im Wege steh kann und versendet obengenannte Firma auf Verlan m Preislisten.
Aufzucht der Kälber.
Wenn in meinem Stalle ein Kalb geboren worden $ ( so wird dasselbe auf ein weiches Lager von reinem Strei gelegt, gut abgerieben, die Nabelschnur möglichst M X Infektion geschützt aber nicht allzuviel daran gekünstelt. das Muttertier sich ein wenig von den Strapazen erhol! M ist aufgestanden, so wird ihm ein wenig Milch entzogen,» ; sie dem Kalb zu geben; denn die erste Milch hat * laxierende Wirkung, wodurch das Darmpech der W leichter abgeht. Es soll aber jeder sich erst überzeugen, «l die Milch gesund unb nicht „zigerig" ist; denn kranke verträgt das Junge nicht. Bei vielen Kühen, die ein gchr, : gespanntes Euter haben, ist ein mehrmaliges Melken M auch Bewegung trägt viel zur Erleichterung des Enterst Es wird also nun dem Jungen täglich wenigstens Milch verabreicht, aber nur in ganz kleinen QuanM, etwa eine Tasse voll jedes Mal, dann allmählich mehr. A j diese Weise getränkt, übersättigt sich das Kalb nicht» braucht auch nicht Hunger zu leiden von einer Mahlzeit zu anderen, was beim alten bequemen Brauch des zweiMlip Tränkens beides nebeneinander stattfindet. Sind die MG rationen bis etwa zum 4., bei kräftigen Kälbern zm 3. I Tage, auf 1 Liter gestiegen, so werden dann nur die HaG- x rationen, morgens und abends beim Melken, verstärkt; bli Zwischengaben aber werden auf 1 Liter beibehalten bis W ' 8. oder 10. Tage, von wo an sie dann wieder oHm ’ Die Jungen sind in dieser Zeit wohl so weit erstarkt, M ; sie das zweimalige Tränken eher vertragen mögen. N : die Zwischengaben mittags und abends spät stelle ich d« ; Milch von der Morgen- oder Abendmilch bei Seite es ; temperiere sie dann vor dem Verabfolgen wieder auf,M ; wärme". Im Anfang wollen die Jungen die Nahrung ® stinktmäßig von oben herab erhalten und thun daher ; etwas „ungattig", doch mit etwas Geduld gewöhnt W l|! schnell daran, aus dem Kübel zu sausen.
Dar Meerschweinchen kam bald nach der Entdeckung Amerikas durch die HoMN zu uns und wurde seitdem als Haustier und seiner M losigkeit wegen als Spielzeug für Kinder weiter gezM Von einem eigentlichen Nutzen kann keine Rede sein. W einfarbigen Meerschweinchen, von denen die weiße» häufigsten find, sieht man gewöhnlich dreifarbige, weiß, g° und schwarz gescheckte, doch giebt es auch zweifarbige. S* Meerschweinchen gehört zu den beliebtesten Haustiere» w der ganzen Ordnung der Nager, ebensowohl seiner W samkeit wie seiner Harmlosigkeit und Gutmütigkeit W Wenn man ihm einen luftigen und trockenen Stall giebt» es überall leicht zu erhalten. Es frißt die verschiedest Pflanzenstoffe, von der Wurzel an bis zu den Blam "- Körner ebensogut wie frische, saftige Pflanzen und ver« nur etwas Abwechselung in der Nahrung. Wenn es w Futter hat, kann es Getränk gänzlich entbehren, obwch namentlich Milch recht gern zu sich nimmt. Es ist ein W angenehmes Spielzeug für Kinder, welche sich überhaupt '
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eifrigsten mit seiner Zucht abgeben. In seinem Wesen em» M es in mancher Hinsicht an die Kaninchen, in andrer M an die Mäuse. Die Stimme besteht aus einem GrE'W welche» ihm wohl den Namen Schwein verschafft hab ' W aus einem eigenthümlichen Murmeln und W Männchen und 2Leibchen leben in Eintracht mitemm M Das Weibchen wirft zwei oder dreimal im Jahre oft auch 4—5 Junge, die vollständig entwickelt un M offenen Augen zur Welt kommen. Wenige Stunden । der Geburt sind sie schon im Stande, mit der Mutter W B zulaufen und fangen manchmal schon am zweiten Tage . M fressen, obgleich sie die Alte noch 14 Tage lang sE ^I ' mit Sorgfalt hegt und verteidigt, um sich dann mcy ' | weiter um sie zu kümmern und eine neue Paarung emz»| Der Vater zeigt sich oft feindselig gegen seine EpröM^, | beißt sie tot oder ftißt sie auf. Nach ca. 5—6 | sind die Jungen fortpflanzungsfähig, nach 8—9 | haben sie ihre vollkommene Größe erreicht. s , en. I Handlung können sie ihr Leben auf 6—8 f Gegen kalte und nasse Witterung sehr empfindlich, ’ | die Meerschweinchen, wenn man jüe rauhem Wette
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und gehen dann leicht zu Grunde.