Roman von Souife 6a mm tret.
VWMichl als ob Egbert seine Braul we- niger liebte, nein, tausendmal, nein, zu einem Zwiespalt der Gefühle kam es noch lange nicht, in unver- nnderter Kraft schlug sein Herz für Irene. [Kein Dornaus Worte hatten ein Echo Mden in seiner Brust, auch er berg reifere ,06 Irene seinem Kinde jemals ne Mutter, eine liebende Pflegerin (erben würde? Wie im Traum ging er imf; die, vom gleißenden Sonnenlicht Pichsluteien Park- und Gartenanlagen, k von der inneren Stadt bis zu den ^berühmten Auen sich hinzogen. In |Her Schönheit prangte die Natur. Hen, Flieder und Goldregensträu- tr beugten sich unter der Last ihrer stentrauben und ein süßlich betäubn Wohlgeruch erfüllte weithin die ist. Unzählige, buntgefiederte SLn- r schmetterten in vollen Accorden ihre sbesbpmnen zu dem blauenden Him- ildom hinauf und unten plätscherten ! Wellen des friedlich rauschenden iromes, die begleitende Melodie zu m Halleluja für die Schöpferkraft.
Bevor er seine Braut ausgesucht, tieauch Egbert sich des herrlichen Ta- gefreut, nun war die frohe Stim- ing verdorben, zu den Sorgen der igentoart, gesellten sich düstere Vorah- Mn für bie Zukunft. Die bösen Gitter des Unfriedens und Zweifelns saren geweckt und ließen sich sogleich ichi bannen. — Seine Gedankenwelt üchte in die Vergangenheit zurück, auch : hatte schwere, sorgenvolle Stunden aug gebracht, Stunden, um die ihn wer beneidet.
. Die Friedheim waren ein alt- ^iges Geschlecht, das seinen Stamm-
AM bis auf die Zeit der Kreuzzüge ruckzuführen vermochte und auch in n späteren, gehenden und kommenden Wunderten seine Ritterehre hochgehalten id durch die glänzendsten Waffen- und Hel- Hthaten bethätigt hatte. Als erbeingesessene, >umschränkte Herren schalteten und walteten : auf ihren zahlreichen Gütern, hatten ihre M Rechtspflege und Macht über Leben und ihrer Unterthanen. Die Neuzeit, und L^mit verbundenen Kultur- und Geistes- ^"Ichritte, der ungestüme Freiheitsdrang der
Völker, hatte allenthalben Wandel geschaffen und mit manches veralteten Vorrechten und Institutionen aufgeräumt. „Gut deutsch alle- weg," diesen Wahlspruch hatten die Friedheim auf ihrem Banner getragen und sich stets, zu allen Zeiten, und unter dem härtesten Wechsel des Geschicks, als gute Deutsche bewährt, selbst dann noch, als viele ihrer Stammesgenoffen gegen das eigene Vaterland gestritten und den großen korsischen Machthaber und seinen Em-
4)5man Digma, der Vertraute des MahöL
Porkömmlingen gehuldigt hatte. Dafür waren jene feilen Seelen mit Ehrenstellen und hohen Auszeichnungen bedacht worden, indes sie allen willkürlichen Repressalien und Brandschatzungen des Krieges ausgesetzt gewesen, wodurch ihre dereinst so glänzende, finanzielle Lage nahezu zerrüttet wurde. Auch die jüngsten Träger des erlauchten Namens hatten sich ihrer Vorfahren würdig gezeigt. Zwei edle
Heldenjünglinge, Friedrich und Wilhelm Friedheim, eilten, begeistert für die hohe Aufgabe, das Vaterland von fremder Knechtschaft ! zu befreien, zu den Fahnen LLtzows und lei- ; steten den Fahneneid. Beide fanden den ruhmvollen Heldentod auf dem Schlachtfelde. Der dritte Bruder Graf Reginald Friedheim, der in kurzem Zeitraum seine beiden Brüder und ein junges, schönes Weib, dessen Liebe der Sonnenschein seines Lebens gewesen, verloren ; ; hatte, zog sich nach diesen inhaltschweren Ereignissen auf eines seiner entlegensten Güter zurück und widmete sich der Erziehung seines heranblühenden Sohnes, den er so streng nach den Grundsätzen der Familienehre erzog. Dieser wählte, nachdem er zum Mann herangereift war, die diplomatische Laufbahn und brächte es, vermöge seiner so hervorragenden Fähigkeiten, einer eisernen Entschlossen heit und seines vornehmen Namens dir zu einem Gesandtschaftsposten. Inmitten frischer Schaffenskraft wurde er jäh lings aus dem Leben abgerufen, und seine Witwe zog mit ihren beiden Kna ben, Egbert und Oskar, zu ihrem Schwiegervater, der als einsamer Son derling auf seinen Gütern lebte. Mit innerem Widerstreben fügte sich die vornehme Weltdame in die veränderten Lebensverhältnisse, die sie völlig von dem Willen des alten Herrn abhängig machten. Obwohl von verarmtem, je doch altem, gutem Adel abstammend, war sie am Hofe viel gefeiert und be gehrt worden; und nur ungern hatte die regierende Fürstin (deren Hofdame und erklärter Liebling Gräfin Fried heim gewesen) ihre Einwilligung zu der Verbindung gegeben. Es kam zu hes tigen Auseinandersetzungen zwischen Schwiegervater und Schwiegertochter, und da keines von beiden zur Nachgie bigkeit geneigt war, und der alte Herr sich gegen jede Umgestaltung seines Haushaltes entschieden auflehnte, nahm
Gräfin Friedheim eine ihr huldvollst gebotene Ehrenstelle als Oberhofmeisterin der Landesfürstin an. Wie von einem Alpdruck befreit, atmete sie auf, als sie das Schloß und den un gastlichen, verbitterten alten Herrn verließ, um aufs neue in eine ihrer Schönheit und glänzenden Geistesgaben würdige Umgebung zu- rückzukehren. Sie sollte ihre Kinder, Schloß Friedheim und den alten Herrn niemals Wiedersehen. Schon ein Jahr darauf erlag sie einer Lungenentzündung, welche sie sich auf einer Schlitten-art« -»gezogen. Die ver-