Whaöer ErH Linden im gespreizten, ihca- Mischen Pathos zu. „Wir alle haben nach intern Anblick gedürstet, edle Antigone!"
| „Bei vollen Gläsern gedürstet, Linden," Kelte Irene scherzspöttisch, „lassen Sie doch ^Possen! Wir befinden uns zur Zeit nicht auf der Bühne, sondern unter uns, und im Alltagsleben wirkt dieser zur Schau getragene Mneneffift geradezu widerwärtig. Ver- Wm Sie meine Offenheit, lieber Kollege, ■tin es will mir scheinen, als gäben Sie da- W in Ihrem Privatleben zu viel, und auf M Bühne, wo es wirksamer wäre, manchmal M wenig." (Fortsetzung folgt.)
Pflicht der Höflichkeit, tvcnn er ben fürstlich MäMD "-Orden antege. Es sei hiermit bemerkt, baj; dies der einzige Orden des Fürstentums M. ist, der an Nichtmilirärs verliehen wird. Der zahlreich besternte Generalintendant hatte es vollständig vergessen, daß er besagten Orden überhaupt nicht besaß, und gab also dem Kammerdiener den Befehl, den "-Orden zu holen. Der Kammerdiener stürzt dienstbeflissen ins Nebenzimmer und kommt nach einiger Weile mit schreckensbleichem Antlitz zurück. „Exzellenz," fpridjt er stotternd, „der "-Orden ist nicht mehr da!" Der Baron bequemt sich, selbst zu suchen, aber mit gleich negativem Erfolg. Was nun thun? Die Zeit drängt, und ohne den fürstlich M.'scheu "-Orden kann doch der Herr Baron nicht den fürstlich M.'schen Gesandten besuchen! Und wenn die Not am höchsten
diesem unverzeihlichen Irrtum benachrichtigen utib habe Sie für heut nur noch um Entschuldigung zu bitten, daß Sie sich vergeblich zu mir bemüht haben." Das Gesicht des Barons Hofmann war während der Worte des Gesandten bedenklich länger geworden, aber zuletzt konnte er doch nicht umhin, in ein herzliches Gelächter anszubrechen, in welches der Gesandte fröhlich einstimmte, als er die Ursache des Mißverständnisses erfuhr. Baron Hofmann fuhr alsdann mit dem "-Orden, b. h. mit den zw i Exem- i plaren fröhlich nach Hause und hat in späterer Zeit I die Geschichte gar oft erzählt. Den Namen des Or- ; densgläubigers dagegen, des Grafen S., hat er im- mcr verschwiegen, da bei allen Pumpangelegenheiten Verschwiegenheit Ehrensache ist.
Sichlet froh den Blick ins Leben, Alles Leid fei nun vergehen, Frühling hat uns Mut gegeben Rüstig heiter! Mutig weiter!
GotteS Welt ist ohn' Ermessen! —
£ i cb der Freude
HörtI Es rauschen deutsche Eichen, Und die muntern Vöglein fingen, Von uns muß der Zweifel weichen!
Sonne glühet, Liebe sprühet, Lasst daS Herz zum Herzen dringen.
ftt'rfqeidilribm sind die Ketten,
Totes Wissen,, kaltes Sinnen, Um vom Irrtum uns ^t retten AHn wir weiter Sorglos heiter, Um. daS Leben zu gewinnen. H. Klenke.
Ife^ Oröeu 615 ^aroti Hofmamr. | Hofmau», ber ehemalige Generalinien-
der kaiserlichen Hoftheater in Wien, bc- wli unter seinen vielen Orden auch den ^ Fürsteniums M., den er auf eine höchst klvÜ R'" '^° W-ise erlangt hatte. Die Geschichte, ^°lmann dazu kam, ist nicht allein origi- hat auch vor vielen andern den Vorzug, ?" lein. Als einst her Fürst v. M. nach Wien
H zu seinen Ehren und auf seinen beson- "lch im Hosopernthealer auf allerhöchsten ^*01 ein bekanntes Ballet aufgesUhrt. Der Fürst 1B« von bet Vorstellung so entzückt, daß Generalintendanten Baron Hofmann den M.'schen "-Orden zn verleihen gedachte und ^^MZchen Gesandten zn Wien mit der Ueberrei- Ordens beauftragte. Der Gesandte läßt ।
M|ben Baron Hosmann zu sich bitten, da er ihm Mitteilung zu machen habe. Die seltne des Besuchs ist getommen: Baron Hof wacht Toilette und denkt, es sei nur eine
ist, ist die Hilfe am nächsten. Baron Hofmann erinnert sich im letzten Augenblick, daß der ganz in der Nähe wohnende Graf S. glücklicher Besitzer des "-Ordens ist. Der Kammerdiener empfing die nötige Unterweisung, fährt beim Grafen S. vor, bittet „in dringender Angelegenheit des Herrn Baron Hofmann" um sofortige Audienz, wird augenblicklich vorgclasien, erzählt in fliegender Eile die entsetzliche Verlegenheit, in der sich sein gnädiger Herr befindet, bittet unter Zusicherung strengster Verschwiegenheit um Ueber- laffung des "-Ordens auf ein paar Stunden, rührt das gräfliche Herz und kommt vor Ablauf von füns- zehn Minuten im Triumph mit beut gepumpten Orden zurück. Der Baron, dem die kurze Zeit banger Erwartung eine Ewigkeit dünkte, legt mit zufriedener Miene den "-Orden an und fährt, also geschmückt, zum Gesandten des Fürstentums M. Wie der Gesandte den Baron mit demselben Orden auf der Brust erblickt, den er ihm eben überreichen will, ist er wie aus den Wolken gefallen. „Herr Baron," sagt er, „da muß ein Mißverständnis obwalten. Mein allergnädigsler Fürst — Gott erhalte ihn noch lange seinen Unterthanen! — hat mir befohlen, Ihnen als Zeichen der allerhöchsten Auerkennnng für das vor züglich exekutierte Ballet Höchstseinen "-Orden zu j überreichen, und nun sehe ich zu meinem Erstaunen, ! daß Sie diesen unsern fürstlichen Orden schon besitzen. Id) werde sofort das fürstliche Ordenskabineii von
Am Meer. 6k
Auf hoher Dürre einsam sitzend schaue Ich still hinaus in die Unendlichkeit, So ruhig ist Las Meer, das tiefe blaue. Und über ihm da ruht der Himmel weit. Es zittern Tanucuschaiten Iris im Sande, Und Sonnenstrahlen senden ihre Glut, Die fernen Segel zieh» zu fernem Lande, Und Möwen tauchen in die kühle Flut.
Anbetend muß ich meine Hände falten, Ein weiter Tempel um mich, über mir, Mein Gott, ich ahne Dein geheiligt Walte», In Deiner Schöpfung schau ich auf zu Dir, Und meine Wünsche, ach, so groß dem Herzen, So klein in Deiner überreichen Welt, Und meine Träume, meine tiefsten Schmerzen, Du magst sie lösen wie es Dir gefüllt.
i Dein ist das Meer, das gr- ße, wunderbare, Mit feiner zauberhaften Märchenpracht, Dein ist der Himmel über mir, ber klare, Der Sternenhimmel und die WolkennaM Dem deinen Vogel zeigst Du seine Wege lind dort das Schiff führst Du zum fernen Strand, O gieb mir immer, daß wie jetzt ich lege Mein schwaches Herz In Deine starke Hand.