52
^^3-
Kilder-Ksal
Das Kaiser Alexander Veiln bei Segel. In dem bekannten Berliner Borort Tegel ist anf Veranlassung und aus den Mitteln des Großfürsten Wladimir eine russische Kirche errichtet worden. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kaiser Alexander- Heini, welches wir auf der ersten Seite wiedergeben. Die prächtige Fassade desselben leuchtet weithin durch die baumlose Gegend. Dieses Gebäude dient hauptsächlich woblthä- tigen Zwecken, und neben der Wob- mutg für den Geistlichen sind Räume zum vorübergehenden Aufenthalt ärmerer Russen geschaffen.
Kammel-Körner.
<e>
der
Philipp IT. von Spanien, von seinem Minister, dem Her
zog von Lerma, unumschränkt beherrscht wurde, fand einst bei Tafel unter seinem Gedeck einen Zettel, welcher die folgenden Worte enthielt: „Philipp IV., ehedem König von Spanien und Indien, jetzt bei dem Herzog von Lerma in Diensten." Diese bittere Pille hatte die beabsichtigte Wirkung hervorgebracht. Die Entlastung des Ministers erfolgte bald darauf.
Von den Annehmlichkeiten eines Aufenthalts in Afrika. Die „Tribuna" veröffentlichte einen interessanten Brief des jungen italienischen Afrikareisenden Ottilio Pe- cile, welcher sich in Nghimi. Süd
Aftikas sind
afrika, aufhielt. Die sieben Plagen nach jenem Briefe diese: 1) Stechmücken, gegen die man sich in der Nacht durch Vorhänge einigermaßen schützt. 2) Kleine, fast unsichtbare Fliege», welche den Menschen am Morgen und Abend durch schmerzhafte Stiche plagen. Diese kleine» Ungetüme heißen Furu. 3) Seabies, eine Plage, die man sich durch Zusammensein mit Negern zuzieht. 4) Kleine Springungeziefer, welche sich in die Haut, am liebsten unter den Nägeln der Füße hineinbohren und dort Eier legen. Jeden Abend muß man seine Füße beleben und diese Brutnester herausziehen. 5) Lästiger Hautausschlag, der Wunden verursacht und oft am gehen hindert. 6) Das Fieber, welches leicht wiederkehrt, trotz Chinin und andrer Mittel. 7) Giftige Schlangen, Tausendfüßler, Skorpione 2C., dazu endlich rote Ameisen, die oft des Nachts ins Haus kriechen und die armen Be
wohner sofort zur Flucht nötigen.
Irische Schlauheit. Die Söhne der „grünen Insel" sind für ihren Mutterwitz bekannt, wofür auch das nachfolgende Histörchen einen neuen Beweis liefert.^ Ein Jrländer hatte irgendwo für eine gewisse Summe die Ausgrabung eines Brunnens übernommen. Nachdem er etwa fünfundzwanzig Fuß ausgegraben hatte, fand er, als er des Morgens zur Arbeit kam, daß die Wand eingestürzt und der ganze Brunnen voller Schutt war. Er sah sich vorsichtig um und da er niemand in der Nähe sah, hing er seinen Rock und Hut an die Wand und versteckte sich in ein Gebüsch. Bald entdeckten die Nachbarn den Brunneneinsturz und als sie Pats Rock und Hut an der Wand gewahrten, machten sie sich sofort aus Werk, den mutmaßlich Verschütteten auszu- graben. Nach ein paar Stunden tüchtiger Arbeit war die lose Erde herausgeschafft und als eben die Nachbarn auf den Grund gekommen waren und nach Pats Leiche suchten, trat dieser aus dem Gebüsch und bedankte sich bestens bei ihnen, daß sie ibm ein hartes Stück Arbeit erspart hatten.
Chopins Spitzenkragen. Chopin hatte, wie bekannt, schon als Kind" sehr erregbare Nerven, so daß er beim Anhören von Musik häufig in Thränen ausbrach. Doch überwand er dies bald und gab mit neun Jahren sein erstes Konzert. Seine Mutter, bemüht, ihn auf das schönste hcr- anszuputzcn, stellte ihn vor dein Konzert auf einen Stuhl und musterte ihn von allen Seite», um sich zu überzeugen, daß seine Erscheinung nichts zu wünschen übrig lasse, und machte den kleinen Jungen ganz besonders dadurch glücklich, daß sie ihm über feinen Sammetkragen noch einen
Der Apotheker früherer Zeit M,, Latwerge aus Honig oder Zucker mit satz von Wein, und gwar entstanden je dazu verioendeten Früchten oder ivergcu von Kirschen, von mancherlei M " von Johannis-Träubelein oder Ribes räch, von Maul- oder Brombeeren, u011 Beeren, Hagebutte», aber auch Latwera?? Kalmus, Quitten, Schwertellvor;, Stendelivurz, Ragtvnrz und Knabenkraut sämtlich in Zuckerlädlein lSchachielu, bünn gössen und so aufbewahrt wurden. nntEt,
„ Eingemachten oder EiiiM,!,, welches fast in derselben M heut verfahren, mit oder oh würz, in geläutertem Zucker und in Gläsern nusbewahrt finden wir Früchte und die wir uns jetzt noch ober im lasier Gestalt gut schmecken l» als: Ingwer, Kalmus, MM „nnzeitigc" welsche Nuß, M Schlehen, Weichseln ,md
Spitzenkragen steckte. Nach dem Konzert, in wel- chem man den kleinen Virtuosen mit Beifall überschüttete, fragte ihn die Mutter, was denn dem Publikum ant besten gefallen. „O Mama," sagte er, „ich bin gewiß, es war mein Spitzenkragen."
Durch die Blume. Theater-Direktor:
der Deuffel.
kleine Muskatellerveerlcin, ^ Citronat-Schalen ober » meranzen-Schälchr» und ganjt meranzen, „nnzeitigc" T« und rote Rüben. Dagegks mis manche sogar bis aui’ Namen unbekannte Leckerem^ gemachte Bibernellenwurzel,M distel, Mannestreue-Wurzel, Ab würget, Knabenkraut, ©teilte;- Wegweißwurzel, Saurach aber selenbeerc».
Eine interessante Lutst dung Friedrich des Grohm. Jahre 1755 forderten die fc Primadonnen der Berliner £ wegen angeblicher ZuriicksetzH welche sie erfahren haben M gleichzeitig ihre Entlassung. $ Friedrich der Große schrieb aufI Entlassungsgesuch wörtlich: ,: Astrim und die Carestiiii W den Abschied; es sehnd DeuffelsEs ich bin sie tauhsendmal mühde, mus Gelt vor Canonen nutz und kann es nicht vor Hnhselw vertun. Es seind Canaillen, P
„Herr Schreimann, Sie haben sich wohl bei bem Zwetschenkuödel-Wett-Este» in Wien beteiligt?" Tenorist: „Wie kommen Sie darauf?" Theater- Direktor: „Na, weil Ihnen noch immer
ein
Knödel im Halse steckt!"
Auflösung der Aufgabe
aus voriger Nummer:
G
0
W
E
G
A
s
T
B
I
N
0
8
T
W
I
N
D
T
W
N
F
w
E
I
N
F
A
Ss
E
I
N
F
A
L
T
!
N
D
8s
T
ein
Indessen scheint doch ein AH j zu staube getommen zu sein, da Giovanmv eine der berühmtesten Sängerinnen, erst s Berlin, wo sie seit 1747 gewesen war, mit Bühne überhaupt verließ. Ein Jahr später sie bereits. Bon der Carestini ist weiter« bekannt, als daß sie sehr schön war.
Ein Zweifler. A.: „Was halten Sil l den täglichen Wetterberichten in den ZeitiiiW — B.: „Ach, die sind recht unzuveM worden. Früher waren sie immer richtig, traf jahrelang immer das Gegenteil ein, i jetzt trifft nicht einmal mehr das Gegenteil« Ein Landjunker in Oesterreich machte feinen Eltern eine Reise nach Rom und Ä Nach seiner Zurückkunft wurde er in einer sellschaft aufgefordert, doch etwas von fei Reisen, den schönen Gegenden in Italien« zu erzähle»; allein er erwiderte: „Haltes Gnaden, das sann i nit." Und warum»
Ein zerstreuter Wundarzt. Herr X., geschickter Wundarzt, welcher sehr an Zerstreut-
Heiten leidet, ist eines Abends bei einer befreundeten Familie zu Tisch geladen. „Herr Doktor," wendet sich die Herrin des Hauses an ihn, „wir rechnen auf Ihre Geschicklichkeit, um diese Hammelkeule zu zerlegen." „Sehr gern," antwortete er. Er bemächtigte sich mit wichtiger Gebärde der Hammelkeule und macht einen tiefen Einschnitt. Dann — was mag in seinem Gehirnkastell Vorgehen? — zieht er aus seiner Tasche Charpie und Bandagen und macht einen regelrechten Verband. Die Gäste schauen diesem Vorgang stumm zu. Aber er, nochimmer vertieft in seinen Traum, sagt: „Etwas Ruhe und Pflege — es hat nichts auf sich."
fragte man. — „Ja schauns, i hab haltrW gesessen, und da hab i gar nix g'sehm"
"Auch eine Beschäftigung. Herr: , haben also keine Beschäftigung?" Bettler:,: mein Jeschäst liegt janz darnieder." Herr:ä' sind Sie denn?" Bettler: „SchlachtenbuM jnädiger Herr."
wer die Wahrheit geigt, dem schlägt« den Fidelbogen aufs Maul.
Auflösungen aus voriger Nummer:
bei Silbeu-Ergünzungsrülstls:
Klug sich iit Welt und Menschen fügen Gern nützlich sein, so viel man kann, Sich selbst und andre nicht betrügen, Die Lehre vaßt für jedermann.
des Rätsels: Eitel.
Nachdruck aus dem Inhalt d. SL verböte«.
_____Gejetz vcm 11./VI. 70,
Verantwortlicher Redacteur W. Herrmann, Lerti»^«'
Druck und Verlag von „ , s Jhring * Fahrenholh, Berlin S. 42, W^