36
Ein Riesenweinstock bei San Barbara in
Kilder-Ssal
Süd-Kalifornien. Es ist erklärlich, daß in einem so warmen, fruchtbaren und ganz besonders für den Weinstock günstigen Lande, wie Süd-Kalifor
nien in der That es ist, Ernten ge
macht werden können, wie solche in Deutschland niemals Vorkommen. Unser Bild auf Seite 83 zeigt einen Rtesenwetnstock, welcher ausgebreitet auf ein erhöhtes Gelände einen ganz außerordentlichen Reichtum von Trauben erzeugt.
Hammel-Körner.
Lin Papagei als Ankläger. Eine wunderliche Geschichte von einem Papagei, die ihre amerikanische Herkunft nicht verleugnet, erzählt ein belgisches Blatt wie folgt: Einen Papagei, mit dem eS sich wirklich der Mühe lohnt, zu plaudern, besitzt ein gewisser Herr Fipps, ein Amerikaner und zwanzigfacher Millionär, der den Vogel nach Paris mitbrachte. Dieser Papagei, der auf den ersten Blick von der gewöhnlichsten Att zu sein scheint, ist.in Wirklichkeit der erstaunlichste Redner seines Geschlechts. Wiederholt man in seiner Gegenwart einen langen Satz drei- bis viermal, so ist er im stände, denselben alsbald nachzusagen. Um dieser seiner Zungenfertigkeit willen ist in Baltimore ein Mann den Tod am Galgen gestorben. Eines Tages fand man nämlich einen Bankier Charles Har«
per in Wall Street ermordet. Alle seine Schränke waren ausgeraubt, unb eine deträchtllche Geldsumme
„ gegen seinen I stabler wegen Trunkenheit in Arrest gebracht wurde. | nämlich während deS ganzen Trauertages nicht 8'
Neffen, der in der ganzen 'Stadt sehr geachtet | Der Fall erregte große Heiterkeit, und der Arme, ! spielt. Man glaubt umsomehr, daß der W
war, Verdacht zu schöpfen, als der öffentliche welcher ein elendes Strohlager mit einer riesigen storbene direkt in den Himmel eingegangen
fehlte. Niemand hatte daran gedacht,
Leichcnbeschauer plötzlich den Papagei des Gemor- Geldsunime bezahlen mußte, hatte für Spott nicht beten mit gellender Stimme schreien hörte: „Was zu sorgen.
habe ich gethan? Ich habe meinen armen Onkel Nur abwarten. Bräutigam: Ihre Toch- gemorbet!" (What have I done! I have mur- I terist ein Engel." Schwiegervater: „Mag sein, dered my poor uncle!) Nun war kein Zweifel aber wenn Sie sie geheiratet haben, werden Sie mehr vorhanden. Man schloß ganz natürlich merken, daß sie bedeutend mehr Kleider braucht, daraus, daß der Neffe der Mörder fei und nach als Engel für gewöhnlich tragen.
daraus, daß der Neffe der Mörder sei und nach begangener Missethat die obigen Worte ausgestoßen hatte, und der gelehrige Papagei hatte sie be
halten. Der Neffe, Domorat mit Namen, wurde verhaftet und trotz seines beharrlichen Leugnens gehenkt, nachdem der Präsident des Gerichtshofes in seinem Gesamtergebnis betont hatte, wie deutlich bei der Entdeckung des Verbrechers die Hand der Vorsehung sichtbar sei. Wie groß war aber sein Schrecken, als er vierzehn Tage später einen Brief folgenden Inhalts erhielt: „Sie sind ein Dummkopf! Domyrat war unschuldig, und ich bin der Mörder. Ich habe, um Sie auf eine falsche Fährte zu bringen, dem Papagei, den ich gut kannte, die verräterischen Worte eingelcrnt. Das haben Sie für bare Münze genommen — dümmer als Sie kann man nicht sein. P. 8. Wenn Sie diesen Brief erhalten, bin ich sicher vor dem Galgen und weit von den Vereinigten Staaten. Uebrigeus werden Sie nie erfahren, wer ich bin." — Und in der That weiß man es bis heute noch nicht.
Ein Riesenhonorar. König Ludwig XIV. war gefallen und hatte sich den Fuß verrenkt; - für die Wiedereinrenkung erhielt Felix, sein erster Wundarzt, 200 000 Livres, die assistierenden Aerzte Daquin 100 000 Livres, Fogon 8p 000 Livres, Bescires 40000 Sibre 1. Außerdem bekam jeder Gehilfe, der bei der Operation zugegen gewesen war, ein Geschenk von 12 000 Livres. Heutzutage macht man es Gott sei Dank viel billiger.
«ne seltsame Wette. Mr. Miles Farr, einer der reichsten jungen Männer von Liverpool, hatte am Pfingsttage v. I. mit einem Freunde gewettet, b.;B er ein Jahr lang alle Nächte im Freien zubringen werde. Der Preis war zehntausend Pfund Sterling. Der junge Mann, welcher sich eigene Nachttoiletten für alle Jahreszeiten, Regenkostüme rc. hatte anfertigen lassen, hat durch einen Zwischenfall kurz vor der Entscheidung seine Wette verloren, indem er am Oster- abend, an welchem er fich für die kühle Lagerstatt durch warme Gettänke gestärkt, von einem Kon-
Auflösung
der Fest-Ausgabe aus voriger Nummer:
1. Bodenstedt, 2. Iltis, 3. Bebe, 4. Kalif, 5. Einfalt, 6. MemeBis, 7. Zuneigung, 8. Warmbrunn,
9. Eboli, 10. Ingcrsdorf, 11. Gesellscbap.
Birkenzweig - Pfin gitfeit,
Reklame um jeden preis! Ein Kolportage-Buchhändler in B. vertreibt augenblicklich eine Zeitschrist unter dem Titel: „Das kleine Buch für uns alle." Das Werk enthält zwei Romanfort- setzungen; außerdem aber teilt der Kolportage- Buchhändler aus bem Umschlag mit: „Zur Beachtung! Durch günstigen Abschluß bin ich in der Lage, meinen werten Freunden bei Abnahme des ganzen Werks beim letzten Heft ein etwa drei Monate altes lebendes Schwein gegen Nachzahlung von 50 Pfennigen zu überlassen."
verfänglich. Gast: „Sagen Sie mal, der Hasenbraten schmeckt so eigentümlich, das wirb doch nicht etwa . . ." Wirt: „Na, nehmen Sie mir das nicht übel, der Braten war so delikat, daß ich's selbst nicht hab' unterscheiden können."
Unter bem Srotfruchtvaunr Seine sA auseinander gelegten Riesenblätter breitet du Brotftuchtbaum wie einen dunklen, undurchdringlichen Schattenschirm über das kleine Palmen- blattdach aus, welches der breitschulterige, hoch
gewachsene, stämmig-elastische Mulatte inmitter seiner immergrünen, immer fruchtreifenden Selbe nur mit seiner Armkrä, unter alleiniger Hilf! von Axt un' Messer aufrichtet. Hinter der Schattenschiro. " „ Brotfruchtbäume schwanken bie langgestreckten, lichtgrünen, viel zerschlitzten Bam- nenblätter im sommernachtlauen Luftzug flüstert:
und plätschernden Bacheswellen gleit auf und «der, anmutig abweichcn! mit ihreru lichten Farbetitan gezen dar ttefdunkle Laubgrün deS snab- beladenen Kakaobaum». Eine solch Scenerie bietet sich in beutst
Landen leider nicht dar.
Aeberlistet Durch die Straß« Londons irrte ein Mann in länd
ltcher Tracht, ein Paket in der Hand, welches versiegelt und mit einer Adresse versehen war und in einer Ecke die Bemerkung
rtg trug, daß 2o Bankiloten darin
Pfd. Sterling in enthalten seien. Ein Vorübergehrn- der, dem sein ratloses Gesicht auf' fiel, fragte ihn, waS er suche. All Antwort hielt der ländlich geHelbete Fremde ihm fein Paket unter bie Nase und bat, er möchte ihm doch die Adreffe vorlesen, da er sie Den gessen habe und selbst nicht lesen könne. Mit freudig überraschte« Ton sagte der andre: „Der Tausend das Päckchen ist ja für mich! N habe es schon längst erwartet!" Da Bote erklärte seine Zufriedenheit seine« Auftrag gleich los zu werde« und fetzte hinzu, daß er eine hm Sltone als Botenlohn zu soeben habe, die ihm auch ohne weites aukgezahlt wurde. Der neue > fitzer des Päckchens eilte damit in B dunkle Ecke, um seinen Schatz i1 untersuchen, — fand aber nichts, fleht Paar Bogen Druckpapier.
Aus Monaco. Aus AiÄ der Beerdigung eines HauptaktioM unsrer Spielhölle fand hier eiiit erhebende Feier statt: es wuw
HUlUCm; VIVm in VVH VU,MH** ^»"V^v — 'v ^'jt als die Hölle, wie bemerkt, zur betreffenden Ze»
geschloffen war.
Ein netter Freund. Richter: „Sie W' also genau gesehen, daß der Angeklagte Jhrkw Freunde eins heruntergehauen hat?" ZeE „Gewiß; ich hab noch denkt, dein schadt's nichts'
Kuchstabrn-Rätsel.
Trotz geschrieben raubt es Dir die Ruhe, Klein geschrieben füllt es Deine Truhe.
Mortspielrätfel.
Wie'« kommt, baü ich so krank fetzt bin? Mein lieber Freund, errat' es, Sonst hörst Du'« nicht von mir.
, Ich fuhr dahin und fuhr darin Würd' warm darin und kam darin, Und that'« so rasch im kühlen Bier.
Viersilbige Scher;- Scharade.
. Die ersten beständig gesund zu erhalten
■ Bestreben sich ganz besonders die Alten.
Im glühenden Sommer wird oft mit Verlangen Von Freunden der Pflanzen die zweite empfangen: Das Ganze wird meistens wohl ungern genommen, Doch wer es genommen, dem mög' es bekommen.
(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)
der
Auflösungen aus voriger Nummer: ^
Rätsel«: Atlas: des Scherzräpel«: Kraus, raus, «■>
Nachdruck aus dem Inhalt b. Bl. verboten.
____ Gesetz ____—
Verantwortlicher Redacteur W. ©errmatm, Berlin-Steg»?
Druck und Verlag von
Jhring * Fahrenholtz, Berlin s. *2, Pimzenstr.
ii «^