2. daß dieser Einfluß sich in um so höherem Grade geltend machte, je später diese Operation vorgenommen wurde;
3. daß die ad 1 gefchild^rtenWirkungen im Jahre 1893 stärker als im Jahre 1894 hervortraten, in welchem bei einigen Pflanzen stühzeitiges WalM sogar eine Steigerung des Ertrages hervorgebracht hatte.
Punkt 1 zeigt zwar, daß das Niederdrücken der oberirdischen Organe der Pflanzen eine Verminderung des Gesamtertrages hervorrief, jedoch scheint diese Schlußfolgerung nicht einwandsfrei zu sein, da im Jahre 1894 trotz des Walzens sogar noch eine teilweise Steigerung des Ertrages erfolgte. Hierbei ist allerdings der Umstand maßgebend, daß die Wachstumsbedingungen, besonders die Witterungsverhältnisse, im Jahre 1894 ungleich günstigere als in dem trockenen Jahre 1893 waren. Man gelangt demnach zu her Ansicht, daß die Operation des Walzens nur ün Rotfall Anwendung zu finden verdient, da sie von den nicht bestimmbaren Wltternngsverhältnissen der Folgezeit größtenteils abhängig und deshalb mit sehr unsicheren Erfolgen verknüpft ist; im Falle ihrer Anwendung muß diese in das jüngere Entwickelungs stadium der Pflanzen fallen.
II. Für die Vorteile des Walzens der Kartoffelpflanzen sprach schon Schumacher (Landwirtsch. Jahrbücher, von W. Korn und E. Peters; Bd. III, 1872, S. 183). blieb indessen die Beweise für die Richtigkeit seiner Anschauung schuldig, nach welcher infolge der Verletzungen des Oberhantgewebes der von demselben ausgeübte Druck auf die Leitzellenstränge vermindert und dementsprechend die Stoffwanderung aus den Blattern in die unterirdischen Stengelorgane und Knollen gefördert werde, wodurch eine bessere Ausbildung der Knollen und Erhöhung des Ertrages erfolge.
Den Beweis für diese Anschauung zu erbringen, bezweckten Verfassers Versuche, welche in vier Versuchsfolgen, in den Jahren 1890, 1891, 1892 und 1893 mit zahlreichen Kartoffelsorten ausgeführt wurden.
Die Ergebnisse der Versuche lassen sich in folgende Sätze zusammenfassen:
1. Die Erträge der Kartoffelpflanze wurden in höherem oder geringerem Grade durch das Walzen gesteigert, wenn diese Operation in jüngeren Entwickelungsstadien (11. bis 26. Juni) zur Ausführung kam.
2. Das in Rede stehende Verfahren war mit einem wechselnden, d. h. bald günstigen, bald ungünstigen Erfolge verknüpft in dem Falle, wo dasselbe nach vollendeter Ausbildung der oberirdischen Organe (16. bis 26. Juli) angewendet wurde.
3. Die Beeinflussung des Ertragsvermögens der Kartoffelpflanze durch das Walzen bei den behäufelten Kulturen machte sich im Allgemeinen in stärkerem Grade bemerkbar, als bei den nicht behäufelten.
4. Die Wirkungen des Walzens gestalteten sich, abgesehen von den Terminen, an welchen dasselbe vorgenommen wurde, in den verschiedenen Jahren verschieden.
Die Zahl der kranken Knollen in der Ernte wurde durch das Walzen der Pflanzen vermindert.
Demnach scheint das Watzen der Kartoffelpflanze im allgemeinen Vorteile zu gewähren, wenn es in jüngeren Vegetationsstadien und unter günstigen Witterungsverhältnisse« ausgeführt wird; eine nachteilige Wirkung des Walzens auf die Beschaffenheit der Ackerkrume (Ver- schlämmen, Steigerung der Verdunstung) kann durch wiederholte Behäufelung resp. durch Behackung des Bodens zwischen den Rechen beseitigt werden.
Düngung der §weferrüben mit Thsmasfchlacke «n- Stqwr^wy^at.
So Mlreich die DüngungSversuche an Zuckerrüben im Allgemeinen find, so Legen doch verhältnismäßig wenig unanfechtbare Mitteksimgen über das Verhalten der Thomas- fchlackmmchle im Vergleich zu SuperphoSphat vor. In bet Litteratur fehlt es allerdings nicht ganz an Erörterungen liertoer; wenn man indes der Sache auf den Grund geht, so erwerbt sich »«webe derselben als wenig stichhaltig. So z. B. WK man zsmHnlich, daß durch die VAperphosphat- PH-sMWivre das Wachstum der Stöben beschleunigt wecke, Me Reffe Mher eintreten und die Rüben einen höheren Avckrvgchakt haben sollen, als nach einer Düngung mit Thomasschlackenmehl. In dieser Allgemeinheit ist das Urteil entfchicken Mt zutreffend. Es liegen aus verschiedenen Gegenden Versuche vor, die Wenigstens bezüglich des letzen Punktes das Gegenteil beweisen. So lesen wir in der gekrönten Preisfchrift von Professor Marek „Ueber den relativen Düngerwert der Posphate," S. 139: Es ist wetter hervorzuheben, daß die Wirkung der Phosphorsäure in Form von Thomasschlackenmehl, der Wirkung von Phosphorsäure in Form von SuperphoSphat, ver- glichen mit der Ernte der ungedüngten Parzellen, sich nicht nur gleich, sondern sogar überlegen gezeigt hat, insbesondere bei den schwächeren Düngungen. Dieses Ueber- gewicht der Thomasschlacke findet sich auch beim Zuckergehalte, namentlich bei den stärkeren Phosphorsäure- und Stichloffdüngungen."
Aehnliche Beobachtungen liegen auch von anderer Seite vor und so dürfen wir zunächst den Schluß ziehen, daß sich die Superphosphat-Phosphorsäure weder hinsichtlich des Maffenertrages, noch des Zuckergehaltes der Thomasphosphat-Phosphorsäure überlegen zeigt. Bleibt nur die
klauen find nicht zu messen. Diese, im Allgemeinen etwas flacher und gespitzter, werden nach der betreffenden Größe- den bestellten ZÄwder-Klaueneisen beigegeben.
Von der Wichtigkeit eines guten Beschlages war man. in Norddeutschland Kngst überzeugt und hielt die Schmiede an, sich die andenansBaiern eingeführten Ochsen befindlichen Eisen zum Muster zu nehmen, allein es genügte dies doch nicht ganz. So kag es denn nahe, geschickte und lernbegierige junge Landschmiede dahin zu schicken, wo fie den besseren Hufbeschlag lernen konnten. In Braunschweig und in Anhalt ging man daher mit gutem Beispiel voran, worauf bald die benachbarten Gegenden folgten. Wir entnehmen der Denkschrift des Landes-Oekonomierats von Mendel-Steinfels in Halle, betitelt: „Fünfzig Jahre der Landwirtschaft der Provinz Sachsen", darüber folgendes:
„Eine solche Ausbildung ist nun auch für die Schmiede der Provinz ©achtet angebahnt und durchgeführt worden, und zwar unter fbtgenben Bedingungen:
1. Es wurden immer je 6 Hufbeschlag-Schmiede, angesessene, jüngere Meister, dorthingeschickt, und zwar wurden vor allem btej^ntgen berücksichtigt, welche eine Hufbeschlags- schule besucht oder ihre Hufbeschlagsprüfung mit Auszeichnung bestanden hatten;
2. jedem der Meister wmde eine einmalige Entschädigung von 55 Mark als Reisegeld und zur Beköstigung gewährt;
3. nach der Rückkehr waren diese Meister verpflichtet, anderen Meistern der Umgebung, ohne irgend welche Entschädigung zu beanspruchen, Unterweisungen im Ochsen- hufbeschlage zu erteilen;
4. jeder Kursus dauerte 8 Tage und es wurden immer zwei Meister in einer Beschlagsschmiede bei Bayreuth untergebracht.
Wir haben in dieser Art in Oberfranken 40 Meister ausbilden lassen, wozu uns der Herr Landwirlschafts- minisier einen einmaligen Zuschuß von 1000 Mark gewährt hat.
Im Uebtffgen wird für die Zukunft dafür gesorgt werden, daß die betreffenden Meister in der Provinz selbst sich ausbilden können, indem an den Beschlagsschulen in Erfurt und Merseburg nunmehr auch Kurse im Klauenbeschlage veranstaltet werden sollen." —
Hoffen wir, daß recht bald auch in anderen Gegenden Norddeutschlands den jungen Schmieden ähnliche Gelegenheit geboten wird.
HH «a«dwir1fchask.
Nnterfrrcb^useii über den Linfluh des Walzens der A«ktuvA«vächfe auf deren jüro-nktians- vermSgen.
Um den Einfluß des WalMs der Kulturpflanzen aus ihr ProdEonSvermögen festzustellen, hat Prof. Dr. E. Wollny-München zu diesem Zwecke eingehende Untersuchungen osgeflrN, über deren Ergebnisse Dr. Schenke in „Biedermanns Zentralbl." wie folgt referiert:
Das Datzen der Saaten hat bekanntlich einmal den Zweck, den Schädigungen vorzubeugen, welche eine Folge besonders üppiger ©ntoietelung der Pflanzen sind und in nachträglichem Sägern und verminderter Körnerproduktion zu Tage treten, oder es verfolgt den Zweck, die ersten Triebe in ihrer Grüwickelung zurückzuhatten, um die Be- flockung zu fördern, oder „aufgezogene" Pflanzen an den Boden zu drücken, um die Bildung von Adventivwurzeln hervorzurnfen. '
Besonders zur Verhütung des Lagerns sind hie «nd da Versuche veröffentlicht werden, welche jedoch kaum den Anforderrmgen b^üglich Gewinnung zuverlässiger Resuktak entsprechen und somit über den Vorteil des Walzens die widersprechendsten Ansichten hervorriefen. Neuere e-akde vergleichende Versuche in dieser Richtung sind von C. Kramst (Wollnys Forschungen 1891, Bd. 14, S. 77) «usgefichet worden.
Jedoch lassen die Resultate auch dieser Versuche twmr noch die Frage offen, ob der mit dem Watzen verbüß Nutzen des LÄzenS wirklich die durch dasselbe Hovsss-, gerufene SchäduMg der Pflanzen übertrifft. Denn «E auch außer Frage stcht, daß durch das Walzen üppLgSk Saaten eine Erstackung der lichter gestellten Halme eM^ wird, so bleibt doch zu erwägen, ob durch die Verdümvrng des Bestandes und Hemmung des Wachstums der be-, schädigten Pflanzen der Flächenertrag nicht so bedeutend herabgödrückt »ick, daß der Schaden größer nsird als bei natürlicher Lagerung.
Um nach dieser Richtung Aufklärung zu echalten, stellte der Verfasser eingehende exakte Vegetationsversuche mit Körnerfrüchten und Kartoffeln an.
I. Die Versuche mit Körnerfrüchten fallen in die Jahre 1893 und 1894; den Versuchen dienten Getreide- arten (Sommerwegen, -Roggen, Gerste, Haser), Hülsen- ftüchte (Pferdebohne, Buschbohne, Erbse, Lupine), Oel- früchte (Sommerraps, Leindotter).
Zu bemerken ist, daß sämtliche niedergewalzte Pflanzen sich in wenigen Tagen wieder aufrichteten, allerdings nicht durchweg in der ganzen Länge des Stengels. Als Resultat der Versuche, mit Körnerfrüchten ausgeführt, ergab sich:
1. daß das Walzen der Pflanzen, mit einigen Ausnahmen, das Produktionsvermögen derselben meist in einem beträchtlichen Grade herabgedrückt hatte;
Frage, ob die Zuckerrübe durch Superphosphatdüngung ,, schnellerer Anfangsentwickelung angeregt werden kann/ Das scheint thatsächlich der Fall zu sein, denn Profefs^ Märcker berichtet beispielsweise, daß die mit Superphosphnt gedüngten Zuckerrüben oft 8 Tage früher gehackt werde, konnten, als die nicht mit Superphosphat gedüngten; finden also in der frühesten Entwickelung, wo fie de, meisten Schädigungen ausgesetzt sind, wirffame Unterstützung; doch wird der Vorsprung, den diese Rüben erreichen, von den mit Thomasschlackenmehl gedüngten bald wieder einholl. Was liegt nun im Hinblicke auf dich Erfahrungen näher, als die kombinierte Anwendung des Thomasschlackenmehls mit Superphosphat beim RübenbaM Jn dieser Kombination besitzen wir das geeignetste Mittel um einerseits die Anfangsentwicklung der jungen Rüba pflanzen zu forcieren sowie ihnen andererseits bei fot schreitendem Wachstum Phosphorsäure in passender For. und ausreichender Menge zu bieten.
Das Verhältnis der beiden Düngemittel kann W redend nicht ein- für allemal festgestellt werden; es werte je nach der Bodenbeschaffenheit mannigfache Aenderungen in den Mengen eintreten. Auf allen leichteren und humsm ‘ Bodenarten werben wir etwa zwei Drittel der erforderlichen Phosphorsäure in Gestalt von Thomasmehl, das letzt! Drittel in Gestatt von Superphosphat geben; auf mittleren Böden bis zum Lehmboden, also bis zum eigentlich, Rübenboden, wird Thomasmehl- und SuperphoSphat Phosphorsäure zu gleichen Teilen genommen werden können t
Wir find überzeugt, daß eine bestimmte Dosis Super Phosphat, bei der Bestellung angewandt, die Entwickeln,; der jungen Rüben beschleunigt, während das im Laufe H Herbstes und Winters ausgebrachte Thomasmehl ihm, die zu gleichmäßig vorschreitendem Wachstum erforderliche Phosphorsäure liefert. Gewissenhaft durchgeführte > gungsversuche werden dieser Ueberzeugung in den weiA Kreisen Geltung verschaffen. Daß auch beim Zuckerrüben!» trotz vielfacher Düngungsversuche noch nicht alles gelte ; ist, erhellt am offensichtlichsten aus der hinsichtlich der M | düngung herrschenden Unsicherheit. Ebensowenig ist bit j beste Art und Weise der Phosphorsäuredüngung als abgeschlossen zu betrachten.
Ueber die Be-entnng der geoleg -agrenemische»
Rartlerung für den praktischen Ackerbau wurde in der Ackerbau-Abteilung der Deutschen Land- wirtschafts-Gesellschaft am 17. Februar von den Hene« t Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Ä. Orth-Berlin und Administrat« Lothar Meyer-Dyrotz Bericht erstattet, wonach mehre« Anträge gestellt und beschlossen wurden, die auf bessere Nutzbarmachung und auf Beschleunigung der so wertvolle, geologisch-agronomischen Landesaufnahme abjielen: - würde doch nach sachverständigster Aussage die geologish Kartierung des Königreichs Preußen im günstigsten Falle mit den Heuttgen Hilfskräften noch gut 40 Jahre Zei! beanspruchen! Und doch muß mtt Recht verlangt werben, daß in möglichst kurzer Zeit die rechte Einsicht in die Statur unseres vornehmsten und sichersten Produktion^' mittels, des Bodens, allen Beteiligten ermöglicht werbe.
Die Anlage von Tiefställen.
Unter letzteren versteht man solche Stallungen, . welchen der Dünger nicht auf eine Düngerflätte geW | wird, sondern unter dem Vieh so lange liegen bleibt, w er auf das Feld gefahren wird. Nottvendig für eine w Anlage ist, daß man die Krippen beliebig hoch und niedrig stellen kann. Das Vieh kann in dem Tiefstall entweb« , unangebunden umherlaufen oder mrch angekettet sein. M [ Dünger hält sich im Trefstall ausgezeichnet, man fpmt be» | Transport und die Arbeit auf der Düngerflätte. »»» dings muß im Tiefstall täglich mehrmals gut gestreut M der Dünger von den Hinterfüßen der Tiere unttr W Vorderfüße gezogen werden. Bei frei umherlaufenvM Vieh ist auch dieses nicht nötig. Außeckem ist auch H Feuersgefahr das nicht angekettete Vieh viel schneller e/ dem Stalle zu schaffen. Bei genügender Knstre» ist Lust im Tiefstall stets gut und die Tiere haben ein trockn sauberes Lager. ____
Zur Gesundheitspflege der pferte. I
Pferde, die erhitzt nach Hause kommen, sollen vor abgeschirrt und dann eine entsprechende Zeit im herumgeführt werden. Bei schlechtem Wetter °^ - empfindlicher Kühle reibe man die Pferde im StallM^H mit trockenen Strohwischen ab, und zwar so lange, bis i ganz trocken sind, erst dann lege man ihnen Futter JJ Die schmutzigen Füße, vollgespritzten Bäuche find ebenst ^ rein und trocken zu reiben, nie aber zu waschen, F mit lauem oder warmem Wasser sollte überhaupt nie werden, um so weniger vor oder nach der ^WJ Kalte Waschungen — im Winter abends vor der vuhe, im Sommer in einem reinen Bade — bekoMA den Pferden sehr gut. _________
Aennzelchen -er Trächtigkelt -er Stuten- M
Die Stute wird bald nach der Bestuchtung ruWM und gelassener, vermeidet alle unnötigen Sätze und Spr' lM und alle ihre Bewegungen werden mit einer ge®1'1 A