44
wirklicher Gebeiiner Aat Dr. v. l^olleben, der neue Botschafter in Washington. (Seite 41.) Bekanntlich wurde in der letzten Hälfte dieses Jahres der frühere amerikanische ____ Botscbafter Dcutscklnnds, Freiherr von Thielmann, zum Staatssekretär ernannt. In erstem Anit folgte ihm Dr. v. Holleben, der einem alten thüringischen Geschlecht entstammt, das ursprünglich bei Halle ansässig, seit dem 14. Jahrhundert jedoch im Schwarzburgiscben begütert war, diente zuerst bei dem preußischen Garde-Husarenrcgiment als Offizier, ging aber dann zur Diplomatie über. Die neue Laufbahn begann er 1872 als Attache bei der deutschen Gesandtschaft in Peking, wo er zivci Jahre später etatsmäßiger Legationssekretär wurde. Jn> August 1875 wurde v. Holleben nach Buenos Alles versetzt, wo er die heimische Regierung Bei den Republiken Argentinien und Uruguay zehn Jahre hindurch vertrat. Im Oktober 1885 ging er als kaiserlicher Gesandter nach Tokio: in seiner dortigen Stellung, die er bis zum November 1891 bekleidete, erwarb er sich bebhasle Sympathien. Auch als Gesandter in Washington hatte er viele Freunde, besonders in deutsch-amerikanischen Kreisen, doch wurde er im Mai 1893 von dort abberufen. als die deutsche Gesandtschaft gil Washington in eine Botschair u nge- irmmelt wurde. Seit dem 17. August 1893 am württembergiscbcn Hofe beglaubigt. erhielt er am 4. November 1895 den Titel eines Wirkt. Geh. Rats mit bent Prädikat Excellenz. Die zivifchcn Deutschland und Nordamerika schwieriger sich gestaltenden wirtschaftlichen Bczie- hungen im letzten Drittel des August brachten die Berufung v. Hollebens nach Washington, die zweifellos von günstigem :— Erfolg begleitet sein wird.
Gegen das Abstauben der Möbel in unseren Wohnräunien eifert der franzö sche Gelehrte Mr. de Parvillc. Der Staubwedel ist nach ihm eine Mordwaffe wie kaum die Milrailleufc. „Der Staub, welcher an den Wänden und Möbeln ruhig lagert, cntl ,..t neben unschädlichen Bestandteilen unzählige Mengen von Sporen. Diese Bakterien ec., welche in bielen Fällen Träger von Krankheiten sind, diese nlörderisä en unsichtbaren iiauegenonen würden unschädlich wcnc schlum- mern, wenn sie der Staubbesen nicht an§ ihrer Ruhe ausschenchtc. Ihr staubt in der besten Absicht (Sure Möbel ab und fegt einen schlummernden Todeskcim in Newcgung, der nun mitten im Salon hcrumsliegt unb von einem der Hausgenossen oder der Gäste ein- geallnet wird. ,>m übrigen hilft das Ab- stäuben nichts, der Staub ivird ausgejagt, um sich bald daraus wieder an beräum incdcrzu- lassen." Also eifert Mr de Parvillc und wiegt jene $ertrage mit der Ermahnung zu schlichen: „Wischen Sie feucht — n mbcn Sie nicht ab!"
Neben den wirklichen Armeen giebt _ es auch eine Papierarmee, wel He Wunder thut. I T Die Banquiers sind die Marfchalle. Sie *— i ihren an Selten werdeti sie gefangen, noch seltener aber — bleiben sie. Die Eonrtiers sind | ihre brauchbaren Kundschafter. Die Smrje ist das Schlachtfeld, n oraus täglich neue Sd lachten g- lieiert n erben, woraus man [ei l te und schwere Verwunde:?, ivohl auch Tote findet. In dem letzten Kri-g" hat sich diese Armee mit Ruhm bedeckt; so ,ehr sie auch schon geschlagen und gesprengt war, hat sie sich doch wieder gesammelt und — steht.
erklimme An-kunst. Afrikareisender: „Haben Sie meinen Freund gekannt, der vor mir
Hier Ivar und hier gestorben ist?" Häuptling: „Und ob! Nach feinem Dahinscheiden habe ich ihm noch eine so schöne Tischrede gehalten."
Viel rngeinutet. Mann: „Was weinst Du denn so, Karoline?" — „Ich halt'S nimmer aus. Seitdem die gnädige Frau von Ihnen Heringsdorf abgeschlagen gekriegt hat, mußich's ausbaden!"
<5 n t gerechnet.
Du. Aama. iett wäre ich g'rad' fünf z ihre älter als mein Bruder. wcr?i ich cin'n betonte.
Gedenk-Anfgave o < 3- H.
A ; l; B B [ c
I) D D
H H~|H h' T I
L M M | M M
N N I N N
P ; P R I R R
0 | 0 j 0 | 0 ’ 0 | o'
Cbbe Buchstaben sind in gleicher Form so zu ordnen, daß die wasserechten Leiben süßende 2-?öilerI-ezeichnugigen ergeben: i. Spielzettel, 2. Tfeüqiri, 3. altgriechijche Sub^cmünze, 4. Reben- sastprcis, 5. Sladk in 2chottlaiu>, 0. «^Me^sunten. 7. Kreisstadt in rain, x gr-.el >§e Tiadl, '. Tunkthrit, 10. Pflanzen Zierde, 11 jämmerliches Dasein, 12 Ituje, 13. Gchattenrei^en. 14. Dolden- btumt, 15. getstlicheS MuNtdrama, iß. Toleusläite in einem deutsch» srauzbsischen C ebirge, 17. Hufwerkfiatt, ih. Van'jilridie der hoch» 'ten „'Zonen. So geordnet, ergeben die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, den ^nmen eines berühmten Kompoilisten, die Endbuchstabe«, in derselben Äcise gelesen, Tag und Monat seiner Geburt.
(Auflösung folgt in nächster Nummer.)
wie man jenseits der Vogesen eine Geschichte macht, sei hier mit einem kleinen neuesten Beispiel belegt. Im Sammt 1795 marschierte während der Besetzung der M derlande dtirch die französische Republik ein Regiment französischer Husaren von Haarlem nach gelber, um diesen wichtigen Platz zu besetzen. Bei dieser
Gelegenheit wurde auf Befehl der Bata- ----- bischen Republik eine holländische Flottcu- abteilung den Franzosen übergeben, ohne daß dabei von Eroberung oder Gcgcillvchr bic Rede war Aus dem Itmftanbe nun, daß hierbei einige Husaren über daS Eis bis unter die geschlossenen Geschützpforten der Schiffe geritten sein mögen, machte nun der französische Rationalstolz eine „Eroberung der holländischen Flotte durch die Husaren der Republik" und in dem bekannten Pariser Salon stellt der Maler Delortin Gemälde aus, auf welchem der Vorgang, wie die Reiter die Fotte nehmen, sehr anziehend dargcslcllt ist. Die französischen Schriftsteller haben in diesem Falle so dauernd die Geschichte gefälscht, bis; der englische Oberstleutnant Denison ihrer Darstellung folgte.
Der Tiaiser Dom Pedro II. von Vrasilien ist ein in vielen Zweigen des Wissens wohlbewanderter Herr und ein eitriger Mürberer hoffnungsvoller Talente. Einst gewährte er einem jungen Ingenieur eine Audienz, der ihm ein neues System zum Stoppen von Lokonioliven erläuterte. Dem Kaiser leuchtete die Sache ein, „aber," sagte er, „Wir wollen das Ding gleich einmal versuchen. Uebermorgen stehen Sie mit Ihrer Maschine bereit; koppeln sie vor meinen Salonwagen und fahren los. Unterwegs werde ich unvermutet das Haltesignal geben, und dann werden ' mir sehen, ob Ihr Apparat sich lvirklich bewährt. So geschah es. Zur bestimmten Stunde bestieg der Kaiser seinen Wagen, der Ingenieur seine Lokomotive, und fort ging die Fahrt, weiter und weiter, ohne daß der junge Erfinder das Haltezeichen vernahm. Er meinte schon, der Kaiser sei eingeschlafen, und gab sich schmerzlichen Gedanken über bic Launen der großen Herren hin, da gelaugte der Zug bei einer Felspartie an eine scharfe Kurve, nach bereit Ueberwindung der Maschinist plötzlich einen mächtigen Felsblock auf den Schienen erblickte, den er vorher nicht hatte lvahrnchmcu können. Auf den Tod erschrocken, aber dennoch schnell gefaßt, drehte er die Kurbel seines Apparats, und der Zng hielt dicht vor dem bedrohlichen Felsblock still. Da lehnte sich der Kaiser aus seinem Magen heraus und fragte, was der Aufenthalt zu bedeuten habe. Plan zeigte auf den FcISblvck, und nun entquoll ein fröhliches Lachen den Lippen Dom Pedros. „Stoßen Sie das Ding doch bei Seite!" rief er dem von der Maschine herabgesprungenen Ingenieur zu, und inbem dieser, in der Verwirrung blindlings gehorchend, mit dem Fuß an den Fels stieß, zerstäubte dieser in der Lust; es war ein Block aus Stärkemehl, den der Kaiser hatte znsnmmenpappen und auf die Schienen legen lassen.
patienten-kfumor. Arzt: „Nun, wie gebt es mit Ihrem Magcnleideii?" Patient: „Nicht gut, Herr Doktor; wenn ich das jei/i nicht bald vom Halse bekommst so ver,zivci R ich." Arzt: „Und wie steht's denn mit Ihrem Halsiveh?" Patient: „Reden Sie nur nur nicht von dem! Das liegt mir so im Magen. -, daß ich mich nächstens aushäugst wenn » nicht > I besser wird l"
Gedankensplitter. Es ist leichter, etwas besser, als etwas gut zu verstehen.
Auflösungen aus voriger Nummer:
In ratjelhajikn Jn:chrliU 6nre Sie, n o wer' sie mein; ber jwrmlbigen S*, iliriipielrätjeti: Schlost; be« Buch:
arch lieb' ich dir Anne,
,urade: Laubfrosch: be» Utabeurätiel,: (Meist.
Nachdruck au» dem Inhalt d BI verboten Gele, vom II/VI 70
Berantoortltdjer Slebacleur SO. töerrtiiaiiii, Lcrim-Sagli, •'iebrutfi unb bernubgegeben von
36ring 4 8al)tenholi>, itierlin 8. 42, Prtnzmftr, 8».