^^l am 2. Januar nächsten Jahres eröffnet. In der dritten Klasse beträgt der tägliche Preis für ärztliche Behand- Jung, Arznei und Verpflegung 3 Mark, auch stehen vsi dem Patienten Zimmer erster und zweiter Klasse zur Verfügung.
M’ Frankfurt a. M., 22. Dezember. (Der Tod auf den Schienen.) Heute Vormittag gegen 10 Uhr ereignete M sich auf dem Schienengeleise der Bebraer Bahn am Strahlenbergerweg ein entsetzliches Unglück. Der Rotten- ’ arbeiter Lehmann von Mühlheim a. M., der dort an M der Strecke arbeitete, war gerade damit beschäftigt, einen schweren Hebebaum zu transportieren, als der °k'Personenzug 218 von Bebra, an Frankfurt 9 Uhr 45 Q''f! Min„ daherfuhr. Zugleich soll auch ein Zug aus ent- gegengesetzter Richtung die Strecke passirt haben, so M daß Lehmann den Bebraer Zug nicht wahrnahm. Er wurde von der Lokomotive erfaßt, überfahren und auf «der Stelle gelobtet. Er hinterläßt eine Frau und mehrere Kinder.
Gladenbach, 23. Dezember. Ein junger Seminarist aus Niederbiel zog sich beim Schlittschuhlaufen an der Zehe eine kleine Verletzung zu. Dem Umstände, daß im der junge Mann gefärbte Strümpfe trug und noch ! ! obendrein der Wunde keine Beachtung schenkte, ist es ieh wohl zuzuschreiben, daß Blutvergiftung entstand, welche ei seinen Tod herbeiführte.
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— Der Bankbeamte Neßler, welcher der A Darmstädter Bank 700,000 Mark veruntreut hatte, ist
in der Schweiz verhaftet worden.
Mb — (D e r schlagfertige Schaffner.) Bei k| den Schneeverwehungen, durch die neulich auch der Ver- liiiil kehr in der Nähe der Station Lutter a. Bbge. unter- lisnk Krochen worden war, spielte sich folgender vom „Seesener t Beob." erzählte Vorfall ab: Ein Pfiff, der Zug hält im M Felde vor der Station Lutter. Mit hörbarem Ruck geht sM ein Fenster herab und eine Dame ruft: „Schaffner, M warum halten mir hier draußen? Luther war doch ein igE Fortschrittsmann, fahren Sie doch weiter." „Richtig, M Madameren, aber bei Luther" — antwortet schlagfertig r der Schaffner — „heißt es auch: „Hier stehe ich, ich Hits kann nicht anders!""
lßnM — Berlin, 21. Dezember. (Der „praktische >il: P e l z ") Die Gattin eines Fabrikbesitzers fuhr dieser M Tage mit einer älteren, etwa 50 Jahre alten Dame
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an; allein in einem Abtheil von Groß Lichterfelde nach Berlin. Als sie unterwegs ihren Pelz öffnete, weil der Wagen stark geheizt war, sprang ihr Gegenüber von ihrem Sitze auf, stieß sie mit ihrer Muffe vor die Brust und rief mit Entzücken: „Ach ist das ein praktischer Pelz! Wo haben Sie den gekauft? So etwas Praktisches!" Die Frau Fabrikbesitzer wies die Begeisterte in die Schranken zurück, machte ärgerlich den Pelz wieder zu und ließ die Entschuldigungen, die nun ebenso sprudelten wie vorher das Lob des Pelzes, schweigend über sich ergehen. Auf OIH der nächsten Station verließ das Gegenüber den Zug. Die Frau Fabrikbesitzer war froh, die unangenehme t: Begleitung los zu sein. Erst auf dem Potsdamer Bahn- ^i Hof erfuhr sie, mit wem sie gefahren war. Als sie ihre oilr Uhr mit der Bahnhofsuhr vergleichen wollte, nahm sie , ii ^ wahr, daß sie sie nicht mehr besaß. Das Gegenüber hatte sie ihr mit sammt der Kette gestohlen. Deshalb der Puff mit der Muffe, und darum war der Pelz so praktisch.
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— Berlin, 20. Dez. Ein Opfer seines Berufes ist in Potsdam der Oberstabsarzt Dr. Sommer vom 2. Garde Feldartillerie-Regiment geworden. Bei der Behandlung eines typhuskranken Soldaten hatte er sich inficirt und starb, während sein Patient wieder hergestellt wurde.
In Genf wurde in der vergangenen Nacht um 1 Uhr bei dem hölzernen Monumentalportal der Kathedrale St. Peter eine Bombe geworfen, durch welche das Schloß des Portals zerstöit und zahlreiche Fensterscheiben an der Kathedrale und an benachbarten Häusern zertrümmert wurden. An dem Orte der That fand man Stücke eines Dochtes, Nägel und Fetzen des italienischen Blattes „Jl Secolo" vom 1. Dezember.
— Paris, 23. Dezember. Der Oberpolizei- commissar Hennion reiste gestern Abend mit einer Anzahl Beamten nach Madrid ab, um die Mitglieder der Familie Humbert bei ihrer Auslieferung von den spanischen Behörden zu übernehmen.
— (Das W e i n g l ö ck l e i n.) Unter dieser Ueber- schrift lesen wir in den „Münch. N. N." folgende artige Sache: Das lange Wirthshaussitzen veranlaßte in früheren Zeiten die Fürsten zu Hohenlohe zur Erlassung von scharfen Paragraphen, die in den alten Gemeinde- Ordnungen der einzelnen Gemeinden noch nachgelesen werben können. Da man in den hohenloheschen Wein
orten oft und lange hinter dem Weinglas saß, wurde das Weinglöcklein eingeführt. »Sintemal das überzeitlich nächtlich lange Zechen und Sitzen in Gast- und Wirthshäusern zu allerlei Uebel und Unthat oftermals viel und große Ursach ergiebt, soll Sommers um 9, Winters um 8 Uhr eine Glocke geläutet und nach derselben Stund die Gäste abgeschafft werden, auch in andere Häuser kein Wein geschickt werden. Fremden, welche ihre Haushaltung und Jnwohnung über Nacht nicht erreichen können, soll ziemlich und nach Nothdurft zu zehren unbenommen sein. Die Schultheißen sollen nach der Glocke in die Wirthshäuser gehen und wahrnehmen, ob die Ordnung gehalten wird. Im UebertretungSfall zahlt der Wirth für jeden Gast 1 fl., welcher der Herrschaft gehört. Wer in AmrichShausen Sommer oder Winter über 8 Uhr im Wirthshaus sitzt, es sei denn, daß er einem Fremderr Freundschaft halb Gesellschaft leistet, wird von der Herrschaft um 3 Pfund Heller gestraft. Nachtruhestörung wird strenge gerügt, z. B. Schießen bei Nacht. „Gassiren" bei nächtlicher Weile durch das junge Gesind, Bauern- und Häckersöhne und Knechte alle Ueppigkeit als Fluchen, Jauchzen, Schreien, Werfen, Spielen in Spielhäusern ist verboten. Alles Gesäuf ist verboten^ und so Jemand mit einem „Haarbeutel" (Rausch) erwischt wird, hat ihn der Schultheiß ins Strafhäuslein zu legen, ihn 14 Tag mit Wasser und Brot zu speisen und 10 fl. Strafe aufzulegen."
— (Zu dem Erdbeben
in T u r k e st a n.)
Wie man aus Afchabad meldet, wird das Erdbeben täglich stärker. Das Gebiet der Erderschütterung beträgt 200 Quadrat-Werst. Die russische Bevölkerung wurde nach der Eisenbahnstation gebracht, wo 500 Waggons zur Verfügung stehen. Der Generalgouverneur
von Turkestan Director der Baracken und an, in die alle Die Sappeure
General Jwanoff und der stellvertretende Eisenbahn Ingenieur Ossipvff richteten Kabitken ein und sammelten Waggons Regierungsbehörden übergeführt wurden, find eifrig mit den AufräumungSarbeiten
beschäftigt. Es sind gegen 4000 Personen dem Erdbeben zum Opfer gefallen. In dem von Eingeborenen bewohnten Stadtviertel sind bis jetzt 800 Leichen ausgegraben. Es wurden Küchen eingerichtet, in welchen ohne Gutgeld Speisen abgegeben werden. Nach Andischan wurden viele Arbeiter zum Zweck von Erdarbeiten entsandt. Die StaatSrentei, in der sich fünf Millionen Rubel befinden, liegt in Trümmern. Auf- räumungsarbeiten werden unter Aufsicht vorgenommen. Das Wasser in den Brunnen ist versiegt. Man befürchtet eine Senkung des Bodens.
— (Eisenbahnkatastrophe in Kalifornien.) Wie aus New I)ork mitgetheilt wird, wurde auf der Fahrt von San Francisco nach Los Angelas ein Zug in der Nähe von Hotfpcings von einem nachfolgenden Zug angerannt. 23 P e r f o n e n sind hierbei gelobtet worden.
— (I n zwei Minuten von Konstantinopel nach Mekka.) Man schreibt der „Franks. Zt": Ein weißbärtiger Muselmann aus dem Kaukasus kam kürzlich mit anderen Glaubensgenossen nach Stambul, um von hier den Hadsch, die Wallfahit nach der Kaaba von Mekka, anzutreten. Mit seinen dürftigen Habseligkeiten bepackt, suchte er sich im Getriebe der Hafenanlagen von Galata zu orientiren und den Dampfer ausfindig zu machen, der ihn an die Küste Arabiens befördern sollte. Da ihm dies nicht gelingen wollte, wandte er sich, um Raths zu erholen, an einen der dort zu Hunderten beschäftigungslos herumlungernden und auf eine Beute ausspähenden Gauner. „Nach Mekka willst Du", entgegnete der Befragte: „ja, warum benutzest Du nicht lieber die neue Eisenbahn? Diese ist erstens um vier Pfund billiger, dann trifft man in der Stadt des Propheten schneller ein, und endlich erfüllt man schon ein gottgefälliges Werk, indem man die „Heilige Bahn" benützt." Der Kaukasier meinte sehr erstaunt, er habe nicht gewußt, daß die „heilige Bahn" schon fertig sei, und er werde natürlich nicht verabsäumen, sie zu benützen. Der gefällige Gauner begleitete den harmlosen Pilger zur Tunnelbahn; dort händigte dieser ihm acht Pfund ein, wofür der Führer ein Billet erster Klasse zu 15 Centimes löste. Er half seinem Opfer in den Wagen und instruirte ihn, er möge nicht Quadrigen, ehe er nicht in Mekka angekommen sei. Nach zwei Minuten war der Zug oben in Pera. Die Kondukteure öffneten die Thüren; Alles steigt aus, und nur unser Pilger bleibt ruhig sitzen. Man ersuchte ihn, dem Beispiel der Anderen zu folgen, aber an Hexerei wollte er nicht glauben und somit auch nicht daran, daß man schon in zwei Minuten Hadji werden könne. Er erwiderte alio ruhig, er wünsche nach Mekka weiterzufahren, und als man ihm versichert, daß dies nicht ginge, wurde er grob. Mit Hülfe der Polizei wurde er schließlich aufgeklärt, daß er einem Schwindler in6 Garn gelaufen sei.
— (Einst und jetzt.) In einem Artikel über die Frankfurter Freiwilligen von 1814/15 theilt die „Kleine Presse" u. A. auch mit, auf welche Weise in jener Zeit zum Schießen commandirt wurde. Da sich in diesem Commando die seither in der Waffentechnik gemachten ungeheuren Fortschritte sehr drastisch darstellen, dürfte es Manchen interesfiren, zu erfahren, daß man damals die „Chargirung" in folgend«! zwölf Tempi mit achtzehn Bewegungen ausführte: 1. „Ladt's Gewehr", 2. „Oeffnet Pfann", 3. „Ergreift Patron", 4. „Oeffnet Patron", 5. „Pulver auf Pfann", 6. „Schließt Pfann".
7. „Zur Ladung 's Gewehr", 8. „Patron m Lauf", 9. „Zieht aus den Ladstock", 10. „Stoßt an die Ladung", 11. „Ladstock an Ort", 12. „Schultert's Gewehr". Und erst wenn dies Alles geschehen war, war der Mann endlich in die Lage versetzt — vorbeizuschießen.
— (P l o m b i r t e Knochen.) Zu den furchtbarsten Erkrankungen, von welchen das jugendliche Alter heimgesucht wird, gehört der K n o ch e n f r a ß. Viele Amputationen sind durch ihn verschuldet. Die moderne Chirurgie hat ihr Augenmerk darauf gerichtet, ein Mittel ausfindig zu machen, um diese verhängnißvolle Knochenkrankheit ohne Amputation zum Stillstand und zur Heilung zu bringen. Der Wiener Chirurg Prof. Dr. Albert Mosetig Ritter von Moorhof hat nun, wie das „W. Fr.-BI." mittheilt, dieses Ziel dadurch erreicht, daß er die kranke Substanz, ähnlich wie ein Zahnarzt, aus dem Knochen entfernt und die Höhle durch eine Plombe ausfüllt. Er gießt den ausgehölten Knochen mit einer Masse aus, welche aus Jodoform, Sesamöl und Spermaceti besteht. Da der Schmelzpunkt dieser Mischung höher liegt als die Körpertemperatur, so wird die Masse, sobald sie geschmolzen in den Knochen gegossen wurde, starr. Ihr weiterer Vorzug liegt darin, daß ihr Jodoformgehalt die Eiterung verhindert und daß neuer, gesunder Knochen in der Höhle nachwächst, während die Plombe im gleichen Maße langsam „auf« gezehrt wird. Prof. Mosetig führte jüngst der Wiener Gesellschaft der Aerzte mehrere nach seiner Methode behandelte Kranke vor, ferner zahlreiche Roentgen- Photographiern, welche den Knochen mit der Plombe in mehreren Stadien zeigten. Man sah, wie mit der fortschreitenden Heilung die Plombe immer kleiner wird. Unter den demonstrirten Patienten befand sich auch ein junger Araber aus Aleppo, der behufs Heilung feiner Knochenerkcankung nach Wien gekommen war.
— (G e d a n k e n f p l i t t e r.) Man muß ein trauriger Mensch sein, um alles lächerlich zu finden. — Kein Verbrechen, das nicht einen Verteidiger, keine gute Tat, die nicht einen Ankläger oder Spötter fände. — Wünschest du, einen treuen Diener zu haben, und einen, der dir lieb ist, so bediene dich selbst.
Standesamtsbezirk Schenklengsselo.
Monat November 1902.
Geburtsanzeigen.
Am 7. Georg, S. des Ackermanns Jakob Fuchs zu Dünkel rode. — 8. Heinrich, S. des Ackermanns Peter Bock zu Con- rode. — 11. Ludwig Heinrich, S. des Maurers Heinrich Lyding zu Schenklengsfeld. — 15. Barbara Elisabeth, T. des Ackermanns Johannes Jäger zu Schenksolz. — 17. Heinrich, S. des Tagelöhners Peter Rüger zu Malkomes. — Johannes, S. des Ackermanns Johannes Koch zu Schenksolz. — 21. Barbara Elisabeth, T. des Ackermanns Heinrich Riebold zu Conrode. — 22. Anna Maria Elisabeth, T. des Tagelöhners Adam Licht zu Landershausen. — 26. Anna Elise, T. des , Zimmermanns Adam Schneider zu Dünkelrode. — 27. Maria, T. des Schneiders G eorg Daube zu Schenklengsfeld. — 29. Gerda, T. des Gastwirths Abraham Weinberg zu Schenk leugsfeld.
Sterbefälle.
Am 5. Reizchen, Witwe des Handelsmanns Leiser Nus?- baum zu Schenklengsfeld, 81 Jahre alt. — 17. Georg Bock, Zimmermann zu Wüstfeld, 55 Jahre alt. — 21. Heinrich Ruppel, Auszüger und Bürgermeister a. D. zu Dünkelrode, 69 Jahre alt.
Kirchliche Nachrichten.
Kvangelischer Kottesdienst.
Am 1. Christtag.
Vormittags: Herr Superintendent Schafft.
Nachmittags: Herr Pfarrer S ch r a d e r.
Am Schlüsse des Nachmittagsgottesdienstes Vor- bereitung zum heil. Abendmahl für den 2. Festtag.
Abends 6 Uhr:
Liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Kirchen- chors.
Am 2. Christ tag.
Vormittags: Herr Superintendent Schafft.
Nachmittags: Herr Pfarrer Feyerabend.
Die nächste Nummer des Hersfelder Kreiblatts erscheint Sonnabend den 27. Dezember.____________ Hierzu eine Beilage.
Hobel Ür S
lackirt und polirt, gut gearbeitet, stets vorräthig in öllen Sorten liefert billigst auch auf Raten; ah- Tobias Stiehl, Möbelschreinerei, Steingraben Nr. 307 u. 307,/2.
(in Kistchen billigst)
lange Kimmelkäse Dessert-Rahmkäse Kaiserkäse Canienbertkäse Edamer Käse Roquesfortes Käse Schlosskäse
offerirt
Sophie Rehn.
| Güter MmmtmüL |
% Versichcrungsbestand am 1. Februar 11)02:810 Millionen Mark. Bankfonds am 1. Februar 1902: 2071 / K Millionen Mark. Dividende im Jahre 1902: 30 bis Ä 135 °/ 0 der Jahres-Normalprämie - je nach dem Alter
Ä» der Versich eruu.
H Kertrettt: Lorenz Mohr, Hersskl-