” fand damals den Ulanen außerhalb des Kasernenstalles erhängt vor und nahm Selbstmord an. Jetzt hat, von Gewissensbissen geplagt, ein früherer Ulan in SchleSwig- Holstein gestanden, daß er im Streit den Kameraden er- ,Os würgt, dann, um die That zu verdecken, an einer Kandare 7 aufgehängt habe.
— Kiel, 7. November. Die hiestge Strafkammer ni' verurtheilte den Hasenschutzmann Hempelmann wegen Verleitung zum Meineid zu P/2 Jahren Zuchthaus. Der Schutzmann war wegen Vergehens gegen ein junges Mädchen in Untersuchung gezogen worden und hatte sich auf die angegebene Art den Beweis eines Alibis verschaffen wollen.
1111 — (25,000 Mark aus einem bayerischen Bahnpostwagen gestohlen.) Wie aus München 101 gemeldet wird, wurde dort aus einem zur Abfahrt nach W Garmisch bereitstehenden Bahnpostwagen ein Postbeutel entwendet, der Geldbriefe mit etwa 25 000 Mk. Baar- ® gelb enthielt. Von dem Thäter fehlt jede Spur.
— (VierPersonen durch giftige Keller- gase gelobtet.) Auf furchtbare Weise sind in D Biebelsheim vier Personen — Vater, Mutter, Tochter und Enkel — umS Leben gekommen. Der Landwirth V Philipp Gräß wollte in seinem Keller, in dem neuer Wein lag, einem Faß, welches übergelausen war, etwas 4 von dem Inhalte mit dem Heber entziehen. Er war ti kaum auf dem Boden des Kellers angekommen, als er lü auch schon, von giftigen Gasen und Dünsten betäubt, c» zusammensank und liegen blieb. Seine Frau, welche en lange auf ihren Mann wartete, wollte nach ihm sehen >as und ging ebenfalls in den Keller. Auch sie sank be- . r sinnungSloS zur Erde. Ebenso erging es kurze Zeit i^ darauf der Tochter des Gräß und einem Enkel, welcher zum Besuch bei seinen Großeltern weilte. Einige (iii Stunden später kam der älteste Sohn mit seinem Fuhr, ii werk vom Felde zurück und wunderte sich, daß er ah niemand von seinen Angehörigen erblickte und rief, als nj! er das Unglück entdeckt hatte, seinen noch auf dem Acker bei arbeitenden Bruder und die Nachbarsleute zu Hilfe. Die vier Verunglückten wurden dann mit großer Mühe im aus dem Keller geschafft. Alle Wiederbelebungsversuche - blieben jedoch ohne Erfolg.
m — Eine lehrreiche Submissionsge- to, schichte erzählt die „Berl. Volksztg." Für den Er. um weiterungsbau der Technischen Hochschule Berlin-Char- n; lottenburg wurden Ende vorigen Jahres Tischlerarbeiten Dill ausgeschrieben. Es handelt sich um 668 Zeichengestelle, ,w. 95 Zeichentische, 771 Reißbrettschränke, 763 Kleider- a[( schränke und 763 Zeichenschemel. Es waren 40 Ange- hki böte aus fast allen Theilen des Reiches eingegangen. unL Die Preise für Zeichengestelle schwankten zwischen 13,25 M. Den und 76 Mk., für Zeichentische zwischen 22 und 58 Mk., ien, für Kleiderschränke zwischen 10 und 33 Mk., für Reiß- .^, .brettschränke zwischen 10, 40 und 49 Mk, für Schemel zwischen 2,07 und 7,50 Mk. Bemerkenswerth ist, daß tu, diese Angebote genau nach gegebenem Muster in ganz $etr bestmmt vorgeschriebener technischer Ausführung verlangt wurden. Fast in allen Fällen wurde dem Mindest. (W fordernden die Lieferung zu theil. Nach erfolgter bei Lieferung war das allgemeine Urtheil „Mangelhafte um Konstruktion, minderwertige, unsaubere Ausführung, spott» [gt( schlechtes Material." Soeben wurden die sämmtlichen Zeichentische ohne Submission neu bestellt, und zwar zu im einem Preise, der dem Höchstgebot der ursprünglichen ^ Ausschreibung (58 Mk.) fast gleichkommt. Die erst im ji Anfang des Jahres gelieferten sind bereits unbrauchbar. ) — Zu der Ermordung des Forsteleven ^ ©reiner durch einen Wilddieb wird noch berichtet, lfIJ daß nunmehr beide Wilderer ergriffen und in das t! Gerichtsgefängniß zu Neu -Ruppin eingeliefert . worden sind. Die Verhafteten sind Büdnerssohn
B e r n e r aus Rheinsberg-Glienicke und der Maurer Wilh. Müller aus Gühlen-Glienicke. Der Er- schossene stand im 18. Lebensjahre und war ein Sohn des Königlichen Försters Greiner in Dünamünde bei Rägelin. Da tragische Geschick des jungen Manne» hat in allen Schichten der Bevölkerung die lebhafteste Theilnahme erweckt.
— Durch einen schweren Diebstahl ist, wie schon gemeldet, in M e tz der M i l i l ä r f i s k u s um einen Geldbetrag von über 9000 Mk. gebracht worden. Die Proviantrendantur III liegt dicht vor dem Barbara- Thor auf einem nur von Militärgebäuden bestandenen Gebiet zwischen dem Hauptwall und dem davor gelegenen Außenwerk Fort Steinmetz. Das Thor dient nur militärischen Zwecken, in der Umgebung in Sichtweite von der Rendantur stehen beständig drei Wachtposten. Der Bureaudiener fand am 6. d. M. früh die durch eine eiserne Vorlegestange versicherte Thüre der Rendantur erbrochen ; der sechs Zentner schwere eiserne Kaffenschrank war verschwunden. Räderspuren führten zu einer Poterne, die etwa 400 Meter vom Rendanturgebäude entfernt liegt. In der Poterne fand sich, wie man der „Köln. Ztg." schreibt, der Geldschrank, mit Hammer und Meißel völlig zertrümmert. Sein Inhalt war bis aus den letzten Rest herausgeholt worden. Man vermuthet, daß an dieser „schweren That" wenigstens fünf bis sechs Menschen betheiligt waren, unter denen sich genaue Kenner der Bureauräume befunden haben müssen. Das benutzte Fuhrwerk, ein Handkarren, der jedenfalls auch irgendwo gestohlen ist, lag in der Nähe im Gebüsch. Von den Verbrechern, die ihre Werkzeuge sämmtlich mitgenommen haben, hat man keine Spur. Die That ähnelt vier oder fünf anderen Geldschrankdiebstählen in der Umgebung von Metz, die im Laufe dieses Jahres verübt worden sind. Augenscheinlich handelt es sich bei allen um ein und dieselbe Verbrecherbande.
— San Francisco, 13. November. Der Dampfer „Newport", der aus Panama eintraf, berichtet über einen Ausbruch des Vulkans Santo Maria in Guatemala, wodurch die Ortschaften Palmer, San Felipe, Columbia und Soategac fast völlig zerstört und viele Menschenleben verloren seien.
— (Einfluß deS Rauchens aufKinder.) Auf einem ärztlichen Kongreß in Philadelphia wurden kürzlich die Resultate über das Rauchen bei Kindern veröffentlicht, zu denen ein bekannter Arzt im Laufe der Jahre gelangt ist. 38 Knaben im Alter von 9 bis 15 Jahren waren ihm zur Beobachtung anvertraut worden. Bei 25 zeigten sich entschiedene Störungen des Herzens, Verdauungsbeschwerden, Geistesträgheit und Sucht nach geistigen Getränken. Bei 13 ging der Puls unregelmäßig; bei 8 verminderten sich die rothen Blutkörperchen; 12 litten an häufigem Nasenbluten; 10 wurden von fortwährendem Alpdrücken gequält; 4 hatten wunde, eitrige Mundhöhlen, und bei einem zeigten sich Anfangsspuren von Schwindsucht durch Blutverschlechterung, die wahrscheinlich in Folge des zu starken anhaltenden Rauchens entstanden war. Die besser genährten Kinder litten weniger, 11 hatten sechs Monate lang geraucht, 8 ein Jahr und 16 über zwei Jahre. 11 von ihnen mußte der Arzt das Rauchen entschieden verbieten, 6 wurden innerhalb eines halben Jahres wieder vollständig hergestellt und die anderen innerhalb zwölf Monaten, doch blieben sie verhältnißmäßig im Wachsthum zurück.
— Die Unterschlagungen bei der Wenzels- Vorschußkasse in Prag betragen nach den neuesten Feststellungen nahezu 7 Millionen Kronen.
— Carie Nation, die berüchtigte Temperenz- lerin, die vor etwa Jahresfrist an der Spitze einer Schaar fanatischer Männer und Weiber in den Vereinigten
Staaten umherzog und die Einrichtungen in den Wirthschaften demolirte, hat wieder einmal von sich hören lassen. Vor einigen Tagen stieß der Black Diamond- Expreßzug der Lehigh Walley-Bahn in der Nähe von Jersey City mit einer Lokomotive zusammen, wobei 15 Passagiere verletzt wurden. Unter diesen befand sich Frau Nation, die aber mit einigen Schrammen und Beulen davonkam. Als sie sich vom ersten Schrecken erholt hatte und verbunden worden war, gewahrte sie, daß ein in dem Zuge befindlicher Arzt einigen Schwer, verletzten, speziell einem Neger, der durch eine Eisenstange förmlich aufgespießt worden war, Cognac zu trinken gab. Das war zuviel für Frau Nation. Wie eine Furie stürzte sie vor, entriß dem Arzt die Cognacflasche und schmetterte sie zwischen die Trümmer der Eisenbahnwagen. Ebenso verfuhr sie mit einer Whiskyflasche, die ein Passagier einem Verwundeten reichte. Es fehlte nicht viel, so hätten die entrüsteten Passagiere sich thätlich an Carrie Nation vergriffen, und sie hätte Prügel bekommen, wie seinerzeit von den Frauen einiger Wirthe in Cansas City.
K ö st r i tz (Thüringen.) Die im hiesigen Orte bestehende Fürstliche Brauerei, welche mit zu den ältesten Deutschlands gehört und deren Produkte schon im 16, Jahrhundert weit über die Grenzen der engeren Heimalh hinaus bekannt waren, hat im Laufe der Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen. Das „Köstritzer Schwarzbier" behauptet unter all den modernen Bierarten die erste Stelle als ein Getränk, das so recht dazu bestimmt ist, ernährend und stärkend aus den menschlichen Organismus einzuwirken. Im Gegensatz zu den alkoholhaltigen Getränken wirkt das Köstritzer Schwarzbier durchaus nicht aufregend, sondern nur belebend auf die Verdauung und den gesammten Stoffumsatz ein. Der Bezug ist, da sich in allen größeren Städten Verkaufsstellen befinden, verhältnißmäßig leicht, und ist der Preis nicht höher als für andere ausländische Biere. Wer sich und seinen Angehörigen eine rechte Freude bereiten und für deren Gesundheit etwas thnn will, versäume nicht, einen Versuch mit diesem heilsamen Getränk zu unternehmen und als ständigen Haustrunk einzuführen. — Wegen des Bezugs verweisen wir die geehrten Leser auf den Jn- seratentheil unserer Zeitung.
Slandesamtsbezirk Schenllengsseld.
Monat Oktober 1902.
Geburtsanzeigen.
Am 11. Johann Georg, S. des Ackermanns Heinrich Rüger zu Malkomes. Adam, S. des Weitzbinders Adam Eiche zu Schenklengsfeld. — 15. Johann Heinrich, S. deS Schuhmachers Heinrich Heiner zu Schenklengsfeld. — 21. Conrad Justus, S. des Tagelöhners Conrad Lipphard zu Malkomes. — 18. Elisabeth, T. des Maurers Conrad Daube zu Schenklengsfeld. — 19. Johann Heinrich, S. des Tage löhners Johann Theil zu Wüstfeld. - 28. Anna Margaretha Elisabeth, T. des Sattlers Wilhelm Riebold zu Schenk lengsfeld.
Sterbefälle.
Am 16. Maurer Emanuel Licht zu Oberlengsfeld, 55 Jahre alt. — 23. Catharina, Ehefrau des Gastwirths Burg hard Steinhauer zu Schenklengsfeld, 35 Jahre alt. — Barbara Elisabeth, Wittwe des Gastwirths Heinrich Landstedel zu Ober lengsfeld, 69 Jahre alt. — 26. Landwirth Burghard Stein Hauer zu Wüstfeld, 85 Jahre alt. — 28. Conrad Justus, S des Tagelöhners Conrad Lipphard zu Malkomes, 8 ^.age alt'
Kirchliche Nachrichten.
Kvangelischer Kottesdienst.
Sonntag den 16. November.
Vormittags: Herr Superintendent Schafft.
Nach mittags : Herr Psarramtskandidat E b e r t h.
Hierzu eine Beilage.
B IBWchmg.
Die der hiesigen Gemeinde zu- stehende
du )agdgevechtsame
ien, soll anderweit verpachtet werden
bei und ist Termin hierzu auf
& Montag ö. 17. November, ier Vormittags 10 Uhr,
iu die Wohnung des Unterzeichneten anberaumt worden, wozu Pacht- i liebhab er eingeladen werden.
Allmershause«, den 23. Ok- * ? tober 1902.
< Der Bürgermeister Nieding.
Ein tüchtiges
0 ^tipili«
W zn Weihnachten gesucht.
i(! Frau Oberlehrer Wende, beÄ Hainstratze 9 b.
Ein
* AellsillOchell
| (Mit 180 bis 225 Mark) findet
93 . zu Weihnachten Stellung bei
die Unruh.
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XLStrassburger
Pferde-Uotterie
Ziehung sicher 15. November 1902 Kleine Loomzahl! Verminderung d. Gew- ausgeschlossen I »KAM
Hptgw. 10 000
Die 1130 letzten Gew. werden mit 10<>/o u. die 31 ersten Gew. mit 25°/0 Abzug v. Generalagenten ausbezahlt.
I Loos I Mk , II Loose
10 Mk. Porte u. Liste 25 Pf. extra empfiehlt
J. Stürmer,
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General-Agentur
Strassburg i. Eis.
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große, weiße kauft
W. StrippeL
Zu verkaufen ein 13 Monate alter Simmen- thaler WMM't im Körungsbezirk Schenklengsfeld bereits angekört.
Johannes Rüger, Unterweifenborn.
Wechsel
aus alle größeren Plätze Amerikas
sind zum billigsten Tageskurse zu haben bei
Herm. Altenburg.
Ankauf amerik. Gel-noten.
Gut genährte
Pferde
zum Schlachten kauft zu den höchsten Preisen die Roßschlächterei A. Schröder in Eifenach.
Dr. chir. dent. Nanheimer,
in Amerika appr. Zahnarzt.
Sprechst. 8—6 Uhr.
Clausstrasse 576 II.
Caffee.
Sehr beliebte Mischungen, sorgfältig auf den Geschmack geprüft und ausgewählt, in allen ^reis lagen empfiehlt
Frdr. Weber,
ßaffeeschnellrösterei.
Ein gut erhaltenes Tafel-Allavier ist billig zu verkaufe».
Zu erfragen in der Expedition des Kreisblattes.
Montag, den 17. d. Mts. nachmittags 3 Uhr soll im hiesigen Hospital eine noch gut erhaltene
Treppe aus Eichenholz öffentlich meistbietend verkauft werden.
Hersfeld, am 14. Novbr. 1902.
Die Armenverwaltung
I. V. : Fr. Braun.
V. 1140.
Herrn. Nenber’S/^^^
l — Mittel gegen altbewährte I .
Brust- H‘“T;
Bestandth.: Met. Extr. Malti, Anis. Cachon, Plantagini-.
Prei« pro Packet 40 Pfg. , Zu haben in den Apotheken.
MlMiM
haltbare hiesige Waare versende 100 Pfd. nur 2.90 Mark incl. Sack unter Nachnahme
J. Haas,
Friedberg (Wetterau).