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städtischen Krankenhause starb der Unglückliche Sonntag früh unter heftigen Schmerzen.

n ftfMigt KriegskrMiiOser.

Vor kurzem fand im HersfelderLandkranken- hanse die Abschlußprüfung des 1. Ausbildungskursus freiwilliger Krankenpfleger im Kriege statt. Es waren dazu der Vorsitzende des Zweigverbandes Hersfeld Geheimer Regiernngs-Rath Frhr. von S ch l e i n i tz, mehrere Vor­standsmitglieder sowie eine Anzahl geladener Gäste er­schienen. Aus Cassel hatte sich der Vorsitzende des dortigen Verbandes, Oberregierungs - Rath a. D. S ch ö n i a n, eingefunden. Der ausbildende Arzt, Direktor Dr. Israel, begann die Prüfung mit eingehenden Fragen über den Ban des menschlichen Körpers und die Funktionen seiner Glieder und inneren Organe. Alsdann wurde ein Leicht­kranker in den Prüfungssaal getragen und an ihm Auf- finden, Lage, Art der angenommenen Verwundung besprochen. Es gestaltete sich diese Vorführung zu einer hochinteressanten praktischen Uebung. Auf kleinen Zetteln, die der Kranken­pfleger an der angenommenen verwundeten Körperstelle vor- fand, war kurz das äußere Aussehen der Verwundung an­gegeben. Durch weitere Fragen stellte der Arzt nun fest, welche Art der Verwundung in jedem einzelnen Falle vor- lag, wie die erste Hülfe bis zur Ankunft des Arztes zu leisten, wie der Kranke bei den mannigfachen Arten von Verwundungen zu behandeln ist.

Es wurde darauf hingewiesen, wie oft bei so vielen schweren^nglücksfällen im landwirtschaft- l i ch e n B e t r i e b e gerade durch sachgemäße schnelle e r st e Hülfe das Leben der Veru »- g l ü ck t e n gerettet werden kann, bevor der oft meilen­weit entfernte Arzt eintrifft. Die Ausbildung für die Herren, die sämmtlich aus der Landbevölkerung stammen, ist daher auch in dieser Hinsicht von unschätzbarem Wert h. Nur zu oft kommt es vor, daß bei schweren äußeren Verletzungen verhängnißvolle Blutungen den Tod herbeiführen und die nächsten Angehörigen Hülflos zusehen müssen. Nach der vorzüglichen praktischen Belehrung und Ausbildung ist zu erwarten, daß die freiwilligen Kranken­pfleger noch zum Segen für ihre Mitmenschen in ihrem Heimatsort werden können.

Nach etwa 2 Stunden begab man sich in den großen Operationssaal zu der eigentlichen praktischen V o r - f ü h r n n g. Auch hier standen 2 Leichtkranke zur Verfügung. In reicher Abwechslung wurde der gestimmte Dienst eines Pfleg ers vorgeführt: Anlegen von Verbänden, Lagern, Umlagern, An- und Auskleiden des Kranken, Puls- und Temperaturmessen, aseptisches Vorbereiten vom Ope­rationsfeld, Desinfektion, Anlagen von Schienen, Unterbrechen des Blutkreislaufs durch die verschiedenen Arten des Ab­bindens sowie alle kleinen Handreichungen, durch die dem Kranken Leiden und Schmerzen erleichtert werden können. Es war ganz erstaunlich, wie sicher, schnell und gewandt alles von den Herren ausgeführt wurde. Man hatte die Ueberzeugung, daß man unter der Fürsorge solcher Kran­kenpfleger wohl und sicher aufgehoben sein würde.

Dieser Ueberzeugung gab zum Schluß auch der Ober-

Regierungsrath S ch ö n i a n Ausdruck. Zunächst dankte er vor allem dem ausbildenden Arzt, Direktor Dr. I s r a e l, für die außerordentliche Mühe und Hingebung, mit der er sich der Sache angenommen habe. Eine derartige ausgezeichnete praktischeAusbildung nnb höchst lehrreicheVorführunghabe er wäh­rend d e r 12 I a h r e, in denen er in der Bewegung stehe, n o ch nicht gesehen. Er dankte weiter aufs beste den Herren, welche an dem Ausbildungskursus theil- genomme» hatten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie nunmehr weiter für die gnte Sache werben würden. End- lich galt sein Dank dem Leutnant D i e t e r i ch s, der an dem Zustandekommen der Bewegung seine Verdienste habe. Geh. Regierungsrath Freiherr von Schleinitz wandte sich noch einmal an die freiwilligen Krankenpfleger und be­tonte, wie außerordentlich wichtig es sei, im Kriegsfalle sofort zuverlässiges männliches Pflegepersonal zur Verfügung zn haben, auch dankte er ihnen aufs wärmste, daß sie während des ganzen Sommers mit solcher Pflichttreue ihre Zeit der guten Sache geopfert hätten.

Damit war die Prüfung abgeschlossen, an der folgende Herren theilgenommen hatten:

1. Fabrikarbeiter Peter S ch o t t - E i t r a

2. Hülfswörter Heinrich Both-Oberhaun

3. Lehrer Heinrich Körber-Unterhaun

4. Lehrer Nikolaus Quehl-Asbach

5. Schmiedemeister Heinrich G l u t h - A s b a ch

6. Schuhmachermeister Heinrich Köhler-Asbach

7. Bildhauer Johannes Henkel-Asbach

8. Landwirth Johannes Stan g-Niederaula

9. Landwirth Ferdinand Thomas-Niederaula

10. Drognist Karl Meyer-Niederaula, jetzt in Fnlda. Die ersten 8 Herren werden demnächst besondere Ab- zeichen erhalten, die beiden letztgenannten Herren können, da sie nicht gänzlich militärfrei sind, nicht zur Stammrolle der Genossenschaft angemeldet werden. Es mirb noch bemerkt, daß der Unterricht voll­kommen k o st e n l o s war und daß alle Unkosten als Bahnfahrt, Arbeitsverlust u. s. w. vom Verband ersetzt wurden.

Mit großer Befriedigung in jeder Beziehung können wir auf den Verlauf des 1. Ausbildungskursüs zurück­blicken. In den 18 Stunden, ausschließlich der Zeit, welche die Herren im Landkrankenhause als Pfleger thätig waren, ist hervorragendes geleistet worden. Da Herr Direktor Dr. Israel sich zur Abhaltung eines neuen Kursus vom Dezember ab sofort wieder zur Verfügung gestellt hat, so wird sich der Verband demnächst an geeignete Herren der Stadt Hersseld wenden, da der Winterkursus für die Stadt besser liegt, wie für die Herren von auswärts.

Daß die erfreuliche Betheiligung an diesem Zweige desRoten Kreuzes" von hoher nationaler Be­deutung ist, braucht wohl kaum hervorgehoben zu werde». Wer sich, ohne dienstpflichtig zu sein, freiwillig ausbilden läßt, um im Kriegsfalle sofort freiwillig als Pfleger unserer Verwundeten und Kranken sich melden zu können, hat tiefes lebendiges Vaterlandsgefühl, und an letzterem hat es zu allen Zeiten im Hessenland nie gefehlt.

Wohl dem Krieger, der im Vollgefühl seiner Kraft unter fliegenden Fahnen in die Feldschlacht zieht, Heldenver-' ehrung flicht ihm Ruhmeskränze um den blitzenden Helm, wenn er einst heimkehrt vom blutigen Siegesfeld. Aber gleicher Dank dem Manne, der, wenn es ihm nicht vergönnt ist, mit hinauszuziehen an des Reiches Grenzen, der alsdann imJammer derLazarette freiwillig seinen Brüdern hilft, ihre Wunden pflegt, ihre Schmerzen lindern, ihre Leiden mildern und ihnen Freund- schaftsdienste leiste» kann. Dazu gehört ein ganzer Mann, eine volle Persönlichkeit, auch ihm ge­bührt die Palme des Sieges und der bleibende Dank des Vaterlandes. Männer mit solchem Opfersinn und Vater­landsgefühl braucht die Heimat einst viele, viele, viele.

Darum: An's Vaterland an's theure schließ Dich an, Das halte fest mit Deinem ganzen Herzen.

B t r m i s E t e s.

Aus Paris wird berichtet: Ein eifersüchtiger Barbier hat dieser Tage eine schreckliche Rache an einem Schreiber namens Debureau genommen, der sein glück­licher Nebenbuhler in der Liebe zu einer jungen Dame aus dem 16. Arrondissement war. Debureau kam in seinen Laden, um sich frisieren zu lassen, und in der Unterhaltung mit dem Barbier bemerkte er, daß er sich in wenigen Stunden verheirathen würde. Plötzlich stieß er einen Schmerzensschrei aus und sprang mit blutüber­strömtem Gesicht vom Stuhl auf. Der Barbier hatte ihm mit dem Rasiermesser die Nase fast abgeschnitten. Während der Bräutigam bei einem Apotheker in der Nachbarschaft verbunden wurde, brächte man den Barbier in Gewahrsam. Er gab zu, daß er den Bräutigam ab­sichtlich verstümmelt hätte in der Hoffnung, feine Heirath mit Mlle. B. zu verhindern, die ihm vor einiger Zeit einen Korb gegeben hatte. Er wurde in's Gefängniß gebracht, während sein Opfer im Krankenhause liegt.

Rom, 23. Oktober. DieTribuna" meldet aus Venedig: Im Hafen von Malanocco fand ein Zu­sammenstoß zwischen einem englischen Dampfer und dem deutschen DampferBagdad" statt, wobei der Engländer erheblich beschädigt-wurde. Beide Schiffe geriethen auf Grund.

In Rom wurde am Mittwoch Vormittag kurz vor 10 Uhr ein leichtes Erdbeben verspürt. Durch einen in der letzten Nacht niedergegangenen heftigen Regen wurde die ehemalige Umfassungsmauer der Piazza San Giovanni in Laterans auf eine Länge von 30 Meter zum Einsturz gebracht.

Kirchliche Nachrichten.

Kvangelischer H-ttesdienS.

Sonntag den 26. Oktober.

Vormittags: Herr Pfarrer Schröder. Nachmittags: Herr Pfarrer Feyerabend.

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