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GraLisbeir«s<nr3H«fttirtes LsnnraKrbLart" m.Muftrirte tandWiLthsehaftUchs Beilage

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SintrUd Lei 1 Schtemter

1902

Amtlicher Theil

Hersfeld, den 1. September 1902.

Im Monat August d. I. sind dahier für die nach­bezeichneten Herren Jagdscheine ausgefertigt worden:

A. Jahresjagdscheine:

a. entgeltliche:

am 6/8. für Bürgermeister Mathias Wolf in Lamperts-

9/8.

11/8.

14/8.

15/8.

16/8.

18/8.

28/8.

29/8.

30/8

8/8.

M

21/8.

23/8.

26/8.

29,8.

2/8.

selb;

Gastmirth Peter Führer in Hersa; Bierbrauereibesitzer Jean Steinweg in Hers­feld ;

Landwirth Georg Winkelhardt in Lengers; Landwirth Georg Schmidt I. in Wölfers- Hausen;

Chemiker Dr. Hans Stauch in Heringen; Landwirth Valentin Lenz in Beiershausen; Gastwirth Georg Böttner in Mecklar; Kaufmann Ludwig Engelhardt in Hersfeld; Landwirth Philipp Schäfer in Mengshausen; Apotheker L. Becker in Hersfeld: Zimmermeister Adam Becker in Mengshausen.

b. unentgeltliche:

den Königlichen Förster Schnell zu Forsthaus Falkenbach;

den Königlichen Forstaufseher Klös in Reilos; den Königl. Förster Buchmann in Obergeis ; den Königlichen Forstaufseher Rühr in Aua; den Königlichen Forstausseher Nieding zu Beiersgraben;

den Forstlehrling Buchmann in Obergeis; den Königlichen Förster Langerhans in Holz­heim.

B. Tagesjagdscheine:

den Polizeisergeanten Wilhelm Vockeroth aus Langendreer, Kreis Bochum, z. Zt. in Kathus.

Der Königliche Landrath.

I. V.: Braun, Kreisdeputilter.

tungen sowie über den Geschäftsbetrieb der Versteigerer besonders aufmerksam mit der Veranlassung, alsbald die in Ziffer 31 vorgeschriebene Festsetzung der Frist, die zwischen dem Eingänge der Anzeige der Versteigerung und dem Versteigerungstermine liegen muß, vorzunehmen. Die Frage, ob die Versteigerung neuer Sachen zu Zwecken des unlauteren Wettbewerbs vorgenommen werden soll oder eine empfindliche Schädi­gung der angesessenen Gewerbetreibenden herbeisühren würde (Ziffer 33), bedarf der eingehenden und sorg­fältigen Prüfung. Die Ortspolizeibehörde hat, soweit thunlich, vor ihrer Entschließung einen oder mehrere sachverständige Gewerbetreibende zu hören, die entweder von ihr nach eigenem Ermessen ausgewählt oder ihr für solche Fälle von der Handelskammer (kaufmännische Korporation) namhaft gemacht werden.

Ich erwarte, daß sich die Ortspolizeibehörden die eingehende Ueberwachung der Befolgung der Vor­schriften angelegen sein lassen und von den ihnen eingeräumten Ausnahmebefugnissen nur in dringenden Fällen und nur dann Gebrauch machen, wenn der Geschäftsbetrieb des in Frage kommenden Versteigerers zu Bedenken- keinen Anlaß gegeben hat.

Hersfeld, den 2. September 1902.

Die Herren Bürgermeister von Beiershausen, Soll» rode, Kleba, Kleinensee, Mecklar, Philippsthal, Röhrigs- Hof, Sorga und Tann haben binnen 3 Tagen die Ab- schriften der Kassenprüfungsverhandlung vom 30. Juni b. I. einzureichen.

Der Königliche Landrath I. V.: Braun, Kreisdeputilter.

Nichtamtlicher Theil

1. 4707.

Der Königliche Landrath.

I. V.: Braun, Kreisdeputilter.

Hersseld, den 2. September 1902.

Um zu vermeiden, daß die rechtzeitige Ein­zahlung des Betrages für das den Gemeinden im laufenden Jahre staatsseitig überwiesene Loosholz an die Königliche Kreiskasse dahier unterbleibt, wodurch die betreffende Gemeinde des Rechtes zum Bezüge von Loos­holz im nächsten Jahre verlustig gehen würde, will ich nicht unterlassen, die Herren Bürgermeister schon jetzt auf den Inhalt der diesseitigen Verfügung vom 28. Februar 1880, Nr. 2182, im Kreisblatt Nr. 18, aufmerksam zu

machen.

I. I. Nr. 5070.

Der Königliche Landrath.

I. V.: Braun, Kreisdeputilter.

Hersseld, den 2. September 1902.

Die Orttzpolizeibehörden des Kreises mache ich hier­durch auf die in der Sonderbeilage zum Amtsblatt Nr. 36 veröffentlichtenVorschriften über den Um­fang der Befugnisse und Verpflich-

Hersfeld, den 29. August 1902.

Der unter den Rindviehbeständen in Wehrshausen ausgebrochene Bläschenausschlag ist erloschen.

I. 4793.

Der Königliche Landrath. J. V : Braun, Kreisdeputilter

Heute früh unternahm Se. Majestät der Kaiser mit dem Kronprinzen einen Ritt in die Umgegend des Neuen Palais. Von 9 Uhr an hörte Se. Majestät die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee, des Chefs des Militärkabinets und des Vertreters des Chefs des Marinekabinets Kapitäns zur See v. Müller. Mittags 121 /,2 Uhr haben Ihre Kaiserlichen Majestäten mittels Sonderzuges die Reise von der Wildparkstation nach Posen angetreten.

Aus Posen wird vom 2. September gemeldet: Um 6 Uhr trafen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin und Seine Kaiserliche Hoheit der Kronprinz hier ein. Auf dem Bahnhof war großer militärischer Empfang. Das Grenadier-Regiment Graf Kleist von Nollendorf (1. Westpreußisches Nr. 6.) stellte die Ehren- kompagnie. Se. Majestät der Kaiser bega^ sich in der Uniform der Gardes du Corps zu Pferde, Ihre Majestät die Kaiserin in offenem Vierspänner in die Stadt. Eine Eskadron vom Ulanen-Regiment Kaiser Al-xander III. von Rußland (Westpreußisches Nr. 1) eskortirte. Am Berliner Thor wurden die Majestäten von den städtischen Behörden empfangen. Oberbürger­meister Witting hielt eine Ansprache und erinnerte daran, daß vor genau 100 Jahren König Friedrich Wilhelm III. an der Seite der Königin Luise in Posen eingezogen sei. Seitdem habe die Stadt ähnlichen Glanz nicht gesehen. Heute, am Tage von Sedan, halte der Deutsche Kaiser an der Seite seiner hohen Gemahlin seinen Einzug. In dem verflossenen Jahrhundert sei in Posen an die Stelle tiefsten Verfalls preußischer Geist, Zucht und Ordnung getreten. Der Oberbürger­meister wies dann auf die verschiedenen Huldbeweise, die der Kaiser der Stadt Posen erzeigt habe, hin. Auf kaiserliche Initiative sei die erste Erleichterung in

Der Engel von Aeissfelü.

H Von Adolf Reiter.

d (Fortsetzung.)

A Der Doktortochter entging es nicht, daß diese H letzteren Worte nur aus Verlegenheit gesprochen wurden. $ Sie warf dem unbekannten jungen Herrn flüchtig einen ''Äernfien Blick zu und wollte mit Johanna nach Hause gehen.

Ich gehe denselben Weg, mein Fräulein; Sie ge- Hatten wohl, daß ich Sie noch begleite? Mein Name Graf von Luxemburg."

vIch heiße Agathe Trübe, bin die Tochter des b hiesigen Arztes Dr. Trübe," entgegnete sie mit einem

artigen Knix.

Glückliche Weißselder!" rief Hero entzückt aus. kJch wünschte, ich gehörte zu ihnenI"

Agathe sah ihn verwundert an.

, ISie wünschten, zu unsern Dorfbewohnern zu ge- hören, Herr Graf? Hier wohnen außer meinem Vater, nur arme Leute kleine Handwerker, Feldarbeiter" . .

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Bin ich nicht auch ein Arbeiter?" unterbrach er sie schnell.Sie sahen, ich konnte die Kirchenthür sehr seicht schließen. Ich habe auch auf dem Felde recht viel £ zu thun, allerdings nur in der Ausübung meiner Pflichten »ls Besitzer; da giebt«: anzuordnen, zu controliren, zu ' - beaufsichtigen u. s. w.. u. s. m Nun, bitte, sagen Sie

wtr, mein Fräulein, bin ich nicht auch ein Feldarbeiter?" Er glaubte bereits, einer Beifalls- oder Gunstbe- »eigung gewiß sein zu dürfen; doch kühl hatte Agathe

auf diese Sophisterei nur ein Achselzucken.Allerdings, Herr Graf, aber es wird Sie trotzdem Niemand einen Feldarbeiter nennen. Johanna", wandte sie sich so­gleich an das Mädchen,wir müssen schneller gehen; Papa wartet auf uns, denn er wollte bald ausfahren."

Graf Hero hielt gleichen Schritt und Tritt mit den Beiden, obwohl seine Verlegenheit immer größer wurde.

Sie haben die Orgel gespielt, Fräulein Trübe", hub er nach einer Weile an; das Orgelspiel ist doch eine herrliche Musik."

Agathe schwieg.

Ich halte die Orgel für das vollkommenste In­strument", fuhr er indeß fort.Wie sehr und ergreifend sind ihre Klänge! Spielen Sie oft die Orgel, und darf ich Sie wohl um die Erlaubniß bitten, beim nächsten Mal Ihr Zuhörer zu sein? Wann spielen Sie jetzt wieder?"

Am nächsten Donnerstage von 9 bis 10 Uhr früh; ich will alsdann das OratoriumDelila" singen und spielen. Es wird mich natürlich sehr ehren, wenn Sie als Zuhörer erscheinen werden."

Die Absicht, den Arzt behufsConsultation" zu be­suchen, gab Hero jetzt aus; denn es war ihm nun ja anderweitig Gelegenheit geboten, mit derDoktors­tochter" zusammen zu kommen. Sie bemerkte nicht, mit welchem Entzücken er es hörte, sie am kommenden Donnerstage wieder begrüßen zu dürfen. Er halte ihren Blick gesucht, ihre Wo-te sich noch immer wiederholt, ihr ganzes Benehmen studirt, allein der junge Gras konnte, obwohl er mit Recht als eine Apollo-Erscheinung

allgemein galt, nicht entdecken, daß er auf sie einen besonderen Eindruck gemacht hätte. Er stand sprachlos vor ihr, dem blendend schönen Mädchen, als sie ihm vor ihrem Gärtchen, wo sie inzwischen angelangt waren, diese Mittheilung in ganz gleichgiltigem Tone machte,

und er wußte nicht, sollte Heil ihres Herzens oder in auf der Orgel bewundern. Beziehung.

Mit einem einfachen,

er ihre Schönheit, die Nein- ihr die begeisterte Künstlerin Sie entzückte ihn in jeder

flüchtigen Gruß trennten sie

sich. Sie hüpfte eilig durch das Gärtchen dem Wohn- Hause zu; Gras Hero that, als habe-er noch weiter zu gehen; er suchte jedoch nur auf einem Umwege die Schlucht zu erreichen, welche das Dorf Weißfeld mit dem Gute Weißstein verbindet; er kehrte unverzüglich nach dem Schlosse seines Onkels zurück, wo er in stiller Ungeduld die Stunden zählte, nach deren Ablauf er mit demEngel von Weißfeld" wieder zusammen zu sein hoffte.

Agathe Trübe ging nach diesem ersten Zusammen- treffen mit dem jungen Grafen in ihrer bisherigen Ruhe dem gewöhnlichen Tagewerk nach.

Die Gedanken auf nichts weiter gerichtet, beschäftigte sie sich nur mit häuslichen Angelegenheiten, machte den Patienten ihres Vaters die gewohnten Besuche und füllte die wenige übrige Zeit mit dem Lesen eines ge­diegenen Werkes aus, oder sie musizierte nach Herzens­lust. Sie dachte auch nicht viel an den nächsten Donnerstag, an welchem Graf Hero von Luxemburg in der Kirche ihr Zuhörer sein wollte.