Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exel. Postaufschlag.

>==========^

Die Jnsertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

><=--=^ ...... ..........-rj

Gratisbeilagen rIRnftrirtes KsnnragsbLart" «.Aünftrirte lan-Wirthschastliche 3^ Lage."

Nr. 66.

Sonniitaii to 7. Filii

1962.

Erstes Blatt.

Verteilungen

auf das Hersselder Kreisblatt

mit den Gratisbeilagen Jllustrirtes Sonntagsblatt" ^ Jllustrirte laudwirthschaftl. Beilage" für den Monat Juni werden von allen kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträaern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Theil.

f Hersfeld, den 5. Juni 1902.

Im Monat Mai d. Js. sind dahier für folgende Herren Jagdscheine ausgestellt worden:

A. Jahresjadschetne. u. entgeltliche:

P»" am 1/5. für Landwirth Adam Roos in KerSpenhausen, 2/5. Gastwirth Ludwig Eydt in Niederjossa, Mühlenbesitzer Johann Heinrich Stollberg in Niederjossa,

Dr. Bartels, prakt. Arzt in Friedewald, 3/5. Bierbrauereibesitzer Heinrich Engelhardt in Hersfeld, Hofmeister Adam Hoberock in Gethsemane, Verwalter Siegfried Sauer zu Eichhof,

. , Königl. Oberförster Thielow in Niederaula, 5/5. Thierarzt Arthur Düring in Gerstungen, ,, Landwirth Johannes Steinberg in Reim» boldshausen,

6/5. Gutspächler Eschstruth in Frielingen,

7/5. Königl. Rentmeister Schultheiß tu Hersfeld, Rechtsanwalt L. Suulheim daselbst,

9/5. Musikus Wilhelm Wenzel in Rotterterode, Schuhmachermeister Jakob Fink in Geis Hausen,

10/5. Gastwirth Jakab Ruhn in Niederaula, ' , Dr. jur. Eberhard von Richter zu Rittergut Dehlitz a/S. bei Weißensels a/S.

13/5. Mühlenbesitzer Johannes Wiegand in Unter-

g " geis,

, , 15/5. Kaufmann Julius K hr in Hersfeld, ,, Landwirth Georg Heuser in Lautenhausen. . , 16/5. Oberpostpraklikanl Fritz Gies in Hersseld,

f 17/5. ,, Frederic Andreas aus Antwerpen,

' Küfer Johannes Opfer in Holzheim,

21/5. Schuhmachermeister Peter Köhler in Asbach, ,, Lehrer NicolauS Quehl in Asbach,

22/5. Lindmicth Johannes Bornnnaun in Reim- boldshausen, Königl. Kreisbauinspektor Trimborn in HerSfeld,

, , 26/5. Waldwärler Philipp Paul in Willingshain, Fabrikant Alexander Rehn in Hersfeld, 30/5. Kaufmann Wilhelm Gies in HerSfeld. b. unentgeltliche.

3/5. Königl. Forstausseher Fraederich in Nieder- aula,

14/5. Königl. Förster Radeck in HilmeS,

, . 16/5. Schmidt in Friedewald.

27/5. Forstaufseher Bernhard in Bengen- borf.

B. Tagesjagdscheine:

5/5. Fabrikbesitzer Max Fiermann aus Rudolstadt, 6/5. Major a. D. Condray in Eisenach.

Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer RegierungS Rath.

Allgemeine Verfügung Nr. 20 für 1902.

Berlin, den 30. April 1902.

Nachdem durch das Gesetz vom 15. April 1902 (G. S. S. 77), betreffend Einführung einer Schonzeit für das schottische Moorhuhn, angeordnet worden ist, daß in dem § 1 des Gesetzes vom 26. Februar 1870 über die Schonzeiten des Wildes (G. S. S. 120) bei Ziffer 11 und 13 hinterRebhühner" die Worteund schottische Mooihühner" und im § 5 Ziffer 13 hinter Rebhuhn" die Worte:oder ein schottisches Moorhuhn" einzuschieben sind, bedarf die bisher übliche Rückseite der Jagdscheinsormulare einer Ergänzung.

Bei der geringen Verbreitung des schottischen Moor­huhnes wird es sich nun zwar erübrigen, etwa die be­reits ausgegebenen, noch gültigen Jagdscheine behufs Vornahme der Ergänzung wieder einzuziehen, auch wird sich nichts dagegen einwenden lassen, wenn die noch vor­handenen alten Jagdschein > Formulare aufgebraucht werden. Zur Vermeidung von Berufungen sind die Jagdpolizeibehörden jedoch zu veranlassen, durch Bekannt­machung in den Kreisblättern oder den sonst zu amtlichen Veröffentlichungen bestimmten Blättern hierauf hinzu­weisen und bei Bestellung neuer Formulare auf deren Ergänzung Bedacht zu nehmen. Ueberdies wird es sich empfehlen, in denjenigen Kreisen, in denen das schottische Moorhuhn vorkommt, bei Verausgabung neuer Jagd­scheine die erforderliche Ergänzung handschriftlich vor» nehmen zu lassen.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, gez. v P o d b i e l S k i.

An die sämmtlichen Herren RegierungS Präsidenten und den Herrn Polizei Präsidenten zu Berlin.

Gesch.-Nr. I. Bd. 3862.

* * *

Cassel, den 21. Mai 1902.

Abschrift zur Kenntnißnahme und Beachtung.

Der Regierungspräsident. I. V.: M a u v e.

An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herrn Polizei- Direktoren zu Hanau und Fulda und die Herrn Landräthe des Bezirks. A. II. 6794.

* * * Hersfeld, den 4. Juni 1902. Wird veröffentlicht.

I. 3000. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.

Homberg, den 3. Juni 1902.

Unter der Schafheerde des Schäfers Heinrich Berg zu Oberhülsa ist die Räude ausgebrochen.

Der Königliche Landrath v. Gehren.

An den Herrn Landrath zu Hersfeld. J.-Nr. 4081.

* *

Wird veröffentlicht. Hersfeld, den 4. Juni 1902..

I. 3129. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Bon» Bund der Landwirthe.

Die Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom letzten Montag, in welcher die Jnterp'llation der Konservativen wegen der landwirthschaftlichen Zölle ver­handelt wurde, findet naturgemäß noch immer ihren Nachhall in der Preffe. Wenn die Interpellanten ob­jektiv genug zu urtheilen vermöchten, so würden sie aus dem durchaus nicht zurückgehaltenen Jubel der Gegner der Landwirthschaft erkennen müssen, wie falsch es ge­wesen ist, einen solchen Vorstoß zu machen. Man kann es nur tief beklagen, daß auch bei der konservativen Partei neuerdings das agitatorische Moment weit mehr zur Geltung gelangt als die politische Raison und ge­schickte parlamentarische Taktik Es war von jeher nicht gut, dem Bunde der Landwirthe den massgebenden

Einfluß innerhalb der konservativen Partei einzuräumen und sich gewissermaßen auf alles einzuschwören und für das zu verpflichten, was dem Bunde oft nur für seine augenblicklichen agitatorischen Zwecke dienlich er­schien. Wir haben schon früher des öfteren betont, daß der Bund der Landwirthe eine für die Land­wirthschaft dringend nothwendig gewordene freie Ver­einigung sei, die den Landwirthen Gelegenheit bietet, auch ohne amtliche Controls und amtlichen Segen, wie das früher als nothwendig erachtet wurde, ihre Ange­legenheiten berathen zu können. Die Agitation aber, welche der Bund der Landwirthe betrieben hat und weiter betreibt, hat eine Schärfe angenommen, die man mit dem Worte Radikalismus durchaus nicht zu schroff bezeichnet. Wir wollen die Ausführungen der Leiter des Bundes inbetreffVertrauen zum Hohenzollernhause" heute keiner besonderen kritischen Beleuchtung unter­werfen. Es ist auch gar nichts Neues, daß die Agitationsreden einzelner Bündler ins Maßlose nicht nur, sondern ins Unvernünftige gehen. Man sollte doch nicht vergessen, daß der Bund der Landwirthe bis­her erobernd nicht vorzudringen vermocht hat, d. h. er hat den Gegner landwirthschaftlicher Schutzzölle in dem Besitz der parlamentarischen Mandate Abbruch nicht zu thun vermocht. SeineEroberungen" sind innerhalb des Bannkreises der bisherige Anhänger des Schutzzolles und auch des verstärkten Schutzzolles für die Landwirth­schaft gemacht worden. Innerhalb dieser Kreise hat die wüste Agitation eine Aufregung erzeugt, welche man augenscheinlich jetzt bis zur Siedehitze zu steigern sich veranlaßt sieht, um das eigene Prestige zu retten. Man hat soviel versprochen, sich so unnahbar allen vernünftigen Einwendungen gegenüber gezeigt und mit solcher zweifel­losen Sicherheit den radikal-agrarischen Sieg voraus­gesagt, daß man jetzt, wo man sich nicht länger die er­schütternde Niederlage verhehlen kann, zum letzten Mittel greift und das Vertrauen zum Hohenzollernhause an» zuzweifeln wagt. Wir sind überzeugt, hier ist die Klippe, an welcher der extreme AgrarismuS scheitern wird und muß. Schreiten die Agitatoren auf dem Wege weiter, so wird der gesunde Verstand unserer ländlichen Bevölkerung ihnen bald den Garaus machen. Diese Bevölkerung läßt sich, wie das ja schon üblich ist, schmunzelnd ge­fallen, wenn ein Agitator des Bundes der Regierung in einer Versammlung die Leviten liest, aber an die Treue zum Hohenzollernhause, an das Vertrauen zu diesem angestammten Königthum läßt sich unser Volk nicht rühren. Die konservative Partei hat nicht gut daran gethan, alles mitzumachen, was der Bund der Landwirthe für gut be­funden hat, und wir glauben nicht zu irren, wenn wir der Meinung Ausdruck geben, daß bereits in diesem Augenblicke die Ueberzeugung sich Bahn zu brechen beginnt, es werde für den Bestand der konservativen Partei von großer Bedeutung sein, wenn sie etwas mehr von dem Radikalismus der bündlerischen Führer abrückt.

Politischer Wochenbericht.

Der langersehnte Friede in Südafrika ist zur Thatsache geworden, und damit ist ein Krieg be­endet, auf den noch die spätesten Geschlechter verweisen werden, als auf ein leuchtendes Beispiel, was Helden­muth, Tapferkeit und die Liebe zur Freiheit und zum Vaterlande vermögen. Es verdient in der That die höchste Bewunderung, daß die Buren unter den un- günstigsten Verhältniffen fast 32 Monate eine der ersten Mächte der Welt in Atem gehalten, sie zur Anspannung aller ihrer Kräfte gezwungen und von ihr fürchterliche Opfer an Menschenleben und Geld gefordert haben. Gegen eine zehnfache Uebermacht haben die Buren er­folgreich gefochten; unbesiegt gehen sie aus dem Ringen hervor, und wenn sie trotzdem auf den Kampfpreis, ihre Freiheit, verzichten, wenn Männer wie Botha und Delarep, Steijn und Deivel die harten Friedens-Be- dingungen unterzeichneten, so geschah es nur, um die Zukunft ihres Volkes zu retten. An den Engländern ist es jetzt, das durch den Krieg hervorgerufene Elend