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Sammel-KSrner

Interessante gerwenbung von Kernhardinerhunden im Militärdienst. An der italienisch - französischen Grenze giebt es etliche Forts, die wegen der großen Schnecmassen auf den Bergen Monate hindurch völlig isoliert sind, wie zum Beispiel bei dem Zelt­lager Acles. Zwei Stunden Weges davon sind sehr hochgelegene Forts bis zu dem Proviant- posten Plampinel, wo während des ganzen Jahres eine Abteilung Alpenjäger liegt. Die einzige Ver- bindungsstraße zwischen den beiden Forts ist ein steiler Fußsteig, der im Winter wegen des Schnees und der Lawinen nur selten benutzt werden kann. So wären die Soldaten in Acles von der Außen­welt vollständig abgeschnitten, wenn nicht ein un­ermüdlicher Fußgänger, der durch nichts sich aus­halten läßt, für die Aufrechterhaltung des Verkehrs sorgte. Dieser Fußgänger ist ein dresfierter Hund, der jeden Tag pünktlich von Acles nach Plampinet und zurückwandert, ausgerüstet mit einem kleinen Sack, der an seinem Halse befestigt ist. Und wie in Acles, so wird in den Forts Gondran, Janus, Infernal, Oftva sämtlich Ortschaften, die 2000 bis 2500 Meter hochliegen die Herbeischaffung der Korrespondenz und der Lebensmittel meist Bernhardinerhunden anvertraut, und diese Hunde besorgen ihre Aufträge mit Regelmäßigkeit und Treue. Nur selten ereignet sich ein unangenehmer Zwischenfall. So befanden sich einmal zwei brave Vierfüßler mit einem kleinen Wagen, der mit 17 Bettdecken und einem 30 Liter haltenden Fäßchcn Wein beladen war, auf dem Wege nach Fort Gondran. Unterwegs aber bemerkten sie einen Hafen. Die beiden Hunde vergaßen nun momentan, daß sie sichim Dienst" befanden und verfolgten Lampe zum Nachteil ihrer Ladung. Als sie nach der tollen, aber vergeblicheu Jagd in Gondran anlangten, war von der Ladung nicht mehr viel übrig; die 30 Liter Wein hatte der Schnee aufgesaugt. Das sind jedoch nur Aus- nahmefälle. In der Regel erfüllen die klugen Tiere die ihnen erteilten Aufträge in tadelloser Weise.

vom Serge der Kerze. Zur Zeit ist eine Expedition unterwegs, die den Gauri- sankar (= Mount Everest) im Himalaya ersteigen will. Dieser Bergriese liegt aus der Grenze von Nepal und Tibet, nördlich von der eigentlichen Himalayakette, und seine Höhe ist aus der Ferne trigonometrisch zu 8837 Meter ermittelt wor­den. Bon Süden her, aus einer Entfernung von 150 Kilometer gesehen, überragt er bedeutend alle benach­barten Gipfel, aber die Frage, ob nicht doch noch ein höherer, von Indien aus nicht sichtbarer Berg zwischen Nepal und Tibet vorhanden sei, ist noch nicht entschieden. Vor etwa fünfzehn Jahren ist sie von einigen Forschern bejaht worden, ohne daß freilich bisher ein Beweis geführt werden konnte. Würde der Gipfel des Mount Everest . endlich erreicht werden, so würde auch jene Frage mit

gelöst werden. Aber einen solchen Erfolg wird man bezweifeln müssen. Die

Steiger, die gegenwärtig die Erkletterung unter­nehmen wollen, sind die Herren Crowley, Knobles, Eckenstein, Dr. Pfnnnel, Dr. Vessely und Dr. Jacot nebst einer Anzahl schweizer Führer. Sie be­gehen sich zunächst nach Kaschmir, um den Mount Godwin Allsten, deffen Höhe 8610 Meter beträgt, zu erklimmen; falls dies qelingt, soll die Er­steigung des Mount Everest das Unternehmen krönen.' Die höchste Höhe, die in der Nähe des Godwin Austen bisher erstiegen wurde, erzielte im

Sommer 1893 die Wortman-Expeditlou, nämlich 6000 Meter.

Mikrographische Aunüstück». DaS deutsche Reichs- Postamt besitzt mehrere mikrographische Postkarten­kunststücke. Eine dieser Postkarten enthält, wenn auch mit einiger Mühe, so doch immer noch lesbar, mit Tinte geschrieben, die Gedichte:Der Gang nach dem Eisenhammer",Der Graf von Habs- burg",Der Handschuh" undDas Mädchen aus der Fremde", was nach Angabe des Einsenders

eine Summe von 4255 Worten darstellt. Ein noch

größeres Kunststück hat ein österreichischer Unter­offizier in Hermannstadt geliefert, der auf der Rück, feite einer einzigen Postkarte 8777 Wörter angebracht, stritten und selbst ihre

Zweite» Bild:

Erstes Bild:

Rings breiten sich die schaumgekrönten Wogen, Weit übers User streben sie hinaus;

Ins' Sturmesheulen kommen sie gezogen, Verderben bringend schnell in Nacht und GrauS. Sie dringen rauschend ein in die Gemächer. Wo Menschen schlummern fest, in süßer Ruh', Die Aermiten fluchten jammernd auf die Dächer, Denn ach! ihr Haus ist unterwühlt im Nu.

Dort schwindet tödlich langsam Stund- auf Stunde, 'Vielleicht geh'n sie durch's Rätselwort zu Grunde.

Von F. von Miura.

Rings breitet sich der Wüste gelber Schimmer, Die Wand'rer schleppen sich hindurch so matt! Leer ist der Schlauch! Ein Trunk erquickt sie nimmer. Ob tagelang auch Durst gequält sie hat. Nur Trockenheit und Staub! Fern die Oase, Die zu erreichen ihnen sehlt die Krast; Wo eine Quelle rinnt vielleicht im Grase, Zu der kein gütiges Geschick sie schafft.

Es schwindet tödlich langsam Siund- aus Stunde, Vielleicht geh'n sie durch's Rätselwort zu Grunde.

(Auflösung folgt in der dritten Nummer dieser Cuartaie.)

Und dieser Wort? Bei beiden schroffen Bildern Die doch die größten Geoensitze schildern. In Sturmflut und in Wüstensandes Helle, Ist er das gleiche doch auf alle Fälle. Jedoch beim zweiten Bilde muß man streichen So ziemlich in der Mitte nur ein Zeichen.

Wenn solche Resultate schon bei gewöhnlicher Schrift zu erzielen waren, so läßt sich begreifen, wie viel mehr noch die Postkarte ausgenützt werden kann, wenn man die Stenographie zu Hilfe nimmt. Ein englischer Stenograph brächte es zu Wege, auf einer großbritannischen Postkarte, die der deutschen an Größe Nachsicht, 33 363 Worte zu schreiben.

Zwei Ansichten. Optimist (eine Raupe be­trachtend:Schau' nur, wie bequem es so ein Tier hat. Diese vielen Füßel" Pessimist:Ich danke | und dann diese Masse Hühneraugen!"

Die grönländisch« Litteratur. Frau Eigne NUt, eine Dänin, hat die von Mund zu Mund über­lieferte Litteratur Grönlands gesammelt. Sie hat alle Dörfer des unwirtlichen Landes besucht und eine Menge Lieder und Erzählungen nach dem Diktat der Eskimos und der Mischlinge von Däne«

und Eskimos ausgezeichnet. Als Ergebnis ihm Forschungen ist ein erster Band mit dem Xitel Hajakmaenner" erschienen. Bis zum Jahre 1850 gab es auf der großen eisbcdccktcn Insel keim andern gedruckten Bücher, als einige Exemplare da Bibel. Dann brachten Missionare Lesebücher für die Schulen, die sie begründeten, mit, und ver­faßten kleine erbauliche Erzählungen, die wieder abgeschrieben wurden und so von Dorf zu Dv« gingen. Die erste Presse wurde in Grönland m Jahre 1861 eingeführt. Dr. Ruck gebrauchte st um eine WochenschriftAtnagagulintit" zu grünt» die noch heute besteht und die einzige Zeitschrist des Landes geblieben ist. Man verteilt sie um­sonst ; ihre geringen Kosten werden vom Stasi getragen. Den Inhalt der Zeitschrift bilden dir Mitteuungen der Regierung, die Auszüge ® europäischen Blättern, von denen die Dampfer v« W Zeit zu Zeit einen Arm voll mitbringen, und Ast D sätze von Aerzten, Pastoren und Lehrern. £ ä Zeitschrift wird geleitet, gesetzt, gedruckt, gefalzt, expediert und sogar illustriert von einer und i» M selben Person, namens Lars Möller.

Wie in Main; die Zünfte aufgehoben ant* | Als im Jahre 1793 Cüstine in Mainz eingeM W war, ließ er die Zünfte zusammenberufen. derselben sollte einen Konstitutionsentwurs ea-V reichen. Die Perückenmacher verlangten beispiell H Weise unter andern:Wir wollen aussterben > auf fünfundzwanzig. Meister Krebs sott unter toH Ratsherrn sein." Die Lohnkutscher erklärten: MW wollen kein Brückengeld mehr bezahlen, dann M H Kurfürst sein wer will." Andre verlangten *|| liches. Bei einer solchen Auffassung ihrer Jnterch« W entschloß sich die französische Regierung, dasZm'S Wesen zu beseitigen. Demgemäß wurden die ZEW in Mainz am 25. Februar 1793 aufgehoben. H

Ehemalige Kauerngenoffeuschaften. In FrEW reich gab es schon im 12. und 13. HhrhunW W bäuerliche Genoffenschaften, bei welchen sich 20 100 Hausväter verbanden, die Felder bebaust« m aus dem gemeinsamen Vorrat ihre Bedürfnisse« W ..... " Kinder ausstatteten. wohnten in Weilern w1; B kleinen Dörfern, währe« W etliche derselben sogar gemeinsame Wohnung ten, in welcher einem Leitung und der tüchtigster Hausfrau die Haust"«''K schüft übertragen M Mit dem Eindringen römischen Rechtes , H schwanden sie und erfj^^ sich nur sehr verein^»A gegen die Mitte i>c$1

Jahrhunderts. w Schöne GegendJ^f Klamm gerne en, Herr-' nant?" -Na, E Sie, da bin ich etgem'j immer drinl"

Du hörst es gern, bennM^J Klingt, wird es gut gefpim-1

Ost ohne Menschenhand gE,A Spielt's im Gemäuer Giebst Du «ns End' M.^1;

Wirst eine Frucht ®u J

Sie wächst im Feld miM«* Muß dazu helsen, Dich »» ^;

Kuchstnbenrälf-l.

Mil a hat es gerechnet gern, Mit u lst's ein Th-otersiern, Mit o notwendig manchem H rrn.

(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)

Nachdruck aus dem Inhalt b. «. verdat«. __________«den Dom H./VL 7«.H

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