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Sarkophag König Friedrichs I. von Dänemark. Unser Kaiser hat einen Abguß des aus der ersten <-eite dieser Nummer abgebildeten Sarkophags König Friedrichs I. von Danemark, der im Dome zu Schleswig ?eine Stätte hatte, anläßlich des Geburtstages König Christians IX. dem dänischen Herrscher zum Geschenk gemacht. Das Bildwerk war von dem Berliner Bildhauer Walger voll­ständig restauriert und unter seiner Leitung ab- gegoffen worden. Neben diesem finnigen Geschenk unsres Kaisers verdient noch das Werk eines zweiten Berliner MeiiterS Erwähnung, welches auf dem reichhaltigen Geburtstagstisch des dänischen Königs prangte. Der bekannte Bildhauer Arthur Schulz-Grunewald hatte im Auftrage der Herzogin von Anhalt, der Schwester Christian IX., deren Büste angefertigt, die von dem Künstler persönlich überreicht wurde, und als gelungenes Werk deut­scher Kunst seine volle Würdigung sand. Schulz erhielt das Ritterkreuz des Danebrog-Ordens.

Losten der englischen Krönungen. In England hat über die Höhe der Summe für die Krönungs­feierlichkeiten das Parlament zu entscheiden. Die erste Zeremonie dieser Art, die im letzten Jahr­hundert stattfand, die Krönung Georgs IV., kostete über 240 000 Psund Sterling (4 800 000 Mark). Für die zehn Jahre später erfolgte Krönungsfeier Wilhelms IV. wurden nur 50 000 Pfund Sterling verlangt. Als die Krönung der Königin Victoria üattfanb, war die damalige Regierung der Ansicht, daß die Summe von 70 000 Pfund Sterling ge­nüge, mit dem entsprechenden Prunk die Feier zu begehen. Den Kaufleuten Londons genügte diese summe jedoch nicht. Sie sandten eine Deputation an den Sekretär des Innern mit der Bitte, daß die Krönung während der Ferienzeit abgehalten werden möge, damit möglichst viele Teilnehmer von auswärts nach London kämen, und daß eine viel größere Summe verausgabt werden möge. Die Regierung hielt indes die Summe von 70 000 Pfund Sterling für hinreichend. Das übliche Staatsbankett in der Westminster-Halle wurde fort­gelassen, dagegen wurde der Krönungszug mit größerem Prunk gefeiert, als bei frühern Gelegen­heiten. Ein Grund für das Unterbleiben des Banketts war, daß dieser Schmaus im Jahre 1820 einen ziemlich tollen Verlauf genommen und oaß die feierliche Zeremonie des Hinwerfens des Panzer- handschuhs durch den Kämpen des Königs all- genierne Heiterkeit hervorrief. Auch ein andrer Brauch früherer Krönungsfeste, das Ausstreuen ganzer Hände voll goldener und silberner Erinnerungs­medaillen unter die in der Westminster-Abtei ver- sammelte Volksmenge, ist weggefallen, da man der Ansicht ist, daß sich das mit der Heiligkeit des Orts nicht verträgt.

Cine Verwechslung. Fürst Pückler-Muskau, der berühmte Reisende, hatte sich einst beim Bey von Tunis in Bardo angemeldet. Als deutschem Fürsten wurde ihm feierlicher, militärischer Empfang be­reitet, da der Bey ihm den Großcordon des Nichan- Jstechar überreichen, wollte. Fürst Pückler wurde jedoch durch Gesichtsschmerz und dicke Backe ver­hindert, sich zu zeigen und schickte eiligst seinen Leibinger zum Bey mit dem Gesuch, den Empfang auf spätere Zeit verlegen zu wollen. Als die Cortege nun die stolze Gestalt des Pücklerschen Leib­jagers mit Federhut, Hirschfänger, hohen Stieseln, großer Stickerei auf dem Frack, Beinkleidern und Bandelier erblickte, schoß sie Freudenschüsse ab, die Truppen präsentierten, die Musik paukte, wie es nur Fürsten zukommt. Der Jäger, keiner fremden Sprache kundig, wird in den Palast geleitet, vor den Bey geführt, will sein Briefchen abgeben, wird aber mit fürstlichen Ehrenbezeugungen über-

häuft und schließlich wird ihm der Großcordon über den Kopf gestreift. Diese Personrnverwechs- lung war nur durch schleunige Abreise zu mildern.

Sahcs guter. In Schottland g ebt es häufig sehr alte Leute. Ein Reisender begegnete einmal einem betagten Sechziger, welcher schluchzte. Auf die Frage, was ihm fehle, erwiderte dieser, sein Vater habe ihm eine Ohrfeige gegeben. Das kam dem Fremden unglaublich vor. Als er ihn aber nach der Ursache fragte, weshalb er die Ohrfeige bekommen habe, entgegnete der Sechziger, er habe den Großvater fallen lassen, als er ihn habe zu Bett bringen wollen. Neugierig, die Familie kennen zu lernen, ließ, er sich von dem Mann ins Haus führen und siehe da es war so. Der Junge war 62 Jahr alt, der Vater 96 und der Großvater 130 Jahr.

Die De hältnisse und ihre Folgen.

Merkwürdig, abends ist's immer so schmutzig in der Küche!"

Ja, Madame, das bringen eben die Verhältnisse so mit sich!"

Der grins von Wales führt in seinem Wappen die Devise:Ich dien'", über welche als einen im Mund eines Thronerben besonders lobenswerten Ausdruck von Subordination schon oft Be- trachtunaen angestellt worden sind. In der That aber sind jene Worte trotz des zufälligen deutschen Klanges gar nicht deutsch, sondern alt-walisisch und gehören der celtisch-gälischen Sprache an und be­deuten:Hier ist der Mann". Mit diesen Worten hat nämlich (so die Tradition) die Königin Eleonore den ersten Prinzen von Wales den Häuptlingen der Walliser als ihren dereinstigen eingebornen Fürsten vorgestellt und zum ewigen Gedächtnis an diese find dieselben dann in das für die Prinzen von Wales gewählte Wappen als Devise aus­genommen.

Künstlerbescheidenheit. Franz Liszt hatte einst in einer kleinen bairischen Landstadt ein Konzert angekündigt, zu welchem sich nur siebzehn Zuhörer einfanden. Um diese nicht durch das Zurückgeben des Entrees zu kränken, sagte er:Meine Herren, ich dächte, wir speisen miteinander und ich spiele Ihnen etwas vor, solange Sie zuhören wollen." Es entwickelte sich daraus ein ebenso gemüt­licher als langer Abend.

Kettler-Humor. .Bitt' um a klan's Almosen." Kommen's morgen, ich hab' jetzt kein kleine« Geld."So, bei den schlechten Zeiten auch noch lirebit!"

Ländliche Logik. Wirt:Du, der Herr hat von dem Kotelett die Hälfte stehen lassen; er hat gesagt, es wär' net recht frischI" Wirtin:Dees muß a' nobler sein dem rechn'st um fünfzig Pfennig mehr!"

Unverzagt. Vater: Moritz, diesmal hast Du ein schlechtes Zeugnis! Ich hoffe, daß das nächste ! besser sein wird!" Moritz:So ist's recht Vater! ' Nur den Mut nicht sinken lassen!"

und C | Du

Ülitberi

Der Elephant und die Elektrizität. Unlängst wurde berichtet, daß in Buffalo ein Elephant einen M elektrischen Strom von 2000 Volt erhalten habe, 8 "/ ohne auch nur die geringste Wirkung zu zeigen. Jetzt hat derselbe Dickhäuter einen noch viel größeren Wrn; Strom ausgehalten. Jumbo sollte durchaus mit liglk, Elektrizität gelobtet werden. Das neue Experiment Braust wurde geräuschvoll angeküudigt, so das; sich auch fen St ein zahlreiches Publikum einsund: aber die A- zgm H sellschaft für Tierschutz widersetzte sich der Oeffentlich- M^ feit der Operation, und die Veranstalter des Unter- nehmens mußten das Eintrittsgeld zurückzahlen.

Zur festgesetzten Stunde wurde Jumbo, begleitet von zwei kleinen Elephanten, auf eine für diese»- Zweck hergerichtete Plattform gebracht. Zwei elek- trische Kabel wurden mit dieser verbunden. Durch sWln den einen Draht ging ein Strom von 1800, durch Wahr! den andern ein solcher von 2200 Volt, so daß »«Di im Ganzen 4000 Volt waren. An vier Stellen tgfarr

wurden die Leitungsdrähte am Körper des 61» nichts phanten befestigt. Als man den Strom öffnete,'

bemächtigte sich Jumbo eines Brettes, das in

Bereich war, und fächelte sich Vuh zu. diesem Experiment wurde Jumbo nach Charles!« gebracht, wo er auf der Ausstellung als das einzig! "'§! f Thier, das der Elektrizität widerstanden hat, ak-WAi

zeigt wurde.

Nnc

Zopf fort! Bei dem Garnison-Regiment vmWh Komatzig in Frankfurt a. O., an welches die Die« gaben gimenter der Berliner Garnison gewöhnlich ihn unverbesserlichen Säufer und schlechten Subjekt! M ablieferten, war es Sitte, den Zopf, diese mit Tch , wohl gesteifte Kopfzierde des Soldaten, deck z» M k Züchtigenden auf die Brust zu legen, teils um dieses Schmuckstück zu schonen, teils, damit es dir Krafthiebe mit bem Stock nicht abschwächen konnst Ij Kam nun ein neuer Soldat in Frankfurt au, wurde er dem Obersten Komatzig vorgestellt, <? alsbald erfolgte mit dem Kommando:Zopf toeg" die Exekution der Mann wurde übergelegt u»d empfing seine wohlgezählten vierundzwanzig dem ff. Dies war natürlich nicht nach jcdermanis Geschmack, und mancher der Gezüchtigten maOMMke seinem Groll in Flüchen und Verwünschungen M Aber ich habe hier ja noch gar nichts gethan M, < schrie der Bestrafte wütend und der Cbe®1 tröstete ihn mit den Worten:Sehr wohl, ntem (

Sohn, so viel kriegt Er, wenn Er nichts thut, nun denke Er sich einmal, wie viel er erst kriegt, wen« er etwas ausfrißt!" I

Kaummollcnsamcnmchl als Nahrungsmittel. in großen Mengen zugleich mit der Wolle H erntete Samen der Baumwollenstaude wurde früh" I nur zum Oelschlagen benutzt, da derselbe ein Öl liefert, das wie kein zweites zum Verfälschen d"! Olivenöles geeignet ist und von dem Schiel ladungen voll nach Frankreich und Italien diesen Zwecken versandt werden. Die Chemü"! haben gefunden, daß das Mehl dieses Same^I Dextrin, Fibrin, Stärke und Cellulose enthält M I empfehlen es als Nahrungsmittel. Ueber d" I Geschmack und die Bekömmlichkest dieses MeW, das eine stark gelbe Farbe besitzt, yerlautet sei* i nichts Näheres. , I

Gin Grobian. G a st:Bringen Sie mir WI zum Kuckuck endlich das Bier, das ich vor cin,r I Stunde bestellte; jetzt hätt' ich's schon beinahe aus'I getrunken l" Wirt:Wie, ne ganze Stu»' I wollten Sie dabei sitzen bleiben; hören Sie 111(1 I da bekommen Sie schon gar nichts

Aus der Instruktionsstunde. Unteroff Was geschieht also, wenn der Herr Haupim^ I zu Euch ins Zimmer tritt? Nun Huber?" ' I Rekrut:Nun, wie gewöhnlich, er schimpft."

Sehr richtig. A:Wie findest Du das Betrag'"! meines Freundes Karl, der mir das Mädchen ü l zu sagen vor der Nase wegschnappt?" B:b' I vorkommend."

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Auflösungen aus voriger Nummer:

Erklärung des Vexierbildes aus bodfler Nummer:

Der Sittenrichter, ein grosser, starker Herr, ist WJf'jj zu finden, wenn das Bild auf den Kopf gestellt wird, dem auf der Erde Knieenden so nahe, daß er Wort jur von dessen anklagender Rede vernehmen kann: bei UmfieHunt*rätselt: Eremit, Mieter; bei H««""^

»ltear, liege; M WltftH: Wink, BiM*.__x

vmchdruck au« dem Inhalt d. Bt verboten.

__________Gesetz Pont 11,/VI. 70,___ verantworkl. Redakteur W. Jhring, Berlin.

Druck und Berti, »an

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