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Gratisbeilagen rIllnftrirter Sonnragsblatt ^ *SUu^rirte lan-wirthschaftliche VeNage".

k 150, Lomerftiig den 19. LeztÄtr 1961.

Amtlicher Theil.

Gaffel, den 10. Dezember 1901.

Die gemäß § 10 des Unfallversicherungsgesetzes für Land- und Forstwirthschaft vom 30. Juni 1900 (R. G. Bl. S. 641) unter dem 14. Oktober d. JS. A. II. 11531 anderweit festgesetzten und in Nummer 43 des Amtsblatts vom laufenden Jahre veröffentlichten Sätze des durch­schnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der in der Land- und Forstwirthschaft beschäftigten erwachsenen männ­lichen und weiblichen Arbeiter finden vom 1. Januar 1902 ab auf die nach dem JnvalidenverficherungSgesetze vom 13. Juli 1899 (R. G. Bl. S. 463) versicherungS- Pflichtigen land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter eben­falls Anwendung. Es gelten daher die in der erwähnten Bekanntmachung aufgeführten Sätze auch gemäß § 34 Absatz 3 Ziffer 2 des JnvalidenverstcherungSgesetzes vom 13. Juli 1899 als Jahresarbeitsverdienst für die in der Land- und Forstwirthschaft beschäftigten Personen, soweit sie nicht einer Orts-, Betriebs-sFabrik-), Bau- oder Jnnungskrankenkasse angehören.

Die nach § 22 Absatz 2 Ziffer 1 des früheren Jnvaliditäts- und Altersverficherungsgesetzes vom 22. Juni 1889 (R. G. Bl. S. 97) festgesetzten Sätze des Jahresarbeitsverdienstes der in der Land- und Forst­wirthschaft beschäftigten Personen (stehe Bekanntmachung vom 17. Oktober 1890, Amtsblatt Seite 192) kommen von dem obigen Zeitpunkte ab in Wegfall.

Eine entsprechende Bekanntmachung wird in der nächsten Nummer des Amtsblattes zum Ausdruck gelangen.

Ich ersuche, eine gleiche Bekanntmachung unter An­gabe der für den dortigen (hiesigen) Stadt- beziehungs­weise Landkreis geltenden Sätze in dem amtlichen Organe alsbald zu erlassen.

Der Regierungs-Prästdent. Trott zu Solz. An die Herren Landräthe des Bezirks und die Magistrate der hiesigen Residenz, zu Hanau, Marburg, Fulda und Eschwege. A. II. 13914.

* *

*

Hersfeld, den 16. Dezember 1901.

Indem ich Vorstehendes veröffentliche, weise ich darauf hin, daß die vom 1. Januar 1902 ab gültigen Sätze des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der in der Land- und Forstwirthschaft beschäftigten erwachsenen Arbeiter mittelst Ausschreibens vom 24. Oktober d. Js.

Hochflut.

Erzählung von A. von Lieliencron.

(Fortsetzung.)

Also flügge werden aus dem Neste herausflattern" das sind deine neuesten Pläne, Püppchen I" ereiferte sich der Onkel, als er Hilde seiner Frau übergeben und mit den beiden Damen am Theetische faß.Dein Vater hat mir einen acht Seiten langen Brief geschrieben und mir die Angelegenheit auseinander gesetzt. Es hat Hand und Fuß, was er sagt, aber wenn er nicht so querköpfig wäre und durchaus von mir keine Unterstützung für die Jungen annehmen wollte, dann würde die Sache anders aussehen. So aber na des Menschen Wille ist sein Himmelreich I"

Hilde setzte den alten Herrschaften alles auseinander und hatte aufmerksame Zuhörer an ihnen. Die Tante suchte ihr die Sache auSzureden, der Onkel aber fuhr mit einem energischen:Laß sie es nur probieren I" ba= zwischen,Das Mädchen mag mal erst zeigen, ob es ihr ®tn|i ist mit ihrem Opfermute! Ich werde die Geschichte in die Hand nehmen und mich nach einem Platz für sie Umsehen!"

Vier Tage waren seitdem vergangen. Hilde sollte dem Onkel Gesellschaft leisten, denn die Tante war für kurze Zeit verreist. Da erschien der alte Herr am irühen Morgen in ihrem Zimmer, in dem sie eifrig ar­beitend faß

»Na, passe mal auf, Kleine! Jetzt bringe ich dir ein

J. A. 2893 (im Kreisblatt No. 130) bereits bekannt gegeben worden sind.

V. No. 1163. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld, den 18. Dezember 1901.

Die Herren Ortsvorstände zu:

Beiershausen, Bingartes, Eichhof, Eitra, Engelbach, Frielingen, Kathus, Kleba, Malkomes, Oberrode, RöhrigShöfe, Sorga und Wilhelmshof werden hierdurch an die Einsendung der Verzeichnisse des Viehbestandes mit Frist bis zum 2 3. b. M t S. bei Meidung von 3 Mark Strafe erinnert.

I. 6941. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Nichtamtlicher Theil.

Berlin, 17. Dezember.

Se. Majestät der Kaiser nahm gestern Nachmittag die Meldung des Führers des Ulanenregiments Kaiser Alexander III. (Westpreußischen) Nr. 1 Oberstleutnants Gustedt entgegen, welcher sich auch bei dem russischen Großfürsten-Thronsolger meldete. Heute Morgen um 8 Uhr traf Prinz Heinrich im Neuen Palais ein. Um 9 Uhr 30 Minuten nahm Se. Majestät der Ka i s e r im Marmorsaal des Neuen Palais die Meldung des Prinzen Friedrich Sigismund, ältesten Sohnes des Prinzen Friedrich Leopold, der heute sein 10. Lebensjahr vollendet, anläßlich seiner Einstellung in die Leibkompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß entgegen; bei der Meldung waren zugegen Prinz Friedrich Leopold, die direkten Vor­gesetzten des Prinzen Sigismund bis zum kommandiren- den General v. Bock und Polach und die dienstthuenden Herren des Hauptquartiers. Um 10 Uhr begab Se. Majestät mit dem Großfürsten Thronfolger und dem Prinzen Heinrich sich zu einer Jagd auf Fasanen nach dem Wildpark.

DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: DerBerliner Lokal-Anzeiger" hat sich die schon einmal zurückgewiesene Behauptung, daß Ihre Majestät die Kaiserin und Königin in Abbazia Aufenthalt nehmen werde, in einem Privattelegramm aus Triest von Neuem melden

Packet Annoncen. Hast am Ende noch das Aussuchen!" und er ließ sich auf ihrem Sofa nieder.

Mit klopfendem Herzen und erwartungsvollen Augen näherte sich das junge Mädchen.Ist etwas darunter, das ich leisten kann? forschte sie.

Hm wollen sehen mir scheint eine Stelle recht passend I"

Der Baron schob seine Brille zurecht, entfaltete eines der Papiere, die vor ihm lagen, und las:Gesucht wird eine Billeteuse, die das Rechnen gründlich versteht, jung flink und gewandt . . ."

Er sah sein Nichtchen dabei prüfend über die Brille an. Deren Wangen glühten.

Wenn es sein kann, möchte ich lieber etwas andres wählen!" bat sie unsicher.

Schön! Also weiter!" nickte der Baron, und das nächste Blatt kam an die Reihe. Er räusperte sich, ehe er begann :Ein junges Mädchen wird gesucht als Bonne für drei Kinder im Alter von 6, 5 und 4 Jahren .. ."

Vielleicht könnte.ich mich darnach erkundigen!" schob Hilde schüchtern ein.

Warte es ab! Hier kommt noch etwas! Das scheint mir geeigneter!" erklärte der Onkel, und sich in Positur setzend, las er aus einem Briefe, den er aus der Tasche zog, mit langsamer Stimme sehr deutlich vor: "Zur Reise­begleitung in eine Pension der Schweiz suche ich für eine ältere Dame ein junges Mädchen, das zugleich die Pflicht übernimmt, der Dame zur Hand zu gehen beim Nähen und Zuschneiden wie bei alle» Einrichtungen in ihrem neuen Hanshalte,"

lassen. Wir wiederholen, daß diese Angabe unrichtig ist. Der Aufenthalt in Abbazia im Jahre 1894 hat für Ihre Majestät nicht die erhofften günstigen Wirkungen gehabt, so daß eine zweite Reise dorthin nicht in Frage kommt.

Die Abreise des Großfürsten-Thronfolgers erfolgt Abends 11 Uhr 3 Minuten vom Bahnhof Friedrichstrabe; der Kaiser wird dem Großfürsten bis zum Bahnhof das Geleit geben.

Außer dem Etat, der jetzt fertig gestellt ist, wird dem preußischen Landtage bald nach seinem Zu­sammentritt der Gesetz-Entwurf, betreffend die Neuregelung der Provinzial-Dotationen, zugehen.

Zur Ermittelung des Umfanges der Arbeits­losigkeit in Berlin hat bekanntlich der Berliner Magistrat eine Kommission eingesetzt. Der Bericht dieser Kommission wurde jüngst in der Magistrats-Sitzung vor­gelegt. Es wird in dem Bericht gesagt, daß allerdings eine gewisse Arbeitslosigkeit besteht, die sich vornehmlich in der Maschinen- bezw. Metallbranche geltend macht. Von einem Nothstand könne wohl weniger die Rede sein.

DerRheinisch-Westfälischen Zeitung" zufolge soll dem Abgeordnetenhause gleich nach dem Zusammentritt eine Vorlage, betreffend Ankauf vonBergwerks- Eigenthum in Westfalen, zugehen. Das .Wolffsche Telegraphen-Büreau" bemerkt zu dieser Nachricht:Nach von uns eingezogener Erkundigung ist die Meldung in dieser Form falsch. Richtig ist nur, daß Minister Brefeld zur Zeit über den Erwerb gewisser noch nicht aufge­schlossener Kohlenfelder Verhandlungen gepflogen hat, die inzwischen zum Abschluß gekommen sind. Der Erwerb des KohlenbergwerksMinister Achenbach" ist dagegen nicht zu Stande gekommen. Andere Verhandlungen schweben überhaupt nicht."

Nach demMilitär-Wochenblatt" ist Graf Stillfried und Rattonitz, Oberleutnant im Königin Augusta-Garde- Grenadier-Regiment Nr. 4, unter Stellung k la suite des Regiments zum Militärgouverneur der beiden äl­testen Söhne des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen ernannt.

An Uebungen der Reserveoffiziere für das nächste Jahr sollen theilnehmen 11 Stabsoffiziere, 170 Hauptleute, 173 Oberleutnants und 3293 Leutnants 55 Tage, 500 Unterärzte und 38 Unterroßärzte 68 Wochen, 80 Hauptleute, 124 Oberleutnants und 500 Leutnants 42 Tage, 55 Hauptleute, 100 Oberleutnants und 420 Leutnants 28 Tage, 70 Oberärzte 28 Tage,

Ob ich das wohl könnte, was meinst du, Onkel?" Hm mich dünkt ja! Ich werde mal schreiben!"

Und wie heißt die Dame?" erkundigte sich Hilde gespannt und streckte die Hand nach dem Briefe aus.

Der Baron hatte sich erhoben. Er übersah dabei ihre Bewegung. Der Name ist unleserlich geschrieben. Ich kann ihn nicht entziffern. Der thut auch nicht« zur Sache!" meinte er im Hinausgehen.Mein Freund, der mir die Sache vorschlägt, soll mich darüber näher unterrichten!"

Er war gegangen und ließ Hilde zwischen Freude und Bangen zurück.

Einige Stunden später steckte er den Kopf noch ein« mal in die Thüre.Nun, Hilde, die Sache wird ernst. Bist du fest entschlossen, in Stellung zu gehen, den Eltern und dem Jungen, dem Willibald, zu Liebe?"

Ja Onkelchen, ganz fest!"

Und wenn dir dabei nicht berühmt gehen sollte die Nester tauschen ist immer solche Sache willst du dann nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und ausrücken?"

Ich werde aushalten, verlaß dich darauf! Vorwärts und durch !"

Das Verhör schien intimer werden zu sollen, denn der Onkel trat ein und schloß die Thüre hinter sich zu.

Wie steht es nun aber mit einem gewissen Jemand dem wir begegneten, als ich dich adholte?" forschte er. Sind wir damit völlig fertig, und ist alles hier innen klipp und klar?"

Ja!" klang es ihm ohne Zögern zurück.Was